Wolfgang Höher

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Wolfgang Paul Höher (* 15. Februar 1914 in Magdeburg; † 25. September 1959 in Leipzig) war Polizei- und SS-Offizier, Mitarbeiter des sowjetischen Geheimdienstes (KGB), Angehöriger der Organisation Gehlen (OrG), Geheimer Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR, freischaffender Journalist und Mitarbeiter im Übersetzerkollektiv Leipzig.

Kindheit, schulischer und beruflicher Werdegang 1914 bis 1939[Bearbeiten]

Wolfgang Höher wurde am 15. Februar 1914 als Sohn des Paul Höher, geb. 1886, techn. Reichsbahnoberinspektor und der Elsa Höher geb. Schumann (geb. 1888, gest. 1960/61 in Leipzig) geboren. Über die Kindheit ist wenig bekannt. Er besuchte die Volksschule in Magdeburg und ein Gymnasium in Halle/Saale.[1] Nach Ablegung des Abiturs (Matura) am 13. März 1933 begann er am 2. November 1933 ein Jura-Studium an der Universität Halle. Das Studium dauerte bis zum 1. November 1935.[2] Als Wohnort ist in diesem Dokument die Bertramstr. (?) 17 in Halle, als gemeinsame Anschrift mit seinem Vater, angegeben. Auf Grund der kurzen Studiendauer und des fehlenden Vermerkes über einen akademischen Abschluss ist die allgemeine Vermutung, dass Wolfgang Höher Jurist war, wohl falsch.

1931 trat Wolfgang Höher der HJ (Hitlerjugend) bei und er wurde im November 1933 Mitglied der Allgemeinen SS (Stamm Nr. 227 969). Am 1. Mai 1933 wurde er Mitglied Nr. 2677814 der NSDAP. Vom 19. März 1933 bis 9. September 1933 war er Arbeitsmann beim freiwilligen Arbeitsdienst und vom 1. November 1933 bis 10. Oktober 1936 leistete er seinen Wehrdienst beim Panzerregiment 5 ab[3]. (vgl. obige Daten zum Studium, er war zwar immatrikuliert war aber Wehrdienstleistender) Er wurde als Feldwebel in die Reserve versetzt und verpflichtete sich als Reserveoffizier.[1]

Im Februar 1936 wurde Wolfgang Höher als Anwärter in den Dienst bei der Polizei (Gendarmerie) in Berlin aufgenommen. 1936 war er Wachtmeister und Offiziersanwärter bei der Polizei in Berlin, nach dem Besuch zweier Polizeischulen (Polizei Offiziersschule Köpenick und Technische Polizeischule (K)) 1938 war er bereits Leutnant und Leiter der Fahrbereitschaft – Süd in Berlin. Ab dem 15. März 1939 war Wolfgang Höher Zug- und Kompanieführer im Gendarmeriebereich Nürnberg.[4]

Weltkrieg und Kriegsgefangenschaft 1939 bis 1949[Bearbeiten]

Wolfgang Höher wurde im August 1939 Angehöriger des Feldgendarmerietrupps (mot.) 17 bei der 17. Infanteriedivision der Wehrmacht. Die 17. ID nahm am Polenfeldzug teil. Am 9. September 1939 wurde er zum Oberleutnant befördert und am 7. Dezember 1939 mit dem EK II ausgezeichnet. Am 5. Oktober 1939 heiratete Wolfgang Höher in Berlin und am 29. März 1940 wurde sein erstes Kind geboren. Im Frühjahr/Sommer 1940 nahm die 17. ID am Frankreichfeldzug teil und war im Zeitraum um den 20. Juni 1940 im Departement Haute-Marne stationiert. Nach den Gefechten in den Wäldern von Biesles (wahrscheinlich ein Teil der Bataille de Bourmont) wurde ihm am 22. Juni 1940 das EK I verliehen.

