Börsenampel

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Die Börsenampel ist ein Visualisierungswerkzeug, welches eine Abstraktionsebene schafft, um die Komplexität der Finanzmärkte vereinfacht darzustellen. Die klare und eindeutige Darstellung eines Signals mit der Hilfe einer Ampelgrafik ist für jeden Anleger aufgrund des Bezuges zum Straßenverkehr sofort erkennbar. Die Börsenampel kann ebenfalls wie z.B. das Börsenbarometer[1] als Metapher dazu verwendet werden, gegenwärtige oder zukünftige Zustände des Finanzmarktes oder einzelner Wertpapiere durch die drei Ampelfarben zu visualisieren.

Abgrenzung und Interpretation[Bearbeiten]

Die Börsenampel: Signale.

Finanzmarktanalysten haben die Aufgabe, durch systematische Fundamentalanalysen Empfehlungen in Form von Prognosen für einzelne Aktien auszusprechen. Die Prognosen beinhalten in vielen Fällen die Definition eines zukünftigen Börsenkurses mit dem begrifflichen Zusatz „kaufen“, „halten“ oder „verkaufen“. Der begriffliche Zusatz „kaufen“ deutet nach der Einschätzung des Analysten darauf hin, dass in Zukunft mit steigenden Kursen zu rechnen ist. Das Wort „halten“ bedeutet eine Unsicherheit hinsichtlich der erwarteten Entwicklung des Kurses. Bei der begrifflichen Verwendung „verkaufen“ erwartet der Analyst fallende Kurse in der Zukunft.

Die Metaphern Börsenampel oder Börsenbarometer nutzen ebenfalls diese dreigliedrige Gruppierung für die erwartete Entwicklung von Aktien oder sogar des gesamten Aktienmarktes. Es findet aber eine Abgrenzung hinsichtlich eines klar prognostizierten Börsenkurses in der Zukunft statt, welches durch die signalisierten Zustände dieser Methapern nicht sinnvoll ist. Aus diesem Grund wird mit der Hilfe der Börsenampel oder des Börsenbarometers eine Richtungsprognose gegeben oder die gegenwärtige Verfassung des Aktienmarktes angezeigt.

Das Barometer in Bezug auf die Verwendung zur Vorhersage des Wetters soll als Börsenbarometer mit Hilfe der Wetterzustände, z. B. Regen oder Sonnenschein, das steigen oder fallen von Börsenkursen signalisieren. Außerdem verweist die Funktionsweise eines Barometers auf die regelmäßigen schwingenden Bewegungen, die als grundlegende Form von aufsteigenden und abfallenden Börsenkursen gegeben ist. [1]

Die Börsenampel knüpft an diese Funktionsweise an und hat ebenfalls drei Ampelzustände, die sich im Zeitverlauf regelmäßig abwechseln. Eine Grünphase bedeutet, dass mit steigenden Kursen am Aktienmarkt gerechnet werden kann. Eine unentschlossene Aktienmarktphase wird durch eine Gelbphase signalisiert. Fallende oder unruhige Börsenkurse werden durch eine Rotphase angezeigt. Eine alltägliche Konfrontation mit Ampeln im Straßenverkehr führt dazu, dass für den Anleger das Signal der Börsenampel sofort intuitiv verständlich ist.

Fallbeispiel[Bearbeiten]

Signale der Börsenampel mit DAX im Zeitverlauf

In 2011 wurde von den vier Studenten Andreas Wolter, Harald Hof, Maximilian Ligus und Alexander Haering der Universität Hamburg ein quantitatives Analysemodell zur Signalberechnung der internationalen Aktienmarktstimmung entwickelt. Die vier Studenten waren im „Hanseatischen Börsenkreis der Universität zu Hamburg“ ehrenamtlich tätig, der zum Ziel hat, die Anleger- und Aktienkultur in Deutschland zu verbessern. Um von der Komplexität der Signalgenerierung für die Öffentlichkeit zu abstrahieren, führten die vier Studenten die Börsenampel ein. Das wöchentliche Signal der Börsenampel wurde ab Oktober 2011 in einem öffentlichen Newsletter publiziert.[2]

Ende 2013 wurde die Veritas Investment auf das Börsenampelsignal aufmerksam und seit März 2014 wird das Modell der Börsenampel in einem offenen Investmentfonds der Veritas umgesetzt.[3]

Quellen[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Herbert Kalthoff, Uwe Vormbusch: Soziologie der Finanzmärkte. transcript Verlag, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-8376-1806-8, S. 182–188
  2. Hamburger Studenten entwickeln Börsenampel, ARD Mittagsmagazin, 11. September 2014, auf mediathek.daserste.de, abgerufen am 13. März 2015
  3. Volker Mester: Hamburger Firma nutzt Börsen-Ampel von der Universität. In: Hamburger Abendblatt. Nr. 210, 37. Woche, 66. Jahrgang, 9. September 2014, abgerufen am 17. März 2015
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