Arbeit des Menschen

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Arbeit des Menschen ist ein abstrakter Begriff, der als wissenschaftliche Kategorie[1] alle Prozesse der bewussten schöpferischen Auseinandersetzung im naturgegebenen und kulturabhängigen Dasein umfasst.

Wortgeschichte[Bearbeiten]

Otfried Höffe meint, dass das Wort Arbeit auf das lateinische arvus für die Bearbeitung des Ackerlandes zurückzuführen sei.[2] Es entwickelte sich aus dem Althochdeutschen arabeit über das Mittelhochdeutsche arebeit, Wörter, die zu damaligen Zeiten oft in den Bedeutungen Mühsal und Not standen.[3] Im alltäglichen Sprachgebrauch hat das Wort drei Bedeutungen:

  1. Mühsal, im Gegensatz zur Muße,[4]
  2. Tätigsein für den Lebensunterhalt,
  3. Leistungsnachweis oder Werk.[2]

Es wird eine Verwandtschaft des Wortes zum slawischen rabota vermutet,[3] aus dem im 20. Jahrhundert das Wort Roboter gebildet wurde.[5]

Zweck und Ziel[Bearbeiten]

Lebensweltlich[6] ist Arbeit vor allem die „Tätigkeit des Menschen in Abhängigkeit von Natur und natürlicher Bedürftigkeit zum Zweck der Lebensunterhaltung und -verbesserung“.[3] Beim Nachdenken darüber kommt man unwillkürlich zu philosophischen Fragen: Was ist „Lebensunterhaltung“ und was gehört alles dazu? Ist „Lebensverbesserung“ der Zweck oder das Ziel von Arbeit? Wessen Leben soll Wer, Wie und Weshalb mit Arbeit unterhalten oder verbessern? u. v. a. m.
Hans Paul Bahrdt bezeichnet Arbeit als „ein gekonntes, kontinuierliches, geordnetes, anstrengendes, nützliches Handeln, das auf ein Ziel gerichtet ist, welches jenseits des Vollzugs der Arbeitshandlung liegt“.[7] Menschen, die zunächst für den Lebensunterhalt tätig sind, wollen auch Anerkennung und ein sinnvolles Leben erreichen. Die Tätigkeit des Künstlers ist ein Beispiel dafür, dass Arbeit materiell gesehen auch zweckfrei erscheinen kann. „Selbst ästhetische Entwürfe, die das kreative und produktive Potential des künstlerischen Schaffens ins Zentrum stellen, betonen in der Regel, dass der kreative Akt […] sich nicht den Anforderungen der Zweckrationalität und Verwertbarkeit fügt und sich der kalkulierten Herstellbarkeit entzieht. […] Je nach Standpunkt wird der Kunst damit ein revolutionär-subversives oder ein gesellschaftsgefährdendes Potential zugeschrieben.“[8] Ernst Cassirer beschreibt Kunst als schöpferischen Prozess der Formgebung, mit dem der Künstler den Menschen mit instrumentellen Medien seine Auffassung der sichtbaren, greifbaren oder hörbaren Erscheinungen in symbolischen Formen vermittelt.[9] Auf vielen Wegen suchen Menschen mit unterschiedlichen Interessen und Arbeitsschwerpunkten für sich persönlich, aber auch gesellschaftlich verschiedene Ziele zu erreichen:

  • Befriedigung der physiologisch und psychologisch begründeten individuellen Bedürfnisse,[10]
  • Absicherung und Verbesserung des erworbenen sozialen Status für sich selbst, die eigene Familie, seine Freunde, Milieugruppe und soziale Klasse,
  • Mitwirkung und Teilhabe an kulturellen und künstlerischen Ereignissen, neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Entdeckungen,
  • Auswahl, Mitbestimmung und Gestaltung der politischen und sozialen Verhältnisse,
  • kollektive Reproduktion der natürlichen und gesellschaftlichen Lebensbedingungen.

Die Festlegung auf bestimmte Ziele führt zu Zielkonflikten, die der Mensch für sich persönlich lösen muss, wobei er situationsbedingt in Rivalitäten und Konflikte mit Mitmenschen und Angehörigen anderer sozialer Gruppen gerät. Andererseits wirkt die Zusammenarbeit in arbeitsteilig handelnden Gruppen „Gemeinschaft stiftend“.[11] Die bewusste schöpferische Auseinandersetzung besteht im Wesentlichen nicht in der individuellen Ausübung vereinzelter Tätigkeiten, sondern aus Interaktionen, die das Zusammenwirken der Menschen und Produktionsmittel umfassen.[12]

Philosophische und ökonomische Theorien[Bearbeiten]

Obwohl „Arbeit“ eine Konstante des menschlichen Daseins ist, wurde sie bis in die Frühe Neuzeit von den meisten Gelehrten nicht aus der Theologie, Ethik, Ökonomie oder Technik hervorgehoben. Das Wort Arbeit wird heute oft synonym für Anstrengung, Bemühung, Beruf, Dienst für die Gemeinschaft, nützliches Handeln, Produktion, Tätigkeit, Tat oder Tun etc. verwendet. In der Soziologie und Ökonomie werden Arbeitshandlungen nach soziokulturellen Merkmalen geordnet und meist nur partiell unter technisch-wirtschaftlichen, psychologischen und institutionellen Aspekten wissenschaftlich bearbeitet.[13] Seit dem 18. Jahrhundert entwickeln Philosophen und Wirtschaftswissenschaftler in unterschiedlichen Handlungstheorien zeitgemäße Anschauungen, wobei der Arbeitsbegriff einem geschichtlichen Wandel unterliegt.[14]

Von der Antike bis zum Beginn der Frühen Neuzeit[Bearbeiten]

Bezeichnend für die Wertschätzung gemeinschaftlicher Arbeit in der „primitiven Demokratie“ sumerischer Stadtstaaten, wie in Lagaš um 2.500 v. u. Z., sind „königliche Hymnen“, die die „glücklichen Gesichter“ und „freudigen Herzen“ der Arbeiter besingen, die als „freie Bürger“ wochen- oder sogar monatelang in einer Art Gemeinschaftsdienst Bauarbeiten verrichten. Hochrangige Geistliche und Administratoren arbeiten Seite an Seite mit Handwerkern, Schafhirten und Getreidebauern, wobei sich die Unterschiede zwischen den Bürgern auflösen.[15] In der archaischen Epoche der griechischen Antike um ca. 700 v. u. Z. beschreibt Hesiod im Epos Werke und Tage die Tätigkeiten in bäuerlichen Gemeinschaften. Dabei hebt er die mühevolle Arbeit in der Landwirtschaft als Quelle ehrlichen Lebens und gerechten materiellen Wohlstands hervor. Diese Auffassung allein ist jedoch nicht hilfreich, wenn der freie Mensch die Mühsal, die sein Leben ausfüllt, überwinden möchte.
In der entwickelten „attischen Demokratie“ erfährt manuelles Arbeiten einen Wertewandel. Sokrates oder dessen Schüler Platon und Xenophon erkennen in handwerklichen Tätigkeiten nicht die über alltägliche Mühen hinausgehende, auf Selbstverwirklichung und Erkenntnisgewinn gerichtete bewusste schöpferische Auseinandersetzung. Wie die Vorsokratiker Pythagoras oder Anaxagoras sehen die Gelehrten im griechischen Altertum vor allem Kontemplation als Grundbedingung für geistige Kreativität. Mit der Kategorie „poiein“[16] definiert Aristoteles einen höchsten Begriff für „tun, schaffen, bewirken“,[17] womit er jedoch nicht „arbeiten“ im neuzeitlichen Sinne meint. Seine handlungstheoretischen Anschauungen beziehen sich hauptsächlich auf die geistige, politische und militärische Aristokratie und deren Anstrengungen zur Erlangung damals anerkannter Tugenden.[18] Aristoteles und Platon lehren, „daß die arbeitenden Klassen nicht regieren und die regierenden Klassen weder arbeiten noch Geld verdienen dürfen. (Es wird aber angenommen, daß sie Geld in Mengen besitzen.) Die Herrscher sind Eigentümer des Landes, dürfen es aber selbst nicht bearbeiten. Einzig Jagd, Krieg und ähnliche Liebhabereien werden als Beschäftigungen betrachtet, die der Herrscher würdig sind. Aristoteles′ Furcht vor jeder Form […] von berufsmäßiger Tätigkeit geht vielleicht noch weiter als die Platons. Platon hatte den Ausdruck ‚banausisch‘ zur Bezeichnung eines plebejischen, gemeinen, verdorbenen Geisteszustandes verwendet. Aristoteles dehnt die herabsetzende Anwendung dieses Ausdrucks auf alle Interessen aus, die nicht reine Liebhabereien sind.“[19] Wissenschaftliche Forschung und Lehre, die nach modernem Verständnis Formen der Arbeit sind, betrachten Platon, Aristoteles und viele andere Gelehrte der Antike als besonders vornehme Betätigungen in der kontemplativen Muße. Nach Überlieferungen Plutarchs habe Archimedes aus Geringschätzung der mit seinen technischen Erfindungen verbundenen praktischen Tätigkeiten keine diesbezüglichen Abhandlungen hinterlassen.[20]
In einer Sammlung von Briefen – den „Epistulae morales“ – äußert sich der römische Gelehrte Seneca zur Arbeit des Philosophen. „Die Philosophie […] beruht nicht auf Worten, sondern auf Taten. […] Sie formt und bildet den Geist, sie ordnet das Leben, bestimmt unsere Handlungen, sie zeigt, was zu tun und zu lassen ist.“[21] An anderer Stelle schreibt er in Verehrung der zu vererbenden Weisheit: „Es bleibt noch viel Arbeit, und es wird immer so sein, […] noch etwas zu ergänzen. Doch selbst wenn alles schon von Früheren gefunden wurde, so wird eines doch immer neu sein, nämlich die konkrete Anwendung und zeitgemäße Nutzung dessen, was andere gefunden haben“.[22] In den Selbstbetrachtungen stellt Mark Aurel das „Tätigsein“ in den ethischen Zusammenhang des stoischen lebenslangen Bemühens um Selbstformung.[23] Das armselige Schaffen der manuell arbeitenden Menschen nehmen die Philosophen der Antike dagegen als selbstverständliche kontingente Tatsache hin. Diese niederen Tätigkeiten und die Ausbeutung der Sklaven handeln die Gelehrten im Wesentlichen nur in Verbindung mit rechtlichen, ethischen und ökonomischen Fragen ab, die die „originäre Okkupation“ der Arbeitsressourcen und -erzeugnisse betreffen. Ein Sklave wird – wie im Römischen Recht kodifiziert – nicht als Mensch betrachtet, sondern neben Grund und Boden, Vieh oder sonstigen Ressourcen als Sache im Eigentum eines freien, ihn beherrschenden Menschen.[24] Von der Antike bis ins Mittelalter ist die Anschauung verbreitet, dass nur derjenige, der sich alltäglichen Arbeitszwängen entziehe, Zeit und Muße für seine geistigen Bedürfnisse hat und den Kopf frei bekommt für neue Erkenntnisse und kreatives Handeln.[25] Der so Privilegierte sei damit dem göttlichen Bereich näher als der zu ökonomischen Tätigkeiten gezwungene Mensch.
Seit dem frühen Christentum führen apostolische Gelehrte theologische Debatten darüber, ob manuelles Arbeiten den Menschen von der Gottessuche abhalte oder auch als eine Form des Gottesdienstes anzusehen sei. Diese Thematik erörtern z. B. Paulus von Tarsus, Augustinus, Basilius von Caesarea, Benedikt von Nursia, Thomas von Aquin oder Meister Eckhart. Mit Bezug auf die Bergpredigt und den 2. Brief des Paulus an die Thessalonicher entstehen in der Christologie unterschiedliche, teils widersprüchliche Auffassungen zu dem Satz: „Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.“[26] Seit dem Spätmittelalter ist die Kurzformel „ora et labora“ (bete und arbeite) aus dem klösterlichen Leben bekannt. Entsprechend den Ordensregeln der Benediktiner soll die gemeinsame Nennung des „Betens“ und „Arbeitens“ auf die spirituelle Verbindung und wechselseitige Abhängigkeit dieser zwei Tätigkeiten im Christentum hinweisen.[27]
Während der Reformation verbreiten Zwingli, Calvin, Luther und andere evangelische Gelehrte des 16. Jahrhunderts die Idee, Arbeiten sei eine vorbestimmte Pflicht, die der Mensch auf sich nehmen müsse um Gottes Segen auf Erden, auch im Sinne gesellschaftlichen Ansehens und Wohlergehens, zu erlangen.[28] Die davon ausgehende protestantische Arbeitsethik definiert Arbeit als primären Lebensinhalt des aus dem Paradies verstoßenen sündigen Menschen. Die Früchte seines Tuns darf er danach in gottgefälliger Wohltätigkeit und Muße genießen. Im Gegensatz zu Luther, der die These vertritt, dass vor Gottes Gericht allein die göttliche Gnade für den Menschen zählt, verteidigt Erasmus von Rotterdam in der Schrift De libero arbitrio die Auffassung der römischen Kirche, dass der Einzelne mit seinem freien Willen durch gutes Tun die Gnade Gottes erwirken könne.[29] In den meisten evangelischen Glaubensgemeinschaften setzen sich schließlich mit den Aussagen über die „guten Werke“ im Katechismus von 1563 Luthers Thesen auch in Glaubensfragen zur Arbeit durch.
Erasmus veranlasst 1516 die Erstveröffentlichung der Schrift Utopia von Thomas Morus. Unter dem Titel „Vom besten Zustand des Staates der neuen Insel Utopia“ beschreibt Morus einen säkularen Staat ohne Privateigentum, dessen Bewohner zu gemeinschaftlicher Bildung und Arbeit verpflichtet sind, d. h. die bewusste schöpferische Auseinandersetzung ist in Morus' Vorstellungen zu einer staatlich verordneten, auf das Gemeinwohl ausgerichteten kollektiven Aufgabe geworden. In der von Campanella 1602 entwickelten Utopie des Sonnenstaates bestimmt ein religiöser, übermächtiger Metaphysikus mit seinen Würdenträgern im Sinne der Gemeinschaft darüber, wer, wo, wie und wann gemeinschaftliche Aufgaben zu erledigen hat. Die Vorschriften der insgesamt wohlmeinenden und kenntnisreichen Würdenträger betreffen das Leben und Arbeiten der Einwohner bis in die Privatsphäre. Die Einhaltung der restriktiven sittlichen Normen wird gegenseitig kontrolliert und unter Androhung der Todesstrafe gemeinschaftlich durchgesetzt.

Zeitalter der Aufklärung bis zur Philosophie Hegels[Bearbeiten]

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts beginnt das Zeitalter der Aufklärung. Die Gelehrten lösen sich zunehmend von theologischen Anschauungen, wenden sich stärker den Naturwissenschaften zu und entwickeln säkulare naturrechtliche und staatsphilosophische Theorien, die auf den Arbeitsbegriff zurückwirken. Arbeit wird u. a. von Grotius, Hobbes, Petty, Spinoza, Quesnay oder Hutcheson im Spannungsfeld von Herrschaft, Eigentum und Konkurrenz als ein bestimmender Faktor für den Reichtum und die Macht im Staatswesen erkannt.[30] Nach der Rechtstheorie Christian Wolffs erfordert die Erschaffung lebensnotwendiger Sachen, die die Natur nicht ausreichend bereitstellt, die „Arbeit“ und „Kunst“ der Menschen, aber auch Rechtsverhältnisse, die das ermöglichen.[31]
Die protestantische Arbeitsauffassung findet ihre Fortsetzung im Puritanismus und im 18. Jahrhundert in den von John Wesley und George Whitefield begründeten Glaubensrichtungen, die zur ökonomischen Entwicklung Großbritanniens[32] und seiner nordamerikanischen Kolonien einen entscheidenden Beitrag leisten. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts entsteht die Politische Ökonomie als Vorläufer der modernen Volkswirtschaftslehre. Gegenstand dieser Wissenschaft sind zunächst die drei Produktionsfaktoren Arbeit, Grund und Boden und Kapital. Im Mittelpunkt des Arbeitsbegriffs steht von da an die Erwerbsarbeit, deren Qualität und Produktivität im Zusammenhang mit der Arbeitsteilung und den Ware/Geld-Beziehungen diskutiert wird. Adam Smith und David Ricardo untersuchen, wie der Faktor „Arbeit“ die Kosten, Löhne und Preise auf dem Markt beeinflusst, und begründen die Arbeitswerttheorie. Ein zentrales Thema der Philosophie und Politischen Ökonomie sind zu jener Zeit auch die Zusammenhänge von „Arbeit und Eigentum“, die Locke, Hume und Rousseau, aber auch Adam Smith und die „FrühsozialistenBabeuf, Fourier, Saint-Simon und Proudhon analysieren. Die Diskussionen drehen sich dabei hauptsächlich um die beiden traditionellen Auffassungen zum ursprünglichen Eigentumserwerb: die Okkupationstheorie und die Arbeitstheorie.[33]
In der deutschen Philosophie definieren u. a. Herder und Kant menschliche Arbeit moralphilosophisch und erklären sie zur sittlichen Pflicht und Existenzbedingung menschlichen Daseins. Nach Kants Maximenethik unterwirft sich der Mensch in seinen „guten Handlungen“ bewusst einer sittlichen Pflicht. Findet er für sein Handlungsmotiv keine Maxime, die mit dem Sittengesetz übereinstimmt, muss die Handlung aus moralischen Gründen verworfen werden.[34] Die Pflicht- und Moralauffassung Kants schließt alle Prozesse der bewussten schöpferischen Auseinandersetzung ein. Bis ins 19. Jahrhundert nimmt der Deutsche Idealismus zunehmend auch ökonomische Zusammenhänge ins Blickfeld. So versucht Hegel mit den „Kategorien von ‚Arbeit‘ und ‚Tausch‘ die ganze bürgerliche Gesellschaft ihrer ökonomischen Struktur nach“ zu erfassen.[35] Anschließend an Fichtes Wissenschaftslehre setzt sich Hegel in der Phänomenologie des Geistes im Kapitel über das Selbstbewusstsein mit dem dialektischen Verhältnis von Herrschaft und Knechtschaft auseinander. Der Knecht arbeitet für den Herrn, der die Früchte der Arbeit des Knechts genießt und dabei in der Natürlichkeit seines Daseins verharrt. Der Knecht dagegen formt mit der Bearbeitung der Dinge die äußere und seine eigene Natur um. Er lernt sich durch die Arbeit selbst kennen und entwickelt daraus ein Selbstbewusstsein. Das „Große“ an Hegels „Phänomenologie“ ist, dass er „die Selbsterzeugung des Menschen als einen Prozeß faßt“ und „den gegenständlichen Menschen […] als Resultat seiner eigenen Arbeit begreift“. Allerdings ist die „Arbeit, welche Hegel allein kennt und anerkennt, […] die abstrakt geistige“.[36] „Arbeits- und Vervollkommnungsdenken fließen ineinander. Arbeit verliert aus dieser Perspektive immer mehr den Charakter des Zwangs und der bloßen Notwendigkeit und verschiebt sich ins Reich der Verheißungen. Umgekehrt wird die Aussicht auf vollständige Entfaltung der eigenen Individualität gekoppelt an die Forderung nach unausgesetzter Arbeit am eigenen Selbst.“[8]

