TSV Bad Wiessee

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Der TSV Bad Wiessee (offiziell: Turn- und Sportverein Bad Wiessee eingetragener Verein) ist ein Sportverein aus der Gemeinde Bad Wiessee am Tegernsee im Landkreis Miesbach. Der Verein wurde 1923 gegründet und zählt mit 844 Mitglieder (Stand: November 2011) zu den größten Vereinen im Oberland.

TSV Bad Wiessee
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Basisdaten
Name Turn- und Sportverein
Bad Wiessee e.V.
Sitz Bad Wiessee, Bayern
Gründung 1923
Farben blau-gelb
Website tsvbadwiessee.com
Erste Mannschaft
Cheftrainer Stefan Jacobs
Spielstätte Sportplatz an der Hagngasse
Plätze 3.000
Liga A-Klasse
2012/13 4. Platz
Heim
Auswärts

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Positiv zu erwähnen ist, dass die Fußballer des Vereins die erste Amateurmannschaft Deutschlands waren, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Ausland spielen durften.

Außerdem wurde an der Sportanlage an der Hagngasse in Bad Wiessee 1982 Bayerns erster Kunstrasenfußballplatz eröffnet. Dies wurde auch mit einem Spiel zwischen dem TSV 1860 München gegen den 1. FC Nürnberg gebührend gefeiert.

Darüber hinaus nahm die Turnerriege zwischen 1950 und 1960 bei zahlreichen überregionalen Wettbewerben sowie bei Bayerischen und Deutschen Meisterschaften teil. Zudem zählte die Jugendturnriege in den 1950er Jahren zu den besten Bayerns und stellte einen Großteil der Gauriege. Einzelsportler wie Helmut Ertle und Herbert Fischhaber wurden zu dieser Zeit in die Bayerische Auswahl berufen und nahmen an verschiedenen Länderwettkämpfen teil.

Der Verein von 1923 bis 1945[Bearbeiten]

Im Sommer 1923 wurde der “Turnverein Bad Wiessee” in einer Gründungsversammlung im Jahr 1923 gegründet und Ludwig Straßer zum 1. Vorstand des 40 Mitglieder zählenden Vereins gewählt.

Der sportliche Leistungswille der Mitglieder war zunächst sehr schwer in die Tat umzusetzen, da an Geräten und Räumlichkeiten viel improvisiert werden musste. Kaum vorstellbar aus heutiger Sicht war zum Beispiel die Tatsache, dass auf dem Viehplatz hinter dem heutigen Café Königslinde ein Reck für die Turner aufgestellt und eine Sprunggrube für die Leichtathleten angelegt worden war. Während der Wintermonate diente der vorwiegend ungeheizte “Postsaal” als provisorische Übungsstätte.

Die Turnstunden fanden regen Zulauf, die Leistungen wurden durch kontinuierliches Training immer besser und schon bald stellten sich die ersten Erfolge bei Sportveranstaltungen ein. Besonders beliebt waren in dieser Zeit die noch heute existenten Bergturnfeste, allen voran die auf der Neureuth und auf dem Blomberg bei Bad Tölz.

Selbstverständlich sollte auch der sportliche Vergleich auf heimischen Boden den gesellschaftlichen Stellenwert des Turnvereins steigern helfen und so wurden an der Kurpromenade einige Sportfeste abgehalten. Dabei entwickelte sich eine außerordentlich attraktive Mehrkampfstaffel – bestehend aus Laufen, Schwimmen und Rudern – die aufgrund der räumlichen Verbindung Wasser/Land zu einem Novum wurde und einen Bekanntheitsgrad weit über die Grenzen des Landkreises hinaus ereilte.

Damals wie heute war es nicht einfach finanzielle Probleme eines Vereines zu bewältigen. Die zündende Idee hatte der inzwischen zum 1. Vorstand gewählte Josef Neumeier mit dem Turnerball, der in dieser Zeit und auch noch viele Jahre später eines der Hauptereignisse im gesellschaftlichen Leben von Bad Wiessee war. Eine weitere Einnahmequelle wurden die seinzeit gemeinsam mit dem Ski-Club veranstalteten ersten Waldfeste, die das Vereinsleben und den Zusammenhalt in der Bevölkerung immer mehr festigten.