Am 17. Dezember 1941 wurde Wolfgang Höher mit dem Infanterie-Sturmabzeichen ausgezeichnet und am 27. Januar 1942 wurde er zum Hauptmann befördert. Am 6. Juni 1942 wurde Höher lt. Befehl des Reichsführers SS und Chef der Deutschen Polizei zum Beamten auf Lebenszeiten ernannt. Ab dem 7. Juli 1942 war Wolfgang Höher Angehöriger des Feldgendarmerietrupps (mot) 457 bei dem 57. Panzerkorps. Dieses war zum Zeitpunkt seiner Abkommandierung im Bestand der Heeresgruppe Süd als Reserve, nahm dann im weiteren Verlauf des Jahres 1942 im Bestand der Heeresgruppe A (Mitte) am Feldzug im Kaukasus und am Don teil, unter Anderem am Entsatzversuch für die 6. Armee in Stalingrad. Mit Schreiben vom 23. April 1943 fordert der Reichsführer SS den Gend.-Hauptmann Höher aus dem Wehrdienst zu entlassen, da er für einen Sonderauftrag benötigt wird. Auf Grund dessen wurde er vom Wehrdienst freigestellt und war vom 1. Juni 1943 bis 14. Juli 1944 in der Gendarmerieschule Fraustedt als Kommandeur der Ausbildungsabteilung tätig. Am 2. Februar 1944 wurde das zweite Kind der Familie Höher geboren.

Vom 15. Juli 1944 bis 23. Februar 1945 nahm W. Höher an einem Generalstabslehrgang der Polizei teil. Im Zeitraum 1. März 1945 bis 9. Mai 1945 war er Führer einer Sonderkampfgruppe der Gendarmerie in Dresden. Nach Abschluss seines Sonderauftrages in Dresden war er für den Besuch eines Batl.-Führer-Lehrganges an der Polizei-Waffenschule I in Hellerau vorgesehen. Am 10. Mai 1945 geriet Wolfgang Höher in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er am 3. Juni entlassen wurde.[5][6][7][8]

Die Zugehörigkeit zur SS wird durch das Verlobungs- und Heiratsgesuch (RuSHA) vom 20. September 1939, Dienstgrad Untersturmführer, und die Eintragung in der Reichsrangliste der Offiziere der Ordnungspolizei 1. September 1944, S. 164 Dgr. Hauptsturmführer, bestätigt.[1]

Über die Kriegsgefangenschaft gibt es wenige Angaben, einige deuten aber indirekt auf die Möglichkeit der Anwerbung durch den sowjetischen Geheimdienst (NKWD) hin. Die Angaben in den Archiven der Friedrich-Ebert-Stiftung sagen, dass er in der SU-Gefangenschaft, dort Leiter von Kulturgruppen. Antifaschule, Vorsitzender eines Lagerausschusses war. In den Unterlagen des MfS ist auch die Rede von einer Zusammenarbeit mit Lothar Bolz, dem späteren Vorsitzenden der NDPD der DDR. In der sowjetischen Kriegsgefangenschaft ist Höher in einem Antifa-Lager gewesen und hat dort zusammen mit Dr. Lothar Bolz im Präsidium des Antifa-Ausschusses gearbeitet.[9][10]

Organisation Gehlen und Hilfsdienst Ost 1949 bis 1953[Bearbeiten]

Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft ging Wolfgang Höher nach Westberlin und arbeitete bei der Dienststelle Blank in der Abwehr. 1951 wechselte er zur Organisation Gehlen und war dort Stellvertreter des Leiters der Abwehr in Westberlin. Nach Erkenntnissen des MfS trat er unter den Decknamen „Wieland“ und „Dr. Hoffmann“ auf.[6] Der Eintritt in die Organisation Gehlen (OrG) lässt sich auf Juli 1950 datieren.[11] Somit kann der nachfolgende Absatz nur in Teilen bestätigt werden.

