Wagnis (Forschung)

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Die Forschung auf dem Gebiet Wagnis, auch als Wagnisforschung bezeichnet, ist ein in den Humanwissenschaften verorteter, interdisziplinär strukturierter Forschungsbereich. Er hat zum einen das Phänomen Wagnis und zum anderen den sich bewusst Gefahren und Grenzsituationen aussetzenden Menschen zum Gegenstand. Dabei ist er sowohl der Grundlagenforschung[1][2] als auch dem Praxisbezug in Form einer Anwendungsforschung verpflichtet.[3][4]

Forschungsgegenstand[Bearbeiten]

Wagnisforschung hat eine objektbezogene und eine subjektbezogene Ausrichtung: Die systematische Erkenntnisgewinnung richtet sich einerseits auf die (personunabhängigen) Situationen in verschiedenen Lebensbereichen, die aufgrund ihres immanenten Risikogehalts ein bestimmtes Wagnis erfordern. Sie gilt andererseits dem sich mit solchen Unsicherheiten konfrontierenden und in ihnen handelnden Menschen mit seinen Sinnvorstellungen, seinem Wertesystem und seinem praktischen Verhalten in der konkreten Gefahrenlage. Dabei ist das Suche- (im Extremfall auch Sucht-)Verhalten von gleichem wissenschaftlichem Interesse wie das Meide- (im Extremfall auch Verweigerungs-)Verhalten. Daraus ergeben sich drei Forschungsansätze:

1. Unter dem Sachaspekt werden die Lebenssituationen und Ereignisse ermittelt, die überhaupt Wagnisbereitschaft erfordern. Es wird der Frage nachgegangen, wie diese Risikokonstellationen strukturiert sind, welche evolutionsgeschichtliche, anthropologische, kulturelle, gesellschaftliche Bedeutung ihnen zuzumessen ist, wo die verantwortbaren Grenzen im Umgang zu ziehen sind, welche Handlungsalternativen sich bieten, wie Wagnisverhalten grundsätzlich und möglichst objektiv zu bewerten ist.[5][6]

2. Der personale Aspekt befasst sich mit den innermenschlichen Vorgängen bei der Einlassung auf wagnishaltige Gegebenheiten. Er richtet den Fokus auf die entsprechenden Triebstrukturen, auf die Motivationslage, die spezifischen Angstdispositionen, die Gefahrenwahrnehmung, die Erwartungshaltungen, die Kompetenzausstattung, die Wertmaßstäbe, die Handlungsspielräume, die Typologie des wagnisbereiten bzw. wagnisscheuen Menschen und die Konsequenzen für die Entwicklung seiner Persönlichkeit. Es geht um das systematische Erfassen der personell bedingten Ursachen für das Handeln oder Nichthandeln bzw. die Handlungsmodalitäten in risikobehafteten Situationen.[7][8]

3. Der gesellschaftliche Aspekt erweitert den Blickwinkel von den individuellen Charaktermerkmalen der Einzelpersönlichkeit auf das Erscheinungsbild einer (wagnisfeindlichen oder wagnisbereiten) Geisteshaltung in größeren Gemeinschaften. Es wird versucht, die eine Gesellschaft prägende, vorherrschende Verhaltenstendenz aufzuspüren und die Auswirkungen auf deren Reformfähigkeit, Kreativität, Wohlstand, kulturelle und humane Entwicklung herauszufinden. Hierbei kommt der Aufarbeitung historischer wie aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und den Kulturvergleichen eine hohe Bedeutung zu. Sie können wertvolle Aufschlüsse über den Aufstieg bzw. Verfall von Hochkulturen und Gesellschaftsformen geben.[9][10]

Geschichte[Bearbeiten]

