Wolfgang von Graben

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wolfgang von Graben
Die Brüder Wolfgang, Andree und Wilhelm von Graben sowie dessen Ehefrau Magdalena von Stubenberg
Wappenschild der Herren von Graben, Kornberger Linie
Anlässlich von '530 Jahre De Graeff', 1484 - Pieter Graeff: Matthias Laurenz Gräff und Karl von Habsburg - Erzherzog von Österreich, Oberhaupt des Hauses Habsburg-Lothringen, des ehemals kaiserlichen Hauses des Heiligen Römischen Reiches und von Österreich - vor einer Wappenvariante der (De) Graeff

Wolfgang von Graben, Herr von Kornberg und Graben, Burggraf auf Saldenhofen (* auf Schloss Kornberg; † 11. Dezember 1521 ebendort),[1] war eine österreichische Verwaltungsperson und Militär.

Biografie[Bearbeiten]

Wolfgang entstammte dem krainischen edelfreien Uradelsgeschlecht Von Graben von Stein. Seine Eltern waren Ulrich III. von Graben und Agnes Närringer.[2] Wolfgang wird 1476 [als auch noch 1483] in Holland vermeldet, wohin er gemeinsam mit seinem Sohn Peter von Graben im Gefolge von Erzherzog Maximilian von Österreich [dem nachmaligen Kaiser] gelangte, welches jener mittels der Ehe mit Maria von Burgund erworben hatte. Als Peters Mutter wird Margarethe von Croppenstein vermeldet, was aber nicht stimmig sein kann, da jene zwar als Ehegattin eines Wolfgang von Graben Erwähnung findet, aber erst im 16. Jahrhundert, was somit auf einen späteren Wolfgang von Graben zutrifft. Wolfgang trat in den Kriegsdienst ein und wurde dem Erzherzog zugeteilt. Peter vermählte sich in Holland und nahm den Namen Pieter (de) Graeff (oder De Graaff) an,[3] woraus das Geschlecht Graeff/De Graeff seine Abstammung bezieht.[4][5] Die abweichende Schreibweise des Familiennamen rührt daher, dass im Spätmittelalter die Übersetzung von Graben eben Graeff war.[6] Laut einer Familientradition hatte Wolfgang mit Abraham op den Graeff einen weiteren Sohn, der somit als Anherr der Op den Graeffs gelten könnte.[7] Diese Abstammung ist historisch nicht belegt, und wird daher stark angezweifelt.

Im Jahre 1485 war Wolfgang einer der kaiserlichen Hauptleute welche gegen die von den Stadtbürgern Wiens angedachte Übergabe derselbigen an Matthias Corvinus Einspruch erhoben, da bei jener wohl auch die Kontrolle über ganz Österreich verloren gehen würde.[8]

1490 erhielt Wolfgang von Kaiser Friedrich III. das Schloss Neidenstein in Pfandbesitz.[9] Im Jahre 1494 verhandelten Wolfgang und seine beiden Brüder Wilhelm und Andree mit Kaiser Maximilian I. über die Schätzsumme mehrerer kärntnerische Dörfer, eines Waldes und zweier Teiche, welche sie auf den pfandweisen Besitz der Herrschaft und des Schlosses Saldenhofen abschlossen.[10] 1498 wird Wolfgang als kaiserlicher Burggraf auf Schloss Saldenhofen, samt Zubehör (wohl die Herrschaft Saldenhofen betreffend) und Burghut,[11] genannt. Wolfgang wurde im Jahre 1501 erstmals zum [kaiserlichen] Amtsmann und Schlossherr von Radkersburg[12] sowie von Tabor benannt.[13] Weitere Ernennungen erfolgten ua im Jahre 1510. Diese Funktion dürfte Wolfgang bis zu seinem Tod im Jahre 1521 innegehabt haben.[14] Ebenso hatte er das Amt Windischgrätz inne, in welchem ihm sein Bruder Andree im Jahre 1510 nachfolgte.[15]

1510 erhielt Wolfgang, einstweilen auch kaiserlicher Ratsherr, für drei Jahre den Bestandbesitz des Amtes Radkersburg übertragen.[16]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark, Bände 63-65. S.138
  2. Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben in Zeitschrift des historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960, S. 92
  3. Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter, Band 3, Seite 229 (1870)
  4. De Graeff (Pieter Graeff) und Von Graben in der niederländischen "DBNL"
  5. Der deutsche Herold: Zeitschrift für Wappen-, Siegel- u. Familienkunde, Band 3, Nachrichten über die Familie de Graeff
  6. Wörterbuch der deutschen Sprache in Beziehung auf Abstammung und Begriffsbildung, S. 254, von Conrad Schwenck (1834)
  7. Ancrestors Op den Graeff
  8. Geschichte des Entstehens: des Wachsthums und der Grösse der Österreichischen Monarchie. Band 3. Von Johann Sporschil. S.285
  9. Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben in Zeitschrift des historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960, S. 74
  10. Archiv für österreichische Geschichte, Band 2. Von Akademie der Wissenschaften in Wien. Historische Kommission, Akademie der Wissenschaften, Vienna. S.502
  11. Archiv für österreichische Geschichte, Band 2. Von Akademie der Wissenschaften in Wien. Historische Kommission, Akademie der Wissenschaften, Vienna. S. 508
  12. Historisch-topographisches Lexicon von Steyermark, Band 3. Von Carl Schmutz S.253
  13. Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben in Zeitschrift des historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960, S. 74
  14. Mittheilungen, Ausgaben 12-14. Von Historischer Verein für Steiermark
  15. Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben in Zeitschrift des historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960, S. 75
  16. Geschichte des Herzogthums Steiermark, Band 8. Von Albert von Muchar

Weblinks[Bearbeiten]

Die folgenden beiden genealogischen Erforschungen die sich mit dem Graben-Graeff Kontext beschäftigen nennen keine Familie Op den Graeff und daher weiters auch keine Abstammung aus dem Haus der Herren von Graben:

Der "Familienverband Gräff-Graeff e.V." beschreibt die Familie Op den Graeff, zweifelt aber eine genealogische Verbindung zu den Von Graben an:

Info Sign.svg Dieser Artikel ist im Marjorie-Wiki entstanden.