"Im Jahre 1949 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und kam zu seiner Familie in Westberlin. Nach einjähriger Arbeitslosigkeit traf er im Juni 1950 einen Bekannten, Roland Hübner[12], der ihn auf eine Tätigkeit bei der OG hinwies. Schon im Januar 1951 konnte er als hauptamtlicher Angehöriger der OG weitere Aufgaben übernehmen."[13]

Zuerst als Vertrauensmann (V-Mann), dann als Vertrauensmann-Führer (VM-Führer)[14], wurde er stellvertretender Leiter der Unter-Vertretung III (UV III) -Code V/2663- in Westberlin, die sich mit Aufgaben der Abwehr von Agenten betätigte. Leiter der UV III war Karl-Heinz Gerhard (Deckname Gerhard Gieseke). Er hatte den Spitznamen Agenten-Timm in den Kreisen der Geheimdienste.[15] Die Dienststelle war bis in den Sommer 1952 in Berlin-Wilmersdorf am Rüdesheimer Platz ansässig, um dann nach Berlin-Charlottenburg in die Leistikowstraße 3 zu ziehen. Die Dienststelle selber trug den Decknamen Heinz Mertens. Nach Angaben von W. Höher und Unterlagen des MfS hatte er auch Ende 1951 den Auftrag die französische Militärverwaltung in Berlin, welche zu dieser Zeit Verhandlungen mit der DDR zur deutschen Frage führte, zu überwachen. [...] Bis Anfang 1953 hat er die Vertreter der französischen Militärverwaltung abwehrmäßig aufgeklärt.[6]

Höher wurde auch Mitglied der Liberaldemokratischen Partei (LDP), die sich aber zur Abgrenzung der ostdeutschen LDP in FDP umbenannte.[16] Die LDP unterstützte eine Organisation Hilfsdienst Ost, die in der DDR Kontakte hatte.[17] Höher war für den Bezirk Berlin-Kreuzberg Abgeordneter der FDP und Mitarbeiter im Hilfsdienst Ost, womit er einen Einblick über die Bürger der DDR haben konnte, die mit dem Hilfsdienst in Verbindung standen.[18]

Entführung oder Übertritt in die DDR? Februar 1953[Bearbeiten]

Höher verschwand am 13. Februar 1953 spurlos aus Westberlin. Er hatte sich in einem Lokal am Wittenbergplatz mit einem Kontaktmann getroffen, der als Agent für den sowjetischen Geheimdienst arbeitete. Dieser träufelte ihm unbemerkt ein Betäubungsmittel in das Weinglas und überredete ihn, für die Heimfahrt gemeinsam mit ihm die Untergrundbahn zu benutzen.[19] Auch der "Spiegel" schrieb diese Story noch 1971 in dem Kontext.[20]

Als erster äußerte James Critchfield öffentlich Zweifel an dieser These[21] und behauptete, dass Höher ein Maulwurf des sowjetischen Geheimdienstes bei der OrG war. Gehlen selbst behauptet dies später auch. Im Falle Höher konnte jedenfalls alsbald nachgewiesen werden, daß er vom SSD nach Ostberlin abgezogen worden war, offenbar um der Gefahr einer Entlarvung als Doppelagent vorzubeugen.[22]

Aus heutigem Stand ist diese These die wahrscheinlichste. Besonders wenn man das Unterstellungsverhältnis des W. Höher bei der OrG betrachtet und die Personalie eines seiner direkten Vorgesetzten. Dieser, in die Untersuchung 1953 eingebundene, OrG-Mitarbeiter FRIESEN war kein anderer als Heinz Felfe, einer der bekanntesten Ost-Spione in der BRD.[23][24] Somit kann als bestätigt gelten, dass Höher ein Doppelagent des KGB bei der OrG war. Wahrscheinlich wurde er abgezogen um die höherrangige Quelle Heinz Felfe nicht zu gefährden.