Dem ständigen Aufwärtstrend und steigenden Mitgliederzahlen wurde das Angebot des Turnvereins nicht mehr gerecht. So nützte man 1927 eine günstige Gelegenheit zum Kauf der inzwischen frei gewordenen katholischen Notkirche für 700 Reichsmark und installierte dort unter freiwilligem Arbeitseinsatz der Vereinsmitglieder eine Turnhalle.

Dieser Meilenstein beflügelte erneut das Vereinsleben und mit großem Engagement wurden neue Ziele im Ausbau des Vereins in Angriff genommen. Die schon 1925 gegründete Damenriege erweiterte sich auf stattlich 20 Turnerinnen und durch die verbesserten Trainingsmöglichkeiten blieben letztlich auch die sportlichen Erfolge nicht aus. Bei vielen Veranstaltungen waren sie immer wieder im Spitzenfeld der Ergebnislisten zu finden. Stellvertretend ist an dieser Stelle nur das Gauturnfest 1929 zu nennen, bei dem die Plätze 1-5 an den TV Bad Wiessee gingen.

Reisen scheuten die Wiesseer Turner nicht zurück. So nahmen beispielsweise an der Einweihung einer Büste vom Turnvater Jahn auf der Wallhalla an der Donau zwischen Regensburg und Straubing im Jahre 1928 auch eine offizielle Abordnung des TV Bad Wiessee teil.

Die wirtschaftliche Situation im Allgemeinen ging auch am TV Bad Wiessee nicht sporlos vorüber und so stand die Vorstandschaft 1927 vor dem Problem, mit leergewordener Vereinskasse die Finanzierung einer neuen Halle zu tätigen.

Die prikäre Lage spitze sich im Laufe der Jahre immer mehr zu und spiegelte sich in mehreren Wechseln in der Vereinsführung wieder. So lösten sich nacheinander die Herren Neumeier, nochmals Ludwig Straßer und anschließend Sepp Lenbach in der Vereinsführung ab, bevor 1935 Josef Straßer die Geschicke übernahm. In diesem Zusammenhang sollte nicht unerwähnt bleiben, dass das herkömmliche Vereinsleben durch einen aussichtslosen Konkurrenzkampf mit den immer zahlreicher werdenden NS-Organisationen immer stärker in den Hintergrund gedrängt wurde.

Einen sportlicher Lichtblick tat sich 1935 mit der Inbetriebnahme der neuen Turnhalle an der Volksschule auf. Im Gegenzug dafür musste der Verein jedoch seine Holzhalle ohne Ablöse der Gemeinde überlassen. Der Bau wurde abgebrochen und die vereinseigenen Sportgeräte an die Schule zur gemeinsamen Benutzung abgegeben. Es kam zu einer Vereinbarung mit der Schule, wonach dem Turnverein ein gewisses Kontingent an Übungsstunden zugestanden wurde. Diese Regelung wurde aber immer mehr missbraucht und die zugesagten Stunden andersweitig beansprucht, so dass letztendlich kaum noch Übungsstunden übrig blieben.

Die allgemeine politische Entwicklung führte schließlich 1937 zur Stilllegung des Turnbetriebes und der Einstellung der Vereinstätigkeit.

Zwei Jahre später erfolgte der Áusbruch des Krieges, dem auch einige Mitglieder des Turnvereins zum Opfer gefallen sind oder bittere Jahre in Kriegsgefangenschaft verbringen mussten.

Der Verein von 1946 bis 1998[Bearbeiten]

Die Kriegsjahre waren vorbei; langsam fand das Leben wieder in geordneten Bahnen zurück, und auch der Sport keimte da und dort wieder auf. Abermals im traditionsreichen Gasthof zur Post traf man sich – wie schon bei Vereinsgründung – im Herbst 1946, um den Turnverein wieder ins Leben zurückzurufen. Neben den einheimischen Turnern und Fußballern aus der Vorkriegszeit war nun eine stattliche Zahl von neu hinzugekommenen Heimatvertriebenen an Bord. Der neu aus der Taufe Gehobene gab sich den heute noch gültigen Namen “Turn- und Sportverein”.

