Ernst Baumann (Gestapo)

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Ernst Baumann (* 5. November 1915 in Burg (bei Magdeburg)) war als SS-Hauptsturmführer und Kriminalkommissar Angehöriger der Geheimen Staatspolizei (Gestapo).

Inhaltsverzeichnis

Werdegang[Bearbeiten]

In Burg besuchte er für vier Jahre die Volksschule. Danach absolvierte er neun Jahre lang das Realgymnasium. Die Prüfung zum Abitur bestand er im Jahre 1933. Eine Bewerbung bei der Reichswehr scheiterte 1934, weil ihm das Geld für eine Kaution fehlte. Von April 1935 bis Oktober 1935 verdingte er sich deshalb als Arbeiter. Danach leistete er seinen Wehrdienst bis 1938 ab. Es folgte eine kurze Beschäftigung bei der Wetterwarte Hamburg.

Karriere bei der Gestapo[Bearbeiten]

Im Jahre 1938 bewarb er sich bei der Gestapo und kam als Kriminalkommissaranwärter zur Staatspolizeistelle Tilsit (Stapo Tilsit). Im selben Jahr wurde er Mitglied der SS. Der Eintritt in die NSDAP folgte später. Zum Kriegsbeginn 1939 wurde er zur Geheimen Feldpolizei (GFP) einberufen und nahm am Krieg gegen Polen teil. Danach besuchte er einen Kommissarlehrgang, den er im August 1940 bestand. Bis Ende November 1940 ging er wieder zur Stapo Tilsit zurück. Es folgte eine Versetzung zur Staatspolizeistelle Zichenau, wo er als Kriminalkommissar auf Probe (KK a. P.) eingesetzt wurde, und zwar in der Abteilung III für Angelegenheiten der Abwehr.[1]

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Nach 1945 lebte er zunächst in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) unter falschem Namen und siedelte 1948 in den Westen Deutschlands um. Im Oktober 1948 nahm er eine Stelle als Handelsvertreter in einem Verlag an. In den Außendienst bei einem Verlag in Hannover wechselte er im Mai 1950. In den Innendienst des Verlages kam er im Jahre 1955. Am 16. September 1976 verurteilte ihn das Schwurgericht beim Landgericht Gießen zu vier Jahren Haft wegen der Beihilfe zum Mord in zwei Fällen wegen seiner Tätigkeiten bei der Gestapo Zichenau.[1]( Siehe auch: Staatspolizeistelle Zichenau)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 C. F. Rüter et al. (Hrsg.): Justiz und NS-Verbrechen. Band XLII. Amsterdam 2010, S. 3–6, Lfd. Nr. 834 (uva.nl [abgerufen am 10. Dezember 2017]).
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