Elli & Carl Domke

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Carl Domke
Elli Domke
Eine Familie – ein Kampf für die Menschheit, gegen Faschismus und Krieg, Broschüre von Sahin Aydin
Sozialausschuss 1950
Rotkämpferbund Gronau

Elli Domke, geborene Dehneke, war Mitglied der KPD und der Roten Hilfe und auch beim „Bund der Sowjetfreunde“. Gemeinsam mit ihrem Sohn besuchte sie als Mitfahrende beim Circus Barum im Jahre 1931 für etwa 1 ¾ Jahre die Sowjetunion. Danach kamen sie nach Gronau (Westf.) zurück. Nachdem ihre Tochter Grete am 7. Juli 1936 ins Exil in die Niederlande gegangen war, übernahm sie mit Ihren Ehemann Carl Schmerzenreich-Domke die Zuständigkeit für den illegalen Literaturvertrieb von Holland nach Deutschland für die KPD.

Elli und Carl Domke brachten, wie auch ihre Tochter Grete Kusber, Flüchtlinge aus Wuppertal bei Overdinkel über die Grenze nach Holland. Damit riskierten sie sowohl ihre eigenes Leben, als auch das ihrer Familienangehörigen. Sie und ihr Mann wurden schließlich von einem Nachbarn (Wilhelm Benning), der in der gleichen Straße im Haus Nr. 18 wohnte, verraten. Am 17. August 1936 verkleideten sich zwei Gestapo-Leute (Hermann Nosbüsch und X Maschke), gaben sich als politische Flüchtlinge aus und baten um Hilfe. Sie wurden von Elli und Carl verpflegt, bekamen Essen und Kleidung. Außerdem organisierte das Ehepaar die Flucht in die Niederlande für die angeblich politisch Verfolgten. Das KPD-Mitglied Bernhard Klynsma wurde beauftragt, die sog. Verfolgten bei Nacht über die Deutsch-Niederländische Grenze zu bringen. Als sie sich der Grenze näherten, schnappte die Falle der Geheimpolizei zu und Klynsma wurde festgenommen. Gleichzeitig wurde die gesamte Straße, in der Elli Domke wohnte, abgeriegelt und die gesamte Familie wurde ebenfalls von der Gestapo festgenommen.

Die kleinen Kinder der Familie wurden von Frau Metzig aus Gronau (Westf.) aufgenommen. Elli Domke, ihr Sohn aus erster Ehe, Walter Dittmann, und Bernhard Klynsma wurden zum Gerichtsgefängnis nach Hamm überführt. Sie wurden wegen Hochverrat angeklagt. Das Oberlandesgericht Hamm sprach am 16. März 1937 wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“ folgendes Urteil:

Walter Dittmann bekam eine Zuchthausstrafe von drei Jahren und sechs Monate. Er selber war ein SS-Mann. Aber weil er seine Eltern und Schwester nicht bei der Gestapo angezeigt hatte, erhielt er diese Strafe.

Elli Domke und Bernhard Klynsma wurden ins Konzentrationslager gebracht. Elli Domke war nach der Zeit im KZ wieder politisch aktiv. Sie war für die KPD im Jahr 1948 in Sozialausschuss der Stadt Gronau (Westf.) tätig. Gleichzeitig war sie gewerkschaftlich aktiv.

Carl Schmerzenreich Domke, (geboren am 7. Dezember 1889 in Abbau-Lanken, Kreis Flatow; gest. am 16. Januar 1962 in Gronau) Er wurde in der Zeit vom März 1933 bis Dezember 1933 in den Polizeigefängnissen Gronau, Münster und im KZ Brauweiler sowie im KZ Papenburg festgehalten. Ab 1931 war er Mitglied der KPD und der Roten Hilfe. Im Jahr 1932 wurde er Leiter des Roten Frontkämpferbunds (RFB) in Gronau. Nach dem Ende des Krieges hat er die KPD, die Gewerkschaft IG Bau-Steine-Erden und den DGB im Kreis Ahaus wieder mit aufgebaut. 1948 gehörte er, gemeinsam mit seiner Frau Elli, als Sachkundiger Bürger dem Sozialausschuss der Stadt Gronau an.

Am 29. April 2015 wurde zu Ehren ihres mutigen Verhaltens in Gronau ein Stolperstein verlegt.[1]

http://www.kommunisten.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=5502:stolpersteinverlegung-fuer-drei-gronauer-widerstandskaempfer&catid=76:ausserparlamentarisches&Itemid=153 https://www.youtube.com/watch?v=mgpYOnIupWE

Literatur[Bearbeiten]

  • Sahin Aydin: Eine Familie – ein Kampf für die Menschlichkeit, gegen Faschismus und Krieg. Politische Biografien. Herausgeber: KDFK e. V., Gronau/Westfalen 2015

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frank Zimmermann: Stolpersteine für Carl u. Elli Domke und Grete Kusber verlegt. In: Westfälische Nachrichten vom 14. April 2015, abgerufen am 14. November 2015.
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