Karl Erdgschwendtner wurde von ca. 60 Mitgliedern zum 1. Vorstand gewählt. Die treibende Kraft im sportlichen Bereich war damals der Oberturnwart Willi Bohn, der auch maßgeblichen Anteil an der Neugründung des Turngaues Oberland im Herbst 1947 hatte, dessen Oberturnwart er ebenfalls wurde.

Weitere große Verdienste um den Ausbau der Wiesseer Turnriege erwarb in diesem Zeitraum auch der in einem Wiesseer Versehrtenlazarett untergebrachte Landesturnwart Willi Buegger vom TV 1846 Nürnberg.

Nicht zu vergessen auch Frau Irmi Reinhard, die im Laufe der Jahre eine erfolgreiche Mädchenriege aufbaut und geführt hat, und darüber hinaus auch als Bezirksturnwartin fungierte.

Mit dem kontunuierlichen Training stellten sich bald auch die größeren sportlichen Erfolge bei den Turnern und Leichtathleten, sowohl im regionalen Bereich, aber auch an Bayerischen und Deutschen Turnfesten ein.

Hervorzuheben ist hier das insgesamt glänzende Abschneiden beim ersten Bayerischen Landesturnfest 1952 in Augsburg.

Bei der Deutschen Volksturnmeisterschaft 1954 machte ein junger Mann namens Helmut Ertle von sich reden und erreichte im Junioren-Dreikampf einen ausgezeichneten 3. Platz. Zwei Jahre später erfolgte seine Berufung in die Bayerische Auswahl, mit der er zu Vergleichskämpfen nach Dänemark und Schweden reiste.

An dieser Stelle darf betont werden, dass die Jugendturnriege Mitte der 1950er Jahre zu den besten in Bayern zählte. Das Aushängeschild war in diesem Bereich Willi Scherer – einer der besten bayerischen Turner in dieser Zeit – aber nicht zu vergessen auch die übrigen Turner Heinz Ebenbeck, Engel, Adi Knott, Hans Stumbeck und Roman Voigt, sowie der später weltbekannte Wiesseer Extrembergsteiger und Bezwinger des Nanga Parbat, Toni Kinshofer. Ein Beispiel für die Wiesseer Dominanz im Turnsport dieser Ära ist die Tatsache, dass sie bis 1956 den überwiegenden Teil der Gauriege gestellt hat, was zweifellos die Schlussfolgerung zulässt, dass dieser sportliche Höhenflug zu den herausragenden Ereignissen der Vereinsgeschichte zählt. Dies soll jedoch spätere Erfolge keineswegs schmälern.

Neben den üblichen regionalen Sportveranstaltungen wurden in den Folgejahren alle Bayerischen und Deutschen Turnfeste besucht, wobei immer wieder beachtliche Erfolge verzeichnet waren. Auch hier – stellvertretend für alle Teilnehmer – ist ein Name hervorzuheben, der Wiesseer Sportgeschichte geschrieben hat: Herbert Fischhaber belegte in zahlreichen hochkarätigen Wettkämpfen beste Platzierungen, denen eine Berufung in die Bayerische Auswahlmannschaft folgte und Teilnahmen im Länderkampf Bayern/Baden-Württemberg/Schwaben berechtigte.

In diese Zeit fällt auch die Gründung einer separaten Tischtennisabteilung von der wir in einer eigenen Rubrik separat und ausführlich berichten wollen.

