Vordenker

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Als Vordenker oder Vordenkerin bezeichnet man eine Person, die durch ihre innovativen Gedanken, Schriften und richtungweisendes, motivierendes Verhalten konkreten Entwicklungen in bestimmten Bereichen des menschlichen Lebens (zum Beispiel Politik, Naturwissenschaften, Kunst, Religion u.s.w.) einen Durchbruch oder eine Basis schafft und damit der Weiterentwicklung den Weg bereitet.

Im Gegensatz zum Protagonisten, der vor allem durch sein Handeln und seine Taten auszeichnet, spielt beim Vordenker die intellektuelle Konstruktion und das Erkennen der Situation und des Zeitgeistes die bedeutendere Rolle. Der Begriff Vordenker ist per se weder positiv noch negativ belegt.

Etymologie[Bearbeiten]

Vordenker: "Ein Denker, welcher andern vordenket, im Denken vorangehet, die Bahn bricht".

Das Verb vordenken, älter fürdenken, d.h. voraus denken, furidenchen (althochdeutsch), bedeutet "vor andern denken", "ihnen im Denken vorangehen", "die Bahn brechen, so dasz ihnen nachher das Denken über dieselben Gegenstände und überhaupt leichter wird". Eine andere Bedeutung, "mehr als andere denken, sie im Denken übertreffen", ist nur konstruiert.

Es ist Synonym zu

  • vorausdenken, d.h. seine Gedanken auf etwas richten, das nicht unmittelbar vorliegt, auch im voraus in Gedanken feststellen (oder bestimmen).
  • vor andern, eher als sie denken

Im Zusammenhang mit Nachdenken ist Vordenken zunächst zeitlich zu verstehen: "Es ist besser vordencken als nachdencken.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Josef Kozljanič: Lebensphilosophische Vordenker des 18. und 19. Jahrhunderts. 1. Auflage. Albunea-Verlag, München 2008, ISBN 978-3-937656-09-0.
  • Stefan Bollmann und Christiane Naumann: Vordenkerinnen. Zehn außergewöhnliche Lebensbilder. 1. Auflage. Wilhelm Goldmann 2000, ISBN 978-3442443321.
  • Nikolaus Piper: Die neuen Ökonomen : Stars, Vordenker und Macher der deutschsprachigen Wirtschaftswissenschaft. 1. Auflage. Schäffer-Poeschel, Stuttgart 1997, ISBN 3-7910-1170-7.
  • Götz Aly und Susanne Heim: Vordenker der Vernichtung : Auschwitz und die deutschen Pläne für eine neue europäische Ordnung. 1. Auflage. Hoffmann und Campe, Hamburg 1991, ISBN 3-455-08366-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grimms Wörterbuch (1934), Band 26, Spalte 948
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