Tibetische Kavallerierüstung

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Komplette tibetische Kavallerierüstung

Die Tibetische Kavallerierüstung ist eine Rüstung für die Verwendung bei berittenen Kriegern aus Tibet. Zur Rüstung gehören ein Tibetischer Kavalleriehelm, ein langes Kettenhemd, ein tibetischer Char-Aina Panzer, einem gepanzerten Gürtel, Tibetische Armschienen, Bogen und Köcher sowie ein Schwert, Schild und Pulvergürtel und eine tibetische Muskete.

Die verschiedenen Versionen varieren leicht und werden zum Teil bis heute bei Feierlichkeiten getragen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Tibetische Kavallerierüstung an einem Krieger während der Neujahrsfeierlichkeiten

Diese Rüstung wurde in ihrer Zusammenstellung in dieser Art im 17. bis 19. Jahrhundert in Tibet, vermutlich auch in Nepal und Bhutan getragen.

Sie besteht aus einem Helm [1] (Metropolitan Museum Inventarnummer 36. 25. 25), der in seinem Erscheinungsbild Tibet aber auch Bhutan zugeordnet werden kann. Er besteht aus einer einteiligen, getriebenen Kalotte die mit Gravuren verziert ist. Auf der Mitte der Oberseite ist ein fein gearbeiteter, verzierter Helmbuschhalter in Knopfform angebracht[2], der Helmrand ist mit einer schmalen Krempe ausgestattet. Der Helmbuschhalter ist auf die Kalotte aufgenietet, war aber wohl eher dazu gedacht an der Kalotte festgeschnürt zu werden, worauf Löcher an der Basis dessen hindeuten. Es ist aber auch möglich das dieser Helmbuschhalter ursprünglich für einen anderen Helm vorgesehen war. Am Helm sind klappbare Wangenklappen sowie ein Nackenschutz angebracht, die mit Brokatseide gepolstert sind. Der Stoff ist mit floralen Abbildungen und Streifen verziert, die aus Gold- und Silberdraht auf den Stoff gestickt sind und in dieser Art in Nordindien üblich sind. Der Stil dieser Zierstickarbeiten ist absolut ungewöhnlich für eine Herkunft aus Bhutan und deutet eher auf die Herkunft aus Tibet, wo diese Stoffdekore allgegenwertig sind.

Das Kettenhemd der Rüstung (Metropolitan Museum Inventarnummer 36.25.476) ist in der ülichen Art der tibetischen Kettenhemden hergestellt und reicht beim Tragen etwa bis kurz unterhalb der Hüfte. Die Tibetische Char-Aina [3] (Metropolitan Museum Inventarnummer 36.25.28) die zur Rüstung gehört, besteht aus vier, leicht nach innen gewöbten Eisenplatten, die noch die orginalen Lederbänder besitzen, welche die einzelnen Scheiben verbindet. Die Innenseite ist mit Stoff ausgeschlagen und es befinden sich drei unterschiedliche Wachsiegel daran.

Der gepanzerte Gürtel [4] (Metropolitan Museum Inventarnummer 36.25.28) gleicht dem anderen Gürtel aus den Sammlungen des Metropolitan Museums (Katalog Nr. 45), ist aber einfacher verareitet. Er besteht aus 98 einzelnen Platten, die alle gleich lang sind. An den neunten Plattend, gezählt vom linken Anfang des Gürtels befinden sich zwei quadratische Vorsprünge, an denen Reste von geflochtenen Lederriemen gefunden wurden, sowie zwei Schnallen, die an der gegenüberliegenden Seite, am Anfang des Gürtels angebracht waren.

Ein Bogenbehälter und ein dazugehöriger Köcher [5] (Metropolitan Museum Inventarnummer 36.25.2557), beide aus Leder gearbeitet, können Tibet aber auch chinesischer Herkunft zugeordnet werden. Der dazugehörige Bogen (Metropolitan Museum Inventarnummer 36.25.2505) ist aber sicher aus China stammend und ein Exemplar aus dem 19. Jahrhundert.

Die typische tibetische Muskete [6] und das dazugehörige Bandelier[7] sind im Ausstellungskatalog unter (Katalog Nr.106) und (Katalog Nr.76) aufgeführt, der zur Ausrüstung gehörende Speer unter (Katalog Nr.116).

Die meisten der Bestandteile dieser Rüstung stammen aus der Sammlung von George Cameron Stone und wurden aus dieser zusammengestellt um die Rüstung als komplettes Beispiel für eine Rüstung dieser Art auszustellen[8].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Helm der Rüstung im Metropolitan Museum New York, (engl., eingesehen am 11. Dezember 2013)
  2. Nahaufnahme des Helmbuschhalters, Metropolitan Museum New York, (engl., eingesehen am 11. Dezember 2013)
  3. Der Char-Aina Panzer der Rüstung, Metropolitan Museum New York, (engl., eingesehen am 11. Dezember 2013)
  4. Website des Metropolitan Museum New York, engl., eingesehen am 08. Dezember 2013
  5. Bogentasche, Bogenköcher zur Rüstung, Metropolitan Museum New York, (engl., eingesehen am 11. Dezember 2013)
  6. Die Muskete mit dem Zweibein zur Rüstung, Metropolitan Museum New York, (engl., eingesehen am 11. Dezember 2013)
  7. Das Bandolier zur Rüstung, Metropolitan Museum New York, (engl., eingesehen am 11. Dezember 2013)
  8. Donald J. LaRocca, Warriors of the Himalayas: Rediscovering the Arms and Armor of Tibet, Verlag Metropolitan Museum of Art, 2006, Seite 139, ISBN 978-1-58839-180-3

Weblinks[Bearbeiten]

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