Teile einer Garnitur von Jörg Sorg

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Die Teile einer Garnitur von Jörg Sorg ist eine deutsche Rüstung, die von dem deutschen Ätzmaler Jörg Sorg (ca.*1548-†1603 in Augsburg) dekoriert wurde. Der Hersteller der Rüstung ist nicht bekannt, da aber Sorg für die Familie Helmschmid arbeitete, die hohes Ruhm für ihre Arbeit genossen, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit möglich das diese ihn fertigten. Diese Möglichkeit wäre außerdem sinnvoll, da Konrad Helmschmid auch noch Sorgs Schwager war[1]. Drei Rüstungen dieser Machart wurden von Sorg in den Jahren 1551 und 1553 gefertigt und an spanische Ritter ausgeliefert. Nachweisbar ist dies durch Einträge im Musterbuch Jörg Sorgs, das heute in der Württembergischen Landesbibliothek, Stuttgart aufbewahrt wird[2].

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Teile einer Garnitur von Jörg Sorg wurden ürsprünglich als Rüstungsgarnitur gefertigt. Mehrere Bauteile wurden separat gefertigt so das die Rüstung nicht nur als Kriegsrüstung, sondern auch als Rüstung für die unterschiedlichen Turnierarten genutzt werden konnte. Dies erreichte man in dem man Teile, die für spezielle Turniere benötigt wurden so anfertigte, das sie an der Rüstung befestigt und so als Verstärkungs- oder Wechselteile benutzt werden konnten. Von der ursprünglichen Garnitur sind wahrscheinlich nur noch eine Escuffa, ein Visierhelm mit verstärkten Visier, ein Rüsthaken, ein linker, verstärkter Ellbogenpanzer, eine offene Sturmhaube, eine große Panzerplatte mit Bart für das Scharfrennen, ein Rundschild sowie ein stark verziertes Reiterschwert mit Griffkorb erhalten.

Die Rüstug ist im ganzen wie eine typische Rüstung der Herstellungszeit gearbeitet. Möglicherweise gehört noch ein zweihändiges Schwert zu der Garnitur, das so aussieht als wenn es aus dem Kieferknochen eines Sägefischs hergestellt wurde, was aber eine Täuschung darstellt. Schwerter dieser Art existieren viele, aber dieses wurde aus Metall hergestellt und täuscht nur ein solches Schwert vor. Sie wurden vermutlich aus zeremoniellen- oder einfach Dekorativen Gründen getragen, da sie nicht kampftauglich sind, aber, oft bedingt durch ihre oftmals riesigen Ausmaße sehr effektvoll erschienen[3]. Das Rundschild das der Rüstung zugeordnet wurde, erwies sich später als falsch. Bei genaueren Untersuchungen erwies es sich als spanisches Schild. Ebenso konnte man durch genaue Untersuchung nachweisen das es schon in Gebrauch war, wahrscheinlich beim Turnier, da sich unterhalb der Löwendarstellungen Beschädigungen fanden, die darauf hindeuten[4].

Dekoration[Bearbeiten]

Die Dekoration der Rüstung und der Wechselteile besteht aus Bandornamenten, die zum einen die einzelnen Rüstungsbestandteile begrenzen, zum anderen in verschiedenen breit, vertikal über die gesamte Rüstung verlaufen. Die Bänder sind im Innenbereich mit einem zweiten, schwarzen Band versehen in dessen Inneraum auf jeder Seite halbkugelförmige , goldene Verzierungen angebracht sind, deren Rundungen nach innen zeigen. Die goldenen und schwarzen Bereiche sind als Grundmuster mit floralen Motiven graviert. Im Schnittpunkt zwischen jeweils vier Halbkugeln ist ein kreuzförmiges Muster eingearbeitet und ebenfalls vergoldet. In jedem der Halbkreise befindet sich ebenfalls ein florales Muster auf schwarzem Hintergrund. Auf den Verstärkungsteilen sind an der vorderen Schulter, dem Ellbogenpanzer, beiden Seiten der Escuffa und auf der Stulpe des Panzerhandschuhs Abbildungen von Löwenköpfen mit zerzausten Mähnen und gefletschten Zähnen dargestellt[5],[6],[7],[8]. Warum diese Dekorationen nur auf den Verstärkungsteilen abgebildet sind, ist nicht bekannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wendelin Boeheim, Handbuch der Waffenkunde, Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1890, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, Seite 652, ISBN 978-3-201-00257-8
  2. Website der Württenbergischen Landessbibliothek, Stuttgart, (deutsch., eingesehen am 01. April 2014)
  3. Schwert aus einem Sägefischkiefer im Deutschen historischen Museum, Berlin, Website des Museums, /deutsch, eingesehen am 31. März 2014)
  4. Das falsch zugeordnete Rundschild auf der Website des Metropolitan Museum, (engl., eingesehen am 32. März 2014)
  5. Die Verstärkungsteile an der Rüstung auf der Website des Metropolitan Museum, (engl., eingesehen am 31. März 2014)
  6. Der linke verstärkte Panzerhandschuh auf der Website des Metropolitan Museum, (engl., eingesehen am 31. März 2014)
  7. Der linke verstärkte Ellbogenpanzer auf der Website des Metropolitan Museum, (engl., eingesehen am 31. März 2014)
  8. Der linke verstärkte Schulterpanzer auf der Website des Metropolitan Museum, (engl., eingesehen am 31. März 2014)

Weblinks[Bearbeiten]

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