Werner Spitzer

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Werner Spitzer (* 10. März 1913 in Berlin ; † 18. Oktober 2000)[1] war ein deutscher Maler und Grafiker in Heilbronn.

Leben[Bearbeiten]

Nachdem der Vater im Ersten Weltkrige gefallen war, wuchs er am Heimatort seiner Mutter in Bunzlau in Schlesien, auf, wo er nach seinem Realschulabschluss eine Lehre als Dekorationsmaler begann. 1938 absolvierte er die Meisterprüfung. Er begann zwar Studien bei Fritz Dressler, einem Meisterschüler der Breslauer Akademie, jedoch unterbrachen Krieg, Vertreibung und nachfolgender Existenzkampf seine künstlerischen Ambitionen. Erst im gesetzten Alter, inzwischen in Heilbronn-Neckargartach sesshaft, fand er autodidaktisch wieder zur Kunst. 1969 trat er dem Künstlerbund Heilbronn bei. Er beteiligte sich an über 60 Gruppenausstellungen und hatte über 30 Einzelausstellungen im In- und Ausland.[2]

Werner Spitzer wurde vom Conseil Européen d'Art & Esthétique (CEAE)/Conseil Europeen d'Art et d'Esthetique (Belgium) – als einziger Deutscher – im Jahre 1971 bei der Ausstellung Les arts en europe (deutsch:Die Künste in Europa) in Brüssel mit einer Medaille ausgezeichnet. Seine Federzeichnung Erlebnis Wald war das Katalogbild dieser Ausstellung, die jährlich vom Conseil Européen d'Art et Esthétique veranstaltet wurde. Mit der Auszeichnung wurde er international bekannt:

„ Werner Spitzer … konnte 1971 – durch Verleihung einer Medaille – auf der Brüsseler Ausstellung ‚Les Arts en Europe‘ auch einen international beachtlichen Erfolg verzeichnen.[3]

Die Einzelausstellung in der Kunstgalerie Boudewijn-Park in Belgien bei der vom 7. Dezember 1972 bis 6. Januar 1973 Werner Spitzer verschiedene Bilder zeigte, wurde von dem belgischen Schriftsteller Fernand Bonneur und der dortigen Presse gewürdigt.

In Frankreich war er bei der 1970 in „Les arts en Europe“ in Paris und 1975 in der Galerie Artal in Straßburg vertreten. In Belgien war er 1971 bei der „Les arts en Europe“ in Brüssel (mit Auszeichnung)und 1972/1973 bei der Kunstgalerie Boudewijn-Park vertreten. 1975 war er in Dänemark bei der Galerie „Aandelsbanken Arhus“ vertreten.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Jahr Auszeichnung Anlass
1971 Médaille der "Conseil Européen d’Art et Esthétique" CEAE LES ARTS EN EUROPE, Brüssel

Werk[Bearbeiten]

Spitzer hat vor allem abstrakt-ornamentale Bilder in unterschiedlichen Techniken geschaffen, die seit den 1970er Jahren bei Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen waren.[4][5] 1970 stellte er in Paris aus.[6]

Buchveröffentlichungen und Beiträge[Bearbeiten]

Spitzer wurde auch durch zahlreiche Buchveröffentlichungen und literarische Beiträge bekannt. Seine Themen war die "grüne Hoffnung. Baumporträts", Märchen für Kinder und Erwachsene, Prosa und Lyrik, Satire und zeitkritische Texte.[7]

  • Drinnen und Draußen. Lyrische Reise durchs Jahr 1974. Gedichte und Zeichnungen, Selbstverlag 1974.
  • Die grüne Hoffnung, Naturgedichte, Baumporträts Cornelius, Mainhardt 1986.
  • Großvater erzählt. Kindergeschichten, Selbstverlag 1988.
  • Ich seh das so. Gedichte, Satirische Ansichten, Selbstverlag 1989.
  • Liederliches und Kompositionen Südmark, Heidenheim 1980.
  • Mit meinen Augen. Reisegedichte, Selbstverlag 1982.
  • Wahre Erzählungen am deutschen Kamin. Erzählungen, Selbstverlag 1989.
  • Gedichte und Erzählungen, in: Volkskalender für Schlesier, 1979, 1982 und 1985.
  • Prag 1973, Titelgedicht, in: Sudetenland, 2/1978
  • Schneeschlange Prag 1973, beide in: Schuldschein bis morgen, Schriftenreihe der Künstlergilde, Bd. 20, Delp, 1978.

Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • „Les arts en Europe“ in Paris (1970)[8]
  • „Les arts en Europe“ in Brüssel (1971) mit Auszeichnung
  • Kleines Kunstkabinett Bernhausen (1972)
  • Kunstgalerie Boudewijn-Park (Belgien, 7. Dezember 1972 bis 6. Januar 1973)
  • Galerie Artal, Straßburg (Frankreich, 1975)
  • Aandelsbanken Arhus (Dänemark, 1975)
  • Kunsthöfle Bad Cannstatt (1978)
  • Altes Rathaus, Lindau (1979)
  • Kontraste – Federzeichnungen, Heilbronn (Einzelausstellung 1979)
  • Phantasie + Farbe: Tuschaquarelle und Acryle 1991-1993, Stadtbibliothek Heilbronn (Einzelausstellung 1994)
  • Große Spitzer-Kunstausstellung, Heilbronn-Neckargartach (Gedenkausstellung zum 90. Geburtstag, 2003)

Rezensionen[Bearbeiten]

Die Werke von Spitzer fanden laut Rhein-Neckar-Zeitung im Ausland (Frankreich und Dänemark) eine Rezension – „in Straßburg und Aarhus/Dänemark große Anerkennung gefunden“:

„WERNER SPITZER, Maler und Graphiker aus Heilbronn-Neckargartach, stellt bis 31. Mai in der Stadtbücherei Heilbronn seine neuesten Werke vor, die z.T. bereits auf Ausstellungen in Straßburg und Aarhus/Dänemark große Anerkennung gefunden haben. Eine Reihe dieser Arbeiten hat der Künstler unter das Thema Kontraste gestellt:zeitgemäße, aber auch lyrisch aufgefßate Gegenüberstellungen von Themen und Formstrukturen in einem Objekt. die Ausstellung ist werktags von 9 bis 18 Uhr und samtsa von 9 bis 13 Uhr geöffnet.[9]

Werner Spitzers Werke sind nach der Stuttgarter Zeitung pastellfarbene, phantasievolle Ölbilder, Zeichnungen und Materialbildern: „Zartfarbige Rosa-, Grau- und Blautöne“ :

„Eine pastellfarbene, phantasievolle Traumwelt präsentiert der Heilbronner Maler und Grafiker Werner Spitzer in seinen Ölbildern, Zeichnungen und Materialbildern … Zartfarbige Rosa-, Grau- und Blautöne scheint Werner Spitzer zu bevorzugen. Das geht manchmal ins Auge, wie man bei einigen Arbeiten feststellen muß; kann aber auch zu recht reizvollen Resultaten führen, wie ein differenziert grau in grau abgestuftes, mit Drahtgeflechtstücken belebtes Materialbild („Wintertag“) beweist. Zu den besten Arbeiten dieser Ausstellung gehören die Federzeichnungen; eines seiner amüsantesten Bilder heißt „Torschrei“. Hier reduziert er Inhalte auf das Wesentliche in Farbe und Form (Kunsthöfle im Amtsgericht, Bad Cannstatt. Bis 31. Mai.)[10]

„Medaille für Heilbronner Künstler<br\> Werner Spitzer, Heilbronn-Neckargartach, wurde als einziger Deutscher in diesem Jahr auf der Ausstellung ‚Die Künste in Europa‘ in Brüssel ausgezeichnet. Spitzer hatte fünf größere Federzeichnungen ausgestellt, von denen wir hier das Blatt ‚Vereinigung‘ (Zwei Bäume) im Bild zeigen. Seine Federzeichnung ‚Erlebnis Wald‘ war das Katalogbild der Ausstellung. Sie wird alljährlich vom ‚Conseil Européen d'Art et Esthétique‘ veranstaltet. In diesem Jahr (15.-27.Juni) war sie von 82 Künstlern aus 21 Ländern, darunter Kanada, USA, Afrika und zum ersten mal auch die UdSSR mit 19 Künstlern, mit über tausend Werken der Malerei und Plasitk beschickt. Werner Spitzer ist Mitglied der Künstlergilde Esslingen und seit kurzer Zeit auch des Künstlerbundes Heilbronn, in dessen Sommerausstellung er gegenwärtig ebenfalls Federzeichnungen und ein Gemälde ausstellt. Er bevorzugt stark abstrahierte Kompositionen, denen er Motive der Natur zugrundelegt und sie in einen neuen Zusammenhang bringt.[11]

