Geliebte Stimmen

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Filmdaten
Deutscher TitelGeliebte Stimmen
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheSpanisch, Deutsch
Erscheinungsjahr2006
Stab
RegieThomas Beckmann, Stefan Ludwig
DrehbuchThomas Beckmann, Stefan Ludwig
ProduktionHochschule für Fernsehen und Film München, Produktionsleitung: Bernard Michaux
MusikMartina Eisenreich, Ton: Martin Nudow
KameraThomas Beckmann
SchnittThomas Beckmann, Stefan Ludwig

Geliebte Stimmen ist ein Dokumentarfilm von Stefan Ludwig und Thomas Beckmann aus dem Jahre 2006. Im Mittelpunkt des Films stehen die beiden Protagonisten Cynthia und Luis, die beide das gleiche Schicksal teilen: Eine Fernbeziehung über tausende Kilometer. Geliebte Stimmen ist eine Produktion der Hochschule für Fernsehen und Film München.

Inhalt[Bearbeiten]

Ein Film über die Liebesgeschichten in der globalisierten Welt. Ein Film über Menschen am Telefon.

Cynthia kommt aus Ghana und Luis aus Peru. Beide leben in München und lieben jemanden, der weit weg ist - in ihrem Heimatland. Zusätzlich zu den normalen Schwierigkeiten, die es mit sich bringt, als Einwanderer in einem fremden Land zu leben, tragen sie die Belastung einer Fernbeziehung. Geliebte Stimmen erzählt, zu welchen absurden Situationen das führen kann. Und ob Cynthia und Luis es schaffen, dass ihre Liebe bleibt.

Ich habe sie fünf Jahre lang fast nicht gesehen. Natürlich würde ich da gerne in ein Flugzeug steigen. Einen Last Minute Flug buchen und los. Eine Nacht im Flugzeug, und einfach vor der Tür stehen. „Wer ist da?“ – „Ich bin’s“. Da stirbt sie bestimmt, wenn sie mich sieht!

Diese Beschreibung trifft auf tausende Liebesbeziehungen in der globalisierten Welt zu, gerade von Zuwanderern in reichen Ländern. Sie stammt von Luis, einem Peruaner, der seit Jahren versucht, seine Lebensgefährtin Rosa und die beiden gemeinsamen Kinder von München aus zu versorgen – und dabei irgendwie die Liebe am Leben zu halten. Mit Liebesschwüren per Telefon und Blicken per Webcam. Dass die mediale Romantik im Widerspruch zu den Härten des Alltags steht, verdrängen die beiden gerne. Auch dass Luis vor einigen Jahren in Deutschland eine Ehe einging, um an eine Aufenthaltserlaubnis zu kommen – ohne Rosa etwas davon zu sagen. Zu Beginn des Films ist Luis gerade arbeitslos und verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Job in irgendeiner Münchner Großküche. Denn so lange er kein Geld schicken kann, hängt im Chatroom der Haussegen schief. Schließlich findet er eine Saisonarbeit auf der Bundesgartenschau. Das Geld fließt wieder, aber die Sehnsucht bleibt. Luis versucht, sich an der Erziehung der Kinder zu beteiligen, per Telefon Vater zu sein, mit Geschenken Einfluss zu nehmen – und bleibt doch außen vor. Den lange geplanten Besuch in Peru verschiebt er. Erst muss er einen Nachfolgejob finden. Nach Weihnachten vielleicht... Dass die Beziehung zu Rosa trotzdem hält, liegt vielleicht daran, dass sie seine Jugendliebe ist. Wen man seit dem zwölften Lebensjahr kennt – den lässt man nicht so leicht los.

Die zweite Geschichte, die in „Geliebte Stimmen“ erzählt wird, handelt von Cynthia aus Ghana. Seit drei Jahren versucht sie, ein Visum für ihren Mann Boakye zu bekommen, um ihn endlich von Ghana nach Deutschland holen zu können. Doch obwohl sie bereits tausende Euro in den Prozess investiert hat, erkennen die deutschen Behörden die in Ghana geschlossene Ehe nicht an. Und so ist die Beziehung der beiden auf eine wackelige, verrauschte Telefonverbindung angewiesen. Als sie Boakye zwei Monate lang gar nicht mehr erreicht und er sich auch nicht meldet, bleibt für Cynthia nur noch das Beten. Und dann, ganz plötzlich, gehen ihre Träume in Erfüllung, und Boakye bekommt sein Visum. Vielleicht zu plötzlich. Denn das Leben ist nicht so wie in Cynthias Lieblingsserie „Bianca“. Anstatt ihm am Flughafen in die Arme zu fallen, lässt sie ihrer Wut über sein langes Schweigen freien Lauf. Und so endet der Film mit einer tragikomischen Streitszene, wie man sie vielleicht nur im Dokumentarfilm sehen kann.

Weblinks[Bearbeiten]