Werner Spribille

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Werner Spribille (* 1928 in Mülheim an der Ruhr; † 2000) war ein deutscher Künstler und Grafiker.

Leben[Bearbeiten]

Spribille wurde in Mülheim an der Ruhr als Sohn des Augenarztes Dr. Franz Spribille (geb. 1873 in Tremessen, Westpreußen) und der Gerda Spribille, geb. Lambricht (1903 geb. in Koblenz) geboren. Er begann früh zu zeichnen (Autos, Affen und besonders Gaslaternen), besuchte die Volksschule, Kinderheime, Internate und zuletzt das Gymnasium in Mülheim, das er 1948 nach Erreichen der Mittleren Reife verließ – weil sie ihm bei „der Fülle des mehr als trockenen Lehrstoffs reichlichst zum Halse heraushing“.[1]

Nach verschiedenen Beschäftigungen im Mülheimer Dolmetscherseminar (als Lernender), Fensterputzer, Landkartenzeichner und Lagerarbeiter im „Det.130 Area workshop REME“ (Herbst 1949) kam Spribille durch Vermittlung von Herrn Dr. Kruse, dem Direktor des Mülheimer Museums, über Otto Pankok zu Otto Coester in die Radierklasse der Düsseldorfer Kunstakademie (1950). Von 1951-55 besuchte er die Folkwangschule zu Essen-Werden um „in die Geheimnisse der Gebrauchsgrafik eingeweiht zu werden“.[1]

Anschließend war er acht Monate Student in Paris und danach freiberuflich tätig für Werbeunternehmen, Zeitungsverlage und Kunden „die der glückliche Zufall mir über den Weg führt“. Zahlreiche Bildungsreisen ab 1956 führten ihn bis Italien, Jugoslawien, Griechenland und schließlich in die Türkei.

Spribille schuf ein eigenwilliges grafisches Werk im Bereich der Zeichnung und Radierung. Er verwandelte das von ihm bewohnte Geburtshaus in der Mülheimer Bahnstraße 23 im Laufe von über 20 Jahren in ein Gesamtkunstwerk, das heute allerdings nicht mehr existiert. Darüber hinaus betrieb er Studien in den Bereichen der Sprache und der Alltagskultur und hinterließ neben seinem grafischen Werk zahlreiche Tage- und Notizbücher sowie Super 8-Filme.

Seit Ende der 50er Jahre nahm er regelmäßig an den Jahresausstellungen Mülheimer Künstler im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr teil. Spribille war Mitglied der „Werkstatt Grafik der Arbeitswelt“ (unter anderem mit Christiane und Rainer Komers, Reinald Schnell, Erik Mälzner), die einen Siebdruck-Kalender herausgab.

Er war, gemeinsam mit Erik Mälzner, Klaus D. Schiemann und Klaus Urbons Gründungsmitglied der Mülheimer Künstlergruppe Mütternacht (auch: Mülheimer Schule) die von 1973-1980 bestand und unregelmäßig die gleichnamige Publikation (Untertitel: „Manisch-depressive Schrift für kulturvolle Geister“) zu verschiedenen Themen sowie Mappen mit Original-Grafik publizierte.

Seine erste Einzelausstellung hatte Spribille in der Galerie Cinema in Essen-Rüttenscheid (1972-1975), die zweite im Holoskop in Mülheim (1982). Unter den Gruppenausstellungen ist „Wort für Wort“ im Kasseler Kunstverein (1983) mit Fritz Balthaus, Michael Gibbs, Wolfgang Hainke, Reinhard Nißle und Timm Ulrichs, hervorzuheben.

Ehrungen[Bearbeiten]

Im Rahmen der Jahresausstellung Mülheimer Künstler wurden 2006 Zeichnungen, Radierungen und Filme von Spribille gezeigt. In der Mülheimer Camera Obscura (Museum für die Vorgeschichte des Films) hielt Klaus Sallmann 2008 einen Dia-Vortrag mit Fotos, die er 1980 in Spribilles Haus aufgenommen hatte.[2] Das Institut für Gegenwartsbeobachtung veranstaltete 2009 eine „Spurensuche Mülheimer Künstler“ im Ringlokschuppen, die Werner Spribille, Hermann Haber und Daniel Traub galt. Dort wurde auch der Film „Die große Pumpelei“ des Bildhauers Peter Könitz vorgeführt, die Hauptrollen spielten Werbner Spribille und Gerd West, Kameramann war Rainer Komers.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Reiseskizzen Holland, bibliophile Ausgabe für die Freunde und Förderer der Folkwangschule, 1956/57
  • Traum und Ferne, Brigitte v. Harbou – Ein Gedankenmosaik, Piscator-Verlag, 1958
  • Das Haus des Werner Spribille, Klaus Sallmann, Examensarbeit, 1981

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 aus einem von Werner Spribille selbst verfaßten Lebenslauf, ca. 1968
  2. Stadt Mühlheim an der Ruhr: Drei Jahre Camera Obscura, drittletzter Absatz, abgefragt am 29. August 2009
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