In der Vereinsführung herrschte ein Kommen und Gehen, die Geschicke wurden abwechselnd von Herrn Gerngroß, Karl Mayr und Hans Windfelder geleitet, bevor ab 1959 Hans Weigl – unsere heutiger Ehrenvorstand – den Vorsitz für einen längeren Zeitraum übernahm. Eines der großen Probleme der damaligen Vorstandschaft – ebenso wie der heutigen – ist die Turnhalle. Die überaus große sportliche Nachfrage engte den Handlungsspielraum des Vereins dermaßen ein, dass schweren Herzens auf manche Sportart verzichtet werden musste, nur weil es an einer geeigneten Übungsstätte und Möglichkeiten fehlte.

Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte war die Einweihung des neuen Sportplatzes an der Hagngasse am 5. August 1962. Sowohl die Leichtathleten wie auch die Fußballer nutzten diesen Tag zur Präsentation. So bestritt der – damals noch nicht weltbekannte – FC Bayern München das Eröffnungsspiel gegen den FC Freibung; im Rahmenprogramm zeigte die verstärkte Kreisturnriege des TSV 1860 München vor rund 5.000 Zuschauern hervorragende Leistungen.

Endlich konnte man auch auf heimischen Terrain größere Sportfeste durchführen, zumal vergleichbare Anlagen im Landkreis Mangelware gewesen sind. Schon 1963 und 1964 gingen hier die Leichtathletikkreismeisterschaften über die Bühne; ferner auch ein Leichtathletikmehrkampftag und das Gaufest.

Zweifelsohne war in dieser Zeit nochmals durch die neu geschaffene Möglichkeiten ein sportlicher Auftrieb zu verzeichnen. Eine neu gegründete Schülerriege gab Anlass zu berechtigten Hoffnungen für die Zukunft. Leider war es aber auch unübersehbar, dass durch die “Zeichen der Zeit” für den Verein immer schwerere Zeiten anbrachen und langsam dunkle Wolken am sportlichen Horizont auftauchten. Die Recken von damals kamen langsam in die Jahre; berufliche und familiäre Ambitionen hatten verständlicherweise Vorrang, womit die Vorbildfunktion auf der Strecke blieb. Daraus resultierte ein weiteres Problem der fehlenden Übungsleiter.

Noch gravierender machte sich die Individualisierung des Sports allgemein bemerkbar. Viele neue Sportarten machten den traditionellen Sportvereinen Konkurrenz; der Trend ging eindeutig weg von den herkömmlichen Strukturen; das Vereinswesen war einfach nicht mehr “in”. Dies musste als erstes die Turnabteilung spüren, zumal die Turnerei ohnehin nicht zu den Massensportarten zählte und keine breite Basis aufwies. Die Leichtathleten hielten sich noch etwa 10 Jahre über Wasser, dann kam auch hier das Vereinswesen bis auf wenige Ausnahmen zum Erliegen.

Einziger positiver Aspekt bei diesem Strukturwandel war die Gründung einer Frauengymnastikabteilung im Jahr 1985. Nicht mehr sportliche Höchstleistungen im direkten Wettkampfvergleich standen im Vordergrund; man wollte sich einfach wieder ein bisschen sportlich betätigen.

Im Laufe der Jahre erfuhr dieser Bereich immer mehr Zulauf und brachte mehrere Vereinigungen in verschiedenen Altersgruppierungen mit unterschiedlichen Anforderungen hervor. Nicht nachstehen wollten diesbezüglich die Männer, die bereits seit längerem ebenfalls zwei Gymnastikgruppen haben.

Einige wenige Engagierte besannen sich nach längerer Abstinenz wieder auf die Jüngsten im Verein, den Nachwuchs. So sind nach zäher Aufbauarbeit bis zum heutigen Tag mittlerweile fünf Kinderturngruppen in das Vereinsleben integriert; ebenso konnte vor einiger Zeit auch das sogenannte “Mutter/Kind-Turnen in das Programm aufgenommen werden.

Einen fernöstlichen Touch erhielt der TSV Bad Wiessee im Herbst 1981 mit der Gründung einer Taekwon-Do-Abteilung. Gründungsmitglied und ein wahrer Großmeister seines Faches ist hier Rudi Thim, der regelmäßig etwa 60 bis 80 Jugendliche mit großem Engagement betreut und auch auf sportlichem Sektor außerordentliche Erfolge zu verzeichnen hat.