Die eine Forschung ermöglichenden Materialien reichen so weit zurück, wie belastbare historische Dokumente über die großen Wagenden der Menschheitsgeschichte und von den Historikern kritisch geprüfte Ereignisse verfügbar sind. Solche können heute in Form von Biografien, Monografien, Selbstzeugnissen, Zeitdokumenten aus Archiven in großer Zahl abgerufen werden. So ist z.B. die Persönlichkeit des Gajus Julius Cäsar, dessen gravierender Wagnisschritt der Überschreitung des Rubikon mit seinem Heer die antike Welt entscheidend veränderte, durch mehrere Historiker gut dokumentiert: Nach der von den Biografen Sueton (Divus Julius, 31) und Plutarch (Leben des Caesar 32, 7) überlieferten Diskussion mit dem Augenzeugen Asinius Pollio, bei welcher er das Sprachbild vom geworfenen Würfel (alea iacta est bzw. ἀνερρίφθω κύβος) benutzte, war er sich der Tragweite seiner Wagnisentscheidung sehr bewusst. Ähnliches gilt für die Kenntnisse über den religiösen Rebellen Martin Luther oder den Wissenschaftler Galileo Galilei. Weniger fassbar sind für die Wagnisforschung dagegen Persönlichkeiten wie etwa der Cheruskerfürst Arminius, der zur Befreiung Germaniens seine militärische Karriere und sein persönliches Schicksal aufs Spiel setzte und die Schlacht im Teutoburger Wald gegen die übermächtigen Römer wagte.

Eine systematische Forschung im humanwissenschaftlichen Bereich und in kulturhistorischen Zusammenhängen setzte jedoch erst gegen Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts ein. Pioniere waren Philosophen wie Peter Wust,[1] Kulturhistoriker wie Oswald Spengler,[9] Theologen wie Johannes Messner[11] sowie Pädagogen wie Kurt Hahn[3] oder Hermann Röhrs[5], die starke Impulse aus der dynamischen Jugendbewegung bekamen und die sich herausbildende Reformpädagogik und Erlebnispädagogik in der Folge wesentlich mit prägten. Die ersten Wagnisforscher gewannen ihre Erkenntnisse überwiegend über hermeneutische Methoden.

Während sich die angloamerikanischen, englischsprachigen Wagnisforscher wie Michael Balint, Marvin Zuckerman oder Michael Apter stärker der physiologischen Ursachenerfassung, den Reizmechanismen und einer entsprechenden Typenzuordnung widmen,[12][13][14] versucht die kontinentale, vor allem deutsche, Wagnisforschung von Siegbert A. Warwitz, mehr den Sinngebungen und ethischen Hintergründen auf die Spur zu kommen.[2][15]

Balint unternahm es, eine tiefenpsychologisch begründete Typologie des extrem risikoscheuen und extrem risikobereiten Menschen zu erstellen, die er als Oknophilen bzw. Philobaten bezeichnete. Zuckerman erarbeitete eine Skalierung, mit der sich das Erregungsniveau des einzelnen Menschen und damit der Aktivierungsgrad seines Zentralnervensystems unter dem Aspekt des Sensation Seeking messen ließ. Warwitz kommt das Verdienst zu, die unterschiedlichen wissenschaftlichen Erklärungsmodelle für Wagnisverhalten empirisch aufgearbeitet, analysiert, äquivaliert und evaluiert zu haben. Eine wesentliche Komponente ist dabei die experimentalpsychologische Evidenzprüfung, bei der die Probanden als Wagende bzw. Nichtwagende in statistisch relevantem Umfang aktiv in die Äquivalenz- und Evaluationsprüfungen einbezogen werden.[16] Das von ihm erarbeitete, auf Werte- und Persönlichkeitsbildung ausgerichtete Denkmodell der „Sinnsuche in wachsenden Ringen“ beeinflusst heute wesentlich die didaktischen Entscheidungen und das pädagogische Handeln in der schulischen Wagniserziehung,[17][18] in der Erlebnispädagogik,[19] aber auch in der Werteerziehung außerschulischer Organisationen, etwa der Internationalen Alpenvereine.[20][21]

Wagnisforschung und Risikoforschung[Bearbeiten]

