World Championship Wrestling

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World Championship Wrestling
Form Promotion
Gründungsdatum 1983
Reaktiviert November 1988
Standort Atlanta, Georgia
Territorien National
Gründer Jim Crockett
Besitzer World Championship Wrestling Inc.
AOL Time Warner Corporate
Leitung Jim Herd
Ted Turner
Branche Professional Wrestling
Weitere Informationen
Geschlossen seit 27. März 2001
Übernommen am 9. Dezember 2001
Übernommen von World Wrestling Federation

World Championship Wrestling (WCW) war der Name einer ehemaligen US-amerikanischen Wrestling-Promotion. Die Liga war in Atlanta, Georgia beheimatet. Promotor war Ted Turner. Bis zu ihrem Bankrott und dem damit verbundenen Aufkauf durch die World Wrestling Federation war die WCW die zweitgrößte Wrestlingliga der Vereinigten Staaten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge[Bearbeiten]

Per Tradition begann die Geschichte der Liga im November 1949, als von Paul Jones in Atlanta ein NWA-Büro eröffnet wurde. Dieses führte unter dem Banner der NWA Atlanta verschiedene Veranstaltungen durch. Das eigentliche Banner "World Championship Wrestling" wurde im Oktober 1964 von der NWA eingeführt. Damals wurde in Australien von Ron Miller eine Wrestlingorganisation gleichen Namens aufgestellt und bis 1978 betrieben.

Kurze Zeit später, genauer im Jahr 1983, begannen der damalige NWA-Präsident Jim Crockett und die Promotion Georgia Championship Wrestling ein nationales TV-Format namens World Championship Wrestling zu produzieren. Für dieses Experiment wurde das seit 1975 bestehende NWA-TV-Format NWA World Wide aufgegeben und in WCW reorganisiert. Doch bereits im Juli 1984 wurde dieses Format wieder eingestellt, als die Mehrheit der dortigen Promotoren ihre Anteile an die World Wrestling Federation verkauften. So wurde 1984 das TV-Format NWA World Wide reaktiviert und unter dem Banner von NWA/WCW World Wide bis 1988 betrieben.

Das Banner "NWA/WCW" unter Ted Turner[Bearbeiten]

Der bedeutende TV-Mogul Ted Turner war Ende der 1980er-Jahre auf der Suche nach einem neuen Projekt. Er strahlte schon Wrestling-Shows auf seinen regionalen Sendern aus. Nun wollte er mit einer großen Promotion landesweit tätig werden. So kam Turner unter anderem 1988 auch mit dem Eigentümer der damaligen World Wrestling Federation, Vince McMahon, in Kontakt. Doch dieser weigerte sich letztendlich Turner seine Promotion zu verkaufen. Turner wandte sich nun an Jim Crockett. Beide kamen noch im November 1988 überein, dass Turner Crocketts Promotion Mid-Atlantic Championship Wrestling erhalten und diese unter dem Namen NWA World Championship Wrestling führen sollte. Die neue Turner-Promotion sollte also ein offizielles Affiliate der NWA sein.

Bruch Turners mit der NWA und Etablierung einer eigenständigen Wrestlingorganisation[Bearbeiten]

Um ihre Eigenständigkeit in der NWA zu betonen, führte die WCW bereits im Januar 1991 eine WCW World Heavyweight Championship in Form des WCW International Title ein, der allerdings von der NWA nicht anerkannt wurde. Dennoch verblieb die WCW weiterhin in der National Wrestling Alliance, begann aber nun verstärkt, Turniere in ihrem eigenen Namen durchzuführen. So stieg World Championship Wrestling langsam zur zweitgrößten Wrestlingorganisation der Vereinigten Staaten auf. 1992 wurde Eric Bischoff als Booker in die WCW übernommen. Dieser entstammte aus der American Wrestling Association und geriet in der neuen Liga schnell mit Paul Heyman zusammen. Dieser verließ nun die WCW in Richtung NWA Eastern Championship Wrestling.

