Wolfgang Guido Lunardon

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Wolfgang Guido Lunardon (* 29. April 1954 in Wien) ist ein anerkannter Fachmann für die Organisation und das operative Geschäft von Immobilienunternehmen mit dem Schwerpunkt Zentral- und Osteuropa.

Herkunft, Ausbildung und Persönliches[Bearbeiten]

Wolfgang Lunardon wurde in Wien als Sohn des Kaufmanns Herbert Hugo Lunardon geboren. Nach der Matura in Innsbruck studierte Wolfgang Lunardon bis 1978 Architektur und Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Innsbruck und schloss sein Studium 1981 an der Technischen Universität Graz mit dem Titel Diplomingenieur ab. Im Jahr 1981 war er Assistent am Forschungszentrum Graz mit dem Schwerpunkt „regionale Entwicklungskonzepte“. Im Jahr 1995 nahm er am Kontaktstudium Immobilienökonomie der European Business School teil und absolvierte dieses erfolgreich. Von 2001 bis 2004 war er Lehrbeauftragter für „Kapitalanlagen in Immobilien“ an der Donau Universität Krems.

Er lebt getrennt, hat einen erwachsenen Sohn, besitzt ein vitales Interesse an Zeitgeschichte und gilt als Kulturliebhaber. In seiner Jugend betrieb er Skifahren und Volleyball als Leistungssport.


Karriere[Bearbeiten]

Nach seiner Graduierung war Wolfgang als Projektleiter für die bauliche Errichtung von Dampfkraftwerksanlagen tätig. In weiterer Folge übernahm er Projektsanierungen von fehlgeschlagenen Kraftwerks- und Immobilienengagements im Mittleren Osten. Er lebte von 1982 bis 1987 in Dubai.

Nach seiner Rückkehr nach Österreich trat er in die Investkredit Bank AG, Wien ein und übernahm vorerst die Sanierung der Kleinwasserkraftwerksbeteiligungen. In weiter Folge wurde ihm das Immobilienportfolio der Bank übertragen mit dem Ziel dieses weiterzuentwickeln und einen breiteren Aktionärskreis zu finden. In diesen Zusammenhang wurde er 1991 als Geschäftsführer von Europolis berufen und war zuständig für die operative Tätigkeit in Österreich sowie für die Knüpfung eines Kontaktnetzes in Zentraleuropa. In Österreich wurde Wolfgang Lunardon einem breiteren Kreis erstmals bekannt durch das erste „Public Private Partnership“ für den universitären Bereich.

Nach der Restrukturierung und strategischer Neuausrichtung von Europolis im Jahr 1996 ist er hauptsachlich in Zentral- und Osteuropa tätig. Er ist einer der Pioniere für die Entwicklung der Immobilienmärkte von Tschechien, Polen, Rumänien, Kroatien sowie der Türkei und wurde dem breiten Publikum durch richtungsweisende Markteinschätzungen, Akquisitionen, Projektentwicklungen und dem Bestandsmanagement bekannt. In Prag war er u.a. zuständig für das städtebaulichen Entwicklungsvorhabens River City Prague, welches noch heute Maßstäbe setzt in Sachen Architektur, bauliche Qualität, Energiekomfort sowie Kosteneffizienz. Zwei der entwickelten Gebäude (Danube House, Amazon Court) wurden bei der MIPIM in Cannes mit den Preis „Best Future Office Building“ ausgezeichnet. Parallel dazu war er maßgeblich beteiligt an der Verbreiterung des Investorenkreises durch die European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) und durch die Union Investment Gruppe.

Im Jahr 2005 übersiedelte Wolfgang Lunardon nach London und wurde als Mitglied des Board of Directors, zugleich als Chief Operating Officer von Meinl European Land berufen. Er war zuständig für die Organisation und den Ablauf des Immobiliengeschaeftes und berichtete dem gesamten Board of Directors. Ende August 2007 wurden ihm umfangreiche, nicht vom Board of Directors genehmigte Zertifikatsrückkäufe bekannt. Er trat umgehend von allen Funktionen zurück und schied am 30. September 2007 aus dem Unternehmen aus.

Seit diesem Zeitpunkt ist er als Konsulent für die Sanierung und Neuausrichtung von Immobilienunternehmen und/oder deren Immobilieninvestitionen tätig. Er lebt seit 2011 in Prag.


Bild in der Öffentlichkeit[Bearbeiten]

In den Medien wird Wolfgang Lunardon oftmals mit Julius Meinl V, der Meinl Bank AG und den umstrittenen Zertifikatsrückkäufen von Meinl European Land in Verbindung gebracht. Dazu nahm er nicht öffentlich Stellung. Er führte vielmehr eine über mehrere Jahre dauernde juristische Auseinandersetzung mit den österreichischen Verwaltungsbehörden. Der Verwaltungsgerichtshof bestätigte am 16. Mai 2011, dass er in die umstrittenen Zertifikatsrückkäufe in keinster Weise eingebunden war und dass ihm auch kein sonstiges Fehlverhalten anzulasten ist. Die Staatsanwaltschaft Wien teilte diese Feststellungen und bestätigte am 11. August 2011 die Einstellung der Ermittlungen. Parallel leitete die „Jersey Financial Service Commission“ (JFSC) eigene Untersuchungen ein. Sie hat ebenfalls kein Fehlverhalten festgestellt.

Weblinks[Bearbeiten]

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