Anders als beim Begriff „Risiko“ ist mit dem Begriff „Wagnis“ bereits eine Doppelbedeutung verbunden: Er bezeichnet über den Sachverhalt einer gefahrenhaltigen Situation hinaus (was dem Begriff Risiko nahekommt) auch das Handeln eines Menschen in dieser Situation. Im Unterschied zur Risikoforschung, die vorrangig einem Sachinteresse an der Berechnung und Abwägung von Risikofaktoren im Sinne statistisch erfassbarer Wahrscheinlichkeiten, der Güterabwägung in materiellen Belangen (etwa bei Börsengeschäften oder einer Firmengründung) nachgeht und der Entwicklung entsprechender Strategien dient, richtet sich das Erkenntnisstreben der Wagnisforschung schwerpunktmäßig auf die menschliche Persönlichkeit und ihren Umgang mit risikobehafteten gefährlichen Situationen.

Während die Risikoforschung entsprechend mehr mathematisch-naturwissenschaftlich orientiert ist, es um eine Kosten/Nutzenabwägung gewichtiger Entscheidungen geht, stehen in der vorrangig geisteswissenschaftlich arbeitenden Wagnisforschung Phänomene wie die Triebsteuerung, die Wertstrukturen und Sinngebungen von Menschen und Völkern im Mittelpunkt. Risikoforschung ist daher eher im Wirtschaftsektor, in Bereichen des Finanzwesens, der Geldanlage, bei Börsengeschäften, bei der Unfallanalyse oder bei Risikoprognosen im Gesundheits- und Versicherungswesen zu finden, während sich Wagnisforschung vorrangig auf den Feldern der Anthropologie, Psychologie, Physiologie, Pädagogik, Philosophie (Ethik), Theologie, Soziologie, Ethnologie, Kulturanthropologie, Kulturgeschichte engagiert. Während die Risikoforschung eher quantitativ darstellbare Datensammlungen anstrebt, die sich statistisch berechnen und auswerten lassen, beschäftigen die Wagnisforschung vorrangig qualitativ geartete, auf Fallanalysen sich stützende Ergebnisse. Es geht auf der einen Seite vorrangig um materielle, auf der anderen um immaterielle Güter bzw. Werte.

Aufgrund einer mangelnden Differenzierung schon der Grundbegriffe sind in der öffentlichen Diskussion immer wieder Verwechslungen in den Aufgabenbereichen zu beobachten.[22] Doch auch Politiker und Journalisten erkennen zunehmend in ihren Publikationen, dass die Begriffe „Risiko“ und „Wagnis“ nicht austauschbar sind.[23][24]

Wagnisforschung und Ethik[Bearbeiten]

Wagnisforschung ist eine engagierte Wissenschaft. Es geht ihr nicht nur darum, ob ein Geschäftsgebaren kaufmännisch Gewinn abwirft oder ein kritisches Verhalten juristisch nicht angreifbar ist, sondern auch darum, ob es human und moralisch vertretbar ist. Anders als bei der rein sachbezogenen Risikoforschung kommt den ethischen Komponenten des Handelns und der entsprechenden Wertausrichtung des entscheidenden und handelnden Menschen bei der Wagnisforschung eine elementare Rolle zu. Sie geht über das bloße Sammeln, Dokumentieren und Kategorisieren von Fakten hinaus Sinnfragen nach und versucht, daraus Werthorizonte für das praktische Handeln zu erschließen.[2][18]