In der DDR 1953 bis 1954[Bearbeiten]

Über die Zeit von der „Entführung“ bis Mitte 1954 gibt es zwar die Angabe, sogar durch Augenzeugen bestätigt[25], dass sich Wolfgang Höher in Berlin Karlshorst in Haft befand, dies ist aber durchaus zweifelhaft. Auch die entsprechenden Angaben in den Unterlagen des MfS[6] sind unter selbigem Gesichtspunkt zu betrachten. Die Ehefrau konnte ihn jedenfalls, lt. Angabe einer Tochter[26], in der Haft besuchen. Dies war in keiner Weise normal.

In der Haft trat er als Zeuge, in mindestens einem Prozess, gegen Mitglieder der OrG auf.[27][19] Der Wert der Aussagen wird von Gehlen[28] zwar bestritten, ist aber nach dem heutigen Kenntnisstand als authentisch zu betrachten. In seinem Buch, welches er ebenfalls in der „Haft“ schrieb[29] schildert Höher die Strukturen der OrG. Fricke/Engelmann[19] bezweifeln zwar den Inhalt, auch der Spiegel[20] bezeichnet dieses Buch als Pamphlet, aber es liegt zumindest eine zeitgenössische Aussage vor, die den Inhalt als „oberflächlich betrachtet wahr“ beschreibt.[30]

In der DDR 1954 bis 1959[Bearbeiten]

Die Daten für die Zeit nach seiner „Haftentlassung" sind nicht genau, da, wie bereits für die Zeit der Kriegsgefangenschaft, Aussagen aus sowjetischen Archiven nicht vorliegen. In den Unterlagen des MfS ist zu lesen, dass Wolfgang Höher Mitte 1954 mit seiner Ehefrau in Leipzig auftauchte.[6] Im Gegensatz dazu steht die Aussage des Untersuchungsführers der OrG [31] Zumindest die Ehefrau des W. Höher, ein Kind und die Mutter Höhers wohnten 1954 in Leipzig. Das andere Kind lebte in Westdeutschland. Entgegen den Daten des MfS, die dies auf 1957 datieren, verließ die Ehefrau spätestens 1955 wieder die DDR, denn das jüngste Kind des Ehepaares wurde im 3. Quartal 1955 in Aschaffenburg geboren. Das Kind, welches mit ihm in Leipzig lebte, verließ die DDR 1957, nach dem Abitur.

In Leipzig arbeitete Wolfgang Höher, zumindest nach Aktenlage, als Journalist, Redakteur einer Zeitung einer Blockpartei, und unter dem Decknamen „Kurt Pfeiffer“ bei der Nationalen Front.[32] Er hatte überdies gute Kontakte zur NDPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) der DDR in Leipzig.[33]

In der Zeit zwischen 1954 und 1957 lernten sich auch Wolfgang Höher und Josef A. Köhler kennen. Eine eventuelle vorherige Zusammenarbeit der beiden kann nicht ausgeschlossen werden, ist aber noch nicht nachweisbar. Das Kennenlernen fand wahrscheinlich bei der Nationalen Front statt, und zwar bei der Kommission für Zuwanderer und Rückkehrer, wo Josef A. Köhler zu diesem Zeitpunkt tätig war.[34][35][36]

Durch die Bekanntschaft mit Josef A. Köhler, der mit Joachim K. Schneider, Leo Peter Rudel und anderen das Übersetzerkollektiv Leipzig gegründet hatte, wurde W. Höher Mitarbeiter desselben. Wahrscheinlich war er mehr organisatorisch tätig, da sich Fremdsprachenkenntnisse nicht nachweisen lassen. Möglicherweise ist die Arbeit im Übersetzerkollektiv auch nur eine fiktive Anstellung. Zumindest behauptet IM Kirchner dies.[37] Der These Alibifunktion steht allerdings entgegen, dass W. Höher, als Beauftragter der Übersetzerkollektivs, mehrere Schreiben an offizielle Stellen und Betriebe unterzeichnete. Höher fuhr auch oft nach Berlin um für das Übersetzerkollektiv Aufträge zu akquirieren, bzw. um mit der „Gesellschaft für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland“ Kontakt zu halten. Ein Zeitzeuge berichtet dazu […] Er stellte uns seinen VW für die Berlin-Fahrten zur Verfügung und fuhr jedesmal selbst. Mir fiel auf, dass es an der Grenze zu Berlin bei der Kontrolle nie Probleme gab. Das Vorzeigen eines Dokuments, das ich leider nicht gesehen habe, genügte, uns prompt passieren zu lassen. […]. [38]

