Big-Five-Persönlichkeitstest

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Der Big-Five-Persönlichkeitstest (B5T) wurde 2010 zur Messung der Big-Five-Persönlichkeitsfaktoren entwickelt und in die PSYNDEX-Testdatenbank (Tests-Nr. 9006357) und in das elektronische Testarchiv des Leibniz-Zentrums für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) aufgenommen. Der Test ist als Paper-Pencil-Version, Excel-Version sowie als Online-Version verfügbar und kann für nichtkommerzielle Forschungs- und für Unterrichtszwecke kostenlos verwendet werden.[1]

Aufbau[Bearbeiten]

Der Test umfasst 72 Items mit vierstufiger Likert-Antwortskala. Neben den Big-Five-Persönlichkeitsfaktoren ermittelt der Test die drei Grundmotive 'Bedürfnis nach Anerkennung und Leistung', 'Bedürfnis nach Einfluss und Macht' und 'Bedürfnis nach Sicherheit und Ruhe'. Die Ehrlichkeit bei der Beantwortung der Fragen kann mit einer weiteren Skala kontrolliert werden.

Skalen[Bearbeiten]

Während die Big-Five-Persönlichkeitsdimensionen die Persönlichkeit eines Menschen hinsichtlich elementarer Eigenschaften charakterisieren, geben die Grundmotive Aufschluss darüber, was einen Menschen im Inneren antreibt und auf welche Ziele er sich zubewegt.

  • Bedürfnis nach Anerkennung und Leistung (Leistungsmotiv, LM): Personen mit einem ausgeprägten Bedürfnis nach Anerkennung und Leistung, versuchen immer der Beste zu sein. Sie sind erst dann zufrieden, wenn sie ihre Ziele erreicht haben. Gleichzeitig wollen sie Anerkennung für ihre Leistung und sind bereit, dafür auf viele Annehmlichkeiten zu verzichten.
  • Bedürfnis nach Macht und Einfluss (Machtmotiv, MM): Personen mit einem großen Machtbedürfnis wollen der Welt ihren Stempel aufdrücken. Sie wollen gestalten und Verantwortung übernehmen. Sie sind erst dann zufrieden, wenn sie wichtige Dinge kontrollieren und beeinflussen können.
  • Bedürfnis nach Sicherheit und Ruhe (Sicherheitsmotiv, SM): Personen mit einem ausgeprägten Bedürfnis nach Sicherheit, sehnen sich nach (innerer) Ruhe und abgesicherten Verhältnissen. Sie mögen keine Überraschungen, und wenn sie die Wahl haben, entscheiden sie sich für die Sicherheit und gegen das Risiko.

Kontrollskala

  • Ehrlichkeit bei der Beantwortung der Fragen (H): wurden die Fragen ehrlich und offen beantwortet

Zuverlässigkeit (Reliabilität)[Bearbeiten]

Die Skalen weisen eine interne Reliabilität (Cronbachs Alpha) von α=0,79 bis α=0,90 auf.

Gültigkeit (Validität)[Bearbeiten]

Die Validität des Big-Five-Persönlichkeitstest wurde in mehreren Studien untersucht:

  • Es finden sich eindeutige Zusammenhänge zwischen den B5T-Skalen und dem Beruf: So weisen Selbständige die höchsten Werte für Offenheit und die geringsten für Neurotizismus auf, wohingegen Beamte die höchsten Werte für Gewissenhaftigkeit erzielen [2]
  • Lehrer und andere Personen mit hohen Werten auf der B5T-Skala Neurotizismus weisen deutlich geringe Werte für das subjektive Wohlbefinden auf[3][4]
  • Mit Hilfe der B5T-Skalen ließen sich die Profile von Key-Account-Managern den speziellen Bedürfnissen unterschiedlicher Kundengruppen zuordnen [5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Satow, L. (2011). Big-Five-Persönlichkeitstest (B5T). Skalendokumentation und Normen sowie Fragebogen mit Instruktion [PSYNDEX Tests-Nr. 9006357]. In Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) (Hrsg.), Elektronisches Testarchiv. Online im Internet, URL: http://www.zpid.de/ .
  2. Satow, L. (2011). Improvements in Recruitment Processes: Selection of Employees with Online Tests and the Big Five Personality Model. International Business and Economics Discussion Papers (online), Vol. 6. ISBN 978-3-936907-09-4.
  3. Willi, M. (2012). Subjektives Wohlbefinden von Referendaren des Sonderschullehramts und Sonderschullehrern in Abhängigkeit des Fünf-Faktoren-Modells der Persönlichkeit. Unveröffentlichte Bachelorarbeit aus der Studienrichtung Psychologie. Innsbruck: Leopold-Franzens Universität
  4. Jehle, J. (2012). Zusammenhang zwischen den Big Five Persönlichkeitsmerkmalen und dem Wohlbefinden. Unveröffentlichte Bachelorarbeit. Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
  5. Schumacher, I. (2012). Psychologische Aspekte einer Key-Account-Management-Organisation. Unveröffentlichte Bachelorarbeit. Ludwigshafen: Hochschule Ludwigshafen am Rhein

Weblinks[Bearbeiten]

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