Nach längerer Durststrecke machte 1996 wieder die Leichtathleten von sich reden und stellten damit den jüngsten Bereich der Angebotspalette dar. Vorerst nur im Kinder- und Jugendbereich tätig, wird versucht, hier wieder Fuß zu fassen und möglicherweise an alte sportliche Traditionen anzuknüpfen.

Die Fußballer von 1931 bis 1945[Bearbeiten]

Erstmals von sich reden machte die Abteilung Fußball des TSV Bad Wiessee im Jahre 1931. Die angestrengte wirtschaftliche Situation des Hauptvereines erlaubte es seinerzeit nicht, dem Abkömmling eine finanzielle Starthilfe zu geben.

Der Wille, etwas zu schaffen, sowie eine große Portion Eigeninitiative machten diesen finanziellen Engpass zu einer überwindbaren Hürde, so dass in relativ kurzer Zeit unter der Leitung von Franz Lenbach eine Fußballmannschaft entstand.

Zunächst gab es nur einige wilde Spiele auf provisorisch hergerichteten Wiesen, vorwiegend gegen Nachbarvereine. Es folgte 1934 eine Anmeldung im Fußballverband, und der Überlieferung zufolge soll eine Mannschaft aus Tegernsee der erste offizielle Gegner gewesen sein.

Das erste Spielfeld wurde 1932 nach zähen Verhandlungen von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Es war die von dem damaligen Kurheim Hanslbauer (ehemaliges Spielbankgelände) gelegene Wiese. Viele freiwillige Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder waren nötig, um aus einer buckeligen Wiese mit starkem Gefälle zum See hin eine Fläche herzustellen, die halbwegs das Prädikat “Sportplatz” verdiente.

Um die damaligen Verhältnisse zu verdeutlichen zitieren wir auszugsweise aus dem Berichtsheft des damals amtierenden Mannschaftsleiters Franz Lenbach einige Passagen:

„Das Jahr 1934 war für uns ein großes Jahr. Der Fußballplatz wurde zum Teil aufgefüllt, die alten Tore ersetzt und Gitter angebracht. Alle Arbeiten wurden freiwillig und kostenlos ausgeführt. Vor Beginn der Spielzeit musste jeder Spieler 20 RM bezahlen, wofür Dressen gekauft wurden. Erstmals kann die Mannschaft in neuer, einheitlicher Kleidung, schwarze Hose, gelb/scharzes Trikot, spielen. Große Erfolge haben wir in diesem Jahr errungen, besonders im Spiel gegen “Wacker Südstern München”. Zum ersten Mal kann Wiessee mit einer zweiten Mannschaft antreten, welche einen guten Start hatte und 5:3 gewann. Die Erste Mannschaft spielte unentschieden 5:5.

Gleichzeitig konnte man die bisher größten Einnahmen mit 36 RM verbuchen. Die Reineinnahmen im ganzen Jahr waren 129,45 RM, wovon ein Teil dem Turnverein abgeführt wurde. Das Interesse für Fußball wird in Bad Wiessee immer größer, und man sieht auch ein, dass die Fußballer bereit sind, große Opfer zu bringen.“

Neben den finanziellen Entbehrungen – die jeder einzelne Spieler bringen musste, und die einen vorbildlichen Mannschaftsgeist in dieser schwierigen Zeit dokumentierten – zeigte sich doch nach den ersten Verbandsspielen recht deutlich, dass in den Punktspielen wesentlich mehr Härte und Kondition erforderlich waren, als bei den bisherigen Privatspielen. Der erste “Titel” stellte sich 1936 ein, als die Erste Mannschaft Herbstmeister wurde, am Ende der Spielzeit jedoch mit dem zweiten Tabellenplatz eine achtbare Bilanz gezogen wurde, was die sportliche Zukunft gesichert erschienen ließ.

Wirtschaftlich war die Talsohle allmählich durchschritten, und auch im organisatorischen Bereich schienen die größeren Schwierigkeiten überwunden.