Sinn wird aber nicht von außen zuerteilt, und Wertsetzungen erfolgen aus einem persönlichen Erleben. Da sich die spezifische Sinngebung auf den sehr unterschiedlichen Feldern des Wagens Außenstehenden nur schwer erschließt (ein Theologe findet nicht unbedingt zum sportlichen Wagnis, ein Extremsportler nicht unbedingt zum Wagnis des religiösen Glaubens einen Zugang), Wagnisentscheidungen aber mit dem Wertgefüge des einzelnen Menschen eng verknüpft sind, ist nach Warwitz für die „verstehende Analyse“ eine Affinität der Wertvorstellungen hilfreich bis notwendig.[25] Da das Wagnis zudem wesentlich von seinem Erlebnischarakter bestimmt wird, sind die Entscheidungsmechanismen des Wagenden –auch durch ihn selbst- rein intellektuell kaum vollgültig erfassbar und erfordern zusätzlich ein empathisches Verstehen.[15] Er zitiert dazu einen Neunjährigen zu seinen Beweggründen für den scheinbar sinnlosen Sprung von einer sieben Meter hohen Kanalbrücke mit der Aussage: "Das kann man nicht erklären. Das muss man gemacht haben. Dann weiß man’s." Entsprechend wird seitens der Wagnisforschung der praxisnahen Feldforschung sowie der möglichst breit gestreuten Eigenerfahrung des Wagnisforschers auf verschiedenen Wagnisfeldern eine große Bedeutung zugemessen.

Theoriebildung[Bearbeiten]

→ Siehe auch: Wagnis (Psychologie)

Wagnistheorien werden aus Hypothesen entwickelt. Diese ergeben sich aus einer Aufarbeitung des bereits vorhandenen, schriftlich und bildlich fixierten Wissensbestands, aus der historischen Betrachtung wagnisbereiter Persönlichkeiten und Kulturvölker, aus systematischen Beobachtungen der aktuellen Wagnisszenen sowie aus der Befragung der Wagnisaktiven und Wagnisverweigerer. Das Rohmaterial (die sogenannten Rohscores) werden in kritischen Analysen gesichtet, sortiert und dokumentiert. In einem weiteren Schritt folgt eine Bewertung der gewonnen Erkenntnisse nach ihrer Bedeutung für den Einzelnen und die Gesellschaft, auch unter ethischen Kriterien. Ein dritter Schritt prüft die Praxisrelevanz der Denkmodelle, etwa in entwicklungspsychologischer, pädagogischer, therapeutischer oder gesellschaftspolitischer Hinsicht. Gleichsinnige Motivkomplexe werden einer Kategorisierung unterzogen und zur Theoriebildung genutzt.

Der Experimentalpsychologe Warwitz hat in umfangreichen empirischen Erhebungen neun Erklärungsmodelle für Wagnisverhalten herausgearbeitet und in Befragungsaktionen mit Akteuren verschiedenster Wagnisszenen evaluiert.[26]

Problemkomplexe in Beispielen[Bearbeiten]

Die folgenden Beispiele laufender bzw. abgeschlossener Forschungsvorhaben sind einer von Siegbert A. Warwitz an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe für Masterarbeiten, Dissertationen und Habilitationsvorhaben herausgegebenen Themenliste entnommen.

Sachbezogene Themen

  • Das Wagnis im Spiegel der Klassischen Literatur (Schiller: Don Carlos, Kleist: Der Prinz von Homburg, Goethe: Faust I u.a.)
  • Rezeption und Realisation der Wagnisproblematik in zeitgenössischen Filmen und TV-Produktionen
  • Risikobeherrschung und Opferbereitschaft als Ingredienzien für Wagniskompetenz
  • Die Funktionen von Mut und Angst in wagnishaltigen Situationen und ihre Steuerung[8][27]
  • Das Ordal als Methode der Sinnsuche[28][29]
  • Risikosport-Akrosport-Wagnissport—Konvergenzen, Divergenzen und Ambivalenzen im Sinnfindungsprozess

Personenbezogene Themen

Gesellschaftsbezogene Themen

  • Die Rolle der Zivilcourage für das menschliche Zusammenleben[8]
  • Geschlechtsspezifisches Verhalten in Wagnis fordernden Situationen (als empirische Genderstudie)
  • Risikobewusstsein und Wagnisverhalten in der alpinen Kletterszene/beim Bergsport (eine Analyse des Unfallgeschehens)[6][21]
  • Die Bedeutung von Wagniskompetenz für die Reformfähigkeit und Restrukturierung krisenbedrohter Gesellschaftssysteme (eine historische Analyse)[6][10]
  • Wagniskompetenz als Kriterium für nachhaltigen Manager-/Unternehmererfolg
  • Extremsport, Grenzgängertum, Sensationssuche als aktuelle Zeitphänomene[14][32]
  • Wagnissuchender und Abenteurer als Berufsbild

