Wiener Wirtschaftsklub

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Der Wiener Wirtschaftklub (kurz: WWK) ist ein Verein sozialdemokratischer Politiker, Gewerkschafter und Wirtschaftsvertreter. Er wurde am 12. Mai 1950 auf Initiative des ersten Vereinsvorstands, der aus den damals wichtigsten sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Akteuren bestand, gegründet.

Gründungsvorstand [1][Bearbeiten]

  • Dipl. Ing. Karl Waldbrunner, Bundesminister für Verkehr und verstaatlichte Betriebe
  • Julius Deutsch, ehemaliger Generaldirektor der sozialistischen Verlagsanstalten und Staatssekretär a. D.
  • Andreas Korp, Staatssekretär a.D. und 1. Vizepräsident der österreichischen Nationalbank
  • Franz Landertshammer, Generaldirektor der österreichischen Länderbank AG
  • Karl Maisel, Bundesminister für soziale Verwaltung und Vizepräsident des ÖGB
  • DDr. Bruno Pittermann, Nationalratsabgeordneter, späterer Vorsitzender der SPÖ und Vizekanzler
  • Otto Probst, Nationalratsabgeordneter und Zentralsekretär der SPÖ; späterer Bundesminister für Verkehr
  • Anton Proksch, Nationalratsabgeordneter und späterer Bundesminister für soziale Verwaltung

Zielsetzung[Bearbeiten]

Als Zielsetzung des Vereins wurde „die gesellige Zusammenfassung der auf dem Gebiete der Wirtschafts- und Sozialverwaltung einschließlich der öffentlichen Verwaltung tätigen Funktionäre“ [2] angeführt. Mithilfe eines Klubheimes sowie dem Informationsaustausch der Mitglieder soll dieser Zweck erreicht werden. Gewerkschaftsfunktionäre, Industrie-, Bank- und Verlagsmanager sollten sich in einem informellen Rahmen zum Austausch und zur Analyse wirtschaftspolitischer Konzepte und zur Erarbeitung von innovativen Strategien für die weitere politische Arbeit treffen.

Die wirtschaftlichen Herausforderungen der Nachkriegszeit brachten die wichtigsten Aufgaben mit sich: Der soziale Druck auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer war immer noch hoch und die Kluft zwischen Einkommen und steigenden Preisen drückend. 1950 hatte es daher schon große Streikbewegungen gegeben. Der WWK sollte dahingehend genutzt werden die informellen Abstimmungen mit der Gewerkschaftsbewegung zu intensivieren, als auch die sozialdemokratischen Kompetenzen in einem Themengebiet zu bündeln, dass meist konservativen Gruppierungen vorbehalten blieb: der Wirtschaft.

In den folgenden Jahrzehnten wurden im Rahmen der Vereinsaktivitäten Talente der Partei gefördert. So gehörten Bruno Kreisky (ab 1967) und Franz Vranitzky (ab 1979) zu Beginn ihrer politischen Karrieren dem WWK an. Der derzeitige Präsident des WWK ist Mag. Hanns Kratzer. Aktuelle Vizepräsidenten sind Mag. Dietmar Hoscher und Rudolf Kaske.

Heute gehören dem Verein etwa 250 Mitglieder an. Aufgenommen werden nur Kandidaten, die von mindestens zwei bestehenden Mitgliedern empfohlen werden.[2] Die Finanzierung des Wiener Wirtschaftsklubs erfolgt über die Mitglieder selbst, welche jährlich 1% ihres Bruttomonatgehaltes zum Budget beitragen. Zwar hat der Wiener Wirtschaftsklub über die Jahre an Einfluss verloren, dennoch gilt er als wichtiges Gegengewicht zu den ÖVP-dominierten Banker-, Wirtschafts- und Cartellverband-Zirkeln.[3]

Präsidenten des Wiener Wirtschaftsklubs von 1955 bis 2014[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Oliver Rathkolb: Zur Geschichte des Wiener Wirtschaftsklubs; In: Gedanken zur Zukunft der Wirtschaft - 55 Jahre Wiener Wirtschaftsklub; Eigenverlag; Wien 2005
  • Gewinn - Das Wirtschaftsmagazin für Ihren persönlichen Vorteil; Ausgabe Juli/August 2012, S. 20 – 30
  • Zentrales Vereinsregister beim Bundesministerium für Inneres

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb: Zur Geschichte des Wiener Wirtschaftsklubs; In: Gedanken zur Zukunft der Wirtschaft - 55 Jahre Wiener Wirtschaftsklub; Eigenverlag; Wien 2005
  2. 2,0 2,1 Rote Manager sind Mangelware abgerufen am 30. Mai 2014
  3. Gewinn - Das Wirtschaftsmagazin für Ihren persönlichen Vorteil; Ausgabe Juli/August 2012, S. 20 – 30
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