Florence Tsagué Assopgoum

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Florence Tsagué Assopgoum (* 1977 in Bafou-Djuttitsa in Westkamerun) ist eine kamerunische Politikwissenschaftlerin und Romanautorin.

Kindheit[Bearbeiten]

Sie wuchs bei ihren Großeltern auf, die ihr Liebe und Aufmerksamkeit schenken. Sie besuchte die Grundschule «École Publique de Djuttitsa», die von ihrem Großvater gegründet wurde und die seinen Namen trägt und später das «Collège Saint Laurent de Bafou».

Studium[Bearbeiten]

Nach der Abitur 1998 zog sie nach Deutschland um zu studieren. An der Universität Siegen studierte sie Politikwissenschaft, Anglistik und Angewandte Sprachwissenschaft. Ihre Lehraufträge an der Universität Siegen befassen sich mit Migrationsdiskursen in Deutschland und Aspekten der Abwanderung im Senegal. Ihre Veröffentlichung in Zeitschriften wie Africa Positive behandeln Entwicklungspolitik, Migrationsfragen, Medienpolitik, Gender, Bildung und Entwicklung, das Bild Afrikas in den Medien, Begegnung der Kulturen.

Soziales und literarisches Engagement[Bearbeiten]

Sie ist Mitglied des WUS Deutschland, engagiert sich in Vereinen wie African Union Siegerland, CCS und African Development Initiative. Sie hält Vorträge zu den Themen Migration aus Afrika und europäische Entwicklungspolitik in Afrika. Bei ihrem Integrationsengagement sucht sie Dialog, Austausch und organisiert gemeinsam mit Freunden szenische Lesungen in den Siegener Schulen. 2008 sie nahm an den Dichterlesungen „Menschen zwischen den Kulturen“ in Siegen-Wittgestein teil.

Sie schreibt Kurzgeschichten, Essays, Gedichte und Romane und veröffentlichte August 2009 bei Edilivre Aparis ihren ersten Roman „Femmes connues, coépouses inconnues“ übersetzt „Bekannte Ehefrauen, unbekannte Maitressen“. In Diesem Roman über Polygamie, Erbschaft, Tradition und Moderne in Kamerun spricht diese junge Frau eine klare Sprache und zögert nicht, das so laut zu sagen, was viele in Afrika nicht wagen. Sie beteiligt sich damit an einer Debatte, die in Afrika von den Eltern und Älteren monopolisiert wird. Weiter thematisiert sie auch soziale Ungerechtigkeit in Kamerun, Arbeitslosigkeit, Kindermissbrauch und die Benachteiligung von Frauen und Mädchen, was das Erben anbelangt. Sie ist neben Philomène Atyame, André Ekama und Daniel Mepin mit diesem Roman für den afrikanischen Literaturpreis des Vereins "Africa Culture Rhein-Neckar" nominiert.[1]

Politik und Integration[Bearbeiten]

Seit März 2010 ist Tsagué gewähltes Mitglied des Integrationsrates der Stadt Siegen für die "Internationale Liste"[2]. Außerdem ist sie seit Mai 2010 als „sachkundige Bürgerin/Einwohnerin“ beratendes Mitglied im Ausschuss für Soziales, Familien- und Seniorenfragen[3] und „stellvertretende sachkundige Bürgerin/Einwohnerin“ im Bezirksausschuss IV - Siegen-Mitte.[4]

Ausgewählte Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Begegnung mit Trauer in: Krieger, Thomas (Hrsg.), Warum wir hier sind, Luther Verlag, Bielefeld, 2007, S. 56-60.
  • Brain Drain oder Brain Exchange? Die afrikanische Diaspora als Entwicklungsfaktor, in: Bellers, Jürgen und Schimming, Marcus (Hrsg.), Deutschland als Entwicklungsland, (Geschichte und Kulturen- Zeitschrift zur Geschichte und Entwicklung der Dritten Welt, Band 11), Scylda Verlag Siegen, 2008, S. 23-32.
  • Europa als Vorbild? Die Auswirkungen des kolonialen Erbes in Afrika im kulturellen Bereich, in: et cetera ppf, 1/2009, S. 23- 30.
  • Kamerunische Bildungsmigranten. Ihre Aktivitäten und Potentiale in Deutschland, in: Africa Positive, 10. Jahrgang, Nummer 33, 2009, S. 28-29.
  • Abwanderung kluger Köpfe aus Afrika. Kamerunische Bildungsmigranten in Deutschland (Vortrag in Erfurt), Der Ausländerbeauftragte beim Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit (Hrsg.), Dezember 2009.
  • Der „Contre-pouvoir“ und seine Schwierigkeiten. Die Presse in Senegal, in: Freiraum der Stipendiaten und Stipendiatinnen der Friedrich-Naumann-Stiftung, 2/2009, S.15-16.
  • Feminisierung internationaler Migration. Welche Chancen bietet Migration den afrikanischen Frauen? In: Africa Positive, 12. Jahrgang, Nummer 36, 2010, S. 33-34.
  • Die europäische Steuerung der Abwanderung von Afrika nach Europa, in: Africa Positive, 12. Jahrgang, Nummer 37, 2010, S. 16- 17.
  • Politische Steuerung der Migration in Senegal, in: Jemfa Leonard (Hrsg.), Afrika und Wissenschaft, Band 1(2010)- Heft 4, Glaré Verlag, Frankfurt am Main, 2010, S. 35-52.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Nomminees für PANLITERATE. Africa Culture Rhein-Neckar, abgerufen am 10. November 2010.
  2. Gemeinsam für Siegen - Integrationsrat der Stadt Siegen. (PDF von 650 KB) Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen NRW, April 2010, abgerufen am 10. November 2010.
  3. Ausschuss für Soziales, Familien- u. Seniorenfragen. Stadt Siegen, abgerufen am 11. November 2010.
  4. Bezirksausschuss IV - Siegen-Mitte. Stadt Siegen, abgerufen am 11. November 2010.
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