Kulturbezogene Themen

  • Mutprobenrituale im interkulturellen Vergleich[33]
  • Oswald Spenglers Hypothese vom Wandel der Kulturen im Lichte neuerer Wagnisforschung[9]
  • Das ethisch fundierte Wagnis als Kultur schaffendes und Kultur tragendes Element[34]
  • Die Pflicht zum Wagnis als Auftrag der Evolution bzw. der christlichen Schöpfungslehre[6][11]
  • Wagnisszenarien bei Tieren und Menschen, - Analogien und Differenzen
  • Evaluation der Theorie vom Leben in wachsenden Ringen[35]

Bildungsbezogene Themen

  • Interdependenzen von Anlage und Sozialisation im Aneignungsprozess von Wagniskompetenz[36]
  • Entwicklungspsychologische Auswirkungen von Wagnissuche und Wagnisverweigerung[8][37]
  • Didaktik und Methodik der Wagniserziehung
  • Realisierungsmöglichkeiten von Wagniserziehung in den Fächern der Schule[17]
  • Wagniserziehung im Sportunterricht[18]
  • Entwicklung eines Curriculum Wagniserziehung

Praxisrelevante Folgerungen[Bearbeiten]

→ Siehe auch: Wagniserziehung

Wagnisforschung kennzeichnet sich neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisstreben und der Theoriebildung durch ihren stringenten Praxisbezug: Der Wissenszuwachs kommt in wesentlichen Teilen aus der unmittelbaren Feldforschung und wird nach einer Phase der Reflexion (z.B. über ethische Werte, Entwicklungsimpulse oder Sinnfragen) wiederum den einzelnen Anwendungsbereichen dienstbar gemacht, etwa in Form einer pädagogisch orientierten Wagniserziehung.[4][37][38]

Neben dem ersten Zielbereich Schule und Erziehung schlagen sich die Ergebnisse der Wagnisforschung auch in der Arbeit außerschulischer Verbände, etwa bei Ausbildung und Einsatz der Eliteeinheiten von Bundeswehr und Polizei[39][40] oder in der Jugend- und Familienarbeit der deutschen, österreichischen, schweizer und südtiroler Alpenvereine nieder.[15][20]

Fachliche Zuordnung und Institutionelle Verankerung[Bearbeiten]

Die Wagnisforscher haben ihre Wurzeln in unterschiedlichen Mutterwissenschaften (z.B. der Psychologie, der Sportwissenschaft oder der Pädagogik). Sie sind jedoch im Regelfall über ihr Fachgebiet hinaus interdisziplinär orientiert (Anthropologie, Ethnologie, Verhaltensforschung, Kulturgeschichte).