Philosophie der Arbeit ab Mitte des 19. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Mitte des 19. Jahrhunderts erforschen Karl Marx und Friedrich Engels die gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse und entwickeln mit Hegels dialektischer Methode ihre materialistische Weltanschauung. Sie erklären Arbeit zur grundlegenden ökonomischen und philosophischen Kategorie[1] und beschreiben sie als notwendige Existenzbedingung des Menschen und als humanistische Voraussetzung für „gutes Leben“.[37] Ausgehend vom „religionskritischen Humanismus“ und „anthropologischen Materialismus“ Ludwig Feuerbachs,[38] dessen sinnenbetonte individualistische Sichtweise sie kritisieren, untersuchen Marx und Engels das Handeln der Menschen hauptsächlich unter Beachtung politischer und ökonomischer Zusammenhänge. Die materialistische Definition menschlicher Arbeit findet sich in Das Kapital Band I, fünftes Kapitel:

„Die Arbeit ist zunächst ein Prozeß zwischen Mensch und Natur, ein Prozeß, worin der Mensch seinen Stoffwechsel mit der Natur durch seine eigne Tat vermittelt, regelt und kontrolliert. Er tritt dem Naturstoff selbst als Naturmacht gegenüber. Die seiner Leiblichkeit angehörigen Naturkräfte, Arme und Beine, Kopf und Hand, setzt er in Bewegung, um sich den Naturstoff in einer für sein eignes Leben brauchbaren Form anzueignen. Indem er durch diese Bewegung auf die Natur außer ihm wirkt und sie verändert, verändert er zugleich seine eigne Natur.“[39]

„An die Stelle des göttlichen Absoluten bei Hegel tritt bei Marx das materiell-ökonomische Absolute des Produktionsprozesses bzw. der Arbeit als die alles begründende Wirklichkeit.“[40] In einem Aufsatz über den Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen schreibt Friedrich Engels: „Die Arbeit ist die Quelle allen Reichtums, sagen die politischen Ökonomen. Sie ist dies – neben der Natur, die ihr den Stoff liefert, den sie in Reichtum verwandelt. Aber sie ist noch unendlich mehr als dies. Sie ist die erste Grundbedingung alles menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, daß wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.“[41]

Konkrete Arbeit[Bearbeiten]

Arbeitende Menschen führen immer wirkliche Tätigkeiten aus und leisten damit „konkret-nützliche Arbeit“. Entsprechend den Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bedürfnissen des Einzelnen und seiner individuellen Lebenssituation ist konkrete Arbeit nach Form und Inhalt unendlich vielfältig. Auch unter dem Aspekt der individuellen Zweckmäßigkeit und Zielsetzung bestimmt der tätige Mensch, welche Arbeit durch ihn zu leisten ist. Konkrete Arbeit erfordert den Einsatz seiner Arbeitskraft – das bedeutet stets ein Quantum an „lebendiger Arbeit“ – sowie die Bereitstellung und Nutzung „vergegenständlichter Arbeit“ in Form notwendiger Produktions- und Lebensmittel. Durch den Gebrauch und die Verarbeitung dieser Mittel entstehen ihm in der warenproduzierenden Gesellschaft Kosten und ggfs. auch Schulden,[42] nach deren Begleichung ihm das Produkt seiner Arbeit gehört. Als Eigentümer des Arbeitsergebnisses verfügt der Mensch – je nach Grad der Zielerreichung – über einen Gebrauchswert:

„Als Bildnerin von Gebrauchswerten, als nützliche Arbeit, ist die Arbeit daher eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen, ewige Naturnotwendigkeit, um den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, also das menschliche Leben, zu vermitteln.“[43]

Doppelcharakter der Arbeit[Bearbeiten]

Der von Marx postulierte „Doppelcharakter der in den Waren dargestellten Arbeit“[44] beruht auf der Tatsache, dass der mittels konkreter Arbeit (siehe oben) geschaffene Gebrauchswert einer Ware zwar die Grundvoraussetzung für deren mögliche Veräußerung auf dem Markt ist, damit aber noch keine Aussage über die Höhe des Tauschwerts vorliegt. Der materialistischen Weltsicht zufolge soll nach Marx auch der Tauschwert einer Ware ein Äquivalent für die dazu aufgewendete Arbeit sein. Deshalb führt er den Begriff „abstrakte Arbeit“ ein:

„Alle Arbeit ist einerseits Verausgabung menschlicher Arbeitskraft im physiologischen Sinn, und in dieser Eigenschaft gleicher menschlicher oder abstrakt menschlicher Arbeit bildet sie den Warenwert.“[43]

„Alle Arbeit ist andererseits Verausgabung menschlicher Arbeitskraft in besonderer zweckbestimmter Form, und in dieser Eigenschaft konkreter nützlicher Arbeit produziert sie Gebrauchswerte.“[43]

Ausgehend von der Idee der „abstrakten Arbeit“, die als Lohnarbeit den Charakter des „Tauschwertes“ in sich trägt, entwickelt Marx mit seiner dialektischen Wertformanalyse die von Adam Smith begründete Arbeitswerttheorie grundlegend weiter. Die Theorie, nach der die verausgabte Arbeit für den Wert einer Ware bestimmend sei, gilt nach neueren wirtschaftsmathematischen Grenzwertanalysen im Hinblick auf den ökonomischen Grenznutzen als widerlegt. Wie die Klassiker betont Marx in seiner Analyse des in Geld gemessenen Warenwertes die Kosten der Arbeit in der Produktion,[45] ohne genauer auf den funktionalen Zusammenhang von Nachfrage und Nutzen in der Warenwelt für die dort „handelnden Menschen“ einzugehen. „Es war, als hätten sie (Marx und die Klassiker) mit horizontalen Angebotskurven gearbeitet und alle Nachfragekurven vernachlässigt.“[46][47]
Allerdings sind Formen „abstrakter Arbeit“ von grundlegender Bedeutung für die betriebswirtschaftliche Arbeitsbewertung, die „Lohnarbeit“ mit Bezug auf das Genfer Schema nach abstrakten Leistungskriterien analysiert und daraus Bewertungsparameter zur Entgeltermittlung ableitet.

Lebendige und vergegenständlichte Arbeit[Bearbeiten]

Die Tätigkeit des Menschen in laufenden Arbeitsprozessen bezeichnet Marx als „lebendige Arbeit“, wogegen er unter dem Begriff „vergegenständlichte Arbeit“ alle Gebrauchswerte subsumiert, die Menschen hergestellt haben. Die „vergegenständlichte Arbeit“, d. h. die Produkte der Arbeit verbraucht oder verzehrt der Mensch entweder als Konsumgüter, oder er verwendet sie in Arbeitsprozessen als Produktionsmittel. Im Gegensatz zur „lebendigen Arbeit“ stellt die in den Produktionsmitteln „vergegenständlichte Arbeit“ ein ruhendes Arbeitskraft- und Informations-Potential dar, das der Mensch in Arbeitsprozessen nutzt und damit aktiviert. Die besondere Bedeutung der Berufe und Klassen stiftenden Produktionsmittel in der Menschheitsgeschichte beruht darauf, dass sie Kondensatoren und Akkumulatoren für zurückliegende Arbeitsleistungen sind. Diese werden mit „lebendiger Arbeit“ in Arbeitsprozessen mit erhöhter Produktivität wieder freigesetzt. Produktionsmittel sind meist Manifestationen des technischen Fortschritts, mit dem sich die Konzentration des Kapitals und das Wirtschaftswachstum[48] vergrößern.
Außerdem erkennt Marx im „Privateigentum an den Produktionsmitteln“ und in der damit verbundenen Herrschaft der Kapitaleigner über die „lebendige Arbeit“ der Proletarier die gesellschaftlich induzierte Ursache systembedingter Ausbeutung und sozialer Ungerechtigkeit. Zur kollektiven Überwindung dieser negativen Erscheinungen[49] propagieren Marx und Engels 1848 im Kommunistischen Manifest die Idee eines bevorstehenden internationalen „kommunistischen Klassenkampfes“.

Entfremdung[Bearbeiten]

Der Marxsche Arbeitsbegriff verweist nicht nur auf das erwerbsmäßige Handeln, sondern umfasst in seiner anthropologischen Dimension alle für das menschliche Dasein nützlichen Tätigkeitsformen. Entfremdung bedeutet, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse, die die Menschen in der Produktion ihres Lebens eingehen, obwohl von den Menschen geschaffen, ihnen als eine fremde Macht gegenübertreten, über die nicht mehr sie selbst verfügen, sondern vielmehr die Verhältnisse über sie. Erst wenn die Menschen ihre Arbeit bewusst und ohne Klassenantagonismen gestalten, wird das die allseitige menschliche Entfaltung befördern, anstatt sie zu hemmen.[50]
„Entfremdung im Kapitalismus“ zwingt Proletarier u. a. ihre Arbeitskraft an die Eigentümer der Produktionsmittel zu verkaufen.[51] Der Tauschwert der Ware Arbeitskraft ist der Arbeitslohn, also das zum Lebensunterhalt erforderliche Geld. Das Hauptziel der Kapitaleigner im kapitalistischen Produktionsprozess ist der Profit, ebenfalls in Geldform. Der grundlegende materielle Produktionsprozess wird im Kapitalismus in einer „vermeintlichen Geldproduktion“ ökonomisch verschleiert. Das Kulturprodukt Geld ist ein „Massensymbol“ mit verstörenden Wirkungen auf die Psyche.[52] Menschen verbinden mit der Idee der Geldfülle Gedanken an persönliche soziale Macht und individuelle Freiheit. Die Werthaltigkeit der Arbeitsergebnisse, die sich in der Qualität, in den Kosten und Preisen der hergestellten Waren und Dienstleistungen manifestiert, interessiert die Kapitaleigner vorrangig unter Aspekten des Profits und der Profitmaximierung. Dagegen sind nach Überwindung der Lohnsklaverei die Erwartungen der abhängig beschäftigten Arbeiter auf Lohnsicherheit und Arbeitsplatzerhaltung ausgerichtet. Eine durchaus vergleichbare primäre Interessenlage findet sich auf Seiten der angestellten Manager,[53] die mit dem Ziel „Maximalprofit“ und sehr hohen Einkommen nichts anderes als „entfremdete (geistige) Arbeit“ leisten und i. d. R. nur bereit sind Verantwortung für die ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen ihrer Entscheidungen zu übernehmen, wenn staatliche Gesetze mit Strafverfolgungsmaßnahmen sie dazu zwingen.[54]

Freiheit, Ethik und Gewissen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert entfaltet sich die kapitalistische Gesellschaft mit ihren systemimmanenten Widersprüchen. Das ist nicht nur prägend für die Analyse des gesellschaftlichen Produktionsprozesses durch Marx und Engels, sondern bestimmt auch Hegels Phänomenologie des Geistes. Die dialektische Methode führt dazu, dass Hegel, aber auch Marx und Engels von unterschiedlichen Standpunkten ausgehend Freiheit als „Einsicht in die Notwendigkeit“ definieren.[55] Damit heben sie den einsichtig handelnden Menschen, dem „Arbeit ein Lebensbedürfnis“ ist, aus der Masse jener heraus, die unter Zwang als Vasallen, Hörige oder gar Sklaven ausgebeutet werden. Diese Idee von Freiheit impliziert auch frühere Moralvorstellungen über die Rechtschaffenheit des gewissenhaft-hilfreichen, fleißigen, aufgeklärten Menschen, wie er im Menschenbild des Deutschen Idealismus oder der Weimarer Klassik[56] hervorgehoben wird. Der von Kant formulierte Anspruch, dass der vernünftige Mensch sein Schicksal durch eigene Anstrengung selbst bestimmen kann, verweist darauf, dass „sittliches Handeln“ eine Grundbedingung für Gerechtigkeit und Freiheit ist, die dem Gewissen und der Verantwortung jedes Einzelnen unterliegt. Über Freiheit und Gerechtigkeit können Menschen nicht leistungsfrei verfügen, sondern sie müssen diese gemeinschaftlich erarbeiten und verantwortungsvoll damit umgehen. Aus einer existenzphilosophischen Denkrichtung kommend und wahrscheinlich inspiriert vom Deutschen Idealismus erklärt Søren Kierkegaard zum Wesen des Menschseins:

„Die Pflicht, zu arbeiten, um zu leben, drückt das Allgemein-Menschliche und zugleich auch in einem andern Sinne das Allgemeine aus, weil es ein Ausdruck der Freiheit ist. Gerade durch die Arbeit macht der Mensch sich frei, durch die Arbeit wird er ein Herr der Erde, durch die Arbeit endlich beweist er es, dass er über der Natur steht.“

Entweder – Oder (1843)[57]

Im Vorwort von Entweder – Oder warnt Kierkegaard allerdings auch vor dem unfreien Leben im Beruf. Für John Stuart Mill ist Freiheit der „erste und stärkste Wunsch der menschlichen Natur“. Erst Freiheit ermögliche es dem Menschen, seine Fähigkeiten, seinen Geist und seine Moral vollständig zu entwickeln.[58] Nach Mill muss deshalb alles gesellschaftliche Handeln auf das in On Liberty veröffentlichte „Freiheitsprinzip“ ausgerichtet sein, das dem Individuum seine freie Entwicklung u. U. auch mit staatlich kontrollierten Rechtsansprüchen garantiert. Nietzsche nimmt ironisch Bezug auf Debatten des 19. Jahrhunderts über Freiheit und selbst- oder fremdbestimmte Arbeit:

„Die Arbeit bekommt immer mehr alles gute Gewissen auf ihre Seite: Der Hang zur Freude nennt sich bereits ‚Bedürfniss der Erholung‘ und fängt an, sich vor sich selber zu schämen. ‚Man ist es seiner Gesundheit schuldig‘ — so redet man, wenn man auf einer Landpartie ertappt wird. Ja, es könnte bald so weit kommen, dass man einem Hange zur vita contemplativa (das heißt zum Spazierengehen mit Gedanken und Freunden) nicht ohne Selbstverachtung und schlechtes Gewissen nachgäbe.“

Die fröhliche Wissenschaft (1882)[59]

Beeinflusst von William Morris,[60] Bernard Shaw und Pjotr Kropotkin veröffentlicht Oscar Wilde in der utopisch-anarchistischen Abhandlung Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus seine Vorstellungen von der Zukunft der Arbeit. Der Mensch sei zu Besserem geschaffen, „als im Dreck zu wühlen.“ Maschinen seien die neuen Sklaven, die die widerwärtige und unangenehme Arbeit übernehmen werden.[61] Max Weber verfolgt dagegen Anfang des 20. Jahrhunderts in seinem Werk „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ eine mehr zur „Arbeitsgesellschaft“ hinführende Theorie und entwickelt die auf religiösen Moralvorstellungen beruhende Idee eines „okzidentalen Rationalismus“. Der soll Voraussetzung für die praktisch-rationale Lebensweise und das „zweckrationale Handeln“ im Kapitalismus sein.
Max Scheler sieht die Menschen mit ihren „sittlichen Handlungen“ in eine vorbestimmte phänomenologische Wertethik eingebunden.[62] Eine ähnliche ethische Auffassung wie Scheler äußert Ernst Bloch mit den Sätzen:

„Der auf die Dauer Faule wie der auf die Dauer Einsame halten sich auf verschiedene Weise in der Unerträglichkeit des hohlen Existierens auf, gestört und nicht mit sich in Ordnung. […] Das Jetzt und Hier des Menschen, ohne Tun, schmeckt ihm nicht; nicht zuletzt, weil es so vortrefflich sein könnte und es nicht ist.“

Stachel der Arbeit (1930)[63]

Wie Hegel, Marx und Engels ordnet auch Ernst Bloch „Arbeit“ dem Reich der Notwendigkeit zu. Das Reich der Notwendigkeit soll aus marxistischer Sicht und nach Blochs Prinzip Hoffnung seine dialektische Aufhebung schließlich in einer konkreten Utopie erfahren, dem erstrebenswerten Reich der Freiheit. In dieser idealen Form des Zusammenlebens emanzipiert sich der Mensch von der störenden Last und freudlosen Pflicht der Arbeit und widmet seine Tätigkeiten dem „guten Leben“[37] und der kreativen „Freiheit des Spiels und der Kunst“.[64] Friedrich Schiller äußert einen solchen Freiheitsgedanken mit den Worten:

„Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Dieser Satz […] wird eine große und tiefe Bedeutung erhalten, wenn wir erst dahin gekommen seyn werden, ihn auf den doppelten Ernst der Pflicht und des Schicksals anzuwenden; er wird […] das ganze Gebäude der ästhetischen Kunst und der noch schwürigern Lebenskunst tragen.“

„Kunst avanciert damit um 1800 auf der einen Seite zum Gegenmodell der modernen Arbeit, gleichzeitig verkörpert sie auch deren Ideal. Durch diese Dopplung bietet die Kunst einen […] spezifischen Zugang zur Arbeit, weil sie als Form des Schöpferischen und des Handwerklichen paradigmatische Funktion für den Begriff der Arbeit in der Neuzeit hat, gleichzeitig aber als traditioneller Ort der Kritik alternative Gegenentwürfe zum modernen Arbeitsbegriff entwickelt.“[8] Das Kunstschaffen, wie auch Rezeptionen und sonstige Kunsterfahrungen sind Prozesse schöpferischer Arbeit.[66] Georg Lukács befasst sich nach seiner Kritik der Kunst und Ästhetik mit der „Entwicklung von Systemen menschlicher Beziehungen. […] Dieses […] soll nur dazu dienen, um einen Ausblick auf die Probleme der Ethik, vor allem natürlich auf die der Verantwortung zu geben. […] Arbeit, in der der Mensch zum Menschen wird, sich selbst zum Menschen macht, kann nur da dann eine universelle Bedeutung erlangen, wenn sie wörtlich als physische Arbeit (die zugleich eine geistige, ja der Demiurg der Geistigkeit ist) genommen wird, wenn damit aus der Ontologie des Menschen jede menschenjenseitige Transzendenz verschwindet.“[67]
Volkstümlich und sehr viel einfacher bringt Erich Kästner den Zusammenhang von Arbeit, Ethik und Verantwortung in einem seiner Epigramme auf den Punkt: „Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“ Kästners kurze Lyrik steht ironisierend im Gegensatz zu Heideggers Abhandlung „des Man“ in „Sein und Zeit“. Nach Heidegger steht „das Man“ für den Ruf des Gewissens an das eigene „Dasein“ mit der Aufforderung sich in seinen Handlungen nicht auf die „Uneigentlichkeit“, auf ein Irgendwie-Seiendes zu berufen, sondern selbst Verantwortung zu übernehmen. In Auseinandersetzung mit Theorien des 19. Jahrhunderts über den Arbeitsbegriff als ökonomische und philosophische Kategorie[1] entwickeln u. a. Georg Simmel, Ferdinand Tönnies, John Dewey, George Herbert Mead oder auch Antonio Gramsci bis ins 20. Jahrhundert hinein zahlreiche Philosopheme zur Arbeit und Philosophie der Praxis. „In den Debatten des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts lassen sich drei Konzeptionen von Arbeit unterscheiden: Arbeit als zweckrationales Handeln, Arbeit als Spiel oder Kunst, Arbeit als sittliches Handeln.“[12]

