Cubic Inch Displacement
Cubic Inch Displacement oder CID ist die US-amerikanische Bezeichnung für „Hubraumgröße“ bei Verbrennungsmotoren; übersetzt heißt es „Kubikzoll Hubraum“.
Herkunft[Bearbeiten]
Amerikanische (Auto-)Motoren werden seit alters her über ihre Hubraumgröße identifiziert und wertgeschätzt. Diese wird mit „Cubic Inches“ definiert, also in Kubikzoll gerechneten Volumeneinheiten. Ein Kubikzoll entspricht 16,39 cm³.
Die Autohersteller planen ihre Motorenbaureihen aufgrund hoher Fertigungs-Investitionskosten sehr langfristig, da sie über Jahrzehnte und über viele Karosserie-Modifikationen hinweg genutzt werden sollen. Daher gibt es Standards in den Entwicklungen, die sich teils über Jahrzehnte als Baureihen-Kennzeichnungen allein über die dreiziffrige Angabe des Hubraums in Kubikzoll bereits identifizieren lassen. Oftmals reicht dem Kenner eine dreistellige Zahlenfolge wie „426“ zur Identifikation einer Motorenbaureihe.
In dieser Aufstellung sind nur klassische amerikanische V8-Ottomotoren seit den 1950er Jahren enthalten; Dieselmotoren, frühere Baureihen mit Vier- und Sechszylindermotoren, ältere Reihen-Achtzylinder sowie V10-, V12- und V16-Zylinder (1920er und 1930er Jahre, V10 aus den 1990er Jahren) sind nicht aufgeführt.
Liste[Bearbeiten]
Folgende Baugrößen an V8-Ottomotoren (Big Block und Small Block) wurden über Jahrzehnte bekannt:
cubic inches | cm³ | Beschreibung | ||||
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231 | 3786 | Maschine von Buick, General Motors, produziert seit 1962. Verfügbar mit Leistungen bis zu 250 PS (mittels Turbo-Aufladung) | ||||
260 | 4259 | 4.3 l Small Block Ford Mustang, Fairlane (Windsor Family) | ||||
289 | 4736 | Maschine im Ford-Konzern, Hubraum 4,7 Liter. Sogenannter „Windsor“ -Motor. V8-Zylinder, verbaut im Ford Mustang von 1961 bis 2001 | ||||
292 | 4784 | Ford Y-Block eingesetzt im Fairlane, und Thunderbird von 1954 bis 1964 | ||||
301 | 4933 | Motor von Pontiac, verbaut nur von 1977 bis 1981, eine ungewöhnlich kurze Zeitspanne für Motorengrößen. Mit Turbo in Pontiac Trans AM- und Formula-Fahrzeugen eingesetzt. Leichter als der Chevrolet-305er. | ||||
302 | 4949 | Ford-Maschine, eingesetzt im Mercury Cougar, Eliminator und Ford Mustang unter dem Namen „Boss Engine 302“. | ||||
304 | 4982 | Maschine von AMC für die Baureihen Gremlin, Hornet, Pacer, Matador, Ambassador, Concord und AMC Javelin. | ||||
318 | 5200 | Motor der Chrysler Cooperation. In vielen Versionen (A, LA, Magnum) von 1957 bis 2003 gebaut. Standardmotor in vielen Applikationen. | ||||
305 | 4998 | Maschine von General Motors für Pontiac, Buick und Oldsmobile. Dieser Motor wurde durch den 327er Chevrolet-Motor ersetzt. | ||||
327 | 5359 | General Motors-Maschine für Chevrolet und Opel, eingebaut u.a. auch im Opel Diplomat V8. Gebaut ab 1962, teils auch mit Benzineinspritzung. | 340
