HPV-Test

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Der HPV-Test ist ein Testverfahren zur Identifizierung von Humanen Papillomviren (HPV) und erfolgt durch die Laboranalyse eines Zellabstrichs aus dem Gebärmutterhals. Der HPV-Test weist in den Zellen der Gebärmutterschleimhaut das Erbgut (DNA) von Hochrisiko-Typen des Humanen Papillomvirus nach. Eine über einen längeren Zeitraum andauernde Infektion mit diesen Viren ist der größte Risikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Bei über 99 Prozent aller Gebärmutterhalskrebsfälle sind sie im Gewebe des Tumors nachweisbar.

Anwendung[Bearbeiten]

Im Rahmen der Früherkennung und zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs setzen Gynäkologen verschiedene Untersuchungsverfahren ein. Am weitesten Verbreitet ist der Pap-Test, ein Zellabstrich vom Muttermund und aus dem Gebärmutterhalskanal, der unter dem Mikroskop auf Zellveränderungen untersucht wird, die auf Krebsvorstufen hinweisen können. Der Pap-Test ist jedoch nicht so empfindlich wie der HPV-Tests: Nach der einmalige Durchführung eines Pap-Abstriches beträgt die Wahrscheinlichkeit, eine bestehende Krebserkrankung oder einer ihrer Vorstufen zu erkennen, zwischen 20 und 50 %. Im Verlauf von 10 bis 15 Jahren Anwendung (also Wiederholung) steigt die Rate der erkannten Veränderungen aber stark an.

Die Sensitivität des HPV-Tests mit Hybrid-Capture-Verfahren (HC2) liegt bei 98 Prozent Erkennbarkeit der HPV-Infektion, was nicht gleichbedeutend mit Krebsvorstufe oder Krebs ist. Mit einer Kombination aus Pap-Test und HPV-Test steigt die Sensitivität auf nahezu 100 Prozent an. Es können also fast alle Krebsvorstufen (Präkanzerose) entdeckt und gefährdete Frauen behandelt werden, bevor Veränderungen sich zum Gebärmutterhalskrebs entwickelt. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) empfiehlt daher, bei Frauen ab 30 Jahren im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung routinemäßig einen HPV-Test zusätzlich zum Pap-Test durchzuführen. Im Rahmen eines Forschungsprojekts am Klinikum Wolfsburg wird das neue Vorsorgemodell („Wolfsburger Modell“) seit 2006 mit positiven Ergebnissen erprobt. Zurzeit übernehmen die meisten privaten Krankenkassen die Kosten für den HPV-Test in der Routinevorsorge. Gesetzlich versicherte Patientinnen müssen die Kosten von 50-95 Euro selbst tragen.

Technologie[Bearbeiten]

Der Nachweis von Hoch-Risiko-HPV-Typen erfolgt bei einem HPV-Test entweder durch das PCR-Verfahren (Polymerase chain reaction, Polymerase-Kettenreaktion) oder durch das HC2 (Hybrid-Capture-2)-Verfahren. Der HPV-HC2-Test (digene HPV-Test, Hersteller: Qiagen) zeigt ein positives Ergebnis erst ab einer Viruslast von etwa 5.000 Viruskopien an. Erst ab dieser Virusmenge muss von einem höheren Risiko für die Entwicklung von Krebsvorstufen ausgegangen werden. Daher wird dieser Test von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe als die geeignete Methode angesehen. Das Testverfahren wird als „Hybrid Capture“ bezeichnet, weil dabei so genannte RNA-Sonden an die DNA der Humanen Papillomviren binden und mit diesen Verbindungen (Hybride) bilden. Diese DNA/RNA-Verbindungen werden dann von Antikörpern eingefangen („captured“) und fixiert. Danach werden weitere Antikörper zugeführt, die an die Hybride binden und dabei Licht aussenden (Chemolumineszenz). Die Lichtmenge ist proportional zur Menge der in der Probe vorhandenen HPV-DNA. Die PCR-Methode ist dagegen sehr empfindlich und weist bereits geringste Virusmengen nach. Bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bringt dies aber keinen Nutzen, denn nur Infektionen mit einer entsprechend hohen Virenzahl bringen auch ein erhöhtes Krebsrisiko mit sich.

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