Wirtschafts- und arbeitswissenschaftliche Theorien seit Ende des 19. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Volkswirtschaftslehre[Bearbeiten]

Differenzierte marktwirtschaftliche Analysen führen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dazu, dass die Neoklassik sich von der Arbeitswerttheorie löst. Die Vorstellung, der gesellschaftliche Reproduktionsaufwand sei der bestimmende Faktor zur Wertermittlung der auf dem Markt gehandelten Waren, passt nicht zu dem von der Produktion abstrahierten System des Marktes. Ökonomen wie Alfred Marshall, William Stanley Jevons, Leon Walras und Vilfredo Pareto, die das psychologisch begründete Entscheidungsverhaltens der Marktteilnehmer und die Preis/Nutzen-Relationen auf dem Markt genauer untersuchen, veröffentlichen grundlegende Theorien und mathematische Modelle zur Entwicklung der Grenznutzentheorie.[68] Unter marktwirtschaftlichen Konkurrenzbedingungen entsteht der Tauschwert einer Ware nicht durch die verausgabte Arbeit, sondern entwickelt sich in funktionaler Abhängigkeit von der Menge und Qualität des Warenangebots und der Nachfrage auf dem Markt. Der Tauschwert bzw. Marktpreis einer Ware hängt in erster Linie davon ab, welchen Nutzen die Käufer ihr beimessen, und wie hoch die Gewinnerwartungen der Verkäufer sind. „Jede willkürliche Einmischung in das Spiel von Angebot und Nachfrage unter Wettbewerbsbedingungen ist – von einigen Ausnahmefällen abgesehen – eher schlecht als gut zu nennen.“[69] Die Neoklassik knüpft an Vorstellungen der Klassischen Nationalökonomie an, nach denen der Markt durch eine „unsichtbare Hand“ geführt einem idealen Gleichgewicht zustrebt. Nach Auffassung Joseph Schumpeters „sei Walras unter allen großen Nationalökonomen eindeutig der größte gewesen, da er das totale [wirtschaftliche] Gleichgewicht entdeckt habe. Schließlich wurde, besonders in der tiefgehenden mathematischen Analyse von Leon Walras, die Analyse des totalen Gleichgewichts erreicht.“[46]
Obwohl durch zyklisch wiederkehrende Krisen regelmäßig soziale Verwerfungen insbesondere auf dem Arbeitsmarkt entstehen, hält sich die Idee der „unsichtbaren Hand“ bei Vertretern des Neoliberalismus und des Freien Marktes zum Teil bis heute. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts analysieren u. a. Schumpeter und Keynes die in der Marktwirtschaft auftretenden destruktiven Erscheinungen und Wirtschaftskrisen, die den Arbeitsmarkt betreffen, und entwerfen Theorien zu deren Abwendung. Schumpeter prognostiziert zur Überwindung der kapitalistischen Wirtschaftskrisen die Entwicklung einer zukünftigen sozialistischen Planwirtschaft.[53] Nach der von Keynes begründeten Wirtschaftstheorie ist die gesamtwirtschaftliche Nachfrage eine entscheidende Größe zur Gestaltung der lohnabhängigen Beschäftigung. Mit finanz-, fiskal- und sozialpolitischen Eingriffen des Staates und konjunkturabhägiger Nachfragesteuerung der öffentlichen Hand können Regierungen nach Keynes Theorie Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrisen verzögern oder sogar verhindern.
Eine Ursache kapitalistischer Wirtschaftskrisen liegt in der Inhärenz des Wirtschaftswachstums und der damit entstehenden Überproduktion. Mitte der 1950er Jahre entwickelt Robert Solow die Theorie, dass die Aktivierung (siehe oben) des in den Produktionsmitteln vergegenständlichten „technischen Fortschritts“[70] der wesentliche Faktor für langfristiges Wachstum ist.[48] Eine Möglichkeit zur Kompensation der Überproduktion besteht in der Verkleinerung des Angebots an „lebendiger Arbeit“ durch Arbeitszeitverkürzungen mit Lohnausgleich, die dem Produktivitätszuwachs angemessen sein sollten. John Kenneth Galbraith vertritt die Auffassung, dass die stillschweigende Bereitschaft des Homo oeconomicus, sich mit dem Grenznutzen der Güter abzufinden, in der Verkürzung der Arbeitszeit[71] sichtbar wird. „Innerhalb des 20. Jahrhunderts ist – bei steigenden Löhnen – die Arbeitszeit auf rund die Hälfte der Wochenstunden geschrumpft.“[72] Mikroökonomische Analysen zu Arbeitnehmerreaktionen auf Lohnerhöhungen zeigen, dass diese tatsächlich zu Einschränkungen der Arbeitszeit führen können.[73]
In der Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik, die Marktwirtschaft präferieren, konkurriert der Keynesianismus, dem im erweiterten Sinn z. B. John Kenneth Galbraith, Gunnar Myrdal, Paul Samuelson, Joseph Stiglitz oder Heiner Flassbeck folgen, mit neoliberalen und marktradikalen Theorien, die u. a. Walter Eucken, Friedrich von Hayek, Milton Friedman, José Piñera oder Hans-Werner Sinn vertreten.
Die Theorien und Modelle staatlicher Planwirtschaft[74] werden seit dem ökonomischen Zusammenbruch des Realsozialismus um das Jahr 1990 in der Volkswirtschaftslehre als historisch überholt angesehen. Wissenschaftliche und politische Diskurse über die Arbeit in der Planwirtschaft finden im 21. Jahrhundert im Wesentlichen nur noch mit Blick auf die kommunistischen Wirtschaftssysteme in Vietnam oder China statt.[75] Auffällig ist, dass in der Volkswirtschaftslehre in allen Theorien und Modellen der Faktor „Arbeit“ hauptsächlich in der abstrakten Wertform[44] analysiert wird, Prozesse der konkreten lebendigen Arbeit dagegen weniger wissenschaftliche Beachtung finden.

Betriebswirtschaftslehre[Bearbeiten]

Ausgehend von den Kameralwissenschaften im 18. Jahrhundert – eine Verbindung der Handlungswissenschaft[76] und der Politischen Ökonomie mit den Rechts- und Staatswissenschaften – entwickelt sich neben der Volkswirtschaftslehre die Betriebswirtschaftslehre. „Erkenntnisobjekt dieser Wissenschaft ist die einzelwirtschaftliche Entscheidungseinheit 'Betrieb' mit allen seinen wirtschaftlichen Vorgängen.“[77] Die Bilanzierung des Kapitals und die Kalkulation des finanziellen Erfolgs der Unternehmung sind dabei regelmäßig als Entscheidungsgrundlagen hervorzuheben. Im Rechnungswesen werden u. a. die Arbeitskosten, d. h. die Tauschwerte der abstrakten Arbeit in Form von Löhnen, Gehältern, Sozialbeiträgen etc. geplant, erfasst und unter Berücksichtigung der Grenzkosten analysiert. Neben den beschäftigungsabhängigen Arbeitskosten gehen in Form von Abschreibungen für „Produktionsmittel“ auch die Kosten der vergegenständlichten Arbeit in die Kostenrechnung und Betriebsbuchhaltung ein. Die betriebswirtschaftliche Bedeutung der Arbeit besteht darin, dass die anteiligen Arbeitskosten der hergestellten Güter und Dienstleistungen und die Abschreibungen auf das eingesetzte Kapital in Relation zu den erzielbaren Marktpreisen die wesentlichen Größen für die Produktkalkulation und betriebswirtschaftliche Preisgestaltung sind.
Die in Geld bewertete Arbeit[44] erscheint in der Unternehmensbilanz versteckt im finanziellen Ertrag aus der Geschäftstätigkeit und dem darin enthaltenen Gewinn. Mit dem Ziel, die Geschäftstätigkeit möglichst gewinnbringend zu gestalten, analysiert und modelliert die Betriebswirtschaftslehre die betrieblichen Arbeitssysteme, wobei die Arbeit – anders als in der abstrakteren Volkswirtschaftslehre – in ihrer konkreten und abstrakten Form betrachtet wird. Die Betriebsorganisation untersucht und plant die funktions- oder prozessorientierte Aufbau- und Ablauforganisation und fasst damit auch die konkrete Arbeit näher ins Auge. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts gewinnt in der Anlagenautomation die eigenständige Entwicklung der Regelungs- und Prozessrechnertechnik an Bedeutung, zunächst noch unabhängig von der Elektronischen Datenverarbeitung (EDV) in administrativen Abteilungen. In den 1970er Jahren wird das Rechnungswesen zum vorherrschenden innerbetrieblichen EDV-Anwendungsgebiet. Das eröffnet wiederum dem Management neue Arbeitsbereiche in der Unternehmensplanung, der Organisationsentwicklung und im Controlling, um mit Hilfe EDV-unterstützter Kosten-Nutzen-Kalkulationen und ggfs. zusätzlichen Nutzwertanalysen unternehmerische Entscheidungen zu planen und umzusetzen. Die Aufgaben der „Betriebs- und EDV-Organisation“ sind seitdem Themenschwerpunkte der Betriebswirtschaftslehre.
Mit der zunehmenden Nutzung von Computern zur Planung und Steuerung der Arbeitsprozesse werden Optimierungsmodelle der ökonomischen Kybernetik,[78] Linearen Programmierung, der Netzplantechnik und der Input-Output-Analyse entwickelt und in die betriebliche Praxis eingeführt. Seit den 1980er Jahren spielt die Vernetzung administrativer EDV-Anwendungen untereinander, aber auch mit Datenverbindungen zu den Prozessrechnern und Industrierobotern in der Anlagen- und Verfahrenstechnik eine immer größere Rolle. Unter der Bezeichnung Business Engineering geht es dabei zunehmend um die Analyse, Modellierung und Implementierung automatisierter Geschäftsprozesse, die etwa von einer Dispatching-Zentrale bzw. einem Controlling-Leitstand aus mit Hilfe von Computersystemen kontrolliert und gesteuert werden.[79] Wichtige deutschsprachige Wissenschaftler auf den Gebieten der Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensorganisation sind z. B. Eugen Schmalenbach, Heinrich Nicklisch, Erich Gutenberg, Erich Kosiol, Hans Ulrich und Jürgen Weber. Aus der Verbindung der Speziellen Betriebswirtschaftslehre mit den Ingenieurwissenschaften und den Anfängen der Arbeitsmedizin entstehen im 20. Jahrhundert die Fachgebiete der Arbeitswissenschaft.

Arbeitswissenschaft[Bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts entsteht die interdisziplinäre Arbeitswissenschaft mit verschiedenen Schwerpunkten, wie Arbeitsstudien, Zeitwirtschaft, Arbeitsbewertung, technologische Arbeitsvorbereitung oder Managementlehre. Als Begründer der Arbeitswissenschaft wird F. W. Taylor angesehen, dessen Prinzipien der wissenschaftlichen Betriebsführung[80] im 20. Jahrhundert (und teilweise bis heute) für die produktive Arbeitsgestaltung maßgebend sind. Außer den technologischen Prinzipien Taylors werden auch die physischen und psychischen Belastungen der Fabrikarbeit und deren Auswirkungen auf die Gesundheit,[81] Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Beschäftigten als Problemfelder der Betriebsführung in Industriebetrieben erkannt und untersucht. Ein Beispiel dazu sind die 1890 von Emil Kraepelin durchgeführten Laboratoriumsversuche zur Hygiene der Arbeit, um die Zusammenhänge von Ermüdung und Übung zu erforschen und Leistungsverläufe in Arbeitskurven darzustellen.[82] Die Erkenntnisse der Arbeitsmedizin gehen zusätzlich zu Taylors Prinzipien in die Arbeitswissenschaft ein und werden bis Mitte des 20. Jahrhunderts wesentliche Elemente der Ergonomie,[83] des Arbeitsschutzes und der Arbeitspsychologie bis hin zur Ergotherapie.
Die von Taylor propagierte innerbetriebliche Arbeitsteilung ist auch auf die Trennung geistig anspruchsvoller Arbeit von einfachen manuellen Tätigkeiten ausgerichtet. Diese Arbeitsteilung nach dem Babbage-Prinzip gerät unter dem Begriff Taylorismus in die Kritik. Kurt Lewin sieht 1920 im Taylorismus „eine Entwürdigung der Arbeit durch ins Extrem getriebene Arbeitsteilung ohne Rücksicht auf die Seele des Arbeitenden, kurz einen Verbrauch des Arbeiters im Dienste der Produktion gemäß den für Maschinen geltenden Abnützungs- und Amortisationsberechnungen.“[84] Fritz Giese veröffentlicht 1920 den Vortrag Psychotechnik und Taylorsystem,[85] in dem er vom Standpunkt der angewandten Psychologie die Prinzipien Taylors kritisch würdigt. In den 1920er Jahren gehört Giese zu den Mitbegründern der deutschen Arbeitswissenschaft und beginnt ein mehrbändiges Handbuch der Arbeitswissenschaft herauszugeben. Im Rahmen dieses Kompendiums erscheint 1932 das Buch Philosophie der Arbeit,[86] in dem die Arbeit ausgehend von der Wissenschaftslehre der Arbeit unter den Abschnitten Logik, Erkenntnistheorie, Ästhetik, Ethik und Metaphysik philosophisch interpretiert wird.
Im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) wird 1921 der Ausschuß für wirtschaftliche Fertigung (AWF) gegründet. Er soll technologische Probleme untersuchen und arbeitswissenschaftlich normierte Lösungen bereitstellen, um in deutschen Unternehmen Arbeitszeit einzusparen, ermüdende Tätigkeiten zu verringern, Arbeitsfehler zu vermeiden und Kalkulationsverfahren zu entwickeln. Speziell zur Forschung und Standardisierung auf Gebieten der Arbeitszeitermittlung und Arbeitsbewertung entsteht daraus in Deutschland ab 1923 der selbstständige Reichsausschuß für Arbeitszeitermittlung (REFA).[87]
Willy Hellpach entwickelt 1922 ein Konzept ganzheitlicher Aufgabenwahrnehmung als Einheit von Planen, Ausführen und Kontrollieren, die er „Gruppenfabrikation“ nennt. Durch „Gruppenarbeit“ kann eine Arbeitsorganisation entstehen, „die der Atomisierung und Sinnentleerung der Fabrikarbeit entgegenwirkt“.[88] In den USA initiiert Elton Mayo ab Mitte der 1920er Jahre die Hawthorne-Arbeitstudien. Mit den Untersuchungen in Hawthorne weist Mayo nach, dass nicht Lohnanreize, Arbeitszeiten, Ruhepausen oder Arbeitsplatzausstattungen längerfristig für die Arbeitsleistung maßgeblich sind, sondern primär die Beziehungen in der Arbeitsgruppe. Damit begründet er die Human-Relations-Richtung, die seit den 1950er Jahren grundlegend ist für die Organisationsentwicklung (OE). Mayo ist außerdem ein Wegbereiter für die von Frederick Herzberg entwickelte und 1959 veröffentlichte Motivator-Hygiene-Theorie zur Analyse und Förderung der Arbeitsmotivation. Bis ins beginnende 21. Jahrhundert können sich Konzepte der „Gruppenarbeit“ in der Industrie nur begrenzt gegen die vom Taylorismus geprägte Fließbandfertigung durchsetzen. Georges Friedmann konstatiert 1953 eine „weltweite Tendenz des Verfalls ganzheitlicher Berufe“ und einen zunehmenden „Bedarf der Industrie an immer vollkommeneren Maschinen“,[89] was zur Automatisierung der in der Fließfertigung systematisch verknüpften Arbeitsvorgänge führt.
Letztlich befreit die Automatisierung den Menschen von der Durchführung immer wiederkehrender gleichartiger geistiger oder manueller Verrichtungen und löst ihn aus der zeitlichen Bindung an den Rhythmus der technischen Einrichtung.[90] An Stelle von festen Arbeitsplätzen in Industriebetrieben entwickeln sich seit den 1980er Jahren Formen des „hybriden Arbeitens“, die vermehrt arbeitswissenschaftliche Beachtung in der OE-Forschung erlangen.[91] „Hybrides Arbeiten“ verbindet die Notwendigkeit persönlicher Anstrengungen in der modernen Arbeitswelt auch im Sinne von „New Work[44] mit motivierenden Elementen tätigen Vergnügens und individueller Freizügigkeit, speziell in nachgefragten, höherqualifizierten Berufen.[92]