1958 versuchten W. Höher und J. A. Köhler einen Studenten als Agenten für den KGB zu werben. Die Legende, diesem gegenüber, war eine Tätigkeit für das MfS. Der Student wandte sich jedoch an das MfS und das Büro von Walter Ulbricht.[39] Ob dies nun der Auslöser war, ist nicht bekannt, aber Anfang Oktober 1958 wurde der GM "Mahnert" [Deckname für Wolfgang Höher T.K.] durch den sowjetischen Genossen Oganissjan an den Genossen Oberst Beater auftragsgemäß übergeben.[40]

Wichtig erscheint hier, dass zwar die Person „Mahnert“ übergeben wurde, nicht aber die Akten. Wie aus den Daten in den verschiedenen Quellen zu sehen ist, versuchte das MfS noch im Oktober 1959 (nach dem Tod W. Höhers) den Lebenslauf zu rekonstruieren. Seine Personalie scheint aber eine gewisse Bedeutung gehabt zu haben, das geht aus der Bezahlung hervor. In finanzieller Hinsicht verbleiben wir so, daß er genau das gleiche bei uns bekommt, wie bei den Freunden, das sind 2.000,- DM im Monat, wozu er die Möglichkeit hat, sich in seiner jetzigen Firma noch etwas hinzu zu verdienen. […] Außerdem wurden ihm bisher immer im Monat 200 Liter Benzin gegeben, die denke ich, ihm gleichfalls geben zu können. Er besitzt einen Volkswagen, den er von den Freunden bekommen hat, […][41]

Am 25. September 1959 verstarb Wolfgang Höher in Leipzig. Es scheint ein natürlicher Tod gewesen zu sein, aber die Aussage von Horst Dreßler gibt zu denken. Da Höher sehr schwer herzkrank war und wußte daß ich Medizin studierte, bat er mich eines Tages ihm ein Präparat zu spritzen. Nach Rücksprache mit meinem Professor ich berichtige mich, mit Dr. [geschwärzt] gab mir dieser die Genehmigung die Spritzen dem Höher zu verabreichen.[42] Warum sich W. Höher von einem Studenten ein Präparat spritzen ließ, wird wohl ungeklärt bleiben. Vielleicht war es Paranoia die ihn davon abhielt einen Arzt aufzusuchen.

Nach seinem Tode erschien seine in Westdeutschland lebende Ehefrau um das Erbe in Empfang zu nehmen. Sie präsentierte eine Generalvollmacht aus dem Jahre 1954 und einen Brief an das MfS. Das Erbe wurde ihr ausgezahlt. In ihren Händen befand sich ein Brief von ihrem Mann, worin ihr alles Vermögen im Falle einer Verhaftung zugesprochen wird. In diesem Brief stand u.a. auch noch, dass sie sich in einem solchen Fall an das MfS Berlin wenden sollte. Dieser Brief konnte aus operativen Gründen nicht dem Staatl. Notariat vorgelegt werden, so dass entschieden wurde, das Geld durch die Bezirksverwaltung übernommen und der Frau Höher ausgehändigt wird. Frau Höher bestätigte auf einer Quittung den Erhalt dieser Summe und verpflichtete sich gegenüber Jedermann über die Herkunft des Geldes Stillschweigen zu bewahren.[43]

Schriften[Bearbeiten]

  • Wolfgang Höher: Agent 2996 enthüllt. Kongress-Verlag, Berlin 1954, DNB 574775234, OCLC 37138451 ([44]).
  • Strafsache gegen Haase u.a. (Organisation Gehlen), Berlin 1954