Institutionell findet sich Wagnisforschung vornehmlich an die Forschung und Lehre von Universitäten, Wissenschaftlichen Hochschulen oder Wissenschaftlichen Einrichtungen (Institute, Projektaufträge etc.) angebunden. Auf diese Weise ist die Mittelbeschaffung für Personal und Sachaufwand gesichert, ist die Beteiligung von Nachwuchswissenschaftlern an Forschungsprojekten möglich, ist die Vermittlung von Forschungsergebnissen in der wissenschaftlichen Lehrerbildung garantiert. Dies wird aus den Seminarangeboten, besonders in der Psychologie, Soziologie, Pädagogik oder Sportwissenschaft ersichtlich. Die Wagnisforschung verfügt über den deutschen Sprachraum hinaus inzwischen über eine beträchtliche Zahl wissenschaftlicher Publikationen sowie Staatsexamens-, Diplom-, Magisterarbeiten[19] und Dissertationen.[38][41] Man kann heute zur Wagnisthematik promovieren und sich habilitieren.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Apter: The Dangerous Edge. The Psychology of Excitement. New York 1992
  • Michael Apter: Danger: Our Quest for Excitement. Oneworld Publications. Oxford 2007. ISBN 978-1-85168-481-6
  • Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG) . Berlin 2006
  • Michael Balint: Angstlust und Regression. 5. Auflage. Stuttgart 1999
  • Brockhaus-Enzyklopädie: Der große Brockhaus. 24 Bde. 21. Auflage 2006
  • Daniel Cohn-Bendit: Das Wagnis der multikulturellen Demokratie. Hamburg 2003
  • Deutscher Alpenverein (DAV)(Hrsg.): Risiko - Gefahren oder Chance ? Tagungsband der Ev. Akademie Bad Boll. München 2004
  • Andi Dick: Vom Recht auf Risiko. In: Berg 2012. Alpenvereinsjahrbuch. Tyrolia. München-Innsbruck-Wien-Bozen 2012. Seiten 186-195
  • Duden: Wörterbuch der deutschen Sprache. 12 Bde. Mannheim 25. Auflage./ Bd. 8: Synonymwörterbuch 4. Auflage 2009
  • Irenäus Eibl-Eibesfeldt: Der Mensch – das riskierte Wesen'. 3. Auflage. München 1997
  • Kurt Hahn: Erziehung zur Verantwortung. Stuttgart 1958
  • Wolther von Kieseritzky (Bearb.): Mehr Demokratie wagen. Willy Brandt. Innen- und Gesellschaftspolitik 1966-1974. Bonn (Dietz) 2001
  • Klaus Kopfermann (Hrsg,): Otto Lilienthal: Über meine Flugversuche 1889-1896, (VDI Verlag) Düsseldorf 1987
  • Maria Limbourg: Mutproben im Kindes- und Jugendalter. In: Sache-Wort-Zahl 107(2010) Seiten 35-42
  • Johannes Messner: Das Wagnis des Christen. Innsbruck-Wien-München 1960
  • Reinhold Messner: Berge versetzen – Das Credo eines Grenzgängers. BLV. München 1993. ISBN 3-405-14561-9