Die Entwicklung brachte es mit sich, dass der Spielbetrieb immer mehr mit bürokratischen Maßnahmen verbunden wurde, und darüber hinaus die Beteiligung an den Verbandsspielen eine unerwartet schwere finanzielle Belastung wurde. So waren die Punktspiele durch ständige Zuschauerrückgänge gezeichnet, was sich wiederum negativ auf die Vereinskasse auswirkte. In den schlimmsten Fällen konnte nicht einmal mehr der Schiedsrichter bezahlt werden, der damals 10 RM pro Spiel erhielt.

Der Einfallsreichtum der Vorstandschaft kannte fast keine Grenzen und um einem finanziellen Desaster auszuweichen, wurden Pokalspiele und Privatspiele bei Münchner Vereinen angestrebt. Darüber hinaus sorgten gelegentliche kleinere Spenden von Privatpersonen und nicht zuletzt ein zünftiger Faschingsball dafür, dass man so einigermaßen über die Runden kam.

So etwa ab dem Jahre 1937 wirkten sich die Auflösungserscheinungen des Hauptvereins auch auf die Sparte Fußball aus. Die konkurrierenden staatlichen Verbände zehrten die traditionellen Vereine und das Vereinsleben immer mehr aus, die letztendlich im Jahr 1939/40 in einer Fusion mit dem Nachbarverein aus Marienstein seinen Höhepunkt fand. Bald darauf war Kriegsausbruch und ein geregelter Spielbetrieb musste eingestellt werden.

In den folgenden Kriegsjahren blieben auch die Wiesseer Fußballer von zahlreichen Schicksalsschlägen nicht verschont. So mussten sechs Stammspieler ihr Leben lassen, viele andere kehrten erst nach längerer Gefangenschaft und gesundheitlich sehr angegriffen an den Tegernsee zurück.

Die Fußballer von 1946 bis 1998[Bearbeiten]

Zwei Jahre nach der Neugründung des neuen “TSV” im Jahre 1946 formierte sich auch die Abteilung Fußball 1948 neu. Die Betreuung übernahm – wer sonst – der erst vor Kurzem aus Kriegsgefangenschaft heimgekehrte alte und neue Abteilungsleiter Franz Lenbach.

Die Euphorie der Fußballer war groß und voller Tatendrang. Viele neue Spieler aus dem Bereich der Heimatvertriebenen nahmen die Herausforderung zur Integration in den Ort auf sportlicher Basis an. Das Schicksal des Krieges hatte auch einige höherklassige Kicker an den Tegernsee verschlagen und so verwunderte es nicht, dass sich die 1. Mannschaft bereits 1950 in der A-Klasse (heute Kreisliga) etablierte.

Darüber hinaus wurden die sportlichen Erfolge auch von zahlreichen Gönnern honoriert, die das sportliche Spektakel wohlwollend unterstützten. Diese Freude war leider nur von kurzer Dauer. Das Wirtschaftsleben begann sich zu normalisieren und viele junge Spieler folgten dem Ruf nach Arbeit und Familie in andere Gegenden. Dazu muss man wissen, dass die A-Klasse mit bis zu 120 km-Fahrten bei regelmäßigen Auswärtsspielen im Laufe der Zeit ein gewaltiges Loch in die Vereinskasse riss. Unweigerlich siedelte man sich 1952 in der B-Klasse an und konnte nun etwas kleinere Brötchen backen.

Mit Nachdruck wurde in den kommenden Jahren die Konsolidierung der Finanzen betrieben, bevor 1960 ein sportlicher Rückschlag mit dem Abstieg in die neu geschaffene C-Klasse die Fußballer heimsuchte.

Stieß man im Punktspielbetrieb an seine sportlichen Grenzen, so gab es zum Ausgleich sehr interessante Begegnungen mit auswärtigen bzw. ausländischen Mannschaften in Freundschaftsspielen. Unvergessen für viele, und aus heutiger Sicht für jüngere schwer nachvollziehbar, war die Tatsache, dass der TSV Bad Wiessee als erste deutsche Amateurmannschaft nach dem Krieg im Ausland spielen durfte; Gegner waren die Schweizer Mannen von “FC Zähringia Bern” (heute: FC Breitenrain). Es folgten weitere erlebnisreiche Ausflüge nach München, Buchseh (Schweiz) und Wattens (Tirol).