Der NWA-Vorstand beschloss nun, gerichtlich gegen Turners Alleingänge vorzugehen und dessen etwaige Trennung von der NWA zu verhindern. So begann diese vor dem Verwaltungsgericht in Charlotte, North Carolina einen langwierigen Rechtsstreit, den aber Turners Anwaltsbüro am 13. September 1993 zugunsten von World Championship Wrestling entscheiden konnten. So vollzog Ted Turner noch im September 1993 die endgültige Trennung von der NWA und begründete die Wrestlingmarke World Championship Wrestling. Unter der Federführung von Eric Bischoff wurde langsam auf den großen Konkurrenten, der World Wrestling Federation, aufgeschlossen.

Auf dem Weg zur zweitgrößten US-amerikanischen Wrestlingorganisation[Bearbeiten]

Unter Bischoff wurden ab 1994 die ehemaligen Aushänge-Schilder der WWF, wie Hulk Hogan und Randy Savage, abgeworben und erfolgreich in die WCW eingebunden. Den ehemaligen WWF-Angestellten wurden weitgehende Freiheiten zugestanden und so durfte Hogan beim Pay-per-View WCW Bash At The Beach 1994 das bisherige Aushängeschild der WCW, Ric Flair, besiegen.

Trotz allen Erfolgen wurde die WCW den hohen Ansprüchen Turners nicht gerecht und langsam verschuldete sich die Promotion, da es den Neuzugängen unter Hogan nicht gelang, die WCW an die Spitze des amerikanischen Wrestlingmarktes zu bringen.

Eric Bischoff begann nun, direkt auf Konfrationskurs mit der World Wrestling Federation zu gehen. Er führte nun eine wöchentliche TV-Show namens WCW Monday Nitro ein, die gleichzeitig mit der WWF-Show WWF Monday Night RAW auf Sendung ging. Der Name des neuen Formates wurde bewusst an die Sendung der WWF angelehnt. Die Debüt-Sendung von WCW Monday Nitro begann aus Sicht der WWF mit einer Katastrophe: Lex Luger, ein Wrestler mit einem bis dahin noch laufenden WWF-Vertrag, trat bei Nitro auf und verkündete dort seinen Wechsel zur WCW. Bereits eine Woche später, bei der zweiten Nitro-Ausgabe, hatte die WCW die WWF nun in den Einschaltquoten überholt und Bischoff verkündete nun die Ergebnisse der aufgezeichneten RAW-Sendungen. Für den Aufbau einer eigenständigen Cruiserweight-Division begann Eric Bischoff ab 1995, talentierte Wrestler von der Hardcore-Promotion Extreme Championship Wrestling abzuwerben und trieb ECW-Chef Heyman in Richtung WWF.

Nachdem das TV-Format Nitro lange Zeit fast identische Quoten wie das WWF-Produkt RAW einfuhr, ging man 1996 zur einer neuen revolutionären Storyline über. Es wurde ein Fehdenprogramm entwickelt, in dem die Stars der WCW gegen ehemalige WWF-Wrestler eingebunden wurden: Scott Hall, der gerade mit seinem Freund Kevin Nash von der WWF entlassen worden waren, trat bei WCW Nitro auf und verkündete, Nash und er würden die WCW mit der Hilfe eines noch unbekannten Partners übernehmen. Nash und Hall bildeten nun das Stable "The Outsiders" und griffen immer wieder in die Matches der WCW-Wrestler ein. Man verpflichtete schließlich ein Six-Man-Tag-Team-Match mit den damaligen WCW-Top-Stars Lex Luger, Sting und Randy Savage gegen Hall und Nash, sowie einen dritten, zu diesem Zeitpunkt unbekannten Mann.

