Balthasar Brusch

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Balthasar Brusch (* 24. Juni 1512 in Eger; † 4. April 1589 ebenda) war ein Buchbinder und Buchhändler in Eger, Handelsmann für Lederwaren, Verfasser einer Familienchronik des Egerer Patriziergeschlechts Brusch, vormals Peisser aus Ingolstadt und Stopfenheim in Bayern, Nachkommen der Edlen von Auhausen an der Wörnitz im Ries. Vetter des Humanisten Caspar Bruschius.

Familiengeschichte[Bearbeiten]

Die Brusch in Eger in Böhmen sind mit Walther Peysser ( Beisser, Beysser), einem Sohn des Ulrich Peisser, Ratsbürger in Ingolstadt und Angehöriger des Patriziergeschlechts Peisser in Ingolstadt in Bayern im Jahre 1418 in der Stadt Eger in Westböhmen ansässig geworden. ( Stadtsteuerbuch Eger ). Walther Peyssers Bruder Wendelin Peisser war als Johann VI. in den Jahren 1433 bis 1461 der 27. Abt des Klosters Waldsassen in der Oberpfalz und der Sohn des Walther Peysser Nikolaus Peisser ( + 1479) war als Nikolaus IV. in den Jahren 1461 bis 1479 der 28. Abt der reichsunmittelbaren und gefürsteten Zisterzienser-Abtei Waldsassen. Ein berühmter Vertreter der Brusch in Eger, ein Vetter des Balthasar Brusch ( 1512 – 1589) ist der Humanist Caspar Bruschius ( Brusch) ( 1518 – 1557), kaiserlicher und lateranischer Hofpfalzgraf ( comes palatinus), Geschichtsforscher, Privatgelehrter und Chronist, welcher im Jahre 1541 am Reichstag in Regensburg zum gekrönter Poeten ( poeta laureatus ) erhoben wurde. Die Brusch waren etwa 550 Jahre, bis zum Jahr 1945, dem Ende des 2. Weltkriegs und der Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen auf Grund der Benesch-Dekrete der tschechoslovakischen Regierung in der ehemaligen Freien Reichstadt Eger und in Nordböhmen ansässig. Namensträger-Nachkommen kamen nach dem Jahr 1945 nach Süddeutschland.

Leben[Bearbeiten]

Balthasar Brusch ( 1486 – 1551 ) war ein Sohn des Thomas Peisser genannt Brusch ( 1486 – 1551), Bürger und Schumacher in Eger, welcher 1508 Magdalena Pragner, eine Tochter des Marktmeisters Erhart Bragner in Eger geheiratet hat und ein Enkel des Hans Beisser genannt Brusch,( + Eger 1506 ), Bürger und Schuhmacher, in den Jahren 1489 bis 1506 Mitglied des Äußeren Rates der Stadt Eger und der Ehefrau seiner 2. Ehe Barbara Schatz ( + Eger 1526), einer Bürgerstochter aus Weißenstadt in Oberfranken. Der später selbstständige Familienname Brusch entstand durch den Hausnamen „beim Brusch“, einer Kurzform des Namens Ambrosius, und ist im Wahlbuch der Stadt Eger in den Jahren 1484 bis 1489 für Erhard Beysser genannt Brusch ( + 1489), Mitglied des Äußeren Rates, erstmals nachzuweisen.

Familienchronik der Brusch in Eger :

Die Niederschrift der Familienchronik wurde von Balthasar Brusch (1512 – 1589) begonnen, welcher in den Jahren 1537 bis 1539 Initiator von Festspielen in Eger mit religiösen Themen aus der biblischen Geschichte und Verfasser der Stadtchronik „Verzeichnis etlicher alten und neuen Geschichten, so sich zu Eger und anderswo verlofen“ war. Die Stadtchronik beginnt mit dem Jahr 1137 und umfasst die Zeit der Reformation nach 1520, als die Stadt Eger und das Egerland evangelisch-lutherisch wurden. Im Jahre 1571 begann Balthasar Brusch mit der Niederschrift der Familienchronik „Genealogie oder Geschlechtsregister der Bruschen“.