  • Peter Neumann: Das Wagnis im Sport. Schorndorf 1999
  • Horst W. Opaschowski: Xtrem. Der kalkulierte Wahnsinn. Extremsport als Zeitphänomen. Germa-Press Verlag 2000. ISBN 3-924865-33-7
  • J. Raithel: Mutproben im Übergang vom Kindes- ins Jugendalter. Befunde zu Verbreitung, Formen und Motiven. In: Zeitschrift für Pädagogik, 49 (2003) Seiten 657-674.
  • J. Raithel: Mutproben als moderne Initiationsriten für Jugendliche? In: S. Escher, H. M. Griese (Hrsg.): Ritualtheorie, Initiationsriten und empirische Jugendweiheforschung. Stuttgart 2002. Seiten 34-46.
  • Hermann Röhrs (Hrsg.): Bildung als Wagnis und Bewährung. Heidelberg 1966
  • Wolfram Schleske: Abenteuer-Wagnis-Risiko im Sport. Schorndorf (Hofmann) 1977
  • Martin Scholz: Erlebnis-Wagnis-Abenteuer. Sinnorientierungen im Sport. Schorndorf (Hofmann) 2005. ISBN 3-7780-0151-5.
  • Mathias Schüz (Hrsg.): Risiko und Wagnis. Die Herausforderung der industriellen Welt. Bd. 1 und 2, Pfullingen 1990
  • Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes. 2 Bde. München 1969
  • Nadine Stumpf: Abenteuer im Schulsport. Was Kinder sich wünschen und wie man diese Wünsche realisieren kann. Wiss. Staatsexamensarbeit GHS. Karlsruhe 2001
  • Judith Völler: Abenteuer, Wagnis und Risiko im Sport der Grundschule. Erlebnispädagogische Aspekte. Wiss. Staatsexamensarbeit GHS. Karlsruhe 1997
  • Siegbert A. Warwitz: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten. Baltmannsweiler (Schneider) 2001. ISBN 3-89676-358-X
  • Siegbert A. Warwitz: Brauchen Kinder Risiken und Wagnisse? In: Grundschule 11(2002) Seiten 54–55. ISSN 0533-3431
  • Siegbert A. Warwitz: Wachsen im Wagnis. Vom Beitrag zur eigenen Entwicklung. In: Sache-Wort-Zahl 93 (2008) Seiten 25-37. ISSN 0949-6785
  • Siegbert A. Warwitz: Vom Sinn des Wagens. Warum Menschen sich gefährlichen Herausforderungen stellen. In: DAV (Hrsg.) Berg 2006. München-Innsbruck-Bozen 2005. Seiten 96-111. ISBN 3-937530-10-X.
  • Siegbert A. Warwitz: Mutig sein. Basisartikel. In: Sache-Wort-Zahl 107(2010) Seiten 4-10
  • Siegbert A. Warwitz: Angst vermeiden - Angst suchen - Angst lernen. In: Sache-Wort-Zahl 112 (2010) Seiten 10-15
  • Siegbert A. Warwitz: Wagnis muss sich lohnen. Interview in: bergundsteigen 3(2011) Seiten 40-46
  • Peter Wust: Ungewissheit und Wagnis. Der Mensch in der Philosophie. Münster 1965
  • Marvin Zuckerman: Sensation Seeking. Beyond the optimal level of arousal. Hillsdale 1979

