Albrecht Rienäcker

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Albrecht Rienäcker, oft Rienaecker geschrieben (* 31. Oktober 1853 in Erfurt; † 22. Juni 1936 in Berlin), war ein deutscher Jurist und Diplomat.

Leben[Bearbeiten]

Albrecht Rienäcker war der Sohn des Erfurter Divisionspredigers (Moritz Gustav) Albrecht Rienäcker (1817–1866)[1] und der Clementine (Agnes) Rienäcker, geborene Nehring (1830–1860).[2] Sein Großvater väterlicherseits war Johann August Rienäcker, Domprediger am Halleschen Dom und Superintendant.[3]

Der verwaiste Albrecht Rieneacker studierte nach dem Erhalt des Reifezeugnisses an der Königlichen Landesschule Pforta zu Ostern 1871 Philologie in Halle a. d. Saale[4] und ab 1874 Jura an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ferner studierte er auch in Tübingen und Leipzig.

1876 begann er in Merseburg als Referendar[5] im preußischen Justizdienst. Nach dem Referendarexamen am 21. September 1876 diente er von Oktober 1876 bis September 1877 als Einjährig-Freiwilliger. Ab 1882 war er im Marinejustizdienst tätig.

Ab 1883 durchlief er eine typische diplomatische Laufbahn. So war er von 1885 bis 1886 Vizekonsul in der deutschen Botschaft in Kopenhagen. 1888 wurde er zum „Ständigen Hilfsarbeiter“ ernannt. Ab 1889 war er in der Abteilung I A (Politik) tätig und wechselte nach Ernennung 1892 zum „Geheimen Legationsrat“ in die Abteilung I B (Personal und Verwaltung) des Auswärtigen Amtes. 1895 wurde er zum „Geheimen Legationsrat“ und im Juni 1902 zum „Wirklichen Legationsrat mit dem Range der Räte erster Klasse“ und Vortragender Rat ernannt. Im Dezember 1905 wurde er „Wirklicher Geheimer Legationsrat“. Von 1906 bis 1915 war Rienäcker deutscher Generalkonsul in Amsterdam. Zuletzt war er zur Zeit des Ersten Weltkriegs von 1915 bis zu seiner Beurlaubung am 24. November 1918 in der Zensurstelle des Haupttelegrafenamts Berlin tätig.[6] Danach war er noch bis Ende 1918 weiterbeschäftigt und ab Beginn 1919 ohne Verwendung. Am 25. November 1923 wurde er pensioniert.

Aus der im Januar 1893 geschlossenen Ehe mit Ida Rienäcker, Tochter des Mediziners und Sanitätsrates Karl H. Hahlweg, ging im November 1893 eine gemeinsame Tochter hervor. Albrecht Rienäcker war Mitglied des Vereins für die Geschichte Berlins.[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Maria Keipert (Hrsg.); Peter Grupp (Hrsg.): Rienaecker, Albrecht. In: Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes. 1871–1945. Band 3 'L–R'. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst, G–K. Schöningh, Paderborn 2008, S. 668. ISBN 978-3-50671-842-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vollständiger Name des Vaters in: Personalchronik der öffentlichen Behörden. In: Amtsblatt der Preußischen Regierung zu Erfurt: 1866. Regierungspräsident in Erfurt, Amtsblattstelle, 1866, S. 366
  2. Lebensdaten beider Eltern aus: Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien, Bd. 140, 1965, S. 162.
  3. Johann August Rienäcker 1838–1859. In: Adolph Zahn: Mitteilungen über die Geistlichen der evangelisch-reformierten Domgemeinde zu Halle a. d. S. Zur dreihundertjährigen Gedächtnisfeier des Heidelberger Katechismus. Halle 1963, S. 43–44. (PDF)
  4. Mit dem Zeugniss zur Reife zur Universität sind abgegangen. In: Jahresbericht der Königlichen Landesschule Pforta von Ostern 1870 bis Ostern 1871.
  5. Personal-Chronik der Behörden. In: Amtsblatt der Regierung zu Merseburg: 1876. Kabitzsch, Merseburg 1876, S. 298.
  6. Winfried Becker: Frederic von Rosenberg (1874–1937). Diplomat vom späten Kaiserreich bis zum Dritten Reich, Außenminister der Weimarer Republik. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, S. 254, Fn. 53. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  7. Mittheilungen des Vereins für die Geschichte Berlins. Bd. 19, 1902, S. 2.
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