Ulrich Chmel

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Ulrich Chmel (* 1947 in Wien) ist ein österreichischer Papiertheaterspieler.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Die Zeit des Papiertheaterspieles begann für Ulrich Chmel im Jahr 2002, nach Beendigung seiner Berufslaufbahn in der Wirtschaftskammer Österreich, wo er als Fachverbandsgeschäftsführer tätig war.

Seine erste Begegnung mit dem Papiertheater fand im Jahre 1980 statt, als er in der Galerie Nebehay eine barocke Guckkastenbühne gesehen hatte. Eine Begegnung mit Dr. Herbert Zwiauer, insbesondere bei der zauberhaften Papiertheater-Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien legte den Grundstein für das weitere Interesse an diesem biedermeierlichen Medium.

Der Erwerb eines Pollock Neptuntheatres sowie des Pollock-Heftchens Cinderella waren der Beginn einer langjährigen stetigen Begeisterung für dieses Spiel mit gedruckten Figuren und Bühnenbildern. Sein Freund, Gerold Ott, der langjährige Sekretär der UNIMA-Austria, förderte die Zuwendung zum Papiertheater durch Beschaffung verschiedener Unterlagen, so z.B das Büchlein „Das Kindertheater“ von Hugo Elm.

Nach anfänglichen Versuchen mit einem Weihnachtsspiel und einer Version des Struwwelpeters startete Ulrich Chmel seine Papiertheaterkarriere mit dem Stück Lohengrin für Eilige in knappen 40 Minuten. Dabei zeichnete Chmel alle Figuren und Bühnenbilder selbst.

Dabei kam ihm seine jahrzehntelange Beschäftigung mit der Karikatur sehr zu gute. Chmel zeichnete viele Jahre für die Neue Illustrierte Wochenschau die politische Karikatur, illustrierte Bücher und Broschüren wie z.B. Konflikte, der praktische Ratgeber zur Konfliktlösung von Gerhard Scheibel, Geschichten von Blumen und Kräutern, von Miriam Wiegele, Liebe ist …. von Enrique Grabl und Verwaltungsreform von innen, von Stephan Schwarzer. Ebenso erschienen seine Karikaturen in Fachzeitschriften wie Österreichische Trafikantenzeitung und Filterlos.

Mit seinem ständig wachsenden Repertoire, welches die Stücke: „Lohengrin für Eilige – in knappen 40 Minuten“, „Faust in Kürze – mit Goethe bestreut“, „Tannhäuser kurz und gut“, „Cinderella“, „Der gestiefelte Kater“, „Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen“, „Das Weihnachtsspiel“, „JESSASMARIAUNDJOSEF“ gelang es Ulrich Chmel vor allem im Raum Wien ein sehr großes Publikum für das Papiertheater zu begeistern.

Chmel setzt das Papiertheater als gehobenes Spielzeug ein, wie es vor allem im 19. Jahrhundert gedacht gewesen ist. Wortwitz, theatralische Spektakel und soweit es geht, Originalaufnahmen vom Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Mittel, mit denen Ulrich Chmel sein Publikum im Alter von 2 bis 98 Jahren anspricht und zu begeistern versucht. Er ist mit seinem Repertoire schon beim Puppentheaterfestival in Mistelbach, beim Figurentheaterfestival in Wels, im Spielzeugmuseum in Salzburg, im MÖP-Figurentheater in Mödling, im Volkskundemuseum in Wien, im Bezirksmuseum Wieden, in Wien im „Kleinen Theater im Pförtnerhaus“, in München sowie im Servus TV und bei vielen privaten Veranstaltungen bei Freunden und im eigenen Atelier aufgetreten.

Besonderes Augenmerk legt Ulrich Chmel darauf bei Kindern und Jugendlichen durch seinen Workshop „VON DER SCHUHSCHACHTEL ZUM PAPIERTHEATER“ den Funken der Fantasie zu zum Leuchten zu bringen. Bei mehreren Workshops in der Löwenapotheke in Aspern, in der Volksschule in Wr. Neudorf , beim Puppentheaterfestival in Mistelbach und bei vielen privaten Gelegenheiten konnte Ulrich Chmel mit Kindern verschiedener Altersstufen das Interesse am Theaterspiel im kleinen und die Fantasie anregen.

Ulrich Chmel pflegt diese sehr seltene Kunst und ist damit einer von etwa 25 Papiertheaterspielern in Europa, die im Papiertheaterforum zusammengefasst sind.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]