Aufhebung des Arbeitsbegriffs seit Mitte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Anfang des 20. Jahrhunderts erhebt Wilhelm Dilthey in seinen hermeneutischen Überlegungen „Arbeit, die in der Werkstatt der Geisteswissenschaft verrichtet wird“, noch zur Quelle der Erkenntnis.[93] Der von Marx als „philosophische und ökonomische Kategorie“ definierte Arbeitsbegriff (siehe oben) unterliegt danach im Verlauf soziologischer Diskurse mehrfachen Aufhebungen. Mitte des Jahrhunderts scheint der Begriff „Arbeit“ in lebensweltlichen Anschauungen[6] und wissenschaftlichen Theorien eine Bezeichnung für erwerbsorientierte, arbeitsteilig verkürzte Tätigkeiten einzelner Personen zu sein. Diese reduktionistische Auffassung vom Arbeitsleben führt zu der philosophischen Frage, in welchem Verhältnis Arbeit zu sozialer Interaktion und Kommunikation zu sehen ist. Popper, Horkheimer, Marcuse, Adorno oder Habermas kritisieren mit unterschiedlichen Intentionen die alles begründende evolutionäre Rolle der Arbeit bei Marx und Engels.[94] Gleichzeitig nähern sich vom Standpunkt des Existentialismus Sartre und Gorz der Marxschen kategorialen Handlungsorientiertheit.[95] Das aus dem marxistischen Arbeitsbegriff resultierende Produktionsparadigma[96] zur Herleitung anthropologischer und soziologischer Zusammenhänge wird vielfach als zu holistisch[97][98] und zu kollektivistisch[99] verworfen. Karl Popper bezeichnet Marx als methodologischen Kollektivisten, der „glaubt, dass es das ‚System der ökonomischen Bedingungen‘ als solches ist, das die unerwünschten Konsequenzen[49] herbeiführt – ein System von Institutionen, das nur durch seine Abhängigkeit von den Produktionsmitteln erklärt werden, aber nicht auf die einzelnen Individuen, ihre Beziehungen und Handlungen zurückgeführt werden kann.“[100] Poppers Auffassung weist Adam Schaff zurück, da Marx nur die Fiktion des isolierten Individuums abgelehnt habe. Die universale Bedeutung des tätigen Individuums betone Marx mit den Worten: „Der Mensch - so sehr er daher ein besondres Individuum ist, und grade seine Besonderheit macht ihn zu einem Individuum und zum wirklichen individuellen Gemeinwesen - eben so sehr ist er die Totalität, die ideale Totalität, das subjektive Dasein der gedachten und empfundenen Gesellschaft […].“[101]
Hannah Arendt führt in Vita activa oder Vom tätigen Leben den Begriff Arbeitsgesellschaft ein und sieht Arbeit als Zwang zur Erhaltung des Lebens, dem der Mensch von der Geburt bis zum Tod ständig unterliegt. Arendt unterscheidet drei Tätigkeiten: „arbeiten, herstellen und handeln“. Ohne Geräte und Werkzeuge, die der Mensch herstellt, „um die Arbeit zu erleichtern und die Arbeitszeit zu verkürzen, könnte auch menschliches Leben nichts sein als Mühe und Arbeit.“[102] Das „Animal laborans“ ist dasjenige Wesen, das nur arbeitet. Für das Animal laborans ist es „wie ein Wunder, daß es als Mensch auch und zugleich ein Wesen ist, das eine Welt kennt und bewohnt; vom Standpunkt des Homo fabers ist es wie ein Wunder, wie eine Offenbarung eines Göttlichen, daß es in dieser von ihm hergestellten Welt so etwas wie Sinn geben soll.“[102] Für Arendt stellen Handeln und Sprechen die höchsten und menschlichsten Tätigkeiten der Vita activa dar.[102] Gemäß den Prinzipien des zu ihrer Zeit vorherrschenden Taylorismus subsumiert sie unter dem Arbeitsbegriff einfache Tätigkeiten, die durch das interaktive, kommunikative Handeln der Menschen dominiert und gesellschaftlich vermittelt werden. Durch die Reduktion des Arbeitsbegriffs auf Tätigkeiten vereinzelter Individuen, abstrahiert von der gesellschaftlich notwendigen Organisation und Kommunikation in Arbeitsprozessen, wird unwillkürlich die Entfremdung der Arbeit aufgedeckt.[103] Dazu schreibt Arendt: „(Im) letzten Stadium verwandelt sich die Arbeitsgesellschaft in eine Gesellschaft von Jobholdern, und diese verlangt von denen, die ihr zugehören, kaum mehr als ein automatisches Funktionieren, als sei das Leben des Einzelnen bereits völlig untergetaucht in den Strom des Lebensprozesses, der die Gattung beherrscht, und als bestehe die einzige aktive, individuelle Entscheidung nur noch darin, sich selbst gleichsam loszulassen, seine Individualität aufzugeben, [...] um dann völlig ‚beruhigt‘ desto besser und reibungsloser ‚funktionieren‘ zu können.“[102]
Jürgen Habermas setzt sich in Technik und Wissenschaft als „Ideologie“ mit Hegels „Jenenser Philosophie des Geistes“ auseinander. Er formuliert darin die seiner Ansicht nach noch offene Frage zum Verhältnis von „Arbeit und Interaktion“, die er 1981 in seinem Hauptwerk „Theorie des kommunikativen Handelns“ zugunsten des „Kommunikationsparadigmas“ beantwortet.[104] Danach wird er zum Haupterben der Kritischen Theorie und Philosophie der Praxis. Praxeologische Anschauungen und „Entwürfe einer modernen Praxisphilosophie, die am Produktionsparadigma festhalten, geraten seither in den Verdacht veraltet bzw. durch die ‚Theorie des kommunikativen Handelns‘ überwunden zu sein.“.[103] Die fragwürdige Trennung[105] von „Arbeit und Interaktion“ bzw. „Produktion und Kommunikation“ und die A priori Setzung der Kommunikationsbeziehungen lösen nur scheinbar ein philosophisches Henne-Ei-Problem: Sprechen Menschen in Arbeits- und Handlungssystemen miteinander, weil sie gemeinsam arbeiten, oder arbeiten sie gemeinsam, weil sie miteinander sprechen wollen? Arendt und Habermas reduzieren den Arbeitsbegriff auf instrumentelles Handeln, das vorherrschenden Kommunikationsprozessen unterliegt.
Auch die Praxisphilosophie Helmut Seidels, die man als eine historisch-materialistische Identitätsphilosophie[103] bezeichnen kann, bewegt sich im Spannungsfeld von Arbeit und dialogischer Interaktion. Im Gegensatz zu Habermas geht Seidel „davon aus, dass die vernünftige Reproduktion eines humanen Daseins von der Arbeit im Sinne der grundlegenden, elementaren Tätigkeitsform des Menschen, dem bewussten Handeln, abhängig ist, und dass die formale, abstrakte Arbeit als elementare Gattungstätigkeit jedes einzelnen, als einfachste und allen gemeinsame Lebenstätigkeit ein sinnvolles und anerkanntes Dasein des Menschen erst ermöglicht.“[103] Wilhelm Schmid kommt als Philosoph der Lebenskunst unter individualistischeren Prämissen zu ähnlichen Schlussfolgerungen:

„Arbeit ist all das, was ich in Bezug auf mich und mein Leben leiste, um ein schönes und bejahenswertes Leben führen zu können. […] Erstrebenswert erscheint jedoch, in jeder Arbeit ‚Fülle‘ und ‚Erfüllung‘ erfahren zu können, aufgrund der vielfältigen Vernetzung mit Anderen, nicht allein für sich sein zu müssen, sondern ‚unter Menschen sein‘ zu können; aufgrund der Vielzahl von Erfahrungen, die den Spielraum des Selbst erheblich erweitern; aufgrund von Herausforderungen, die gesucht und angenommen werden, in denen das Selbst wachsen und sich um Exzellenz bemühen kann.“

Was ist Arbeit? (2012)[106]

Diese allgemeingültig formulierten Arbeitserfahrungen und die Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen, die Schmid im Begriff „Lebensarbeit“ zusammenfasst, sind nicht als beliebige, zeitlich oder kulturell begrenzte Erscheinungen aufzufassen, sondern als „psychische Notwendigkeit des modernen Lebens“.[107] Diese psychisch bedingte Notwendigkeit wirkt gleichermaßen in kapitalistisch und sozialistisch verfassten Staaten. Das hat auch Rudolf Bahro erkannt,[108] der zum Verhältnis von Arbeit und Kommunikation schreibt:

„Der größte Teil […] der geistigen Arbeit resultiert aus der technischen Arbeitsteilung innerhalb der Produktion und der Informationsverarbeitung. Die organisatorische Beherrschung arbeitsteiliger Kooperation ist von Anfang an ein Informationsproblem […]. Die Hierarchie der Arbeitsleitung drückt institutionell die Hierarchie der informationellen Kopplungen aus […]. Herrschaft, Ausbeutung und Entfremdung sind Begriffe, deren Realgehalt gerade vor diesem allgemeinen Hintergrund ein und derselbe ist […]. Gegenwärtig geht es um die entscheidende vertikale Arbeitsteilung, um die Tendenz zur Polarisierung […] in einen stofflich-energetischen und einen ihm steuernd und regelnd übergeordneten informationellen Prozeß.“

Die Alternative. Zur Kritik des real existierenden Sozialismus. (1977)[109]

Bahro vermutet in der Überwindung der „vertikalen Arbeitsteilung“ einen Weg zur Verwirklichung der gesellschaftlichen Utopie, allen Menschen eine gerechte Mitwirkung und Teilhabe in Arbeitssystemen zu ermöglichen. Auf die Frage, wie sich aus Sicht des Künstlers die ‚Gesellschaftliche Utopie‘ entwickelt habe, antwortet Joseph Beuys 1979 in einem Interview: „Ich habe die Kunst als Ausgangspunkt genommen, um gesamtgesellschaftliche Veränderungen zumindest in die Diskussion zu bringen: Der Kunstbegriff erweitert sich auf die ‚Arbeit jedes Menschen‘, in die anthropologische Dimension."[110]
Gerd Spittler identifiziert in Anthropologie der Arbeit[12] die wesentlichen Arbeitselemente, „die sich überall und zu allen Zeiten finden und unterschiedlich kombiniert werden.“ Er erwähnt Diskussionen, die Soziologen seit Anfang der 1990er Jahre darüber führen, dass in der nachindustriellen Dienstleistungsgesellschaft eine Vermischung von Arbeits- und Lebenswelt zu beobachten ist. „Es ist die Rede von […] Entgrenzung der Arbeit, von subjektivierter Arbeit,[111] von Work-Life-Balance, von arbeitenden Kunden usw.“[12] Im Projekt „Ethics of Work and Labour“[44] interpretiert Michael Cholbi das Verlangen nach Arbeit als Ergebnis einer „adaptiven Präferenz“.[112]
Im Gegensatz zu diesen Debatten geht Spittler „davon aus, dass die Arbeitswelt immer ein Teil der Lebenswelt ist und ihr nicht dichotomisch gegenüber steht.[113] Sie ist niemals völlig aus anderen sozialen Bezügen losgelöst. […] Wie sie sich als besondere Welt innerhalb der Lebenswelt konstituiert, ist ein faszinierendes Thema, das losgelöst von dichotomischen Paradigmen behandelt werden muss. […] Entgegen der Vorstellung von Habermas, der Arbeit in allen Gesellschaften kategorial als instrumentelles Handeln bestimmt“, sieht Spittler Arbeit mit Verweis auf ethnographische Fallstudien immer als Interaktion. Aus Sicht des Ethnologen spricht nichts für die von Habermas postulierte instrumentelle Auffassung von Arbeit oder die Herrschaft der Technik.[104] Vielmehr erweist sich die Arbeit in Spittlers Fallstudien immer als „Interaktion zwischen eigenständigen Arbeitern, Arbeitsmitteln und Arbeitsgegenständen.“[12]
Unter den zwischen Produktions- und Kommunikationsparadigma changierenden Handlungstheorien gibt es immer wieder Denkrichtungen, die zur Arbeit im Sinne bewusster schöpferischer Auseinandersetzung hinführen. Beispiele dafür sind Theorien des Pragmatismus, Konstruktivismus, Kommunitarismus oder auch der Methodische Kulturalismus,[114] der – ausgehend von der alltäglichen Praxis – die Kultur als Ergebnis allen menschlichen Handelns definiert. In Weiterentwicklung des Konstruktivismus der Erlanger Schule von Paul Lorenzen und Wilhelm Kamlah erkennt der Methodische Kulturalismus im vorwissenschaftlichen Handeln der Menschen den Ausgangspunkt für Wissenschaft und Kultur. Nach der von Alfred North Whitehead in Prozess und Realität entwickelten Prozessphilosophie, die seit Ende des 20. Jahrhunderts vermehrt rezipiert wird,[115] kann „Arbeit als Symbol und extensive Abstraktion“ für die ständige Wiederholung der „elementaren Ereignisse“ gelten, die die Kreativität des menschlichen Daseins bestimmen.[116] Diese „abstrakte Interpretation“ des Arbeitsbegriffs stimmt sinngemäß mit der von Karl Marx überein,[39] dass sich die Gesellschaft als Realität aus unendlich vielen, elementaren Arbeitsprozessen entwickelt und erneuert.
Für Kybernetiker[117] und Systemtheoretiker ist menschliche Arbeit ein abstrakter Begriff für bewusst ausgeführte Interaktionen und Handlungen in sozialen und soziotechnischen Systemen. Der soziologische Systembegriff geht auf Talcott Parsons zurück, der in Handlungen (Arbeitsprozessen) die konstitutiven Elemente sozialer Systeme erkannt hat.[118] Abweichend davon sieht Niklas Luhmann in den Kommunikationsbeziehungen die bestimmenden Elemente[98] und hebt diese aus den Handlungen hervor. Dabei übersieht Luhmann, dass Kommunikationsprozesse zwar notwendige, aber ohne weiterführende Handlungen keine hinreichenden Voraussetzungen für die Entwicklung und Aufrechterhaltung sozialer Systeme sind. Zunehmend gibt es „technische Systeme“, die mit künstlicher Intelligenz ohne unmittelbares menschliches Eingreifen funktionieren und miteinander kommunizieren. Mitte der 1950er Jahre prognostiziert Friedrich Pollock:

„Die Automation bedroht den Arbeiter und Angestellten nicht nur mit dem Verlust seines Arbeitsplatzes, sondern wird […] den sozialen Status vieler in der Wirtschaft und Verwaltung Tätigen drastisch verschlechtern, die nicht zu der privilegierten Minderheit […] der Ingenieure und verantwortlich entscheidenden Angestellten gehören.“

Automation (1956)[119]

Automation stellt die Arbeitsgesellschaft mit den für die Menschen ausschlaggebenden „Einkommens-, Teilhabe- und Lebenschancen“ in Frage.[120] Mit Blick auf die zunehmende Produktivität „industrieller Lohnarbeit“ konzipiert Frithjof Bergmann in den 1980er Jahren mit „New Work“[44] Ideen zu einer Kultur der „Neuen Arbeit“,[121] die den Menschen vermehrt Freiheit, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe in der sich verändernden Arbeitswelt bieten soll.[92] Gleichzeitig ist seit 1981 eine Krise der Arbeitsgesellschaft zu beobachten,[122] die das errungene Sozialeigentum[123] der abhängig Beschäftigten durch Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse gefährdet.[124] Die unternehmerische Hire and fire Mentalität in Verbindung mit deklassierenden Managementmethoden wie Forced ranking verschärft die soziale Lage von Arbeitnehmern wie Erwerbslosen. Eberhard Ulich weist darauf hin, dass schon in den 1970er Jahren Vorschläge erarbeitet wurden, die „Erwerbstätigkeit zu rationieren oder eine ‚Duale Ökonomie’ einzuführen mit bezahlter Erwerbstätigkeit einerseits und gesellschaftlich nützlichen bzw. notwendigen Aktivitäten andererseits.“ Mit der Einführung eines „Bürgergeldes“ könnte die Chance bestehen, unter reflektierter Nutzung der technologischen Möglichkeiten in soziotechnischen Systemen nicht nur inhumane Arbeitsbedingungen zu beseitigen, sondern die Dominanz der Erwerbsarbeit in der industriellen Produktion und Administration gegenüber sonstiger gesellschaftlich nützlicher Arbeit aufzuheben.[125]

Kulturhistorischer Aspekt[Bearbeiten]

Menschen setzen die Produktivkräfte ihrer Gesellschaftssysteme in Arbeitsprozessen frei, wobei sie die Aneignung und Nutzung der Arbeitsressourcen und die Verteilung der Arbeitsresultate – je nach Kultur oder Staatsform – geordnet haben. Marx definiert die Produktionsweise, d. h. die Ökonomie zur systembestimmenden Basis der Gesellschaft. [50] Max Weber geht davon aus, dass der historische Prozess durch das Zusammenwirken von Herrschaft, Kultur und Ökonomie geprägt wird, wobei der Einfluss epochenspezifisch unterschiedlich stark sein kann. Tendenziell sieht Weber Herrschaft als die dominierende anthropologische Universale.[126]Karl Mannheim rekonstruiert die historische Entwicklung des Menschen in drei Stufen. Ursprünglich bestimmt die Hordensolidarität die zwischenmenschlichen Beziehungen. Auf der zweiten Stufe beginnt sich der Mensch als Individuum zu erfahren, indem er in Konkurrenz zu anderen tritt. Der Mensch auf der Stufe der nachindividuellen Gruppensolidarität bildet die gesellschaftliche Wirklichkeit, in der wir heute leben.“[127]

Urgesellschaft[Bearbeiten]

Inspiriert von Darwins Evolutionstheorie postulierte Lewis H. Morgan 1877 in „Die Urgesellschaft“ (en:Ancient Society) eine Abfolge möglicher Perioden der Menschheitsentwicklung, „die von »Wildheit« über »Barbarei« bis zur »Zivilisation« reichte und im neuen Forschungsbereich Anthropologie weithin angenommen wurde.“[128] Nach Morgans Theorie durchlief der archaische Homo sapiens in der „Urgesellschaft“ Entwicklungsstufen der „Wildheit“, aus der er „durch langsame Anhäufungen von Erfahrungen sich emporgearbeitet hat."[129] Im Verlauf dieser frühen Entwicklungen, deren Anfänge in der Hominisation über 300.000 Jahre zurückliegen, bestritten die in Horden lebenden Menschen ihren Lebensunterhalt solidarisch mittels gemeinschaftlicher Arbeit in der naturgegebenen Wildnis. Nach äußerst langwierigen Prozessen der „evolutionären Anpassung“ begann im Zeitraum vor mehr als 100.000 Jahren der ontogenetische Übergang des archaischen Homo sapiens zum abstrakten Denken in Wechselwirkung mit der sich gleichzeitig herausbildenden Sprache.[130]

„Arbeit zuerst, nach und dann mit ihr die Sprache – das sind die beiden wesentlichen Antriebe, unter deren Einfluß das Gehirn eines Affen in das bei aller Ähnlichkeit weit größere und vollkommnere eines Menschen allmählich übergegangen ist. Mit der Fortbildung des Gehirns ging Hand in Hand die Fortbildung seiner nächsten Werkzeuge, der Sinnesorgane …“

Dialektik der Natur (1876)[41]

„Die Periode der Wildheit brachte unermeßliche Aenderungen im Zustande der Menschheit hervor. […] Ihre rohen Kräfte und rohen Künste waren hauptsächlich der Produktion des Lebensunterhalts gewidmet.“[131]. Unter Berücksichtigung heute noch vorkommender Reproduktionsweisen bei Naturvölkern war die Menschheit in der „Periode der Wildheit“ auf die stetige Aneignung und Nutzung frei zugänglicher Naturerzeugnisse angewiesen. Auf Beutezügen nach Lebensmitteln und nützlichen Gegenständen erkundeten die Menschen ihre Reviere und suchten mit Erfindungsgabe nach Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer kollektiven Überlebenschancen. Im Rückblick auf mögliche Formen des Wirtschaftens während der urgesellschaftlichen Entwicklung schrieb Werner Sombart:

„Die Wirtschaft der urwüchsigen Geschlechtsverbände können wir nur unvollkommen aus Überbleibseln bei Naturvölkern im Geiste wieder aufbauen. Wir dürfen annehmen, daß sie − bei nomadisierender Lebensweise und vorwiegender Okkupationswirtschaft – einen stark kommunistischen Zug getragen hat. Jedenfalls bestand an den wichtigsten ‚Produktionsmitteln‘ Gemeineigentum und auch die Konsumtion wird im wesentlichen eine ‚kommunistische’ gewesen sein.“

Die Ordnung des Wirtschaftslebens (1925)[132]