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Peter Wust: Ungewissheit und Wagnis. Der Mensch in der Philosophie. Münster 1965
  2. 2,0 2,1 2,2 Siegbert A. Warwitz: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten. Baltmannsweiler 2001
  3. 3,0 3,1 Kurt Hahn: Erziehung zur Verantwortung. Stuttgart 1958
  4. 4,0 4,1 Siegbert A. Warwitz: Wachsen im Wagnis. Vom Beitrag zur eigenen Entwicklung. In: Sache-Wort-Zahl 93 (2008) Seiten 25-37
  5. 5,0 5,1 Hermann Röhrs (Hrsg.): Bildung als Wagnis und Bewährung. Heidelberg 1966
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 Wagnis muss sich lohnen (PDF; 637 kB). Interview mit dem Wagnisforscher S.A. Warwitz
  7. Irenäus Eibl-Eibesfeldt: Der Mensch – das riskierte Wesen. 3. Auflage. München 1997
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 Siegbert A. Warwitz: Mutig sein. Basisartikel. In: Sache-Wort-Zahl 107(2010) Seiten 4-10
  9. 9,0 9,1 9,2 Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes. 2 Bände. München 1969
  10. 10,0 10,1 Mathias Schüz (Hrsg.): Risiko und Wagnis. Die Herausforderung der industriellen Welt. Pfullingen 1990
  11. 11,0 11,1 Johannes Messner: Das Wagnis des Christen. Innsbruck-Wien-München 1960
  12. Michael Balint: Angstlust und Regression. 5. Auflage. Stuttgart 1999
  13. Marvin Zuckerman: Sensation Seeking. Beyond the optimal level of arousal. Hillsdale 1979
  14. 14,0 14,1 Michael Apter: Danger: Our Quest for Excitement. Oneworld Publications. Oxford 2007
  15. 15,0 15,1 15,2 Siegbert A. Warwitz: Vom Sinn des Wagens. Warum Menschen sich gefährlichen Herausforderungen stellen. In: DAV (Hrsg.) Berg 2006. München-Innsbruck-Bozen 2005. Seiten 96-111
  16. Siegbert A. Warwitz: Erklärungsmodelle für das Streben nach Wagnis. In: Ders.: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Baltmannsweiler 2001. Seiten 98-308
  17. 17,0 17,1 Nadine Stumpf: Abenteuer im Schulsport. Was Kinder sich wünschen und wie man diese Wünsche realisieren kann. Wiss. Staatsexamensarbeit GHS. Karlsruhe 2001
  18. 18,0 18,1 18,2 Martin Scholz: Erlebnis-Wagnis-Abenteuer. Sinnorientierungen im Sport. Schorndorf 2005
  19. 19,0 19,1 Judith Völler: Abenteuer, Wagnis und Risiko im Sport der Grundschule. Erlebnispädagogische Aspekte. Wiss. Staatsexamensarbeit GHS. Karlsruhe 1997
  20. 20,0 20,1 Deutscher Alpenverein (DAV)(Hrsg.): Risiko – Gefahren oder Chancen? Tagungsbericht der Ev. Akademie Bad Boll. München 2004
  21. 21,0 21,1 Andi Dick: Vom Recht auf Risiko. In: Berg 2012. Alpenvereinsjahrbuch. Tyrolia. München-Innsbruck-Wien-Bozen 2012. Seiten 186-195
  22. Siegbert A. Warwitz: Was Wagen und Riskieren bedeuten. In: Ders.: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten. Baltmannsweiler 2001. Seiten 13-19
  23. Wolther von Kieseritzky (Bearb.): Mehr Demokratie wagen. Willy Brandt. Innen- und Gesellschaftspolitik 1966-1974. Bonn 2001
  24. Daniel Cohn-Bendit: Das Wagnis der multikulturellen Demokratie. Hamburg 2003
  25. Wagnis muss sich lohnen Interview in der Zeitschrift bergundsteigen Oktober 2011
  26. Siegbert A. Warwitz: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten. Baltmannsweiler 2001. Seiten 98-292
  27. Siegbert A. Warwitz: Angst vermeiden - Angst suchen - Angst lernen. In: Sache-Wort-Zahl 112 (2010) Seiten 10-15
  28. Siegbert A. Warwitz: Die Ordaltheorie. In: Ders.: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten. Baltmannsweiler 2001. Seiten 113-141
  29. D. Le Breton: Lust am Risiko. Frankfurt 1995
  30. Klaus Kopfermann (Hrsg,): Otto Lilienthal: Über meine Flugversuche 1889-1896. Düsseldorf 1987
  31. Reinhold Messner: Berge versetzen – Das Credo eines Grenzgängers. München 1993
  32. Horst W. Opaschowski: Xtrem. Der kalkulierte Wahnsinn. Extremsport als Zeitphänomen. 2000
  33. J. Raithel: Mutproben im Übergang vom Kindes- ins Jugendalter. Befunde zu Verbreitung, Formen und Motiven. In: Zeitschrift für Pädagogik, 49 (2003) Seiten 657-674
  34. Siegbert A. Warwitz: Wagnis muss Wesentliches wollen. In: Ders.: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten. Baltmannsweiler 2001. Seiten 293-308
  35. Siegbert A. Warwitz: Die Theorie vom Leben in wachsenden Ringen. In: Ders.: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten. Baltmannsweiler 2001. Seiten 257-292
  36. Siegbert A. Warwitz: Wer sich entwickeln will, muss sich wagen. In: Ders.: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten. Baltmannsweiler 2001. Seiten 26-31
  37. 37,0 37,1 Siegbert A. Warwitz: Brauchen Kinder Risiken und Wagnisse? In: Grundschule 11(2002) Seiten 54–55
  38. 38,0 38,1 Peter Neumann: Das Wagnis im Sport. Schorndorf 1999
  39. Reinhard Scholzen: SEK: Spezialeinsatzkommandos der deutschen Polizei. 5. Auflage. Stuttgart 2006
  40. Kerstin Froese, Reinhard Scholzen: GSG 9. Stuttgart 2007
  41. Wolfram Schleske: Abenteuer-Wagnis-Risiko im Sport. Schorndorf 1977
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