Eine sportliche Heimat hatten die Fußballer in diesen Jahren nicht finden können. Immer wieder werden an den verschiedensten Orten in Bad Wiessee herkömmliche Wiesen – teilweise nur kurzfristig – zu Fußballplätzen umfunktioniert. So wurden beispielsweise unterhalb der Prinzenruh, auf dem Quercherfeld, gegenüber dem Haus Ebenbeck an der Jägerstraße und zuletzt am Seeufer auf dem Standort des ehemaligen Spielbankgeländes gekickt.

Am 5. August 1962 hatte die Odysee mit der Eröffnung des neuen Fußballplatzes an der Hagngasse ein Ende.

Das neue Terrain brachte offensichtlich den erhofften Leistungsschub und mündete 1963 im Wiederaufstieg in die B-Klasse. Nach kurzem sportlichen Auf und Ab zwischen B- und C-Klasse etablierte man sich Anfang der 70er Jahre in der B-Klasse und hatte 1973-75 und 1978 sportliche Gipfelträume in der A-Klasse erlebt.

Danach hielt man sich noch einige Jahre in der B-Klasse, bevor mehrere Jahre in der C-Klasse folgten.

Durch die vernachlässigte Arbeit im Nachwuchsbereich war ein konkurrenzfähiger Spielerstamm nicht mehr vorhanden. Eine neue Vorstandschaft wollte 1993 mit geändertem Konzept andere Wege beschreiten – gleichzeitig haben mehrere gute Spieler den Verein verlassen. Neue leistungsstarke auswärtige Spieler sorgten für einen erneuten Aufstieg in die B-Klasse.

Unterschiedliche vereinsinterne Strömungen innerhalb der Fußballabteilung verhinderten jedoch eine Bündelung der sportlichen Interessen und so folgte schon 1996 wieder der Abstieg in die C-Klasse. Mittlerweile trägt die Jugendarbeit erste Früchte und lässt für die Zukunft hoffen.

Erinnern wir uns nochmals an erfreuliche Zeiten. Wie bereits erwähnt, wurden im Laufe der früheren Jahre viele Freundschaften mit Auswärtigen Vereinen geschlossen. 1970 bis 72 sorgte eine Beteiligung am 3-Länder-Pokal in Niederndorf/Italien für Begeisterung.

Eine Besondere Rolle spielte dabei auch die Begegnung mit der Partnerstadt Dourdan vor den Toren von Paris, die in mehrmaligen Auflagen ab 1960 stattfanden.

Internationales Flair verbreitete sich am 2. August 1969 an der Hagngasse, als Dank der Vermittlung von Bayern Präsident Neudecker ein Freundschaftsspiel zwischen dem FC Bayern München und dem englischen Renomierclub West Ham United zustande kam.

Abschließend noch ein Wort zum Erscheinungsbilder der Fußballabteilung von 1998. Im Juniorenbereich nahmen 5 Mannschaften am Punktspielbetrieb teil, der Seniorenbereich stellt eine Herrenmannschaft sowie eine AH-Mannschaft (ab 32 Jahren), die ausschließlich Freundschaftsspiele absolviert.

Die Abteilung Tischtennis[Bearbeiten]

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage aus der Bevölkerung fasste sich im Jahre 1946 Herr Martin Kunath ein Herz und gründete den TTC Bad Wiessee als Unterabteilung des TSV.

Ab 1950 nahmen ca. 12 Aktive regelmäßig an Verbandsspielen teil. Dem anfänglichen Tatendrang war leider nur eine kurze Lebensdauer beschieden, denn schon 1953 musste der Betrieb wieder eingestellt werden. Kurioserweise waren es nicht sportliche Unzulänglichkeiten die dazu führten, sondern finanzielle Gründe. Die großen Entfernungen zu den gegnerischen Mannschaften waren von Vereinsseite nicht zu finanzieren; geeignete Privatfahrzeuge standen nicht zur Verfügung und so nahm das Schicksal seinen Lauf.

