Großbrand von Apolda (2010)

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Der Großbrand von Apolda am 17. Februar 2010 war ein Brand in der historischen Altstadt der mittelthüringischen Kreisstadt Apolda, der gegen 3 Uhr ausbrach und drei Häuser völlig sowie drei weitere Häuser teilweise zerstörte. Ein 51-jähriger Mann wurde leicht verletzt.

51.02511.513611111111Koordinaten: 51° 1′ 30″ N, 11° 30′ 49″ O

Verlauf[Bearbeiten]

Ansicht Bachstraße
Ansicht Alexander-Puschkin-Platz

Am 17. Februar 2010 um 2:58 Uhr ging bei der Polizeiinspektion Apolda der Anruf eines Zeitungszustellers ein, der Rauchentwicklung in einem leer stehenden Haus in der Bachstraße wahrgenommen habe. Bereits einige Minuten später steht die Freiwillige Feuerwehr Apolda vor dem Haus in der Bachstraße 8. Der Dachstuhl des Hauses steht vollkommen in Flammen und das Feuer greift bereits auf das Nachbarhaus mit der Hausnummer 10 über. Zudem sind die Häuser mit weiteren, dahinter liegenden Häusern auf dem Alexander-Puschkin-Platz verbunden. Dieser Platz gehört zur Fußgängerzone der Stadt Apolda und gehört ebenso wie die Bachstraße zum historischen Stadtzentrum. Die Bebauung stammt teilweise noch aus dem 18. Jahrhundert. Zahlreiche Gebäude wurden in den letzten Jahren umfangreich saniert.

Im Haus Bachstraße 10 wohnten bis zum Brand sechs Menschen. Sie werden von Polizei und Rettungsdienst aus dem Schlaf geklingelt und evakuiert. Unter den sechs Bewohnern ist ein 51-jähriger Mann, welcher im letzten Moment gerettet werden kann. Er erlitt eine Rauchvergiftung und wurde in eine Klinik eingeliefert, konnte jedoch noch am gleichen Tag aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Bis 3:15 Uhr verbreitete sich das Feuer soweit, dass es durch die FFW Apolda allein nicht mehr unter Kontrolle zu bringen war. Stadtbrandmeister Ingo Knobbe forderte somit die Freiwilligen Feuerwehren aus Moorental sowie den Apoldaer Ortsteilen Utenbach, Zottelstedt und Oberroßla an. Durch das trockene Gebälk im Dachstuhl der Nummer 10 arbeiten sich die Flammen zügig über ein Neben- und ein Nachbargebäude in Richtung Alexander-Puschkin-Platz vorwärts. Unterdessen wurden auch Einsatzwagen der Feuerwehren aus Bad Sulza, Bad Berka und Weimar angefordert. Somit waren insgesamt acht Feuerwehren mit 83 Kameraden vor Ort. Außerdem wurde das Gelände weiträumig abgesperrt. Da sich die brennenden Häuser jedoch in der Altstadt befinden und die Straßen dort sehr eng sind, ist ein Herankommen der Feuerwehr an den Brandherd vor allem am Alexander-Puschkin-Platz sehr schwer. Erschwert wurde das Herankommen auch durch zugefrorene Straßen und Schneehaufen, die die Zufahrt zum Alexander-Puschkin-Platz blockierten.

Die Polizei evakuierte insgesamt 29 Menschen sowohl aus den betroffenen Häusern als auch aus den angrenzenden. Diese Sicherheitsmaßnahme wurde notwendig, da im betroffenen Gebiet die Häuser Wand an Wand stehen und es zwischen ihnen fast keine Brandschutzwände gibt. Außerdem sind die meisten Häuser mit Fachwerk gebaut und bestehen somit zu großem Teil aus Holz. Erschwerend kommt hinzu, das zahlreiche Hydranten bei Temperaturen um -12 Grad Celsius zugefroren waren und erst von der Feuerwehr freigelegt werden mussten. Teilweise mussten die Feuerwehrmänner in anliegende Straßen wie die Bahnhofstraße und die Goerdelerstraße laufen, um die Schläuche an Hydranten anschließen zu können. Das Löschwasser gefror zum Teil in den Schläuchen, wobei einige platzten.

Gegen 5:00 Uhr wurde für die Evakuierten und Anwohner das Stadthaus, welches sich in ungefähr 50 Metern Entfernung zum Haus Bachstraße 8 befindet, geöffnet. Dort wurde den Betroffenen kostenlos Speisen und warme Getränke zu Verfügung gestellt. Der Betreiber einer Pizzaria in der Goerdelerstraße versorgte die Menschen bereits in den Stunden zuvor mit Speisen und Getränken. Auch zahlreiche Anwohner unterstützen die Hilfsmaßnahmen. Bis 5:30 Uhr war der Brand unter Kontrolle gebracht worden. Gegen 8:00 Uhr gab es die erste Lagebesprechung zwischen Freiwilliger Feuerwehr, Polizei und Stadtverwaltung. Darauf folgend wurde das Gebiet mit Bauzäunen abgesperrt, wodurch der Fußgänger- und Geschäftsverkehr stark eingeschränkt ist.

Um 14:10 Uhr kam die Meldung des Stadtbrandmeisters "Feuer aus!". Jedoch schwelten den ganzen Tag über kleine Brandherde in den Gebäuden. Ein Löschzug der Feuerwehr und die Polizei hielten in der Nacht zum 18. Februar eine Brandwache, um ein neues Aufflammen zu verhindern. Auch in den nächsten Nächten werden Polizisten zu Brandwache vor Ort sein.

Folgen, Abriss und Wiederaufbau[Bearbeiten]

Luftaufnahme des Brandortes am Morgen des 17. Februar 2010

Am Mittag des 17. Februar sprach der Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand von einem Schaden in Millionenhöhe. Drei Häuser, die beiden Gebäude in der Bachstraße sowie das Gebäude am Alexander-Puschkin-Platz 4, in welchem sich eine Drogerie befand, sind vermutlich total ausgebrannt und müssen abgerissen werden. Letztgenanntes Haus steht unter Denkmalschutz. Die anderen drei Häuser, in den neben Wohnungen auch ein Malergeschäft und ein Geschenkartikel-Landen untergebracht sind, können wahrscheinlich wieder aufgebaut und saniert werden. Da sich das Brandgebiet im Stadtzentrum befindet, wird das Stadtbild erheblich gestört. Außerdem liegt das Gelände im Planungsgebiet für die optionale Landesgartenschau in Apolda im Jahr 2017. Somit müssen die Planungen erneuert werden. Neun der elf Evakuierten kamen bei Verwandten oder Bekannten unter, zwei Bewohner wurden in der Gästewohnung der Wohnungsgesellschaft Apolda (WGA) untergebracht.

Reaktionen aus der Politik[Bearbeiten]

Bereits am selben Morgen besuchte Thüringens Innenminister Michael Huber (CDU) die Stadt und nahm an einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz teil. Er sprach den Einsatzkräften seinen Dank aus, freute sich über das bürgerschaftliche Miteinander und versprach die Hilfe der Landesregierung beim Wiederaufbau.

Am Nachmittag des 17. Februar besuchte auch die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) den Ort der Katastrophe. Sie machte sich ein umfassendes Bild von der Zerstörung und sicherte ebenfalls die Unterstützung des Landes Thüringen zu, legte sich jedoch noch nicht auf einen Betrag fest.

Literatur[Bearbeiten]

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