5571 Motor der Chrysler Corporation in vielen Pony Cars der späten 60er und frühen 60er Verbaut: Plymouth Barracuda Bj. 1970 bis 1975 ebenso im Dodge Challenger oder im Plymouth Belvedere. - |
350 | 5736 | Motor von General Motors für Chevrolet und andere Marken, in vielen Versionen gebaut von 1976 bis 2003. Sogenannter „Small Block“ Meistgebauter Motor der Welt. |
351 | 5752 | Von Ford als erweiterte Hubraum-Variante des „Windsor“-289-Motors herausgebracht und als „Boss 351“ oder „Cleveland“ bezeichnet. | ||||
360 | 5899 | Maschine von AMC für die Baureihen Jeep Grand Cherokee, Jeep Grand Wagoneer, Jeep CJ5, Jeep CJ7 sowie AMC Javelin. | ||||
383 | 6277 | Von der Chrysler Corporation ab 1960 für Dodge, Jensen, Plymouth und Chrysler produziert. „Einstiegsdroge“ in den sogenannten „Big Block“-Bereich mit 6,3 Liter Hubraum | ||||
396 | 6490 | GM-Motor für Chevrolet Corvette, Chevrolet El Camino und Chevrolet Chevelle mit 6,5 Litern Hubraum, gebaut zwischen 1965 und 1972 | ||||
400 | 6556 | Größte Ausbaustufe des „Small Block“ von General Motors, obschon diese Hubraumgröße bereits im „Big Block“-Bereich ansiedelt. Hubraum von 6,6 Liter, extrem lange Bauzeit von 1955 bis 1979 | ||||
426 | 6982 | Hemi Motor vom Chrysler Konzern zum Einsatz in NASCAR-Rennmaschinen von Dodge, Plymouth und Chrysler. 7 Liter Hubraum mit halbkugelförmigen Brennräumen („hemi“ = hemisphaeric) und daher sehr günstigen thermischen Verhältnissen für beste Wirkungsgrade. Bekam den Ehrennamen „elephant machine“. Nur 11.000 Maschinen gebaut | ||||
427 | 6998 | Klassisches Bigblock-Format sowohl von Ford als auch von General Motors für Chevrolet (7 Liter Hubraum). Bei Chevrolet gebaut nur von 1966 bis 1969, bei Ford hingegen von 1958 bis 1976. Maschine für die Sportwagen Ford GT40, AC Cobra und Ford Fairlane | ||||
428 | 7014 | Ford-Maschine bis 1970, leitete über in die Größe 429 | ||||
429 | 7031 | Der letzte Ford-Bigblock mit über 7 Liter Hubraum, gebaut von 1968 bis 1997, benannt auch als „Boss 429“ und „Cobra Jet“. Bis zu 440 PS | ||||
440 | 7211 | Chrysler-Maschine mit 7,2 Litern Hubraum. Sogenannter „Mopar V8“, gebaut von 1966 bis 1978. Bekannt unter den Beinamen „Magnum“ (Dodge), „TNT“ (Chrysler), „Super Commando“ (Plymouth (Automarke)) | ||||
454 | 7441 | Motor für Corvette und Chevelle. Letzter „Power Motor“ mit 7,4 Litern Hubraum, bis zu 450 PS | ||||
455 | 7457 | Maschine mit 7,4 Litern Hubraum von General Motors für Oldsmobile, Buick und Pontiac | ||||
500 | 8195 | Von General Motors für Cadillac herausgebrachter Motor von 8,2 Liter Hubraum. Gebaut von 1970 bis 1976 mit bis zu 490 PS.
Seit 2008 hat die Viper in Nordamerika einen 8,4-Liter-Motor mit 441 kW (600 PS), in Europa einen 8,3-Liter-Motor mit 372 kW (506 PS); beide in V10-Bauart. | ||||
572 | 9375 | Von Chevrolet gebaut, als Nachrüstmotor („Crate-Engine“) heute neu bestellbar |
Literatur, Quelle[Bearbeiten]
- "Motor Klassik" Ausgabe 10-2008, Motorbuch Verlag Stuttgart