Die ungebrochene Nachfrage am Tischtennissport machte die Wiedergründung dieser Abteilung unter Herrn Alfons Mayer als Spartenleiter erforderlich. 1957 wurden bereits ca. 30 Aktive gezählt; 1959 schaffte man den Aufstieg in die B-Klasse mit 1-A-Spielern Martinus, Pospich und Pichler. Die Aktivenzahl kletterte auf etwa 50 Spieler und einen äußerst regen Spielbetrieb auf 5 Platten in der gemeindlichen Turnhalle. Zweimal war Bad Wiessee auch Austragungsort von Ranglistenturnieren.

Als unerbitterliches Fallbeil für den TTC erwies sich die Turnhallennachfrage: Wie bereits erwähnt, waren die Hallenbelegungskapazitäten längst an ihre Grenzen gestoßen; andere Abteilungen mussten kürzer treten und nachdem keine einvernehmliche Lösung gefunden werden konnte, war man 1981 letztendlich zur Einstellung des Spielbetriebes gezwungen.

Erst viele Jahre später hatten sich die Tischtennisspieler um Stefan Hagn neu formiert und gründeten den bis heute sehr erfolgreichen TTC Quirinus Bad Wiessee als eigenständigen Verein.

Meilensteine in der Vereinsgeschichte[Bearbeiten]

Sportplatzeinweihung (1962)[Bearbeiten]

Die Sportplatzeinweihung am 5. August 1962 lockte etwa 5.000 Zuschauer an die Hagngasse nach Bad Wiessee. Höhepunkt war selbstverständlich das Fußballspiel des FC Bayern München gegen den Freiburger FC, in dem die Münchner mit 6:1 (Halbzeit 4:0) die Oberhand behielten. Die prächtige Kulisse wurde vom Fernsehreporter Günther Wolfbauer gekonnt mit fachmännischen Informationen versorgt.

Freundschaftsspiel FC Bayern München - West Ham United (1969)[Bearbeiten]

Eine Vielzahl der Sportgrößen aus der damaligen Zeit gaben sich am 2. August 1969 in Bad Wiessee ein Stelldichein. Der inzwischen zu Meisterehren gekommene FC Bayern München trat gegen den englischen Renomierclub West Ham United an. Man trennte sich freundschaftlich und torlos.

Namen wie Franz Beckenbauer, Sepp Maier und Gerd Müller auf Münchner Seite wie auch Bobby Moore, George Hunt und der legendäre Bobby Charlton bei den Engländern ließen die Fußballherzen höherschlagen und sorgten tagelang für Gesprächsstoff.

Olympischer Fackellauf (1972)[Bearbeiten]

Das sportliche Großereignis von München ging auch an Bad Wiessee nicht spurlos vorüber. Im Vorfeld der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 1972 wurde am 25.08.72 das olympische Feuer durch unseren Ort von Läufer zu Läufer weitergereicht. Der ganze Ort war in Aufregung, tausende Einheimische und Gäste säumten die Strecke und applaudierten den eskortierten Läufern vom Ortsanfang am Ringsee bis zum nördlichen Ortsausgang beim Gut Kaltenbrunn.

Aus nahezu allen Bereichen der örtlichen Sportvereine wurden einzelne Vertreter ausgewählt, die das olympische Feuer ein paar hundert Meter weit im Laufschritt tragen durften.

Einweihung Kunstrasen (1982)[Bearbeiten]

Zu erneuten Ehren kam die Sportanlage an der Hagngasse bei den Eröffnungsfeierlichkeiten zu Bayerns 1. Kunstrasenplatz am 12.09.82. Die bekannten Löwen von 1860 München unterlagen dabei dem fränkischen Lokalmatadoren 1. FC Nürnberg 0:3.

Weblinks[Bearbeiten]