Felix Bartoll

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Felix Bartoll (* 11. April 1911 in Mariendorf / Kreis Teltow) als SS-Obersturmführer und Kriminalkommissar war er Angehöriger des Reichssischerheitshauptamtes (RSHA) und diente in der Leitstelle der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) Berlin. Im Zuge der Verfolgung der Widerstandskämpfer des Attentats vom 20. Juli 1944 war er Mitglied der "Sonderkommission 20. Juli".

Stationen der Karriere in der Gestapo[Bearbeiten]

Seit 1931 war er Mitglied der SS und NSDAP. Er gehörte zum SS-Kommandos Max Heinze[1], der das KZ Columbia[2] leitete. Seit Oktober 1933 war er als polizeilicher Amtsgehilfe im Geheimen Staatspolizeiamt Berlin (Gestapa Berlin) angestellt. Im Jahre 1934 wurde er als hauptamtlicher Angehöriger des Gestapa Berlin Kriminalassistent auf Probe im Dezernat Dezernat II 2 A 1 der Pressepolizei[3] berufen. Ab 1935 wurde er Anwärter im Dienst der Kriminalpolizei bei der Gestapo im Vollzugsdienst. Seine Beförderung zum SS-Untersturmführer erfolgte am 1. September 1939. Zuletzt gehörte er dem Referat IV A 3 im RSHA an[4].

Mit der Ernennung zum Kriminalkommissar im Jahre 1942 und die Beförderung zum SS-Obersturmführer wurde er zur Gestapo-Leitstelle Berlin versetzt[5]. Dort verhörte er im Mai 1943 auch den Widerstandskämpfer Ernst Strassmann.[6]

Im Jahre 1944 gehörte er der Sonderkommission 20. Juli an.[7]

Renate von Hardenberg beschrieb Bartoll im Zuge eines Verhörs am 27. Juli 1944 wie folgt[8]

„Kommissar Bartoll, ein mittelgroßer Mann in SS-Uniform von etwa 28 Jahren, blond und blaß. Er hatte einen sehr wechselnden Ausdruck, einen schmalen grausamen Mund und kleine schlaue Augen. Er hatte aber Humor, und deswegen war es nicht allzu schwer, eine Art Kontakt mit ihm zu bekommen. Bei den Verhören bemerkte ich bald, daß er stotterte, wenn man ihn fest ansah, was ich auch dann reichlich getan habe….“

Renate von Hardenberg

Festnahme von Aennie Göring[Bearbeiten]

Erstmals war Aennie Göring am 30. Auguts 1944 von Bartoll festgenommen worden, weil sie verdächtigt wurde, Hans Bernd Gisevius[9] Hilfe bei seiner Flucht geleistet zu haben. Aennie Göring war seit 1918 mit dem Cousin des Reichsmarschalls Hermann Göring[10] verheiratet. Aennie Göring war die Tochter des Fabrikanten Moritz Engels. Die verwandschaftlichen Bande reichten also bis nach Friedrich Engels (1820-1895)[11], denn ihr Vater war der Neffe dieses berühmten Sozialisten.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Max Henze
  2. (Columbia Haus)
  3. Geschäftsverteilungsplan vom 25. Oktober 1934 des Geheimmen Staatspolizeiamtes Berlin
  4. Horst R. Sassin: Liberale im Widerstand. Christians, Hamburg 1993, ISBN 3-7672-1188-2, S. 231.
  5. Horst R. Sassin: Liberale im Widerstand. Christians, Hamburg 1993, ISBN 3-7672-1188-2, S. 488 FN 22.
  6. Wolfgang Paul Strassmann: Die Strassmanns. Schicksale einer deutsch-jüdischen Familie über zwei Jahrhunderte. Campus-Verl., Frankfurt/Main 2006, ISBN 978-3-593-38034-6, S. 317 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Barbara Orth (Hrsg.): Gestapo im OP. Bericht der Krankenhausärztin Charlotte Pommer. Lukas-Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86732-126-6, S. 55 FN 75 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Klaus Gerbet: Carl-Hans Graf von Hardenberg. 1891 - 1958. Ein preußischer Konservativer in Deutschland. Ed. Hentrich, Berlin 1993, ISBN 3-89468-030-X, S. 168–186.
  9. Hans Bernd Gisevius
  10. Hermann Göring
  11. Friedrich Engels
  12. Barbara Orth (Hrsg.): Gestapo im OP. Bericht der Krankenhausärztin Charlotte Pommer. Lukas-Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86732-126-6, S. 96–97 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
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