Walter Zimmermann (Widerstandskämpfer)

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Stolperstein für Walter Zimmermann

Walter Zimmermann (geboren am 8. Februar 1910 in Berlin; hingerichtet am 8. Januar 1945 im Zuchthaus Brandenburg) war ein deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben[Bearbeiten]

Zimmermann war SPD-Mitglied und arbeitete als Feinmechaniker bei den Askania Werken in Mariendorf. Dort bildete er gemeinsam mit Paul Hirsch, Paul Junius, Karl Ladé und einigen anderen Personen, die sich bereits aus dem organisierten Arbeitersport kannten, den Kern der dortigen Betriebsgruppe der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation.[1] Karl Lade, Kurt Rühlmann und Walter Zimmermann wechselten 1943/44 in das Zweigwerk der Askania Werke in Weißensee, wo sie sich weiterhin im Widerstand engagierten.[2] Die Gruppe unterstützte ausländische Zwangsarbeiter, sammelte für sie Lebensmittel, Medikamente und Kleidung, verbreitete Flugblätter mit Nachrichten von „Feindsendern“ über den tatsächlichen Kriegsverlauf und verübte eine Reihe von Sabotageaktionen im Betrieb, der kriegswichtige Präzisionsinstrumente herstellte. 21 Mitglieder der Gruppe wurden im Verlauf einer Verhaftungswelle durch die Gestapo festgenommen, darunter Walter Zimmermann am 25. Juli 1944. Sie wurden wegen Hochverrats, Feindbegünstigung und Nichtanzeige dieser Delikte angeklagt.[3] Alle Festgenommenen wurden am 30. November 1944 vom Volksgerichtshof verurteilt, vier davon, Karl Ladé, Kurt Rühlmann, Stanislaus Szczygielski und Walter Zimmermann, zum Tode.[4]

Walter Zimmermann wurde am 8. Januar 1945 im Zuchthaus Brandenburg mit dem Fallbeil hingerichtet.[5]

Gedenken[Bearbeiten]

Am 6. März 2009 verlegte Gunter Demnig vor seiner letzten Wohnadresse Werdohler Weg 11 einen Stolperstein (52° 34′ 15″ N, 13° 16′ 55″ O52.57083313.281944).

Gedenktafel in der Großbeeren­straße 2 in Berlin-Mariendorf

In der Großbeerenstraße 2 in Berlin-Mariendorf befindet sich seit 2014 eine Gedenktafel für sieben Opfer des Arbeiterwiderstands in den Askania-Werken, darunter auch Walter Zimmermann (52° 26′ 21″ N, 13° 22′ 53″ O52.43916713.381389).[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-Rainer Sandvoß: Die "andere" Reichshauptstadt. Lukas Verlag, Berlin 2007, ISBN 3-936872-94-5, S. 588.
  2. Hans-Rainer Sandvoß: Die "andere" Reichshauptstadt. Lukas Verlag, Berlin 2007, ISBN 3-936872-94-5, S. 592.
  3. Annette Neumann: Betriebszellen der Saefkow-Jacob-Baestein-Organisation. Vortrag am 22. Januar 2009. (PDF; 28 KB) S. 6-8, abgerufen am 4. April 2015.
  4. Hans-Rainer Sandvoß: Die "andere" Reichshauptstadt. Lukas Verlag, Berlin 2007, ISBN 3-936872-94-5, S. 592.
  5. Einweihung des Denkzeichens an den Arbeiterwiderstand in der Askania Werke AG gegen das NS-Regime. Abgerufen am 13. April 2015.
  6. Einweihung des Denkzeichens an den Arbeiterwiderstand in der Askania Werke AG gegen das NS-Regime. Abgerufen am 13. April 2015.
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