Diese Familienchronik wurde von seinen drei Söhnen Abraham Brusch (1546 – 1623), evangelisch-lutherischer Stadtkaplan und Pfarrherr in Trebendorf bei Eger, im Jahre 1580 Archidiakon in Eger, Johannes Brusch, (* 1557, + ... ) und Esaias Brusch, (1559 - 1618), evangelisch-lutherischer Kantor in Redwitz in der Oberpfalz bis zum Jahr 1616 fortgesetzt. Die Chronik enthält zusätzlich, von anderen Händen geschrieben, Mitteilungen zu den Brusch in Eger in Böhmen während der Zeit des 30jährigen Krieges (1618 – 1648) und der im Jahre 1624 einsetzenden Gegenreformation, als Eger nach etwa 110 Jahren wieder römisch-katholisch wurde. Die letzte Eintragung in der Chronik stammt aus dem Jahr 1660. Die Aufzeichnungen in der Familienchronik ermöglichten die Erstellung einer gesicherten Stammfolge des Patriziergeschlechts der Brusch in Eger, welche seit dem Jahr 959 n. Chr. mit Hartmann, einem Getreuen von Kaiser Otto II. aus dem Hause der Luidolfinger nachweisbar ist. Durch das kaiserliche Geschenk der Tiefenburg bei Auhausen an der Wörnitz im Ries an Hartmann, dem späteren Schloss Auhausen und weiteren Besitzungen gilt Hartmann als Begründer des Geschlechts der Edlen von Auhausen mit den Nachkommen der bayerischen Adelsgeschlechter Peisser von Stopfenheim und der Peisser in Ingolstadt, Vorfahren der Brusch in Eger in Westböhmen.

Handschriftliche Aufzeichnungen[Bearbeiten]

Archivbestände des ehemaligen Stadtarchivs Eger (Gebietsarchiv Cheb in der Tschechischen Republik) in Böhmen, Fascikel 410.

Staatliches Gebietsrachiv Pilsen, Tschechische Republik. Kirchenbücher der Pfarrei Sankt Niklas in Eger ( Cheb ). Die Kirchenbücher sind etwa seit dem Jahr 1580 erhalten. Die Pfarrei war in den Jahren 1520 bis 1624 evangelisch-lutherisch; danach, mit Einsetzen der Gegenreformation wieder römisch-katholisch.

Mitteilungen des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins zu Wolfgang Laurentius Bruschius, * und ~ in Eger Pfarrei Sankt Niklas 1597, +..., welcher 1636 in Sengwarden ( evangelisch-lutherisches Pfarramt ) Anna Behrens geheiratet hat, und zu den Nachkommen des Ehepaares Bruschius in Sengwarden und Fedderwarden in Norddeutschland. Sie wurden – soweit bekannt – Seite 18 bis 21 in die Stammfolge der Brusch aus Eger in Böhmen vormals Peisser aus Ingolstadt in Bayern im Deutschen Geschlechterbuch 207. Band, 1998, Limburg an der Lahn, aufgenommen.

Staatsarchiv Prag, Personalakten. Johann Andreas Adam Brusch ( 1666- 1742), Jurist und Doktor beider Rechte, 4 Jahre Kanzler des fürstlich und freien Stiftes Neuzell in der Oberlausitz, Syndicus der Stadt Eger, kaiserlicher Geheimrat, Abgeordneter am Kaiserhof in Wien, wurde im Jahr 1709 in den alten böhmischen Adelstand mit dem Prädikat Brusch von Neiberg erhoben.