Weblinks[Bearbeiten]

  • Thomas Köhler: Der Mann ohne Gesicht. In: Josef Anton Köhler - Versuch einer Biografie. 5. Dezember 2010, abgerufen am 7. Juni 2014.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hochspringen nach: 1,0 1,1 1,2 Bundesarchiv (BDC) VBS 283; Sign. 6020012246, Wolfgang Höher, Verlobungs- und Heiratsgesuch des SS-Untersturmführers Wolfgang Höher
  2. Hochspringen Martin-Luther-Universität Halle/Saale, Archiv, Studentenkartei
  3. Hochspringen Korrektur d. Autors: Es handelte sich hier tatsächlich um freiwilligen Dienst in der Reichswehr/neuen Wehrmacht, auch die Bezeichnung der Einheit ist nur für einen Teil der Dienstzeit korrekt. das Panzerregiment 5 entstand erst am 15. Oktober 1935 aus dem Kampfwagen-Regiment 1
  4. Hochspringen BStU, MfS, BV Leipzig, Personal 355/61, MfS Leitung Aktenauszug "Mahnert", 22. Oktober 1959, 5 Blatt, Nr. 34, 42, 52-58
  5. Hochspringen Deutsche Dienststelle (WAST), 4. Februar .2011, Wolfgang Höher - Wehrmachtsauskunft Brief
  6. Hochspringen nach: 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 BStU, MfS, BV Leipzig, Personal 355/61 Rekonstruktion Lebenslauf Höher 22. Oktober 1958, 9 Blatt, Nr. 29-43
  7. Hochspringen Nach eigener Angabe vom 20. März 1954, in: Wolfgang Höher, Agent 2996 enthüllt, Berlin 1954, S.5
  8. Hochspringen Karl Wilhelm Fricke, Roger Engelmann: "Konzentrierte Schläge": Staatssicherheitsaktionen und politische Prozesse in der DDR 1953-1956. Links, Berlin 1998, ISBN 3-86153-147-X, S. 123.
  9. Hochspringen Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. an T.K. 19.01.2011 Auskunft W. Höher-Bestand Ostbüro
  10. Hochspringen BStU, MfS, BV Leipzig, Personal 355/61, Bericht über das Ergebnis der Befragungen des Kirves über Höher 19. Januar 1959, 7 Blatt, Nr. 63-69
  11. Hochspringen BND IV B 5 (2) TgbNr. 600/74, 2. Dezember 1974, Betr. Altersversorgung, Eigener Bestand
  12. Hochspringen Spionage-Organisation Gehlen greift in innere Angelegenheiten Frankreichs ein, in: Artikel in Neues Deutschland vom 27. November 1953
  13. Hochspringen Höher gab in seinen Aussagen widersprüchliche Zeiten an. Einerseits kam er durch einen Bekannten erst Mitte 1950 in Kontakt mit der OG, andererseits behauptete er, Anfang 1950 von der OG übernommen worden zu sein - siehe Wolfgang Höher, Agent 2996 enthüllt, ebenda, S. 29. Plausibler ist, dass er nach einer Probezeit Anfang 1951 als Angehöriger hauptamtlich von der OG eingestellt wurde.
  14. Hochspringen Ein VM-Führer war in der OG ein Gruppenführer, der etwa zehn V-Männer führte
  15. Hochspringen Höher gibt an, dass Gerhard seit Anfang 1948 bis Herbst 1950 für den französischen Geheimdienst Deuxième Bureau gearbeitet hat - siehe Wolfgang Höher, Agent 2996 enthüllt, ebenda, S. 13 und S. 21. Höher gab in der gleichen Schrift auch die Begründung dafür, weil viele Angehörige der OG zuerst für alliierte Geheimdienste arbeiteten und noch nicht von der OG bezahlt werden konnten.
  16. Hochspringen Archiv des Liberalismus, FDP-Ostbüro, A45-2185