Seit den Anfängen ihrer Geschichte erkundeten und okkupierten Menschen neue Territorien und Vorkommen lebensnotwendiger natürlicher Ressourcen. Über die „epochale Abfolge landwirtschaftlicher Betriebsformen“ schrieb Bernd Andreae: „Am Anfang der Entwicklung steht nach allen kulturhistorischen Entwicklungstheorien eine reine Okkupationswirtschaft, die fast immer mit einer nomadischen oder halbnomadischen Lebensweise gekoppelt ist. Je nach den von der Natur gebotenen Nahrungsquellen handelt es sich um eine Sammelwirtschaft wie in allen drei Entwicklungsverlaufsformen Eduard Hahns oder um Jagd und Fischfang wie in der Dreistufentheorie Richard Krzymowskis oder aber um Kombinationsformen. Von einer planmäßigen Landbewirtschaftung kann noch keine Rede sein.“[133] Waren die Jagd- und Fischgründe erschöpft und die Wildfrüchte[134] abgeerntet, zogen die Wildbeuter auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen weiter. Längerfristige klimatische Entwicklungen, erschöpfte Jagdgründe, Konflikte und kriegerische Kämpfe mit anderen Menschen u. a. m. zwangen die Horden, neue Lebensräume zu erkunden und sich auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen in wechselnden, oder auch neu entdeckten Gebieten niederzulassen. Über „Jahrhunderttausende“[135] besetzten die nomadisierenden Menschen auf der Suche nach Nahrungsmitteln und sonstigen natürlichen Reichtümern neue Lebensräume. Bis zum ausgehenden Jungpaläolithikum besiedelten sie im Zeitraum von mehr als 100.000 Jahren mit Ausnahme der Antarktis alle Kontinente. Während dieser Jahrtausende hatten sie sich immer wieder den Umweltbedingungen in unterschiedlichen Klimazonen angepasst und ihre arbeitsteiligen Methoden zur Nutzung der Natur und zur Durchsetzung gemeinschaftlicher Interessen gegen innere und äußere Feinde entwickelt. Das betraf nicht nur die organisierte Vorbereitung und Durchführung gemeinschaftlicher Unternehmungen, sondern auch die Verwendung des Feuers, spezielle Verfahren der Nahrungszubereitung, die Herstellung und Nutzung neuartiger oder verbesserter Kleidung, Werkzeuge, Jagd- und Kampfwaffen, Vorrats- und Transportbehältnisse oder die Errichtung befestigter Lagerplätze und Behausungen.
Der Übergang von der „Okkupations- zur Produktionswirtschaft“[136] war ein viele Jahrtausende dauernder Prozess kultureller Entwicklungen. Die Aneignung der in der Natur vorhandenen Lebensmittel und nützlichen Materialien in nur geringfügig zu bearbeitenden, konsumerablen Formen erweiterte und veränderte sich während der Steinzeit nur sehr allmählich durch praktische Erfindungen und deren verbreitete handwerkliche Anwendung. Das führte etwa 25.000 bis 10.000 Jahre v. u. Z. vermehrt zum Austausch neu erschaffener Dinge, wie Werkzeuge, Kleider, Schmuck etc. Mit den ökonomischen Vorteilen der sich entwickelnden handwerklichen Tätigkeiten entstanden in den frühgeschichtlichen Handlungsgemeinschaften hordenübergreifend weiträumigere Austauschbeziehungen und damit allmählich der auf Autorität, Produktion und Besitz beruhende private Nutzungs- und Eigentumsgedanke.[33] „Natürlich wissen wir so gut wie nichts [...] über die Menschen im Jungpaläolithikum [...]. Aber wir wissen, dass sie von den Schweizer Alpen bis zur Mongolei oft bemerkenswert ähnliche Werkzeuge benutzten, bemerkenswert ähnliche Musikinstrumente spielten, ähnliche Figuren schnitzten, ähnlichen Schmuck trugen und ähnliche Bestattungsriten hatten. Mehr noch, es besteht Grund zu der Annahme, einzelne Männer und Frauen reisten in bestimmten Lebensabschnitten sehr weit. [...] Die damalige »Gesellschaft« erstreckte sich über Kontinente.“[137]
Im Neolithikum begannen die Jäger und Sammler sich durch Domestizierung nützlicher Tiere und Pflanzen und Herden begleitende Viehwirtschaft nach und nach auf agrikulturelle Produktionsmethoden umzustellen. Mit zunehmender Differenzierung der Arbeitsprozesse entwickelten sich neue kulturbildende Arbeitsfelder und Traditionen. Die Phänotypen der natürlichen Evolution, die vor allem äußere Merkmale der Menschen variieren, wie z. B. Hautfarbe oder Körperbau, wurden überlagert von kulturellen Variationen der sich herausbildenden Stämme und Völker. Grundlegend war dabei die Entwicklung der Sprachen, die den inneren Zusammenhalt der Gemeinschaften mit kommunikativen Interaktionen und rituellen Ausdrucksformen verstärkten:

  • Initiations- und Machtrituale, Bestattungskulte,
  • Freundschafts-, Versöhnungs-, Heiratszeremonien,
  • Heilungs-, Schadens- oder Verdammungszauber,
  • künstlerische Ausdrucksformen, Tanz, Musik, Ornamentik, Bilder, Skulpturen etc.,
  • Erzählungen von Abstammungs-, Jagd-, Kampf- und Überlebensmythen.

In den Stammesgemeinschaften und frühen Hochkulturen entwickelten sich metaphysische Vorstellungen, mit denen das Schamanen- und Priestertum religiöse Kulte in die bewusste schöpferische Auseinandersetzung einführte. Kriegerische Machtansprüche, religiöse Ideen und geistige Bedürfnisse führten seit den archaischen Gemeinschaften bis in die Neuzeit zur Entwicklung unterschiedlicher Formen autoritärer „vertikaler Arbeitsteilung“[109] mit privilegierten Priestern, Gelehrten und Befehlshabern einerseits, die sich in ihren Handlungen dem Göttlichen nahe wähnen (siehe oben), und dem gewöhnlichen Volk andererseits, das mit alltäglicher Arbeit gemeinschaftlich für den Lebensunterhalt sorgt.

Agrargesellschaft[Bearbeiten]

Die Lebensweise der Menschen beruhte solange auf „aneignenden Produktionszweigen“[135] bzw. Okkupationswirtschaft, bis es ihnen durch die Anwendung agrikultureller Produktionsmethoden gelang, die Natur ihren Lebensbedürfnissen anzupassen und die notwendigen Lebensmittel in festen Siedelungen ausreichend selbst zu erzeugen.[136] Im Neolithikum entwickelten sich die Kulturen der Bauern- und Hirtenvölker. Baden Eunson zitiert den Historiker Arnold Toynbee zur Beschreibung der damit verbundenen kulturellen Umwälzung:

„Diese Revolution, meint Toynbee, bedeutete, […] Menschen hingen nicht länger von den Unwägbarkeiten der Wanderungen der Tiere und der zufälligen Verteilung der Pflanzen ab, sondern begannen die Nahrung zu produzieren, anstatt sie einfach zu sammeln. Produzieren bedeutet Planung, Vorsorge, und Selbstbeherrschung, das Planen von Ernten […] weit in die Zukunft hinein und den Abschied vom impulsiven Von-Tag-zu Tag-Leben.“

Betriebspsychologie (1990)[138]

Mit der neolithischen Landbewirtschaftung enstand die „Idee des Eigentums“ an Grund und Boden sowie an den darauf produzierten Tieren und Nutzpflanzen, was ab etwa 9.000 Jahren v. u. Z. die Arbeitsbedingungen der Menschen veränderte. „Die Landwirtschaft erforderte, dass bestimmte Dinge nicht mehr allen gehörten. […] Mit dem Sesshaftwerden wurde eines der fundamentalen Gesetze menschlichen Zusammenlebens ausgehebelt, eines, das eine halbe Ewigkeit lang ein alltägliches Gebot gewesen war: Nahrung muss geteilt werden! Die Idee des Eigentums unterläuft die urmenschliche Solidarität. […] Weil es den Jägern und Sammlern nicht möglich gewesen war, Vorräte anzulegen, hatten sie in soziale Beziehungen investieren müssen, damit sie Notsituationen mit Hilfe gegenseitiger Unterstützung überleben konnten. Kooperation war alles gewesen, Solidarität eine Lebensversicherung. Das kehrte sich jetzt um: Die Privatisierung der Ressourcen machte die Bauern von den Nachbarn unabhängig.“[139]
Allerdings muss zwischen Landwirtschaft und „Privateigentum“ nicht notwendig ein Zusammenhang bestehen, da sowohl Jäger und Sammler als auch Bauern gruppensolidarisch handeln können. Nicht die Arbeit der Bauern führte zu Ungleichheit, entscheidender waren vorgeschichtliche Machtunterschiede und Gewalterfahrungen zwischen Menschengruppen, die möglicherweise kriegerische und religiöse Ursachen haben. Diese wurden aus den Jäger und Sammler Gemeinschaften in die Agrargesellschaft übertragen. Beim „Eigentum“ geht es nicht in erster Linie um die Verfügungsgewalt über Dinge, sondern um zwischenmenschliche Beziehungen und die archaische Macht von Menschen über Menschen, die auf „Mutwillen“ und möglichen „Todesdrohungen“ beruht.[140] „Im Fruchtbaren Halbmond […] gab es keinen »Wechsel« vom altsteinzeitlichen Jäger und Sammler zum jungsteinzeitlichen Bauern. Der Übergang von einer Nahrungsbedarfsdeckung aus vorwiegend natürlichen Ressourcen zu einer Lebensweise, die darauf fußte, Nahrungsmittel zu produzieren, brauchte um die 3000 Jahre. […] Einen Garten-Eden-artigen Zustand gab es nie, von dem aus die ersten Bauern in die Ungleichheit geraten mussten; und es ist sogar noch sinnloser, die Landwirtschaft als Ursprung für gesellschaftliche Hierarchien, Ungleichheit oder Privateigentum zu betrachten.“[141] Im Neolithikum überdauerte das ursprüngliche gruppensolidarische Verhalten der Menschen wahrscheinlich noch mehrere Jahrtausende, bis schließlich königliche Herrschaft die Verhältnisse zusätzlich regelte. Mit Gesetzen begann in den frühen Hochkulturen Ägyptens, Mesopotamiens und Chinas die Entwicklung unterschiedlicher Schriften zu religiösen und administrativen Herrschaftsinstrumenten.[142]
Infolge der zunehmend ortsfesten Produktion entstanden Dorfgemeinschaften. Neue Methoden der Bodenbewirtschaftung und Viehhaltung führten zu Nahrungsmittelüberschüssen, sodass spezialisierte Arbeiter beschäftigt und ernährt werden konnten. Diese erzeugten wiederum Produkte, die nicht für den sofortigen Verbrauch bestimmt waren. Neben handwerklichen Bereichen in der Nahrungsmittelveredlung, der Holz- und Steinbearbeitung, der Metallgewinnung, der Textil-, Keramik-, Werkzeug- und Waffenherstellung etc. entwickelten sich sekundäre Arbeitssysteme, wie die des Güteraustauschs[143] (Tausch, Transport, Lagerung), der Kommunikation (Schreib-, Botendienste), der Gefahrenabwehr (Militär- und Wachdienste), der Bildung und Kultur, der Organisation, Administration und Herrschaft. In organisierter Gemeinschaftsarbeit entstanden seit der Jungsteinzeit im Rahmen religiöser, administrativer und herrschaftlicher Vorhaben teils monumentale Bauwerke, wie z. B. Straßen- und Kanalsysteme, Festungs-, Palast- und Tempelanlagen, Grabmale und Nekropolen.[15] Die Zentralisierung der Tausch-, Kultur-, Schutz- und Administrationsfunktionen führte mit der Einrichtung Gesellschaft stiftender Versammlungs- und Marktplätze zu Urbanisierung und Herausbildung politischer Institutionen.
Zur Kalkulation und Abrechnung der Arbeitsleistungen und Tauschgeschäfte erfanden Menschen das „Kulturprodukt Geld“, das als Wertmaßstab für die unterschiedlichsten Dienste und Produkte diente und allmählich zu einem unentbehrlichen Instrument des Handels und der Politik wurde.[144] Mit fortschreitender Arbeitsteilung entwickelten sich Ständegesellschaften und mit der Konzentration der Schutz- und Herrschaftsfunktionen Staatsformen, die das soziale Leben bis in die Gegenwart bestimmen. Die agrikulturelle Revolution änderte die Arbeitsweise der Menschen grundlegend. „Es brauchte Tausende von Jahren, bis die neuen Techniken und Wertesysteme dieser Revolution alle Teile des Erdballs durchdrungen hatten.“[138]

Industriegesellschaft[Bearbeiten]

Bis zur Renaissance und dem aufkommenden Merkantilismus waren in Europa die agrikulturellen und handwerklichen Produktionsmethoden, wie sie sich im Verlauf des Mittelalters entfaltet hatten, vorherrschend. Die schon in der Agrargesellschaft angelegte Ständeordnung trug wesentlich dazu bei, dass zwischen nieder- und höherwertiger Arbeit unterschieden wurde – ein Begriffsverständnis, das sich bis heute erhalten hat.[145] Ausgehend von Norditalien, England und Frankreich begann im 17. Jahrhundert die Zergliederung und Verfeinerung handwerklicher Tätigkeiten in Manufakturen. In der Landwirtschaft entwickelten sich auf Basis des Großgrundbesitzes neue, arbeitsteiligere Produktionsmethoden.[146] Lohnarbeit wurde zur bestimmenden Lebensgrundlage der Manufaktur- und Landarbeiterfamilien. Im 18. Jahrhundert lösten technische Erfindungen, wie die Dampfmaschine, der mechanische Webstuhl, die Waterframe oder das Puddelverfahren zur Stahlherstellung die industrielle Revolution aus, gekennzeichnet bis ins späte 19. Jahrhundert durch:

  1. den Ersatz tierischer Kraft durch unbelebte (insbesondere Wasser- und Dampfkraft);
  2. den Ersatz menschlicher Fertigkeit und Kraft durch Maschinen;
  3. die Erfindung und Einführung neuer Methoden zur Ur- und Umformung von Materie (Eisen, Stahl, industrielle Chemikalien);
  4. die Organisierung von Arbeit in großen, zentral mit Kraft versorgten Fabriken, was die unmittelbare Kontrolle der Produktionsprozesse und eine effizientere Arbeitsteilung erlaubte.[138]

Wirtschaftshistoriker bezeichnen diese Periode als die erste industrielle Revolution. Technische Neuerungen, wie Eisenbahn und Dampfschifffahrt,[147] die Kohle-, Farben- und Düngemittelchemie, der Verbrennungsmotor, das Automobil, Erdölprodukte, Elektrotechnik, Telegrafie, Fernsprechtechnik, Fotografie u. a. m., leiteten ab Mitte des 19. Jahrhunderts die zweite industrielle Revolution ein. Im ersten Quartal des 20. Jahrhunderts wurden in der Industrie technologische und psychotechnische Veränderungen eingeführt, für die hier stellvertretend F. W. Taylor[80] und Henry Ford[148] mit ihren Produktionsmethoden stehen. In den Fabriken kam es zu arbeitsorganisatorischen Rationalisierungen in zeit- und ablaufoptimierten Arbeitsbereichen. Dabei entstanden viele Arbeitsplätze, an denen in monotoner Abfolge mit geringen Qualifikationsanforderungen immer wieder die gleichen, einfachen Handgriffe zu erledigen waren.
Mitte des 20. Jahrhunderts begann mit weiteren technischen Entwicklungen, wie Mechanisierung der Landwirtschaft, Leichtmetall- und Kunststofftechnik, Elektronik, Computertechnik, Nanotechnik, Atomphysik, Weltraumforschung etc., die dritte industrielle Revolution. Infolge der Automation und CIM-Technologien[79] begann der Abbau der vom Taylorismus geprägten Arbeitsplätze für einfachste, mental anforderungsarme Tätigkeiten. Mit zunehmender Nutzung der Robotik und des Internets in der globalisierten Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts ist die vierte industrielle Revolution eingeleitet, für die in Deutschland die Begriffe Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 stehen. „Welche Terminologie man auch immer benutzt, es ist offensichtlich, dass das Tempo historischer Veränderungen zunimmt. Während die 'agrikulturelle Revolution' Tausende von Jahren benötigte, um sich über den Erdball auszubreiten, brauchten die 'industriellen Revolutionen' nur wenige Jahrhunderte oder Jahrzehnte, um ähnliche Veränderungen zu bewirken.“[138]

Status quo der Vita activa[Bearbeiten]

Kennzeichnend für den Status quo des „Arbeitslebens“ ist die Kontinuität kultureller und ökologischer Veränderungsprozesse, die die Menschen mit ihren Handlungen mehr oder weniger zufällig auslösen, [149] durch Arbeit aber bewusst in ihrem Sinne gestalten können. Die Arbeitsteilung beschleunigt sich global immer weiter, was an den weltwirtschaftlichen Lieferketten, aber auch an vielen neuartigen Berufen und der Auffächerung der Geistes- und Naturwissenschaften in wirtschafts- und arbeitswissenschaftliche Fachdisziplinen (siehe oben) zu beobachten ist. Mit Innovationskraft ist es den Menschen gelungen, sich durch Arbeit in der Natur zu behaupten und die Produktivität dermaßen zu steigern,[70] dass das Wirtschaftswachstum die Existenz der Menschheit bedroht. Dieser Arbeitsaspekt rückt seit Mitte des 20. Jahrhunderts ins Bewusstsein der Menschen, die die ökologischen Grenzen des Wachstums erforschen und einhalten wollen.[150] Menschen setzen in Arbeitsprozessen – je nach Können und Vermögen – die fortschrittlichste Technik[48] ein, um die Qualität und Produktivität der Arbeit sicherzustellen oder zu steigern. Je technisierter und vernetzter Arbeitsmittel in soziotechnischen Systemen sind, umso weniger Menschen werden in den betreffenden Arbeitsprozessen benötigt, es entsteht Arbeitslosigkeit. Objektiv gesehen sind Menschen auch in Lebenslagen der sogenannten Arbeitslosigkeit nicht arbeitslos, sondern „erwerbslos“. Unter marktwirtschaftlichen Bedingungen gibt es immer wieder strukturelle Gründe für krisenhafte „Erwerbslosigkeit“, in der ein Teil der Bevölkerung von Erwerbstätigkeiten ausgegrenzt ist. Perspektivisch formulierte Hannah Arendt:

„Was uns bevorsteht, ist die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, also die einzige Tätigkeit, auf die sie sich noch versteht. Was könnte verhängnisvoller sein?“

Vita activa oder Vom tätigen Leben (1960)

Im Industriezeitalter wurden Organisationsformen entwickelt, die die Verteilung der Arbeitsressourcen und -resultate in institutionalisierten Arbeitskämpfen sozial gerechter und ökonomisch effektiver gestalten. Die Geschichte der Arbeitskämpfe zeigt, dass mit beschäftigungsorientierten Arbeitszeitmodellen[151] und sozial ausgewogenen, rechtsverbindlichen Arbeitstarifen die Reduzierung der Arbeitszeit[152] möglich ist, was zu weniger Arbeitslosigkeit, einer gerechteren Verteilung der Erwerbsarbeit und humaneren Arbeitsverhältnissen beiträgt.
Außerdem sind brachliegende und neue Felder „konkret-nützlicher Arbeit“ mit gerechten Löhnen gesellschaftlich zu erschließen, z. B. im Erziehungs-, Bildungs- und Gesundheitswesen, in der sozialen Arbeit, in Wissenschaft und Forschung, in der Umwelttechnik und Kreislaufwirtschaft oder auf performativ-virtuosen Tätigkeitsgebieten wie Sport, Spiel und Kunst.[153] Im internationalen Rahmen bietet auch die Eroberung des Weltraums ein großes Arbeitsfeld, um extraterrestrische Ressourcen zu erkunden und zu nutzen. Noch unter dem Eindruck der Finanzkrise ab 2007 fragt Joseph Stiglitz: „Wie können wir in dieser Situation Arbeitsplätze schaffen?“ Seine Antwort: „Die beste Lösung besteht darin, die Chance der extrem niedrigen langfristigen Zinsen[154] zu nutzen, um jene langfristigen Investitionen in Infrastruktur, Technologie und Bildung vorzunehmen, die das Land so dringend braucht.“[155]
Ungeachtet der Entwicklung seit der „Urgesellschaft“ und den damit verbundenen, sehr unterschiedlichen Weltanschauungen[156] durchdringt und verbindet menschliche Arbeit stets alle Dimensionen der Lebenswelt.[6] Es existieren Formen der „ursprünglichen Okkupationswirtschaft“,[132][157] der „agrikulturellen Subsistenzwirtschaft“ und der industriell entwickelten „Marktwirtschaft“ nebeneinander, was Immanuel Wallerstein unter dem Aspekt der internationalen Arbeitsteilung und Machtverhältnisse in der Weltsystem-Theorie analysiert.[158] Im Rückblick auf die Menschheitsgeschichte kommen David Graeber und David Wengrow zu der Frage: „Wir Menschen sind Projekte kollektiver Selbsterschaffung. […] Wie wäre es, wenn wir […] fragen würden, wie es dazu kam, in so engen konzeptionellen Fesseln gefangen zu sein, dass wir uns nicht einmal mehr die Möglichkeit vorstellen können, uns neu zu erfinden?“[159]

