European Certification Body

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European Certification Body
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Rechtsform GmbH
Gründung 2011
Sitz Frankfurt am Main
Leitung Markus Heering
Branche Sicherheitsindustrie
Website www.ecb-s.com
Stand: Februar 2017 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2017

Die European Certification Body GmbH (kurz: ECB) ist eine neutrale, nach ISO/IEC 17065 akkreditierte Zertifizierungsstelle für physische Sicherheitsprodukte, mit Sitz in Frankfurt am Main. Die ECB GmbH wurde 2011 als eigenständige Organisation gegründet. Sie vergibt ECB-S-Zertifizierungsmarken gemäß den Anforderungen der Europäischen Normen. Die Akkreditierung der Zertifizierungsstelle erfolgte erstmals 1992 durch die DATech – Deutsche Akkreditierungsstelle Technik e.V. (heute: Deutsche Akkreditierungsstelle).[1]

ECB-S-Zertifizierungsprogramm[Bearbeiten]

Die European Certification Body GmbH zertifiziert die folgenden Produkte der physischen Sicherheitsbranche:

  1. Einbruchdiebstahl-Produkte
    • Sicherheits- und Wertschutzschränke
    • Wertschutzschränke für Geldautomaten
    • ATM-Sockel
    • Wertschutzraumtüren und Wertschutzraumwandungen
    • Deposit-Systeme
    • Hochsicherheitsschlösser
  2. Brandschutztechnische Erzeugnisse
    • leichte Brandschutzschränke
    • Datensicherungsschränke
    • Disketteneinsätze
    • Datensicherungsräume
    • Datensicherungscontainer
  3. Einbruchhemmende Bauprodukte
    • einbruchhemmende Fenster und Türen[2]
    • einbruchhemmende Nachrüstprodukte
    • durchschusshemmende Fenster und Türen[3]

ECB-S-Zertifizierung[Bearbeiten]

Das ECB-S-Zertifizierungsverfahren basiert auf den folgenden drei Teilbereichen, die im Zusammenspiel die Erfüllung der Europäischen Normen sicherstellen: Typprüfung, Zertifizierung und Qualitäts-Fremdkontrolle. Voraussetzung für die Zertifizierung ist das Bestehen der Typprüfung. Diese basiert auf der authentischen Simulation z.B. eines Einbruchversuchs oder einer Brandsituation. Die daraus resultierende technische Bewertung führt zu einer sicherheitstechnischen Einstufung des Wertschutzschranks, etc.: z.B. Widerstandsgrad I, II, III, usw. Regelmäßige Audits in den Herstellerbetrieben sichern ein gleichbleibendes Qualitätsniveau. Hierbei wird festgestellt, ob die Produktion auf Grundlage der genehmigten technischen Dokumentation erfolgt und ob der Herstellerbetrieb seine Produkte auf Grundlage eines Qualitätsmanagementsystems nach ISO 9001/EN ISO 9001 fertigt.

ECB-S-Zertifizierungsmarken[Bearbeiten]

Das sichtbare Zeichen der ECB-S-Zertifizierung ist die blaue Zertifizierungsmarke. Sie dient der Orientierung und garantiert dem Anwender ein Höchstmaß an Sicherheit. Die ECB-S-Zertifizierungsmarke dokumentiert, dass die Sicherheitsprodukte von der ECB zertifiziert worden sind, die Anforderungen der relevanten europäischen Normen erfüllen und unter einem Qualitätsmanagementsystem i.d.R. nach ISO 9001/ EN ISO 9001 gefertigt wurden.

Des Weiteren definiert die ECB-S- Zertifizierungsmarke eindeutig das Leistungsspektrum des Produkts: Security Level (Sicherheitsstufe), Resistance Grade (Widerstandsgrad), Protection Class (Güteklasse), Lock Class (Schlossklasse) und Resistance Class (Widerstandsklasse). Die Seriennummer garantiert die Rückverfolgbarkeit des Sicherheitsprodukts auf den entsprechenden Hersteller oder Händler.[4]

ECB-S-Zertifizierungsmarke Wertschutzschrank
ECB-S-Zertifizierungsmarke Wertschutzraum

Versicherungen[Bearbeiten]

Für die Versicherungswirtschaft ist die ECB-S-Zertifizierungsmarke eine verlässliche Basis für die Risikokalkulation und die damit verbundene versicherungstechnische Einstufung. Das Zertifikat wird in der globalen Sicherheitsbranche von führenden Versicherungsgesellschaften anerkannt. Häufig versichern Versicherungen Werte nur unter der Voraussetzung, dass diese in einem von unabhängiger Stelle geprüften und zertifizierten Sicherheitsbehältnis lagern. Daher empfehlen auch staatliche Stellen, etwa kriminalpolizeiliche Beratungsstellen, im Zweifel besser auf zertifizierte Sicherheitsprodukte zurückzugreifen.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Die European Certification Body GmbH wurde 2011 als neutrale Zertifizierungsstelle gegründet. Bis zu ihrer Gründung wurden die Zertifizierungsarbeiten für physische Sicherheitsprodukte vom internationalen Sicherheitsverband ESSA e.V. – European Security Systems Association durchgeführt; die Nachfolgeorganisation der Forschungs- und Prüfgemeinschaft für Geldschränke und Tresoranlagen e.V. (kurz: FuP). 1967 wurde FuP von einigen Mitgliedsfirmen des VDMA Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer e.V. gegründet. Mit der Gründung begann eine umfassende Normungstätigkeit für Geldschränke und Tresoranlagen, die seitdem die Standardisierung von mechanischen Sicherheitsbehältnissen maßgeblich geprägt und vorangetrieben hat – zunächst in Deutschland, später zunehmend auch auf dem europäischen und internationalen Markt. Die Richtlinien wurden beim RAL (Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen) als verbindliche Klassifizierungsgrundlagen registriert.

1992 wurde FuP als Zertifizierungsstelle nach der Vorgängernorm der ISO/IEC 17065 von der Akkreditierungsstelle DATech – Deutsche Akkreditierungsstelle Technik e.V. akkreditiert und damit die Kompetenz bestätigt, Produkte zum Schutz gegen Einbruchdiebstahl und brandschutztechnische Erzeugnisse unterschiedlicher Sicherheitsstufen bzw. Gütesiegel zu klassifizieren.[6][7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Secupedia: Secupedia - ECB-S. Secupedia, 7. Dezember 2015, abgerufen am 1. Februar 2017.
  2. Bayrisches Landeskriminalamt: Geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Türen. Polizeiliche Kriminalprävention, abgerufen am 1. Februar 2017.
  3. ECB-S: ECB-S Produkte. ECB-S, abgerufen am 1. Februar 2017.
  4. ECB-S: ECB-S-Zertifizierungsmarken. ECB-S, abgerufen am 1. Februar 2017.
  5. Secupedia: Secupedia - Versicherungseinstufung ECB-S. Secupedia, 7. Dezember 2015, abgerufen am 1. Februar 2017.
  6. ECB-S: ECB-S Geschichte. ECB-S, abgerufen am 1. Februar 2017.
  7. ECB-S: ECB-S Geschichte. ECB-S, abgerufen am 1. Februar 2017.
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