  17. Hochspringen Theodor Hans, Soviet terrorism in Free Germany. Hearing before the Subcommittee to Investigate the Administration of the Internal Security Act and Other Internal Security Laws of the Committee on the Judiciary, United States Senate, Eighty-sixth Congress, second session. Testimony of Theodor Hans, September 21th, Washington 1960. S. 7
  18. Hochspringen "Freiheits"-Aktion der Jugend (Hrsg.), Menschenraub, Bonn 1956, S. 40
  19. Hochspringen nach: 19,0 19,1 19,2 Karl Wilhelm Fricke, Roger Engelmann: "Konzentrierte Schläge": Staatssicherheitsaktionen und politische Prozesse in der DDR 1953-1956. Links, Berlin 1998, ISBN 3-86153-147-X.
  20. Hochspringen nach: 20,0 20,1 Hermann Zolling, Heinz Höhne: Pullach intern: Die Geschichte des Bundesnachrichtendienstes. In: Der Spiegel. Nr. 22, 1971 (online24. Mai 1971).
  21. Hochspringen James H. Critchfield: Auftrag Pullach: die Organisation Gehlen 1948 - 1956. Mittler, Hamburg 2005, ISBN 3-8132-0848-6 (englisch: Partners at the Creation: The Men Behind Postwar Germany's Defense and Intelligence Establishments. Übersetzt von Peter Krüger).
  22. Hochspringen Reinhard Gehlen: Der Dienst. Erinnerungen 1942-1971 München: Droemer 1973
  23. Hochspringen BND Archiv, Signatur 5289, II Nr. 3109/62,Bl. 633 ff, Fall HÖHER, 7.12.1962
  24. Hochspringen Heinz Felfe: Im Dienst des Gegners: 10 Jahre Moskaus Mann im BND. Rasch und Röhring Verlag, Hamburg/Zürich 1986, ISBN 3-89136-059-2
  25. Hochspringen Archiv des Liberalismus, FDP-Ostbüro; A45-2185, Höher, Wolfgang Bericht von Flüchtling Pielchen 01.08.1953: Pielchen war in Haft beim MWD Karlshorst seit Februar 1953, wurde zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt, fiel aber unter die Amnestie und wurde am 25.7.53 aus der Haft entlassen. Während seiner Haftzeit ist er zweimal Höher gegenüber gestellt worden, und zwar am 17.2. und am 3.7.53. Nach Angaben des P. ist die Untersuchung gegen Höher noch nicht abgeschlossen und soll sich wahrscheinlich noch mehrere Monate hinziehen. Höher hätte noch einen geistig frischen Eindruck gemacht, nur im Februar wären Depressionserscheinungen in Folge der Entführung noch spürbar gewesen.
  26. Hochspringen Angaben zu den Kindern werden aus datenschutzrechtlichen Gründen nur anonymisiert gemacht.
  27. Hochspringen BStU, ZA, AU 15/54 Bd. 3, Wortprotokoll der Gerichtsverhandlung gegen Haase u.a. 8. Dezember 1953, 27 Blatt; Nr. 184 – 210
  28. Hochspringen Reinhard Gehlen: Der Dienst. Erinnerungen 1942-1971, München: Droemer 1973
  29. Hochspringen Höher, Wolfgang Agent 2996 enthüllt / Wolfgang Höher Höher, Wolfgang. Kongress-Verl.
  30. Hochspringen Rankin, Carl W. LFV LO Berlin 26. August 1954 Office Memorandum, United States Government Translation: Soviet Zone Book "Agent 2996 Reveals" by Wolfgang Hoeher Rankin, Carl W. LFV LO Berlin. http://cryptome.org/gehlen-hoeher.htm : ... 3. Das Heft ist eine umfassende Abhandlung über die GEHLEN-Organisation. Oberflächlich betrachtet erscheinen die dargestellten Fakten als wahr, wenn man von den wenigen offensichtlichen Fehlern, zum Beispiel der Bezeichnung des CID als "Counter Intelligence Department" und dessen Aktivitäten im Spionagebereich, absieht.(Übers. C.K.)