Beim WCW Bash At The Beach 1996 kam es dann zu einem sogenannten Heel-Turn von Hulk Hogan, der über 12 Jahre hindurch den beliebtesten Star der Wrestlingwelt darstellte: Er trat den beiden "Outsiders" als "Hollywood" Hulk Hogan zur Seite und sie gründeten die Gruppierung new World order. Die nWo war laut Storyline offiziell mit dem Ziel gegründet worden, das Wrestling-Geschäft zu übernehmen und die WCW in den Ruin zu treiben. Obwohl nie explizit die WWF erwähnt wurde, entstand hier der Eindruck, Hall, Nash und spätere Mitglieder wie Syxx oder Ted DiBiase seien von der Konkurrenz-Promotion geschickt worden, um World Championship Wrestling zu bekämpfen. Mit dieser Storyline gewannen die WCW-Einschaltquoten gegenüber der WWF von Mitte 1996 bis Anfang 1998. Teilweise sahen rund 10 Millionen Menschen Nitro.

Doch irgendwann hatte sich das System nWo totgelaufen, da nun fast jeder zweite Wrestler der WCW diesem angehörte. Nach der WrestleMania von 1998 hatte die WWF wieder die Führung im Quotenkrieg gewonnen. Um nun erneut wieder die Spitze des nationalen Wrestling zu gelangen, wurde von den Verantwortlichen der WCW, dem WCW Board of Directors, beschlossen, das traditionsreiche TV-Format NWA/WCW World Wide wiederzubeleben. So ging noch 1998 das TV-Format WCW World Wide Wrestling auf Sendung. Man versucht bis zur Einstellung des Formates (2001) allerdings erfolglos, dem neuen WWF-Format SmackDown! Paroli zu bieten.

Zwischen 1997 und 2001 verfügte die WCW mit der Promotion National Championship Wrestling über ein eigenes Entwicklungsterritorium. Da diese sich September 1999 der NWA anschloss, wurden die Bindungen der WCW zur National Wrestling Alliance wieder enger.

Abstieg in die Bedeutungslosigkeit[Bearbeiten]

Eric Bischoff und Hulk Hogan entwickelten nun zusammen eine neue Storyline, in der man die new World order zerfallen und neue Splittergruppierungen der nWo erstehen ließ. So trat nun die schwarz-weiße nWo, auch als nWo Hollywood bekannt, unter Hulk Hogan gegen die schwarz-rote nWo, dem Wolfpac, unter Nash an. Daneben hatten die latein-amerikanischen Wrestler sich zur lWo zusammengeschlossen und standen unter der Führung des Wrestlers Konnan. Das neu ausgearbeitete Konzept nWo vs. nWo floppte allerdings, da es vom Publikum nicht mehr angenommen wurde. So begann man mit Bill Goldberg einen eigenen Topstar aufzubauen. Für diesen wurde nun eine einmalige Storyline entwickelt: Man ließ Goldberg größtenteils gegen wenig bedeutungsvolle Wrestler und auch einige große Wrestlingnamen antreten, bis er schließlich auf 173 Siege in Folge kam.

Goldbergs Matches waren äußerst kurz und waren meist binnen 15 Sekunden gewonnen. Schließlich reichte seine Popularität so weit, dass er im Juni 1998 die WCW World Heavyweight Championship erringen konnte. Die damit an ihn gestellten Erwartungen wie beispielsweise längere und qualitativ bessere Matches zu zeigen, erfüllte Goldberg jedoch nicht. Man änderte nun Goldbergs Storyline ab: Bei einer Großveranstaltung im Dezember 1998 wurde die Siegesserie durch Kevin Nash unterbrochen, als Scott Hall zu dessen Vorteil Bill Goldberg mit einem Elektroschocker attackierte. Goldberg wurde nun zum Heel. Dennoch verlor WCW weiter an Boden. Auch kam Goldbergs Gimmickwechsel beim WCW-Publikum nicht an. Damit floppte auch das entworfene Heel-Gimmick. So machte man dieses wieder kurze Zeit später rückgängig und ließ Goldberg wieder als Babyface antreten.

Während die World Wrestling Federation nun auf junge Namen setzte, weigerten sich die Altstars der WCW, gegen jüngere zu verlieren. Damit blockierten diese einen Generationswechsel innerhalb der WCW und infolge dessen begannen die Einschaltquoten rapide zu sinken.

