Wilhelm Gillardon

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wilhelm Gillardon (* 1890; † 1953) war ein deutscher Unternehmer.

Leben[Bearbeiten]

Gillardon war Kaufmann und machte sich 1919 in Bretten selbständig mit einer Bohrmaschinenfertigung. Sein Hauptgebiet war die Herstellung von Säulenbohrmaschinen für die Metallverarbeitung. Schnell gelang ihm der Aufbau seines Unternehmens, und es wurde zu einem der führenden Bohrmaschinenhersteller in Deutschland. Er belieferte nicht nur viele Bereiche der Industrie (u. a. die Automobilindustrie), sondern auch das Handwerk und Schulen. Seine Nichte Ingeborg Binz führte die Firma nach seinem Tod weiter und konnte das Unternehmen weiter ausbauen. Die Firma GILLARDON gehört heute zur Firmengruppe WEYRAUCH. Der Markenname GILLARDON in Bezug auf Bohrmaschinen ist heute nicht nur in Deutschland, sondern nahezu weltweit bekannt.

Wilhelm Gillardon machte sich auch einen Namen durch seine Geradlinigkeit und sein Rückgrat, womit er sich mit Wort und Tat auf die Seite der Gegner des Dritten Reichs stellte. Dies brachte ihm während der Kriegsjahre einige wirtschaftliche Rückschläge ein, da die Aufträge durch den Staat eingeschränkt wurden. Als gegen Ende des Krieges Bretten verteidigt werden sollte, was die Vernichtung der Stadt bedeutet hätte, versuchte er, die kampflose Übergabe der Stadt zu erzwingen. Obwohl man ihm mit Erschießung drohte, übergab er den Alliierten den Schlüssel zur Stadt und wurde so zum Retter der Stadt Bretten. Auch während der nun folgenden Besatzungsjahre erhob er als freiheitsliebender Mensch seine Stimme gegen ungerechte Maßnahmen der Besatzungsmächte. Nach seinem Tod würdigte die Stadt Bretten seine Verdienste durch ein Ehrenbegräbnis.

Literatur[Bearbeiten]

  • Julius Keil (Red.): Land Baden-Württemberg, Teil 4. (= Die westdeutsche Wirtschaft und ihre führenden Männer, Band 6.) Wirtschaftslesebuch-Verlag Dr. Julius Keil, Oberursel 1966.

Weblinks[Bearbeiten]

Info Sign.svg Dieser Wikipedia-Artikel wurde, gemäß GFDL, CC-by-sa mit der kompletten History importiert.