Staatsarchiv Wien, Personalakten. Peter Ernst Brusch ( 1656 – 1721 ), Ältester Bürgermeister der Stadt Eger und sein Bruder Johann Georg Adam Brusch(en) ( 1661 – 1733), churfürstlich bayerischer Hofkavalier, danach Syndicus der Stadt Eger wurden im Jahre 1722 in den österreichischen Adelstand mit dem Prädikat Brusch Edle von Bruschen erhoben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Siegl: Die Kataloge des Egerer Stadtarchivs, Eger 1900.
  • Karl Siegl: Zur Geschichte der Egerer Familie Brusch mit besonderer Berücksichtigung des Humanisten Kaspar Brusch und seiner Vetters Balthasar Brusch, in: Mitteilungen des Vereins der Geschichte der Deutschen in Böhmen, 1931, Seite 196 ff.
  • J. Siebmachers Großes Wappenbuch, Die Wappen des bayerischen Adels. Neudruck Neustadt an der Aisch, 1971 Teil 1, Seite 115, Christoph Peisser zu Ingolstadt, Pfleger der Herrschaft Osterhofen, Seite 115 und Wappentafel 116.
  • Sammelblatt des historischen Vereins Ingolstadt 36, 1971 Beilage, Seite 19: Epitaph mit Wappenbild des Professors Wolfgang Peisser ( + 1526 ) in der Franziskanerkirche in Ingolstadt in Bayern.
  • Franz Binhack: Die Äbte der Zisterzienser-Abtei und des Siftes Waldsassen, Eichstädt 1887, Abt Wendelin Peisser und Abt Nikolaus Peisser, Seite 43.
  • Johann Baptist Brenner: Geschichte des Klosters und des Stiftes Waldsassen, Nürnberg 1837, Abt Wendlin Peisser und Abt Nikolaus Peisser, Seite 107.
  • Vinzenz Pröckl: Eger und das Egerland, 2 Bände, Falkenau an der Eger 1877, Seite 390 und 391.
  • Vinzenz Pröckl: Chronik der Stadt Eger, um 1870, Band IV, Wappen des Hans Peisser genannt Brusch, Seite 340.
  • Thomas V. Bilek: Geschichte der Konfiskationen in Böhmen nach dem Jahr 1619, Prag 1882 und 1883, ( in tschechischer Sprache ), Seite 1084, Christoph Brusch, Apotheker in Eger verließ Eger und zog nach Plauen im Vogtland und danach nach Amberg in der Oberpfalz.
  • J. Siebmachers Großes Wappenbuch. Die Wappen des böhmischen Adels, Band 30, 1979, Neudruck Neustadt an der Aisch, Brusch von Neiberg, Seite 218, Wappentafel 94.
  • Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adelsgeschlechter ( Brünner Taschenbuch), Verlag Buschak und Irrgang in Brünn. Brusch von Neiberg 3. Jahrgang 1878, Seite 99 und 6. Jahrgang 1881, Seite 57 und 58.
  • Helene Bruscha: Die Familien der Brush in den USA – Nachkommen der Brusch aus Eger in Böhmen vormals Peisser aus Ingolstadt und Stopfenheim in Bayern. Archiv für Familiengeschichtsforschung, 9. Jahrgang, 2005, C.A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn, Seite 202 – 218.
  • Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder, Band I ( A – H), herausgegeben im Auftrag des Collegium Carolinum von Heribert Sturm, R.Oldenbourg Verlag München 1979, Seite 156.
  • Josef Weinmann: Egerländer biographisches Lexikon mit ausgewählten Personen aus dem ehemaligen Reg.-Bez. Eger, Band 1 ( A – M ), Männedorf 1985, Seite 92.
  • Heimatkreis Eger – Geschichte einer deutschen Landschaft in Dokumentationen und Erinnerungen. Herausgeber Egerer Landtag e.V. Heimatverband für Eger Stadt und Land, Amberg in der Oberpfalz 1981, Seite 556.
  • Deutsches Geschlechterbuch; C.A.Starke Verlag, Limburg an der Lahn, 1998, Band 207, S. 37


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