World Heavyweight Wrestling Championship (Independent)

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Die erste World Heavyweight Wrestling Championship war in der Anfangszeit des modernen Wrestling der höchste erreichbare Titel, den ein Pro-Wrestler erringen konnte. Dieser Titel bestand in der Zeit von 1905 bis 1957 und wurde real in allen relevanten Ligen und Vereinen in freien Turnieren ausgekämpft.

Von dieser Championship leiten sich alle anerkannten großen Weltmeistertitel ab. So beispielsweise die AWA World Heavyweight Wrestling Championship der American Wrestling Association, die NBA/NWA World Heavyweight Wrestling Championship der National Wrestling Association und die NWA World Heavyweight Wrestling Championship der National Wrestling Alliance.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Der Ringer Georg Hackenschmidt gewann 1901 in einem Turnier in Wien den Titel "Gewinner der Weltmeisterschaftsturniere im Griechisch-Römischen Stil" (engl. Winner of the World Greco-Roman Championship tournaments), den er auch in Frankreich und Russland verteidigte.

Einführung einer unabhängigen Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

Hackenschmidt errang am 4. September 1902 in Liverpool (Großbritannien) von Tom Cannon den European Greco-Roman Wrestling Title. Am 30. Januar 1904 besiegte er in London den als World Champion bezeichneten US-Amerikaner Ahmed Madrali.

Hackenschmidt reiste wenig später in die Vereinigten Staaten und schlug am 4. Mai 1905 in New York City (New York) den Inhaber des American Heavyweight Wrestling Titles, Tom Jenkins. Damit vereinigte Hackenschmidt in seiner Person drei reale Titel und er wurde in Nordamerika als erste Pro-Wrestler in der Geschichte als World Champion anerkannt. Hackenschmidt hielt diesen Titel ganze 1.065 Tage und gab ihn erst am 3. April 1908 an Frank Gotch ab. Von nun an verblieb dieser Titel unter der Bezeichnung World Heavyweight Wrestling Championship in den Vereinigten Staaten und wurde als anerkannt höchster Wrestlingtitel in allen Wrestlingorganisationen des Landes ausgetragen. Eigens dafür wurde ein Titelgürtel eingeführt, der diese Championship nach außen hin sichtbar vertreten sollte.

Splittung des Titels innerhalb der Wrestlingverbände[Bearbeiten]

Zwischen 1905 und 1928 wurde die World Championship unabhängig in allen Promotionen ausgetragen und wurde als "freier Titel" außerhalb jeglicher Storyline real ausgekämpft. Einen Bruch dieser Tradition bildet der fünfte Titelgewinn von Ed Lewis am 28. Februar 1928. Lewis trat als Vertreter der American Wrestling Association um diesen Titel an. Nach seinem Titelgewinn gegen Joe Stecher wurde Lewis innerhalb der AWA zum World Champion nach AWA-Version erklärt. Lewis war Inhaber des regionalen AWA Heavyweight Titles und mit dem Erhalt der World Championship wurden in der AWA beide Titel vereint. Der so neu geschaffene AWA World Heavyweight Title wurde innerhalb der Storyline ausgetragen. Voraussetzung für den Erhalt der AWA World Championship war, dass der Inhaber auch Träger der World Heavyweight Championship war. Beide Titel waren also miteinander verkoppelt.

Bereits ein Jahr später, am 4. Januar 1929, kam es zu einer weiteren Splittung. Gus Sonnenberg besiegte für die National Wrestling Association Ed Lewis um den Titel. Gegen eine Sonderzahlung verzichtete dieser jedoch auf die Titelansprüche gegenüber der National Wrestling Association. Dieses ist der erste bekannte Fall, dass bei diesem freien und unabhängigen Weltmeistertitel eine reine Storyline gegriffen hatte. Die National Wrestling Association schuf auf der Grundlage der nunmehrigen "World Heavyweight Championship (AWA Version)" ihren eigenen World Title mit der Bezeichnung NBA/NWA World Heavyweight Championship und koppelte diesen wie die AWA an die unabhängige World Championship. Offiziell verlor Sonnenberg den World Title am 10. Dezember 1930 in Los Angeles.

Einführung eines zweiten internationalen Titels und Herabstufung des Originaltitels zum unbedeutenden Nebentitel[Bearbeiten]

Mit dem sechsten Titelgewinn Ed Lewis (14. April 1931) wurde die originale Championship im Grunde ein unbedeutender Titel. Die verschiedenen Promotionen kämpften ihre eigenen Weltmeistertitel untereinander aus und so leiteten sich viele der neu entstandenen Welttitel von dem einer anderen Promotion, aber eben nicht mehr von der anerkannten World Championship ab. So trat Lewis diesen Titel erst nach 1.535 Tagen an Danno O'Mahoney ab.

Ab 1935 wurde der NBA/NWA World Title gezielt als wichtigster nordamerikanischer Titel und offiziell als globale Weltmeisterschaft etabliert. Maßgeblich war hierfür der Promotor Tom Packs, der seit 1930 die National Wrestling Association leitete. Die originale World Championship immer mehr in den Hintergrund, da sich immer mehr Wrestlingorganisationen der National Wrestling Association anschlossen und ihre lokalen Titel mit dem NBA/NWA World Title verschmolzen. So gingen beispielsweise am 25. Juni 1934 der New York State Athletic Commission World Heavyweight Title und am 27. Juni 1935 die AWA World Championship im NBA/NWA Title auf.

Da nun die Weltmeisterschaft durch die NBA/NWA World Championship vertreten wurde, so wurde die originale World Heavyweight Wrestling Championship kaum noch ausgekämpft.

Einstellung des Titels[Bearbeiten]

Letzter Champion vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Jim Londos. Dieser gewann die World Heavyweight Wrestling Championship am 18. November 1938. Seit dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten wurde der Titel nicht mehr ausgetragen. Londos gab den Titel 1946 nach 2.904 Tagen ab und die World Championship wurde für vakant erklärt. Erst am 21. Mai 1952 wurde wieder ein Titelmatch um die vakante Weltmeisterschaft ausgetragen, das Lou Thesz gewann.

Ende der 1950er Jahre zeichnete es sich immer mehr ab, dass man diese World Championship nicht mehr benötigte, da die Ligen nur noch um ihre eigenen Weltmeisterschaften antraten. Lou Thesz gewann diese Championship am 9. November 1956 ein zweites mal und vereinigte 1957 die originale World Championship mit der von ihm innegehaltenen NWA World Heavyweight Wrestling Championship.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tim Hornbaker: National Wrestling Alliance. The Untold Story of the Monopoly That Strangled Pro Wrestling, ECW Press Toronto, Canada (2007), ISBN 978-1-55022-741-3

Weblinks[Bearbeiten]

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