Letzte Rettungsversuche[Bearbeiten]

Um dem nun entgegen zu wirken, stellte man im Herbst 1999 Vince Russo und Ed Ferrara ein, die zuvor beim Konkurrenten WWF als Storyline-Autoren gewesen waren. Zudem trat auch Bischoff von seiner Position ab und Nachfolger wurde Bill Busch.

Busch entließ Russo und Ferrara allerdings im Januar 2000 wieder, da in seinen Augen World Championship Wrestling zu einer schlechten Kopie von World Wrestling Federation werden würde, wenn beide weiterhin für WCW arbeiten würden.

Neuer Chef-Booker wurde Kevin Sullivan. Dieser hatte diesen Posten Jahre zuvor inne und war bei den Wrestlern nicht sehr beliebt. So verließen viele junge Wrestler wie Chris Benoit die WCW in Richtung WWF und ECW.

Veränderungen mussten nun her, zumal das veraltete Booking von Kevin Sullivan dem Unternehmen schadete, da es nicht das Interesse der Fans wecken konnte. Überraschend kehrte Vince Russo am 10. April 2000 an Eric Bischoffs Seite zurück und so sollte die herbeigesehnte Wende im Kampf um die Einschaltquote bringen. Nach nur wenigen Wochen zog sich Bischoff allerdings immer mehr aus dem Geschehen zurück. Das führte zum absoluten Desaster: Russos Geschichten waren undurchsichtig, aus WWF-Zeiten kopiert und viel zu wirr aufgebaut, als das sie das Interesse der Fans weckten. So wurde im Jahr 2000 wurde ein Verlust von rund 80 Millionen Dollar verzeichnet.

Der Höhepunkt war schließlich erreicht, als es beim WCW Bash At The Beach 2000 um den WCW-Titel zwischen dem Champion Jeff Jarrett und dessen Herausforderer Hulk Hogan ging. Russo hatte eine Titelverteidigung Jarretts vorgesehen, die Hulk Hogan, immer noch mit voller Kontrolle über seinen Charakter, nicht hinnahm. Daher hinterging Russo Hulk Hogan, indem er Jeff Jarrett instruierte, sich unmittelbar nach Beginn des Kampfes wehrlos auf den Boden zu legen. Ein sichtlich erstaunter und aufgebrachter Hogan pinnte Jarrett. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten wurde Hogan kurze Zeit später entlassen und kehrte erst im Februar 2002 in die WWF und damit ins Wrestling zurück.

Das Ende der WCW und Aufkauf durch die WWF[Bearbeiten]

Im Zuge der Fusion mit AOL wurde am 10. Januar 2001 der Verkauf der WCW an eine Unternehmensgruppe namens Fusient Media Ventures bekannt gegeben. Hinter dieser Fusient Media Ventures verbarg sich eine Investorengruppe um Eric Bischoff. In den darauffolgenden Wochen wurde klar, dass die Übernahme jedoch nicht so sicher war wie er anfangs schien. Die Entscheidung fiel Ende Februar bzw. Anfang März als der WCW der Sendeplatz entzogen wurde. So war es für die Investorengruppe sinnlos die WCW zu kaufen. Da man das Finanzdebakel WCW allerdings schnellstmöglich loswerden wollte verkaufte man diese an die WWF. Am 26. März 2001 wurde schließlich die letzte Monday Nitro-Ausgabe ausgestrahlt.

Die WCW wurde nun in eine Storyline eingebunden, in der man WCW-Wrestler in Matches von WWF-Wrestlern eingreifen ließ. Diese wollten, so die neue Storyline, nun die WWF übernehmen.

Ab April 2001 wurde ECW in diese Storyline eingebunden und bildeten in der WWF nun die Alliance. World Championship Wrestling wurde am 9. Dezember 2001 eingestellt, als nun die WCW World Heavyweight Wrestling Championship mit der von WWE vereinigt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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