Gute Arbeit – ein Menschenrecht[Bearbeiten]

Arbeit als notwendige Existenzbedingung menschlichen Daseins impliziert zunächst, dass der Begriff „gute Arbeit“[160] ohne Sinn ist. Die Kontingenz von Gut und Böse im Kontext mit Arbeit umschreibt Goethe in Faust II und beispielhaft verdichtet in der Ballade Der Zauberlehrling. Die Ballade beginnt damit, dass der mit der Magie des Souveräns ausgestattete „alte Hexenmeister“ abwesend ist. In dieser Situation bedient sich der zur Arbeit aufgerufene „Zauberlehrlings“ der Zaubersprüche des Souveräns und aktiviert damit zuerst zweckmäßig – dann aber katastrophal wirkende Kräfte. Als der „Zauberlehrling“ in der Katastrophe seine Ohnmacht erkennt, muss er den „alten Hexenmeister“ zu Hilfe rufen, der rettend eingreift. Nicht die Arbeit an sich ist das Böse, sondern die Produktionsweise (Ökonomie), der Souverän (Regierung) und die Besitzverhältnisse sind es, deren Fehler der überhebliche und eigensinnige, tatsächlich aber unmündige „Zauberlehrling“ ausnutzt, um die Arbeit zu kommandieren. Erst durch den Einsatz katastrophal wirkender Technik und die Entfremdung von der Arbeit, etwa in Form von Sklavenarbeit oder prekärer Arbeit, erhält der Begriff „gute Arbeit“ als Gegensatz zu „böser Ausbeutung“ einen Sinn. Gute Arbeit ist keine wissenschaftliche Kategorie, aber ein wichtiger Begriff in der Arbeitssoziologie. Er wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts vom DGB als Schlagwort propagiert und im Rahmen der Mitbestimmung in die Arbeits- und Sozialpolitik eingeführt. Gemeint sind unterschiedliche politische, wirtschaftliche und kulturelle Maßnahmen zur

  • Verbesserung der Bildungs- und Arbeitschancen und der Lebensverhältnisse für die abhängig Beschäftigten,
  • Entwicklung einer sozial gerechteren, juristisch abgesicherten Verteilung der Arbeitserträge in Form von Steuern, Sozialleistungen und Einkommen,
  • Überwachung und Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Arbeitsschutzes, Vermeidung arbeitsbedingter Verletzungen, Schäden und Zerstörungen,
  • Begrenzung des finanzmarktgetriebenen Profitstrebens und schädlichen Wirtschaftswachstums.

Automatisierung und internationale Arbeitsteilung führen in der Industrie zu höherer Produktivität bei abnehmender Arbeitskraftnachfrage. Zusätzlich entsteht global durch das Wachstum der Weltbevölkerung ein Angebotsüberhang an Arbeitskräften. Tendenziell bewirken die Marktgesetze, dass durch den technischen Fortschritt[48] die Preise der Lohnarbeit sinken, auf dem Arbeitsmarkt – regional auch verstärkt durch eine expandierende Bevölkerungsentwicklung und Arbeitsmigration – das Arbeitsangebot wächst und dadurch die Erwerbslosigkeit zunimmt.[161] Diese Entwicklung wird zum Teil durch staatliche und privatwirtschaftliche Institutionen kompensiert, die vermehrt Beschäftigungsverhältnisse generieren und fördern, die David Graeber unter dem Begriff „Bullshit Jobs“ zusammenfasst.[162] Die als sinnlos empfundene Beschäftigung in „Bullshit Jobs“ ist eine Lüge von der Arbeit und muss genau genommen als versteckte Arbeitslosigkeit abgehandelt werden. Menschen in „Bullshit Jobs“ werden oft unter Berücksichtigung ihrer Fähigkeiten und Wahrung des augenscheinlichen sozialen Status[163] angestellt und per Einkommen finanziell alimentiert. Ihre Tätigkeiten selbst führen zu keinen sinnvollen Resultaten, sodass „Bullshit Jobs“ die alimentierten Jobber demoralisieren und den Zusammenhalt in betroffenen Handlungsgemeinschaften zersetzen. Arbeitslose und Bullshit-Jobber fühlen sich ungeachtet ihres sozialen Rankings oft unnütz. In Anlehnung an ein Zitat Ernst Blochs kann hier das Resümee gezogen werden: Der Bullshit-Jobber wie der Arbeitslose „halten sich auf verschiedene Weise in der Unerträglichkeit des hohlen Existierens auf, gestört und nicht mit sich in Ordnung.“[63]
Eine der wichtigsten Aufgaben der Staaten ist es die Arbeitsbedingungen in der modernen Risikogesellschaft mittels wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischer Maßnahmen so zu gestalten, dass aus Erwerbslosigkeit, versteckter Arbeitslosigkeit oder auch durch den Einsatz riskanter Technik keine gesellschaftsgefährdenden Krisen oder Katastrophen entstehen.[164] Staaten deshalb, weil im Weltwirtschaftssystem ein einzelner Staat ökologische und soziale Standards sowie Arbeitnehmerrechte im Sinne „guter Arbeit“ nur (sehr) begrenzt durchsetzen und kontrollieren kann.[165] Zur ökologisch nachhaltigen Umgestaltung der Arbeits- und Lebenswelt, zur Krisenbewältigung auf dem Arbeitsmarkt und Minderung sozialer Benachteiligungen bestehen nach Michael Sandel auf einzelstaatlicher Ebene gute Voraussetzungen, wo eine entwickelte, gesellschaftlich akzeptierte „Soziale Marktwirtschaft“ vorherrscht. Im Rahmen dieser Wirtschaftsform sei eine arbeitsbezogene Ordnungspolitik möglich, die die notwendigen ökonomischen und ökologischen Veränderungsprozesse mit Orientierung auf das Gemeinwohl einleitet und kontrolliert.[166] Johannes Paul II. sprach über die Verteilung der Arbeit auf seiner zweiten Deutschlandreise beim Besuch des Bergwerks Prosper-Haniel:

„Unverschuldete Arbeitslosigkeit wird zum gesellschaftlichen Skandal, wenn die zur Verfügung stehende Arbeit nicht gerecht verteilt und der Ertrag der Arbeit nicht dazu verwandt wird, neue Arbeit für möglichst alle zu schaffen.“

Predigt vor der Belegschaft des Bergwerks Prosper-Haniel (1987)[167]

Arno Anzenbacher schreibt über das „Recht auf Arbeit“ und die „Würde des Menschen“, die laut Verfassungsartikel 1 unantastbar sein soll:

„Aber Arbeit hat auch personale Bedeutung, da sie zur Selbstverwirklichung und zur sozialen Integration beiträgt. Die Würde der Person fordert insofern Subjektstellung und Humanisierung der Arbeit. Aus dem Stellenwert der Arbeit in der Selbstverwirklichung der Person ergibt sich das Recht auf Arbeit als Menschenrechtsmaterie.“

Einführung in die Philosophie (2002)[168]

In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 wird im Artikel 23[169] das „Recht auf Arbeit“ zum elementaren Menschenrecht erklärt. Allerdings stellt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte keine verbindliche Rechtsquelle für das Verfassungs- und Völkerrecht dar. Anders verhält es sich mit den im Völkerrecht verankerten Artikeln 6–9[170] des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte oder mit den Sozialrechten, die in der Europäischen Sozialcharta festgelegt sind.
Karl Popper intendiert in „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“, freie Menschen seien die Grundbedingung einer demokratisch verfassten Gesellschaft. Sklaven, Zwangsarbeiter oder im Kadavergehorsam verhaftete Soldaten nehmen in Aufträgen und Befehlen[171] die Position von Arbeitsmitteln und Waffen ein, die fremdbestimmt ihren Macht- und Befehlshabern mit Körperkraft und Intelligenz nützliche Dienste erweisen.[172]
Unter der in den USA seit den 1980er Jahren vorherrschenden neoliberalen Politik[122] beobachtet Michael Sandel eine zunehmende Tendenz zur Meritokratie, die die Demokratie zerstöre. Deshalb fordert er, den gesellschaftlichen Gegensatz von elitärer „akademischer Bildung“ einerseits und „praktischen Tätigkeiten in der Produktion“ andererseits zu überwinden und die „Würde der Arbeit“[173] wirtschaftlich, kulturell und politisch zu erneuern.[166] Sandels Appell zur „Erneuerung der Arbeit“ widerspricht der Hypothese, man könne ohne gute Arbeit ein „gutes Leben“[37] in Menschenwürde führen. In einer Antwort auf die Frage „Ist der Mensch zum Arbeiten gemacht?“ verweist Ursula Wolf auf ein verhaltenstheoretisches Modell wie bei Konrad Lorenz: „Hier haben Lebewesen eine Aktionsenergie, die sie dazu drängt, sich in Auseinandersetzung mit der Umwelt zu äußern. […] Arbeit, Anstrengung und – ja, auch Stress können wir als erfüllend empfinden.“[174]

Sprichwörter und Kurzzitate (Auswahl)[Bearbeiten]

  • „Arbeit um der Arbeit willen ist gegen die Natur.“ (John Locke)[175]
  • „Arbeit macht das Leben süß,
    Macht es nie zur Last;
    Der nur hat Bekümmernis,
    Der die Arbeit haßt.“ (Gottlob Wilhelm Burmann)[176]
  • „Arbeit macht das Leben süß, Faulheit stärkt die Glieder.“
  • „Erst kommt die Arbeit, dann das Vergnügen.“
  • „Durch Arbeit macht der Mensch sich frei.“ (Søren Kierkegaard)[57]
  • „Arbeit ist das halbe Leben.“
  • „Beim Arbeiten an den Maschinen und im Handel, wie bei der Arbeit auf den Feldern,
    Da finde ich Entstehendes und alles Bedeutende.“ (Walt Whitman)[177]
  • „Arbeit und Vergnügen,
    Sollen eng zusammenliegen.“
  • „Und wenn ihr bei der Arbeit eure ganze Kraft aufbietet, liebt ihr wahrhaftig das Leben,
    und das Leben durch harte Arbeit zu lieben heißt,
    mit seinem tiefsten Geheimnis vertraut zu sein.“ (Khalil Gibran)[178]
  • „Arbeit ist sichtbare Liebe.
    Und wenn ihr nicht mit Liebe arbeiten könnt,
    sondern nur mit Widerwillen,
    dann lasst besser eure Arbeit.“[178]
  • „Auf die Arbeit schimpft man nur solange, bis man keine mehr hat.“ (Sinclair Lewis)
  • „Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt,
    sondern durch Arbeit und eigene Leistung.“ (Albert Einstein)

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

Erstausgaben bis Mitte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten]

  • Franziska Baumgarten: Arbeit des Menschen. Verlag E. Baumgartner, Burgdorf im Kanton Bern 1940.
  • Friedrich Engels: Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Nach eigener Anschauung und authentischen Quellen. Dietz-Verlag, Stuttgart 1892 (Neu herausgegeben von Walter Kumpmann bei DTV, München 1987, ISBN 3-423-06012-3).
  • Fritz Giese (Hrsg.): Philosophie der Arbeit. (Handbuch der Arbeitswissenschaft, Band X), Carl Marhold Verlagsbuchhandlung, Halle an der Saale 1932.
  • Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie.
    • Band I: Der Produktionsprocess des Kapitals. Verlag von Otto Meissner, Hamburg 1867.
    • Band II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. (Herausgegeben von Friedrich Engels), Verlag von Otto Meissner, Hamburg 1885.
    • Band III: Der Gesammtprocess der kapitalistischen Produktion, Kapitel I bis XXVIII. (Herausgegeben von Friedrich Engels), Verlag von Otto Meissner, Hamburg 1894.
  • Max Scheler: Erkenntnis und Arbeit. Eine Studie über Wert und Grenzen des pragmatischen Motivs in der Erkenntnis der Welt. In: Die Stellung des Menschen im Kosmos. 1928.
  • Adam Smith: Der Wohlstand der Nationen : eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen. (Übersetzung aus dem mit einer Würdigung von Horst Claus Recktenwald, Vorlage der Übersetzung war die 5. Auflage, London 1789) Beck, München 1974, ISBN 3-406-05393-9 (Zahlreiche Neuauflagen).
  • Max Weber: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, Vollständige Ausgabe. (Verfasst 1904/05, herausgegeben und eingeleitet von Dirk Kaesler). 3., durchgesehene Auflage, Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-51133-2.