„Erste Erfolge seines Schaffens zeigten sich … vor allem aber auf der ‚Les arts en europe‘ in Brüssel, auf der er 1971 als einziger Deutscher mit einer Medaille ausgezeichnet wurde… Besonders erfolgreich verlief die Ausstellung in der Kunstgalerie Boudewijn-Park von Brügge St.-Michels im Dezember 1972. Es war das zweite Mal, daß bei dieser Ausstellung ein ausländischer Künstler mitwirken konnte…Der belgische Schriftsteller Fernand Bonneur würdigte bei der Eröffnung das Schaffen des Künstlers. Die belgische Presse berichtete ausführlich über die Ausstellung. ‚So verbindet sich bei dem nun Sechzigjährigen, der seinen jugendlichen Elan keinesfalls verloren hat, künstlerisches Schaffen mit solidem handwerklichen Schaffen‘.[12]

„ Werner Spitzer … konnte 1971 – durch Verleihung einer Medaille – auf der Brüsseler Ausstellung ‚Les Arts eun Europe‘ auch einen international beachtlichen Erfolg verzeichnen.[13]

Zum 75.Geburtstag von Spitzer fanden Ausstellungen statt, die in der Rhein-Neckar-Zeitung Erwähnung fanden, dabei erfolgt auch eine Beschreibung seines Stils und sein Werdegang:

„ … Die Ausstellung wird zum 75. Geburtstag des Künstlers veranstaltet und will einen Querschnitt durch das vielseitige Schaffen des Malers und Graphikers Werner Spitzer bieten, dessen Spektrum thematisch von Landschaftseindrücken über figurative Darstellungen bis zu phantastischen Traumgebilden und gestalterisch von der Gegenständlichkeit bis zur weitgehenden Abstraktion reicht. Die Zugehörigkeit zur ‚Wandervogel‘-Bewegung und die Begegnung mit dem Maler Fritz Dressler, ehemals Meisterschüler der Breslauer Kunstakademie, prägten wesentlich die Persönlichkeit des in Schlesien augewaschsenen gelernten Dekorationsmalers, der sich auch als Liedsänger und Poet betätigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Spitzer sich in Heilbronn eine neue berufliche Esitenz auf und bildete sich als Künstler autodikadaktisch weiter. Er ist seit 1969 Mitglied des Künstlerbundes Heilbronn und der Künstlergilde Esslingen und trat durch zahlreiche Asustellungen im In- und Ausland hervor, viele seiner Arbieten befinden sich in öffentlichem oder privatem Besitzt.[14]

Werner Spitzer hätte im diesem Jahr 2013 am 10. März seinen 100. Geburtstag.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Spitzer *10.3.1913 †18.10.2000. In: Heilbronner Stimme. Nr. 244, 21. Oktober 1971, S. 17.
  2. Gert K. Nagel: Schwäbisches Künstlerlexikon: vom Barock bis zur Gegenwart. München: Kunst und Antiquitäten, 1986 ISBN 3-921811-36-8, S. 114 [Sonder – Stärk].
  3. Künstlerisches Streben und solides handwerkliches Schaffen. Werner Spitzer wurde 60 Jahre alt. In: Deutsche Handwerks-Zeitung. Wirtschaftszeitung für Handwerk und Gewerbe (Heute mit DHZ Journal). Nr. 6, 23. März 1973, S. 3.
  4. 30 Jahre Künstlerbund Heilbronn, Sommerausstellung 1979, Heilbronn 1979, S. 142/143.
  5. Kulturkatalog 1993, Stadt Heilbronn 1992, S. 169.
  6. Hans Blaschek:Les arts en Europe. Catalogue 1970, S. 19, 50.
  7. Werkliste übernommen aus www.autoren-bw.
  8. Hans Blaschek:Les arts en Europe. Catalogue 1970, S. 19, 50.
  9. WERNER SPITZER… In: Rhein-Neckar-Zeitung. Nr. 115, S. 3.
  10. muk: Rosarote Träume. In: Stuttgarter Zeitung. Nr. 112, 18. Mai 1978, S. 17.
  11. Medaille für Heilbronner Künstler. In: Heilbronner Stimme. Nr. 152, 7. Juli 1971, S. 5.
  12. Künstlerisches Streben und solides handwerkliches Schaffen. Werner Spitzer wurde 60 Jahre alt. In: Deutsche Handwerks-Zeitung. Wirtschaftszeitung für Handwerk und Gewerbe (Heute mit DHZ Journal). Nr. 6, 23. März 1973, S. 3.
  13. Künstlerisches Streben und solides handwerkliches Schaffen. Werner Spitzer wurde 60 Jahre alt. In: Deutsche Handwerks-Zeitung. Wirtschaftszeitung für Handwerk und Gewerbe (Heute mit DHZ Journal). Nr. 6, 23. März 1973, S. 3.
  14. Bilder von Werner Spitzer. In: Rhein-Neckar-Zeitung. Nr. 58, 10. März 1988, S. 5.

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