Aggregat4

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Aus heutiger Sicht betrachtet, hat dieses Waffensystem mehr Menschenleben beim Bau und bei der Entwicklung kostetet, als beim späteren militärischen Kampfeinsatz. Das Aggregat 4 war eine einstufige Flüssigkeitsrakete, die im Auftrage der faschistischen Wehrmacht innerhalb der „A"-Raketen-Serie seit 1940 in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde entwickelt und am 03.10.1942 erstmals erfolgreich gestartet wurde. Zuvor ging ihr eine lange Entwicklungszeit mit vielen Fehlversuchen voraus.


Historisch[Bearbeiten]

Die Heeresversuchsanstalt arbeitete an der Entwicklung seit etwa März 1939 an einer ballistischen Artillerie Rakete. Wie Vorgabe durch die Wehrmacht war, dass Sie ca.: 1.000 kg Sprengstoff über eine Strecke von 250 km weit befördern können sollte. Die faschistische Wehrmacht bezeichnete dieses Waffensystem als „Vergeltungswaffe“ (V2) obwohl ihre ursprüngliche Bezeichnung „Aggregat 4“ war. Das Aggregat 4 wurde am 03.10.1942 das erste mal erfolgreich gestartet. Bei diesem Start wurde eine Höhe von 90 km und eine Reichweite von 190 km erreicht. Die Flugzeit dafür betrug 296 s. Spätere Versucht erreichten bessere Ergebnisse mit Flugweiten von 300 – 320 km. Bei einer Gipfelhöhe von 85 km flog das Aggregat 206 km weit.

Technische Daten[Bearbeiten]

Die Grundform der Rakete war die einer lang gezogenen Spindel mit vier Heckflossen am Ende.

Länge: 14 m
Durchmesser: 1,95 m
Flaosse: 4 Stück (Enthielt die Luftruder für die Lenkung)
Spannweite mit Flossen: 3,55 m
Startmasse: 13.000 kg
Treibstoff: Alkohol und flüssiger Sauerstoff
Hilfsstoffe für Turbopumpenaggregat: Wasserstoffperoxid und Kalziumpermanganat
Treibstoffmasse: 8.930 kg
Masse Sprengladung: 980 kg
Brennschlussgeschwindigkeit: 5.600 km/h (1.556 m/s)
Startschub: 260 kN

Mitarbeiter[Bearbeiten]

Neben viele Häftlingen in späterer Zeit sind folgende Hauptakteure zu nennen:

Major Walter Dornberg (Leiter der HVA, Chef der Raketenabteilung des Heereswaffenamtes)

Wernher von Braun (Technischer Direktor)

Arthur Rudolf

Walter Thiel

Helmut Grttrup

Helmut Hölzer

Kurt Debus

Klaus Riedel

Vorgänger Modelle[Bearbeiten]

Aggregat 1: explodierte in der HVA Kummersdorf beim Brennversuch
Aggregat 2: 1934 zwei erfolgreiche Starts auf Borkum (Dezember 1937)
Aggregat 3: hatte vier Fehlstarts

Erst das Aggregat 4 kann als erfolgreiches System betrachtet werden. Es wurde das erste mal im März 1942 getestet und am 03.10.1942 gelungener Start.

Baugruppen[Bearbeiten]

Spitze enthielt den Gefechtskopf und den Aufschlagzünder
Geräteteil mit Batterien und Kreisel-Steuerung
Mittelteil mit Tanks für Ethanol und Flüssigsauerstoff
Heckteil mit:
Flossen Schubgerüst,
Druckflaschen mit Stickstoff,
Dampferzeuger,
Turbopumpe,
Brennkammer („Ofen“),
der reinen Schubdüse,
Strahlruder und Luftruder.

Gefechtskopf[Bearbeiten]

Sprengstoff-Art: Amatol-Mischung
Zündtemperatur: über 200°C
Zünder: Aufschlagzünder
Masse des reinen Sprengstoffs: 738 kg

Einsatz im 2. Weltkrieg[Bearbeiten]

Quelle[Bearbeiten]

transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, "Lexikon Raumfahrt von Heinz Lielke", 6. bearbeitete Auflage, VLN 162-925/139/80, LSV 3877, Best.-Nr.: 566 380 1