Erstausgaben seit Mitte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Arbeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Fußnoten und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Kategorien sind „Grundbegriffe unseres Denkens“, vgl. Franz Austeda: Kategorien. In: Lexikon der Philosophie. 6., erweiterte Auflage. Hollinek, Wien 1989, ISBN 978-3-8511-9231-5, S. 184.
    Wissenschaftliche Kategorisierungen ermöglichen die zur Verständigung notwendige Konkretisierung abstrakter Begriffe, um sich in einer bewusst geplanten Ordnung von Wissen damit diskursiv auseinandersetzen zu können.
  2. 2,0 2,1 Otfried Höffe: Lexikon der Ethik. Verlag C. H. Beck, München 1992, ISBN 3-406-36666-X, S. 15f.
  3. 3,0 3,1 3,2 Friedrich L. Weigand: Deutsches Wörterbuch (Hrsg. Herman Hirt), 5. Auflage, Band 1, De Gruyter, Gießen 1968, ISBN 978-3-11-081798-0, S. 81 Google-Buch Online (zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023)
  4. Vgl. Arnim Regenbogen, Uwe Meyer: Wörterbuch der philosophischen Begriffe. Meiner, 1998, S. 60.
  5. Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), Stichwort „Roboter“ im von Wolfgang Pfeifer überarbeiteten Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023).
  6. 6,0 6,1 6,2 Edmund Husserl: Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie. Eine Einleitung in die phänomenologische Philosophie. (Hrsg. Walter Biemel; Nachdruck der 2. verbesserten Auflage) Leuven 1976, ISBN 90-247-0221-6. (Husserliana Band 6 [1954], S. 4) und Hua XXXIX: Die Lebenswelt. Auslegungen der vorgegebenen Welt und ihrer Konstitution. Texte aus dem Nachlass (1916–1937). Hrsg. von Rochus Sowa. 2008, ISBN 978-1-4020-6476-0.
  7. Hans Paul Bahrdt: Arbeit als Inhalt des Lebens. In: Joachim Matthes (Hrsg.): Krise der Arbeitsgesellschaft? Campus Verlag, Frankfurt/ New York 1983, ISBN 3-593-32828-3, S. 124.
  8. 8,0 8,1 8,2 Anja Lemke, Alexander Weinstock (Hrsg.): Kunst und Arbeit. Zum Verhältnis von Ästhetik und Arbeitsanthropologie vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Verlag Wilhelm Fink, Paderborn 2014, ISBN 978-3-7705-5715-8, S. 10–15.
  9. Ernst Cassirer: Versuch über den Menschen. Einführung in die Philosophie der Kultur. Meiner Verlag, Hamburg 2007, ISBN 978-3-7873-1829-2, S. 218 ff.
  10. Abraham H. Maslow: Motivation und Persönlichkeit. (Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Paul Kruntorad) Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2001, ISBN 3-499-17395-6
  11. Vgl. Richard Sennett: Zusammenarbeit – Was unsere Gesellschaft zusammenhält. Berlin 2012, ISBN 3-446-24035-7; englisch: Together: The Rituals, Pleasures, and Politics of Cooperation. Yale, 2012, ISBN 0-300-11633-0.
  12. 12,0 12,1 12,2 12,3 12,4 Gerd Spittler: Anthropologie der Arbeit. Ein ethnographischer Vergleich. Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10433-7, S. 32–66.
  13. Vgl. Fritz Böhle, Gerd-Günter Voß, Günther Wachtler: Handbuch Arbeitssoziologie. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-15432-9; Im ersten Kapitel dieses Buches Was ist Arbeit? weist Gerd-Günter Voß darauf hin, dass die Arbeitssoziologie bislang noch über keinen allgemein gültigen Arbeitsbegriff verfügt.
  14. Heinz Eidam, Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Hrsg.): Kritische Philosophie gesellschaftlicher Praxis – Auseinandersetzungen mit der Marxschen Theorie nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 1995, ISBN 3-8260-1011-6, S. 314. Google-Buch Online (zuletzt abgerufen am 30, Juli 2023)
  15. 15,0 15,1 David Graeber, David Wengrow: Anfänge. Eine neue Geschichte der Menschheit. (Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Henning Dedekind, Helmut Dierlamm, Andreas Thomsen); Klett-Cotta, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-608-98508-5, S. 327 ff.
  16. Vgl. Liste der 10 aristotelischen Kategorien in Topik (Top I 9, 103b 22), wo sich Aristoteles mit Prinzipien der dialektischen Argumentation auseinandersetzt.
  17. Hellmut Flashar weist darauf hin, dass Aristoteles selbst mit Ausnahme der „Ousia“ keine Substantive in seiner Liste verwendet. Hellmut Flashar: Aristoteles. Lehrer des Abendlandes. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64506-8, S. 187
  18. Vgl. Platons Dialog Protagoras oder Aristoteles‘ Ergon-Argument und Nikomachische Ethik (4. Jhd. v. u. Z.); siehe auch Lehren der Stoa in De officiis (um 44 v. u. Z.) von Marcus Tullius Cicero.
  19. Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde; Band II: Falsche Propheten – Hegel, Marx und die Folgen. 7. Auflage. Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 1992, ISBN 3-16-145953-9, S. 8 f. (Übersetzung aus dem Englischen von Paul Feyerabend und Klaus Pähler)
  20. Vgl. Plutarch: Marcellus, XVII.(um 100 u. Z.)
  21. Seneca: Epistulae morales ad Lucilius. Brief 16, 3. Buch (um 62 u. Z.)
  22. Seneca: Epistulae morales ad Lucilius. Brief 64, 7. Buch (um 64 u. Z.)
  23. Vgl. Mark Aurel I, 16; IX, 12; IX, 16. (um 170 u. Z.)
  24. Vgl. zum Beispiel Marcus Porcius Cato Censorius, De agricultura. (um 150 v. u. Z.)
  25. Heute ist diese aus der Antike überlieferte Auffassung vom Standpunkt der Arbeitspsychologie gut nachvollziehbar, denn erfahrungsgemäß gehen unter „Zwang“ die Kreativität und der Bedürfnisbezug der Arbeit zum Teil verloren.
  26. BibelServer-Lutherbibel 2017: 2. Thessalonicher 3,10, Warnung vor Müßiggang. (zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023)
  27. Christian Schütz: Gebet. In: Christian Schütz (Hrsg.): Praktisches Lexikon der Spiritualität. Herder, Freiburg im Breisgau 1992, ISBN 3-451-22614-6, Sp. 435 (446).
  28. Max Weber: Die Protestantische Ethik I. Eine Aufsatzsammlung herausgegeben von Johannes Winckelmann. Siebenstern, Hamburg 1965, ab 5. Auflage, GTB/Siebenstern, Gütersloh 1979, ISBN 3-579-01433-1, S. 71 ff.
  29. Werner Welzig (Hrsg.): Erasmus von Rotterdam: Ausgewählte Schriften. Bd. 4: De libero arbitrio Diatribe sive collatio. (1524), Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1969, S. 1–195. (lateinisch-deutsch)
  30. Vgl. z. B. Thomas Hobbes: Leviathan or The Matter, Forme and Power of a Commonwealth Ecclesiasticall and Civil. (1651); William Petty: Verbum Sapienti and The value of Poeple. (1665, posthum veröffentlicht 1691); Baruch de Spinoza: Tractatus theologico-politicus. (1670); John Locke: Two Treatises of Government. (1689/90); David Hume: A Treatise of Human Nature. (1739/40); Jean-Jacques Rousseau: Discours sur l`origine et les fondements der l`inégalité parmi les hommes. (1755)
  31. Christian Wolff: Institutiones Iuris Naturae et Gentium. (veröffentlicht 1750); deutsche Ausgabe: Grundsätze des Natur- und Völckerrechts von 1754, § 121 ff.
  32. Robert Merton: Science, Technology & Society in Seventeenth-Century England. Howard Fertig Publisher, New York 2002, ISBN 0-86527-434-7; vgl. Merton-These;
  33. 33,0 33,1 Kulturhistoriker und Sozialpsychologen, wie Walter Markov oder Klaus Holzkamp, gehen davon aus, dass die kulturell bestimmenden Eigentums- und Reproduktionsformen spätestens im Neolithikum während des Übergangs von der „Okkupations- zur Produktionswirtschaft“ hervortraten und auf der Kombination okkupierender und produzierender Arbeit beruhen.
  34. Marcus Willaschek: Praktische Vernunft: Handlungstheorie und Moralbegründung bei Kant. Verlag J.B. Metzler, Stuttgart 1992, ISBN 3-476-00864-9, S. 69 ff uni-frankfurt.de (zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023); siehe auch Aussagen Kants über „Freiheit“ und das „Handeln aus Pflicht“ in Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.
  35. Dieter Wolf: Hegels Theorie der bürgerlichen Gesellschaft. Hamburg 2018,Vorwort S. 5. (zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023])
  36. Karl Marx: Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844. In: MEW. Bd. 40, S. 574.
  37. 37,0 37,1 37,2 Thieß Petersen: Karl Marx‘ Vorstellungen vom »guten Leben«. //GLASNOST-archiv, Beiträge zur Theorie, Berlin 2003. (zuletzt abgerufen am 30. Mai 2024)
  38. Vgl. Ludwig Feuerbach: Das Wesen des Christentums. Verlag Otto Wigand, Leipzig 1841 (Buch im Deutschen Textarchiv, zuletzt abgerufen am 1. Mai 2024) und Alfred Schmidt: Emanzipatorische Sinnlichkeit. Ludwig Feuerbachs anthropologischer Materialismus. Hanser Verlag, München 1973, ISBN 3-446-11652-4.
  39. 39,0 39,1 Karl Marx: Das Kapital. Bd. 1, Dietz Verlag, Berlin 1972, S. 192.
  40. Arno Anzenbacher: Einführung in die Philosophie. Verlag Herder, Freiburg 2002, ISBN 3-451-27851-0, S. 170.
  41. 41,0 41,1 Friedrich Engels: Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen. MEW, Dialektik der Natur. Dietz Verlag, Berlin 1962 Bd.20, S. 444-455. (zuletzt abgerufen am 26. April 2024)
  42. Nach Kants Auffassung sind Schulden „negative Capitalien“, als Kredite aber ökonomisch positiv konnotiert. Vgl. Immanuel Kant: Versuch den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen, 1763, S. 78.
  43. 43,0 43,1 43,2 Karl Marx: Das Kapital. Bd. 1, Dietz Verlag, Berlin 1972, S. 57 ff.
  44. 44,0 44,1 44,2 44,3 44,4 44,5 Im Englischen gibt es für „Arbeit“ zwei Wörter, die den „Doppelcharakter der Arbeit“ bezeichnen: „(engl.) Work = konkrete Arbeit“ („Gebrauchswert“ schaffende nützliche Tätigkeit) – vs. – „(engl.) Labour = abstrakte Arbeit“ („Tauschwert“ bzw. Geldwert schaffende Lohnarbeit).
    Vgl. das „Abstrakte und Konkrete“ bei Ewald Iljenkow: Диалектика абстрактного и конкретного в „Капитале“ Маркса. (Dialektik des Abstrakten und Konkreten in „Das Kapital“ von Marx); Moskau 1960.
  45. Vgl. den Produktionsbegriff bei Günter Wöhe: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. (25. Auflage), Verlag Franz Vahlen, München 2013, ISBN 978-3-8006-4687-6, S. 273
  46. 46,0 46,1 Paul A. Samuelsen: Volkswirtschaftslehre. Eine Einführung. Band II, 6., vollständig neu bearbeitete Auflage. Bund-Verlag, Köln 1975, ISBN 3-434-0065-2, S. 608.
  47. Vgl. „Lernportal-studyflix.de“: Angebotskurven und Nachfragekurven (zuletzt abgerufen am 6. Mai 2024)
  48. 48,0 48,1 48,2 48,3 Vgl. Solow-Modell; „Theorie des Wirtschaftswachstums“ von Robert M. Solow: A Contribution to the Theory of Economic Growth. In: Quarterly Journal of Economics. Band 70, Februar 1956, S. 65–94.
  49. 49,0 49,1 Gemeint sind negative Erscheinungen im von Klassengegensätzen gekennzeichneten gesellschaftlichen Produktionsprozess, wie die Entfremdung sozialer Beziehungen, die Ausbeutung in Arbeitsverhältnissen oder die politische Unterdrückung durch Institutionen der herrschenden Klasse.
  50. 50,0 50,1 Vgl. Karl Marx: Zur Kritik der politischen Ökonomie (1859), Vorwort, MEW, Bd.13, S. 8 und Die deutsche Ideologie, MEW, Bd.3, S. 5-530.
  51. Jan Robert Bloch: Utopie: Ortsbestimmungen im Nirgendwo: Begriff und Funktion von Gesellschaftsentwürfen. Verlag Leska und Budrich, Opladen 1997, ISBN 3-322-95801-9, S. 112.
  52. Elias Canetti beschreibt neben Feuer, Wasser oder Wald auch „Geld“ als ein psychogenes „Massensymbol“, das bei Menschen Machtempfindungen auslöst, vgl. Masse und Macht. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-596-26544-4, S. 81–100.
  53. 53,0 53,1 Vgl. Joseph Schumpeter : Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. (Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Susanne Preiswerk, Einleitung von Edgar Salin) Francke, Bern 1946; 2., erweiterte Auflage ebd. 1950; 3. Aufl. 1972, ISBN 3-7720-0917-4.
  54. Zur entfremdeten Arbeit des Managers vgl. Klaus Türk: Die Organisation der Welt, Westdeutscher Verlag 1995, ISBN 3-531-12699-7, S. 38 ff. oder Erich Fromm in The Psychological Problem of Man in Modern Society, wo er die Arbeit der Manager als entfremdet bezeichnet (dt. von Rainer Funk: Die psychologischen Folgen des Industrialismus. In: Erich Fromm Gesamtausgabe), E-Book 2016, ISBN 978-3-95912-207-8.
  55. Vgl. G. W. F. Hegel: Wissenschaft der Logik II. (= Gesammelte Werke. Bd. 12). Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15 und Friedrich Engels: Herrn Eugen Dühring`s Umwälzung der Wissenschaft. In: Marx/Engels – Werke. Bd. 20, Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 106.
  56. Siehe z. B. bei Johann Wolfgang von Goethe: Das Göttliche.
  57. 57,0 57,1 Sören Kierkegaard: Entweder – Oder. Erstausgabe in Kopenhagen 1843 (Übersetzung aus dem Dänischen von Heinrich Fauteck); dtv Verlagsgesellschaft, München 1988, ISBN 3-423-02194-2; vgl. Teil 2: Das Gleichgewicht zwischen dem Ästhetischen und dem Ethischen in der Herausarbeitung der Persönlichkeit.
  58. John Stuart Mill: Über die Freiheit. (Übersetzung aus dem Englischen von Bruno Lemke), Verlag Reclam, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-15-003491-0, S. 35.
  59. Friedrich Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft. Viertes Buch, Aphorismus 329 „Muße und Müßiggang“ (KSA 3, S. 557, textlog.de (zuletzt abgerufen am 31. Juli 2023).
  60. Vgl. William Morris: News from Nowhere. An Epoch of Rest, Being Some Chapters from a Utopian Romance. Serialization in the Commonweal, London 1890 (dt. Kunde von Nirgendwo).
  61. Oscar Wilde: Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus. (Übersetzung aus dem Englischen von Georg Deggerich) In: ders.: Essays. Band 3 der Neuen Zürcher Ausgabe. Gerd Haffmans bei Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-86150-517-7, S. 256 f.
  62. Max Scheler: Erkenntnis und Arbeit. Eine Studie über Wert und Grenzen des pragmatischen Motivs in der Erkenntnis der Welt. Klostermann, Frankfurt 1977.
  63. 63,0 63,1 Ernst Bloch: Spuren (1910–1929). Abschnitt Dasein: Stachel der Arbeit. Berlin 1930.
  64. Vgl. anarchistische Ideen zur Ablösung von Arbeit durch „Spiel oder Kunst“ bei Bob Black: Die Abschaffung der Arbeit. (Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Daniel Kulla) Werner Pieper and the Grüne Kraft, Löhrbach bei Weilheim 2003, ISBN 3-922708-04-8 (=Der Grüne Zweig Heft Nr. 189; zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023)
  65. Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen. (2. Teil; 10. bis 16. Brief.) In: Friedrich Schiller (Hrsg.): Die Horen. Band 1, 2. Stück. Tübingen 1795, S. 51–94, (hier S. 88; Deutsches Textarchiv, zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023)
  66. Vgl. John Dewey: Kunst als Erfahrung. (Übersetzt aus dem Englischen von Christa Velten, Gerhard vom Hofe und Dieter Sulzer); Suhrkamp, Frankfurt am Main 2021, ISBN 978-3-518-28303-5.
  67. Georg Lukács: Die soziale Verantwortung des Philosophen. Neu herausgegeben von Rüdiger Dannemann und Axel Honneth in Georg Lukács Ästhetik, Marxismus, Ontologie. Ausgewählte Texte. Suhrkamp Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-518-29939-5, S. 436 f.
  68. Léon Walras: Mathematische Theorie der Preisbestimmung der wirtschaftlichen Güter: Vier Denkschriften. Verlag Detlev Auvermann KG, Glashütten im Taunus 1972 (Neudruck der Stuttgarter Ausgabe von 1881); siehe auch Gossensches Gesetz und Pareto-Optimierung.
  69. Paul A. Samuelsen: Volkswirtschaftslehre. Eine Einführung. Band II, 6., vollständig neu bearbeitete Auflage. Bund-Verlag, Köln 1975, ISBN 3-434-0065-2, S. 37.
  70. 70,0 70,1 Vgl. auch endogene Wachstumstheorien, z. B. das Wachstumsmodell von Paul Romer: Endogenous Technological Change. In: Journal of Political Economy. Band 98, Nr. 5, Teil 2, Oktober 1990, S. 71–102.
  71. Gemeint ist hier die Dauer des Normalarbeitstages in Betrieben mit festen Arbeitszeitregelungen.
  72. Paul-Heinz Kösters: Ökonomen verändern die Welt. Lehren, die unser Leben bestimmen. Verlag Gruner + Jahr, Hamburg 1983, ISBN 3-570-07015-8, S. 256.
  73. Vgl. Ronald G. Ehrenberg, Robert S. Smith: Modern Labor Economics. Theory and Public Policy. 6. Auflage. Addison-Wesley Longmann, Amsterdam 1997, ISBN 0-673-98013-8, S. 184.
    Zur abnehmenden Arbeitszeit bei steigenden Einkommen siehe auch bei Pierre Cahuc, André Zylberberg: Labor Economics. MIT Press, Cambridge 2004, ISBN 0-262-03316-X, S. 12 und Thorsten Hens, Paolo Pamini: Grundzüge der analytischen Mikroökonomie. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-28157-3, S. 59 ff.
  74. Vgl. Lenin: Staat und Revolution: Die Lehre des Marxismus vom Staat und die Aufgaben des Proletariats in der Revolution. (verfasst 1917 in der Illegalität), Verlag Neuer Weg, Essen 2017, ISBN 978-3-88021-465-1; oder die Neue Ökonomische Politik der 1920er Jahre in der Sowjetunion; oder das Neue Ökonomische System, das Helmut Koziolek und Erich Apel in den 1960er Jahren in der DDR entwickelten.
  75. Die Wirtschaftssysteme in Vietnam und der VR China unterliegen einer politisch durch die kommunistischen Parteien geführten staatlichen Planung, funktionieren im Planungsrahmen aber marktwirtschaftlich.
  76. Heinrich Jung-Stilling: Lehrbuch der Cameral-Wissenschaft oder Cameral-Praxis. von 1790 und Lehrbuch der Handlungswissenschaft. von 1799.
  77. Artur Woll (Hrsg.): Wirtschaftslexikon: Jubiläumsausgabe. Oldenbourg Verlag, München 2008, ISBN 978-3-486-58727-2, S. 82.
  78. Jörg Baetge (Hrsg.): Kybernetische Methoden und Lösungen in der Unternehmenspraxis. Erich Schmidt Verlag, Berlin 1983, ISBN 3-503-02319-4; siehe auch Stefan Grösser, Sabina Jeschke, Thomas M. Fischer, Markus Schwaninger, Meike Tilebein (Hrsg.): Digitale Welten: Neue Ansätze in der Wirtschafts- und Sozialkybernetik. (=Konferenz für Wirtschafts- und Sozialkybernetik KyWi 2014 vom 10. bis 11. Juli 2014 in Stuttgart); Duncker & Humblot, Berlin 2017, ISBN 978-3-428-14949-0.
  79. 79,0 79,1 Vgl. August-Wilhelm Scheer: Unternehmung 4.0. Vom disruptiven Geschäftsmodell zur Automatisierung der Geschäftsprozesse. 3. Auflage. Springer-Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-658-27693-5 und CIM Computer Integrated Manufacturing: Der computergesteuerte Industriebetrieb. 4., erweiterte Auflage. Springer-Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-540-52158-5.
  80. 80,0 80,1 Vgl. Frederick W. Taylor: The principles of scientific management. Cosimo, New York 2006, ISBN 1-59605-889-7. (Nachdruck der Ausgabe Harper & Brothers, London 1911)
  81. Für Talcott Parsons ist Gesundheit eine funktionale Voraussetzung sozialer Systeme, vgl. Talcott Parsons: Struktur und Funktion der modernen Medizin. In: René König; Margret Tönnesmann (Hrsg.): Probleme der Medizin-Soziologie. Sonderheft 3 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychiatrie, 1958, S. 10–57.
  82. Emil Kraepelin: Die Arbeitskurve. In: Wilhelm Wundts Philosophische Studien Band 19, 1902, S. 459–507.
  83. Vgl. Étienne Grandjean: Physiologische Arbeitsgestaltung. Leitfaden der Ergonomie. Ecomed, Landsberg 1991, ISBN 3-609-64460-5.
  84. Eberhard Ulich: Arbeitspsychologie. 7. Auflage. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-7910-3049-4, S. 22.
  85. Fritz Giese, Frederick W. Taylor (beteiligt): Psychotechnik und Taylorsystem. Verlag Wendt & Klauwell, Langensalza 1920; siehe zu Psychotechnik Franziska Baumgarten: Die Psychologie der Menschenbehandlung im Betriebe. Rascher Verlag, Zürich 1931.
  86. Fritz Giese (Hrsg.): Philosophie der Arbeit. (Handbuch der Arbeitswissenschaft, Band X), Carl Marhold Verlagsbuchhandlung, Halle an der Saale 1932.
  87. Manfred Schulte-Zurhausen: Organisation (5. überarbeitete und aktualisierte Auflage). Verlag Vahlen, München 2010, ISBN 978-3-8006-3736-2, S. 11.
  88. Gertraude Mikl-Horke: Industrie- und Arbeitssoziologie. 3. Auflage. Oldenbourg, München/ Wien 1995, S. 148.
