Ursula Sarrazin

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Ursula Sarrazin (* September 1951 als Ursula Breit) war eine deutsche Schullehrerin in Berlin.

Ursula Sarrazin wurde durch Pressemeldungen bekannt, in die sie nach Auseinandersetzungen mit Eltern von Schülern gelangte, die sie an Berliner Grundschulen unterrichtete. Sie stand eine zeitlang im Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen über schulische Disziplin und Lehrerautorität; als Ehefrau des umstrittenen SPD-Politikers und Autors Thilo Sarrazin wurde sie später auch in TV-Talkshows geladen.[1]

Streit um autoritäres Verhalten[Bearbeiten]

Ursula Sarrazin unterrichtete von 1999 bis 2002 an einer Charlottenburger Grundschule. Ihr wurde ihr vorgehalten, während dieser Zeit ein Kind mit einer Blöckflöte geschlagen zu haben, was Sarrazin vehement bestritt.[2] Im Herbst 2007 kam es zu Spannungen zwischen Ursula Sarrazin und der Mutter einer ihrer Schülerinnen, nachdem Sarrazin das Kind, eine als angeblich als hochbegabt eingestufte Drittklässlerin, ohne Beschluss einer Klassenkonferenz in die zweite Klasse zurückversetzte.[3] Nachdem ein Schlichtungsversuch des zuständigen Schulrats scheiterte, reichte die Mutter im April 2008 Beschwerde bei der Berliner Schulaufsicht ein.[4] Sarrazin klagte daraufhin bei der Schulverwaltung und erhielt Recht.[5]

Als die Angelegenheit 2008 in die Medien gelangte, beklagten sich weitere Eltern über Sarrazins Unterrichtsstil, warfen ihr vor, Schüler einschüchternd, demütigend und überzogen autoritär zu behandeln und Eltern gegenüber einen unsachlichen Ton anzuschlagen. Ursula Sarrazin entgegnete, sie sei eine fordernde Lehrerin und wies die Vorwürfe zurück.[6] Sarrazin, die von Bild publikumswirksam als „Deutschlands zurzeit umstrittenste Lehrerin“ bezeichnet wurde,[7] wandte sich ihrerseits an die Öffentlichkeit, trat in einer Talkshow auf und gab Interviews, in denen sie den schulischen Leistungsverfall kritisierte.[8] Viele Eltern kümmerten sich ‒ so erklärte sie ‒ nicht ausreichend um den Bildungserfolg ihrer Kinder, und diese seien oft weder in der Lage, sich zu konzentrieren, noch ihre Hände geschickt zu gebrauchen, noch Anweisungen Folge zu leisten.[9] Für die Bildzeitung stellte Ursula Sarrazin im März 2011 auch einen Vorschlagskatalog für Reformen im Schulwesen zusammen.[10]

Im Mai 2011 erhob Sarrazin eine Untätigkeitsklage gegen die Schulverwaltung, da die Elternvorwürfe gegen sie noch nicht abschließend geprüft worden seien.[11]

Sarrazin schied im Sommer 2011 auf eigenen Wunsch aus dem Schuldienst aus.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Parvin Sadigh: Streit um Frau Sarrazin, Die Zeit, 18. Januar 2011
  2. Tagesspiegel Berlin: online "Hat Frau Sarrazin mit der Blöckflöte zugelangt?" gesehen am 21. März 2012
  3. Martin Klesmann: „Wir fordern für Eltern eine Ombudsmannstelle“, Berliner Zeitung, 6. November 2008; Dagmar Rosenfeld: Der Sarrazin-Effekt, Die Zeit, 20. Januar 2011
  4. Die Frau des Senators sorgt für Streit, Berliner Zeitung, 5. November 2008.
  5. Antje Schmelcher: Zu eigensinnig für Berlin? Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. Februar 2011
  6. Sigrid Kneist, Susanne Vieth-Entus: Ursula Sarrazin will nicht mehr lehren, Tagesspiegel, 25. Januar 2011; Im Wortlaut: Ursula Sarrazin wehrt sich, Tagesspiegel, 16. Januar 2011.
  7. Deutschlands zurzeit umstrittenste Lehrerin spricht Klartext: Frau Sarrazin über dumme Schüler, Strafen, Werte und wer sie mobbt, Bild, 16. Januar 2011
  8. Dichter, Denker, Dumpfbacken: Deutschland setzen, 6 Menschen bei Maischberger, 25. Januar 2011 (Video)
  9. Ursula Sarrazin beklagt Unwissen der Schüler Focus online, 15. Januar 2011
  10. Ursula Sarrazin: Das läuft an unseren Schulen falsch! Sieben Thesen zur Bildung an Schulen, Bild, 1. März 2011
  11. Ursula Sarrazin verklagt Verwaltung, Tagesspiegel, 23. Juni 2011; Boris Dombrowski: Ursula Sarrazin verklagt Schulbehörde B. Z., 24. Juni 2011
  12. Sigrid Kneist, Susanne Vieth-Entus: Ursula Sarrazin will nicht mehr lehren, Tagesspiegel, 25. Januar 2011


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