  31. Hochspringen BND-Archiv Sign. 5386, Anlage 1 PANNE HÖHER, Bl. 46: Im Herbst 1953 versuchten die Sowjets, die Ehefrau HÖHER’s mit ihren beiden Kindern zum Überwechseln in die Ostzone zu bewegen. Durch das Eingreifen der Org. konnte dies im letzten Augenblick verhindert werden.
  32. Hochspringen BStU, MfS, BV Leipzig, Personal 355/61, Bericht Kontaktaufnahme "Mahnert", 22. Oktober 1958, 15 Blatt, Nr. 17-28
  33. Hochspringen BStU, MfS, BV Leipzig, Personal 355/61, Bericht über das Ergebnis der Befragungen des Kirves über Höher 19. Januar 1959, 7 Blatt, Nr. 63-69
  34. Hochspringen Köhler, Josef Einspruch gegen Streichung der Mitgliedschaft - Schreiben an Vorsitzenden der ZPKK der SED 12.07.1963 [Eigenbestand] 2 Blatt
  35. Hochspringen BStU, MfS, BV Leipzig, Personal 355/61, Aktenauszug "Mahnert" 22. Oktober 1959, 5 Blatt, Nr. 34, 42, 52-58: Höher war seit seiner Haftentlassung GM der Freunde und stellte in ihrem Auftrage gute nachrichtendienstliche Beziehungen zu Personen in der DDR und in Westdeutschland her. 1957 arbeitete er unter dem Decknamen "Kurt Pfeiffer" Mitarbeiter der Nationalen Front […]
  36. Hochspringen BStU, Mfs, BV Leipzig, AIM 2642/84, Bd. I, Bericht über Schneider von Kirchner 1. Mai 1974, 4 Blatt, Nr. 52-56
  37. Hochspringen BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 035/84, Bd. II, Kirchner Bericht Intertext 21.06.1972, 9 Blatt, Nr. 58-66: Immer war das Übersetzerkollektiv in irgendeiner Form materielle Grundlage für die Angeworbenen und Aushängeschild für eine freischaffende Tätigkeit. Dabei traten so abenteuerliche Gestalten wie die Personen Roos (8), Westenberger (9), Frau "Dr." Engels (10), "Dr." Jansen (11), Petzold (12), Meyer (13) und auch Höher (14) auf.
  38. Hochspringen A.P. an K., Thomas 25.10.2010 Wolfgang Höher eMail, Die Identität des A.P. wird aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht offengelegt.
  39. Hochspringen BStU, MfS, BV Leipzig, Personal 355/61, Aktenauszug "Mahnert" 22. Oktober 1959, 5 Blatt, Nr. 34, 42, 52-58
  40. Hochspringen BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 355/61, P, Bekanntwerden des GM "Mahnert" 22. Oktober 1959, 1 Blatt, Nr. 10
  41. Hochspringen BStU, MfS, BV Leipzig, Personal 355/61, Kontaktaufnahme "Mahnert" 22. Oktober 1958, 15 Blatt, Nr. 17-28
  42. Hochspringen BStU, MfS, HA IX/11, RHE SU, Bd. II, DVP, VPKA Leipzig Vernehmung Dressler 5. Januar 1960, 3 Blatt, Nr. 119-121, vgl. Horst Dreßler http://www.chris-koehler.net/jakblog/?p=1746
  43. Hochspringen BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 355/61, Beiakte Bd. I, Aktennotiz, Betr. Höher, Wolfgang 22. Oktober 1959, 1 Blatt, Nr. 23
  44. Hochspringen Ein Urteil über diese Schrift vom 26. August 1954: The booklet gives a comprehensive discourse on the GEHLEN Organization. In general the facts presented would appear to be true if one overlooks the few outstanding errors, such as the naming of CID as the "Counter Intelligence Department" with activity in the espionage field, siehe: http://cryptome.org/gehlen-hoeher.htm
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