  89. Georges Friedmann: Zukunft der Arbeit. Bund-Verlag, Köln 1953, S. 265 ff.
  90. Eberhard Ulich: Arbeitspsychologie. 7. Auflage. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-7910-3049-4, S. 61.
  91. Carsten Schermuly: New Work – Gute Arbeit gestalten. Psychologisches Empowerment von Mitarbeitern. 3. Auflage. Haufe Verlag, Freiburg 2021, ISBN 978-3-648-15002-3.
  92. 92,0 92,1 Markus Väth: Arbeit – die schönste Nebensache der Welt. Wie New Work unsere Arbeitswelt revolutioniert. GABAL, Offenbach 2016, ISBN 978-3-86936-720-0.
    Siehe auch Megatrend New Work, In: Megatrends, Zukunftsinstitut, Frankfurt am Main/Wien 2022. (zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023)
  93. Wilhelm Dilthey: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften. (Hrsg. Bernhard Groethuysen) In Wilhelm Dilthey: Gesammelte Schriften. Band 7, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-30330-0, S. 305.
  94. Vgl. Poppers Offene Gesellschaft sowie Beiträge von Vertretern der Kritischen Theorie und der Frankfurter Schule, z. B. Habermas‘ Diskurs der Moderne oder Marcuses Eros und Kultur.
  95. Vgl. Jean-Paul Sartre: Kritik der dialektischen Vernunft, Band 1: Theorie der gesellschaftlichen Praxis. Rowohlt, Reinbek 1967, ISBN 3-498-06058-9.
  96. Vgl. Ingo Elbe: Habermas’ Kritik des Produktionsparadigmas. (Aufsatz in: Smail Rapic (Hrsg.), Karl-Otto Apel, Agnes Heller u. a.: Habermas und der Historische Materialismus.) Verlag Karl Alber, Freiburg 2014, ISBN 978-3-495-48566-8; PDF-Datei (zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023)
    Vgl. Dieter Wolf: Jürgen Habermas’ und Alfred Schmidts Kritik am „Marxschen Produktionsparadigma“ mit Ausführungen zur Einheit von Natur und Menschengeschichte. Kritik der politischen Ökonomie – interdisziplinär, 2. September 2012, PDF-Datei (zuletzt abgerufen am 23. November 2023)
  97. Horst Müller: Jürgen Habermas: Neue Dualismen und Normativismus. BoD-Verlag, Norderstedt 2015, S. 16 ff. (PDF-Datei; zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023)
  98. 98,0 98,1 Niklas Luhmann: Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie. Kapitel 4: „Kommunikation und Handlung“, Frankfurt am Main 1984, Ausgabe 2001, ISBN 3-518-28266-2, S. 191 ff.
  99. Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde; Band II. Tübingen 1992, S. 95–157.
  100. Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde; Band II. Tübingen 1992, S. 394.
  101. Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA), I. Abt. Band 3, S. 117, zit. nach Adam Schaff: Marxismus und das menschliche Individuum. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1970, ISBN 3-499-55332-5, S. 19.
  102. 102,0 102,1 102,2 102,3 Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben. München 2002, S. 211–401.
  103. 103,0 103,1 103,2 103,3 Volker Caysa: Über die Transformation des Geistes der Leipziger Bloch-Zeit in der praxisphilosophischen Debatte um und vor 1968 in der DDR. In: Klaus Kinner (Hrsg.): Die Linke – Erbe und Tradition, Teil 1, Berlin 2010, ISBN 978-3-320-02212-9, S. 193 ff.
  104. 104,0 104,1 Vgl. Jürgen Habermas: Technik und Wissenschaft als „Ideologie“. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-518-28491-6 und Theorie des kommunikativen Handelns. (Bd. 1: Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung, Bd. 2: Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981. ISBN 3-518-28775-3.
  105. Horst Müller: Das Konzept PRAXIS im 21. Jahrhundert. Karl Marx und die Praxisdenker, das Praxiskonzept in der Übergangsperiode und die latent existierende Systemalternative. BoD-Verlag, Norderstedt 2015, ISBN 978-3-7386-4684-9, S. 191 ff.
  106. Wilhelm Schmid: Was ist Arbeit?, momentum Magazin, Wilhelm Ernst & Sohn Verlag für Architektur und technische Wissenschaften GmbH & Co. KG, Berlin 13. Oktober 2012.
  107. Marie Jahoda: Wieviel Arbeit braucht der Mensch? Arbeit und Arbeitslosigkeit im 20. Jahrhundert. (Vorwort von Willy Brandt); Beltz, Weinheim/ Basel 1983, ISBN 3-407-85033-6, S. 99 f.
  108. Bahros Die Alternative wurde 1978 von Marcuse als wichtigster Beitrag zur marxistischen Theorie und Praxis der letzten Jahrzehnte bezeichnet, vgl. Herbert Marcuse: Über Bahro, Protosozialismus und Spätkapitalismus – Versuch einer revolutionstheoretischen Synthese von Bahros Ansatz. In: Kritik. 6. Jg. (1978) Nr. 19, S. 5–27.
  109. 109,0 109,1 Rudolf Bahro: Die Alternative. Zur Kritik des real existierenden Sozialismus. Europäische Verlagsanstalt, Köln/Frankfurt am Main 1977, ISBN 3-434-00353-3, S. 176 ff.
  110. Vgl. Joseph Beuys/Rezeption, Zitat aus dem Interview mit dem Spiegel – Nr. 45, 5. November 1979, S. 268
  111. Vgl. Frank Kleemann, Ingo Matuschek, Gerd-Günter Voß: Subjektivierung von Arbeit – Ein Überblick zum Stand der Diskussion. (In: Manfred Mondaschel, Gerd-Günter Voß (Hrsg.): Subjektivierung von Arbeit: Arbeit, Innovation und Nachhaltigkeit.; Band 2) Rainer Hampp Verlag, München 2002, ISBN 3-87988-651-2, S. 53–100.
  112. „Adaptive Präferenzen sind Vorlieben, die man hat, weil man in seiner Autonomie eingeschränkt ist. In unserer Gesellschaft gibt es soziale Zwänge, die es sehr schwermachen, nicht zu arbeiten.“ Vgl. Michael Cholbi: The Desire For Work As An Adaptive Preference. Online-Version (zuletzt abgerufen am 21. September 2023)
  113. Vgl. Thomas Vašek: Work-Life-Bullshit: Warum die Trennung von Arbeit und Leben in die Irre führt. Goldmann Verlag, München 2015, ISBN 978-3-442-15860-7.
  114. Vgl. Dirk Hartmann, Peter Janich (Hrsg.): Methodischer Kulturalismus. Zwischen Naturalismus und Postmoderne. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-518-28872-5.
  115. Michael Hampe: Alfred North Whitehead. Verlag C. H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-41947-X, S. 180 f.
  116. Alfred North Whitehead: Prozeß und Realität: Entwurf einer Kosmologie. 1. Auflage. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-518-28290-5. (Übersetzung aus dem Englischen von Hans Günter Holl)
  117. Vgl. Georg Klaus, Heinz Liebscher: Was ist, was soll Kybernetik? Urania-Verlag, Leipzig 1966 (1. bis 9. Auflage 1974); siehe auch Ross Ashby: Einführung in die Kybernetik. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1974.
  118. Vgl. Talcott Parsons: Das System moderner Gesellschaften. 6. Auflage. Juventa, 2003, ISBN 3-7799-0710-0.
  119. Friedrich Pollock: Automation. Materialien zur Beurteilung der ökonomischen und sozialen Folgen. (Frankfurter Beiträge zur Soziologie, Bd. 5 - vollständig überarbeitete Neuausgabe) Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1964, S. 176.
  120. Armin Pongs: In welcher Welt leben wir eigentlich? Gesellschaftskonzepte im Vergleich. Band 1, Dilemma Verlag, München 1999, ISBN 3-9805822-4-8, S. 201 f.
    Siehe auch Walter Buckingham: Automation und Gesellschaft. (Übersetzung aus dem Englischen von Norbert Junius) In der 3. Auflage mit einem Beitrag von Günter Friedrichs: Kann die Automation in den USA für die Bundesrepublik ein Beispiel sein? S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1967, ISBN 3-10-009601-0.
  121. Frithjof Bergmann: Neue Arbeit, Neue Kultur. Arbor, Freiburg 2004, ISBN 3-924195-96-X.
  122. 122,0 122,1 Rudolf Hickel: Reagans ‚amerikanischer Traum‘ – ein Alptraum für Europa. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Ausgabe 03/1981, S. 286–300. (PDF; 1,8 MB, zuletzt abgerufen am 2. Mai 2024)
  123. Vgl. Claus Offe: Arbeitsgesellschaft – Strukturprobleme und Zukunftsperspektiven. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-593-33311-2 und Robert Castel: Die Krise der Arbeit. Neue Unsicherheiten und die Zukunft des Individuums. Hamburger Edition, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86854-564-7.
  124. Vgl. Barbara Ehrenreich: Arbeit poor. Unterwegs in der Dienstleistungsgesellschaft. (Übersetzung aus dem Englischen von Niels Kadritzke), Verlag Antje Kunstmann, München 2001, ISBN 978-3-88897-283-6.
  125. Eberhard Ulich: Arbeitspsychologie. 7. Auflage. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-7910-3049-4, S. 633 ff.
    Vgl. Manfred Füllsack: Leben ohne zu arbeiten? Zur Sozialtheorie des Grundeinkommens. Berlin 2002, ISBN 3-930064-07-3.
  126. Hans-Ulrich Wehler: Die neue Umverteilung, soziale Ungleichheit in Deutschland. Verlag C. H. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64386-6, S. 31.
  127. Dimas Figueroa: Paulo Freire zur Einführung. Junius Verlag, Hamburg 1989, ISBN 3-88506-847-8, S. 37 f.
  128. David Graeber, David Wengrow: Anfänge. Eine neue Geschichte der Menschheit. Klett-Cotta, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-608-98508-5, S. 477.
  129. Lewis H. Morgan: Die Urgesellschaft. (Übersetzung aus dem Englischen von W. Eichhoff unter Mitwirkung von Karl Kautsky); J. H. W. Dietz, Stuttgart 1891; S. 3 ff
  130. August Schleicher: Die Darwinsche Theorie und die Sprachwissenschaft. Offenes Sendschreiben an Herrn Dr. Ernst Haeckel. H. Böhlau, Weimar 1863.
  131. Lewis H. Morgan: Die Urgesellschaft. J. H. W. Dietz, Stuttgart 1891; S. 454
  132. 132,0 132,1 Werner Sombart: Die Ordnung des Wirtschaftslebens. Springer, Berlin/Heidelberg/News York 2007, ISBN 978-3-540-72253-3, S. 21 ff.
  133. Bernd Andreae: Die epochale Abfolge landwirtschaftlicher Betriebsformen in Steppen und Trockensavannen. (=Schriften der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaues e.V., Band 14), Landwirtschaftsverlag, Münster-Hiltrup 1977, S. 349–352 und vom selben Autor Agrargeographie. Strukturzonen und Betriebsformen in der Weltlandwirtschaft. De Gruyter, Berlin/New York 1977, ISBN 978-3-11-008559-4, S. 69 ff und 295 f.
  134. Bernd Andreae: Weltwirtschaftspflanzen im Wettbewerb: Ökonomischer Spielraum in ökologischen Grenzen. Eine produktbezogene Nutzpflanzengeographie. De Gruyter, Berlin 2016, ISBN 978-3-11-083977-7, S. 67.
  135. 135,0 135,1 Walter Markov, Alfred Anderle (Hrsg.): Kleine Enzyklopädie – Weltgeschichte. 2., durchgesehene Auflage. Band 1, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1981, S. 16 ff.
  136. 136,0 136,1 Klaus Holzkamp: Grundlegung der Psychologie. Neuauflage. Campus, Frankfurt 2003, ISBN 3-593-33572-7, S. 181–184: Kapitel 5.3.5 Von der Okkupations- zur Produktionswirtschaft: Dominanz „innergesellschaftlicher“ Entwicklungsgesetze, hier S. 182 (Erstveröffentlichung 1983).
  137. David Graeber, David Wengrow: Anfänge. Eine neue Geschichte der Menschheit.Klett-Cotta, Stuttgart 2022, S. 142 f, ISBN 978-3-608-98508-5.
  138. 138,0 138,1 138,2 138,3 Baden Eunson: Betriebspsychologie. (Teil A, 1. Arbeit: Zukunft und Vergangenheit. McGraw-Hill, Hamburg 1990, ISBN 3-89028-227-X, S. 5 ff, (englisch 1987: Behaving – Managing Yourself and Others).
  139. Carel van Schaik, Kai Michel: Das Tagebuch der Menschheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2016, ISBN 978-3-498-06216-3, S. 64 ff.
  140. Elias Canetti: Masse und Macht; Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-596-26544-4. S. 101 ff.
  141. David Graeber, David Wengrow: Anfänge. Eine neue Geschichte der Menschheit. Klett-Cotta, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-608-98508-5, S. 273 f.
  142. Vgl. Martha Roth: Law Collections from Mesopotamia and Asia Minor (= Writings from the Ancient World. 6). Scholars Press, Atlanta GA 1995, ISBN 0-7885-0126-7.
  143. Vgl. Mariano San Nikolò, Herbert Petschow (Hrsg.): Die Schlußklauseln der altbabylonischen Kauf- und Tauschverträge: Ein Beitrag zur Geschichte des Barkaufes. Verlag C. H. Beck, München 1974, ISBN 3-406-00604-3.
  144. Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit. (Übersetzung aus dem Englischen von Jürgen Neubauer.); Pantheon Verlag, München 2013, 37. Auflage, Kapitel 10, Der Geruch des Geldes, ISBN 978-3-570-55269-8, S. 213 ff.
  145. Rudolf Bahro: Die Alternative. Zur Kritik des real existierenden Sozialismus. (hier Kapitel 5: Gesamtgesellschaftliche Organisation auf Basis der alten Arbeitsteilung), Köln/Frankfurt am Main 1977, S. 164 ff.
  146. René Schiller: Vom Rittergut zum Großgrundbesitz. Ökonomische und soziale Transformationsprozesse der ländlichen Eliten in Brandenburg im 19. Jahrhundert. Akademie-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-05-003449-1, S. 183f.
  147. Vgl. Friedrich List: Das deutsche National-Transport-System in volks- und staatswirthschaftlicher Beziehung. Hammerich, Altona und Leipzig 1838
  148. Vgl. Bob Jessop: Fordism, economic history., The Editors of Encyclopaedia Britannica (de:Fordismus, zuletzt abgerufen am 3. Mai 2024)
  149. Vgl. Jacques Monod: Zufall und Notwendigkeit. Philosophische Fragen der modernen Biologie. dtv Deutscher Taschenbuchverlag, München 1996, ISBN 3-423-01069-X (Übersetzung aus dem Französischen Friedrich Griese; Vorrede Manfred Eigen).
    Wolfgang Harich: Alte Wahrheiten, neuer Bluff, über Monods „Zufall und Notwendigkeit“. Der Spiegel Nr. 46 vom 8. November 1971, S. 188–193.
  150. Vgl. Donella Meadows, Dennis Meadows, Jørgen Randers & William W. Behrens III: The Limits to Growth. Universe Books, 1972, ISBN 0-87663-165-0; übersetzt aus dem amerikanischen Englisch und herausgegeben von Hans-Dieter Heck: Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1972, ISBN 3-421-02633-5; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1973, ISBN 3-499-16825-1.
  151. Eberhard Ulich: Arbeitspsychologie. 7. Auflage. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-7910-3049-4, S. 640 ff.
  152. Oskar Negt: Wozu noch Gewerkschaften? Eine Streitschrift. Steidl Verlag, 2004, ISBN 3-86521-165-8 und Lebendige Arbeit, enteignete Zeit. Politische und kulturelle Dimensionen des Kampfes um die Arbeitszeit. Frankfurt am Main/New York 1984
  153. Performativ-virtuose Arbeit ist auf die Präsentation des verwertbaren Selbst vor Publikum ausgerichtet. Dabei ist die Aufmerksamkeit und kompetitive Mitwirkung des Publikums sowohl Instrument als auch Objekt performativer Arbeit. Isabell Lorey: Performative Arbeit und die öffentliche Bühne der Virtuosität. In: Kunst und Arbeit. (Hrsg. Anja Lemke und Alexander Weinstock); Verlag Wilhelm Fink, Paderborn 2014, ISBN 978-3-7705-5715-8, S. 251 ff.
  154. Gemeint sind längerfristige, volkswirtschaftlich relevante Niedrigzinsen, die durch eine expansive Geldpolitik der Fed, der EZB oder auch anderer Zentralbanken ausgelöst werden.
  155. Joseph Stiglitz: Reich und Arm. Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft. (Aus dem amerikanischen Englisch von Thorsten Schmidt.), Siedler Verlag, München 2015, ISBN 978-3-8275-0068-7, S. 449.
  156. Vgl. Gesellschaftstypen nach Giddens, Anthony Giddens: Soziologie. (Neubearbeitung in deutscher Sprache von Christian Fleck und Mariana Egger de Campo), Nausner & Nausner, Graz/Wien 2009, ISBN 978-3-901402-16-6.
  157. „Die San sind hier nur eines von vielen Beispielen.“ Gerd Spittler: Anthropologie der Arbeit. Ein ethnographischer Vergleich. Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10433-7, S. 161 ff.
  158. Vgl. Immanuel Wallerstein: Welt – System – Analyse: Eine Einführung. (Neue Bibliothek der Sozialwissenschaften; herausgegeben und übersetzt von Felix Merz, Julien Bucher und Sylke Nissen), Springer VS, Wiesbaden 2018, ISBN 978-3-658-21961-1.
  159. David Graeber, David Wengrow: Anfänge. Eine neue Geschichte der Menschheit. Klett-Cotta, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-608-98508-5, S. 21.
  160. Vgl. Hintergrund: Die Decent Work Agenda der ILO – Fundament für soziale Gerechtigkeit. ILO-Berlin, 3. Mai 2018. (zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023)
  161. Vgl. Jeremy Rifkin: Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft. (Übersetzung aus dem Englischen von Thomas Steiner); Campus Verlag, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-596-16971-2, S. 205–208.
  162. David Graeber: Bullshit Jobs: Vom wahren Sinn der Arbeit. (Übersetzung aus dem Englischen von Sebastian Vogel), Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-608-98108-7.
  163. „Bullshit-Jobber“ gibt es in allen sozialen Milieus, z. B. als prekär Beschäftigte in überflüssigen, auch staatlich geförderten Arbeits-, Ausbildungs- und Förderungsmaßnahmen, als nicht benötigte Büroangestellte oder als gut bezahlte Consultants oder Fondsmanager mit sinnlosen Beratungsaufgaben.
  164. Vgl. Ulrich Beck: Politik in der Risikogesellschaft. Essays und Analysen. (Mit Beiträgen von Oskar Lafontaine, Joschka Fischer, Erhard Eppler u. a.), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-38331-0 oder Claus Offe: Arbeitsgesellschaft — Strukturprobleme und Zukunftsperspektiven. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-593-33311-2.
  165. Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, Artikel 6–9 (zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023). Zur Durchsetzung und Kontrolle der Arbeitnehmerrechte im Weltwirtschaftssystem ist immer mehr die Zusammenarbeit nationaler Regierungen mit Staatengemeinschaften und internationalen Organisationen sowie die Überwindung blockierender Interessenkonflikte dieser Institutionen erforderlich (z. B. UNO, EU oder IGB, IAO, Weltbank, IWF, WTO etc.).
  166. 166,0 166,1 Michael Sandel: Vom Ende des Gemeinwohls. Wie die Leistungsgesellschaft unsere Demokratien zerreißt. (Aus dem amerikanischen Englisch von Helmut Reuter.), S. Fischer, Frankfurt 2020, ISBN 978-3-10-390000-2.
  167. Johannes Paul II.: Predigt vor der Belegschaft des Bergwerks Prosper-Haniel auf der Schachtanlage Franz Haniel 1/2, deren Schließung bevorstand. 2. Mai 1987.
    Siehe auch die Sozialenzykliken Laborem exercens (über die menschliche Arbeit, zum 90. Jahrestag der Enzyklika Rerum Novarum) und Centesimus annus.
  168. Arno Anzenbacher: Einführung in die Philosophie. Verlag Herder, Freiburg 2002, ISBN 3-451-27851-0, S. 288
  169. Vgl. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte; Artikel 23
  170. Vgl. Internationaler Pakt über wirtschaftliche soziale und kulturelle Rechte (zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023)
  171. Zur Bedeutung und Wirkung von Befehlen in den „Sphären der Arbeit, des Kampfes oder des Glaubens“ vgl. Elias Canetti: Masse und Macht; Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-596-26544-4, S. 335–371.
  172. Die Römer sahen in ihren Sklaven sprechende Werkzeuge (lateinisch: instrumenti genus vocale), vgl. De re rustica. Buch I: De agricultura, von Marcus Terentius Varro (um 37 v. u. Z).
  173. Vgl. Oskar Negt: Arbeit und menschliche Würde. Göttingen 2001, ISBN 3-88243-786-3.
  174. Eine Antwort auf die Frage „Ist der Mensch zum Arbeiten gemacht?“, Uta Glaubitz: Lieblingsartikel, Teil 6; Interview mit Ursula Wolf; erstmals veröffentlicht am 13. Februar 2013 in Der Spiegel (Online) unter Job & Karriere (zuletzt abgerufen am 30. Juli 2023).
  175. John Locke: Of the Conduct of Understanding. unter § 16 Haste, veröffentlicht 1706.
  176. Gottlob Wilhelm Burmann: Kleine Lieder für kleine Jünglinge. (Thema Arbeit), Decker & Hartung, Berlin/Königsberg 1777.
  177. Walt Whitman: Poem of the Daily Work of The Workmen and Workwomen of These States. (Gedicht in Leaves of Grass), Erstausgabe 1855.
  178. 178,0 178,1 Khalil Gibran: Arbeit, Gedichtzyklus Der Prophet. (Übersetzung aus dem Englischen von Bertram Kottmann, zuletzt abgerufen am 10. Januar 2024)
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