Tüftellabor Zürich

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TüLab ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen von „TüLab“ finden sich unter TüLab (Begriffsklärung).
Tüftellabor Zürich (TüLab)
Datei:Logo Tüftellabor Zürich.svg
Rechtsform Seit 2013 Verein; Vorher Stiftung
Gründer Martin Flüeler
Gründung August 2001
Sitz Zürich Seebach (47.4236378.542957Koordinaten: 47° 25′ 25,1″ N, 8° 32′ 34,6″ O; CH1903: 683326 / 253123)
Ursprung Martin Flüeler, Ueli Lüthi, Marion Schwengeler
Personen

Ueli Lüthi, Marion Schwengeler, Magali Bucher, Daniela De Stefano

Aktionsraum Region Deutschschweiz, hauptsächlich Zürich
Schwerpunkt Kinder und Jugendliche
Budget 210'000 CHF
Freiwillige 3 – 8
Angestellte 3 – 12
Mitglieder 1200
Website http://www.tülab.ch
Auflösung Ende 2014

Das Tüftellabor Zürich, kurz TüLab, existiert seit 2001 in Zürich. Es ist eine offene Werkstatt und ermöglicht interessierten Kindern und Jugendlichen im Alter von 9 bis 19 Jahren, in der Freizeit eigene Ideen und Projekte im technischen, handwerklichen und gestalterischen Bereich zu verwirklichen. Dazu bietet das TüLab einerseits beste Infrastrukturen mit Arbeitsplätzen, Werkzeugen, Geräten und Maschinen, andererseits einen vielfältigen Fundus an Materialien und Bauteilen sowie eine fachliche Betreuung und Begleitung durch qualifizierte Coaches.

Neben der Kernaufgabe des freien Tüftelns führt das TüLab regelmässig Workshops und Kurse zu handwerklichen, gestalterischen, technischen und naturwissenschaftlichen Themen und Techniken durch. Spezifische Kurse richten sich an Schulklassen oder begabte Kinder und Jugendliche, als Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen auch an PH-Studierende oder Lehrpersonen.

Es war das erste Tüftellabor überhaupt und hat weitere Werkstätten in Buchs SG[1], Zug[2], Luzern[3] und Liestal[4] inspiriert und angeregt.

Tüfteln[Bearbeiten]

Im Tüftellabor Zürich entdecken Kinder und Jugendliche die Welt der Technik, des Handwerks und der künstlerischen Gestaltung. Kinder und Jugendliche finden hier eine kreativ anregende Umgebung, einen Ort, wo sie im Austausch mit Gleichaltrigen ihre Visionen und Ideen entwickeln und ausprobieren können.

Das TüLab ist ein Experimentier- und Werkraum der besonderen Art. Es ist eine Universalwerkstatt mit einem breiten Angebot an Materialien und Maschinen, die Kinder und Jugendliche während ihrer Freizeit nutzen können. Es hat feste Öffnungszeiten, bietet aber zu erweiterten Zeiten auch Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Lehrpersonen, Werkstattleitende) an.

Was wird gemacht im Tüftellabor?[Bearbeiten]

Kinder bringen ihre Projekt-Ideen mit und setzen diese in die Realität um. Beispiele: einen „Ghetto-Blaster“ bauen / eine Deckenlampe mit LED herstellen / ein ferngesteuertes Auto konstruieren / ein Instrument aus Kartonröhren basteln / mit Modellbau-Servomotoren ein Dinosaurierskelett bewegen / ein Tandemvelo bauen. Dabei ist es typisch, dass ein Tüftli, wie die Teilnehmer genannt werden, sich mehrere Lösungsansätze für konkrete Herausforderungen bei der Projektumsetzung ausdenkt und dann die Ansätze ausprobiert, bis eine gute Lösung gefunden ist. Andere anwesende Tüftlis tragen üblicherweise ebenfalls zu diesem Konzeptprozess bei, mit ihren eigenen Erfahrungen und Ideen. Wann ein Werk gut, richtig oder fertig ist, entscheiden die Kinder selber.

Im Tüftellabor Zürich erhalten die Kinder Gelegenheit, ihre Ideen mit verschiedenen Materialien zu realisieren: Elektronische Bauteile, Metalle, Textilien, Ton, Holz, Kunststoffe usw. stehen zur Verfügung. So wird mit Elektrizität, Wasser, Luft und Feuer experimentiert und dabei physikalischen und chemischen Gesetzen auf den Grund gegangen.

Wie werden die Kinder begleitet?[Bearbeiten]

Das TüLab braucht für die Begleitung der Kinder Menschen, die selber gerne tüfteln. Sie haben Fertigkeiten, Werkstatt- und Materialerfahrungen auf verschiedenen Gebieten, aber nicht auf allen. Sie müssen wissen, was gefährlich ist und wo die Grenzen sind. Sie sollen die Kinder coachen und nicht Lehrer oder Ausbildner sein. Im Vordergrund steht nicht das Endprodukt, sondern die gewonnenen Erfahrungen durch die Tüfteleien auf dem Weg dahin. Gefördert wird, dass das Erfolgserlebnis nicht durch die Fixierung auf das Endprodukt erzeugt wird, sondern durch den Spass am Ausprobieren und Experimentieren.

Es braucht Mut, den Kindern viel zuzutrauen! Sie werden an den Maschinen eingeführt, sollen aber auch selber Erfahrungen machen. Es braucht eine „partizipations-offene“ Haltung: Die Ideen und Ansichten der Kinder werden ausdiskutiert. Die Kinder bestimmen den Betrieb mit.

Welche Kinder kommen ins Tüftellabor?[Bearbeiten]

Die Kinder müssen eigene Ideen mitbringen oder im offenen Betrieb entwickeln und sie müssen interessiert sein am Umgang mit Materialien. Das TüLab ist ein sozialer Ort: es geht auch um den Austausch von Ideen, das Abgucken von Fertigkeiten, und das Helfen untereinander. Die Kinder sind zwischen 9 und 19 Jahre alt. Sie werden gründlich in den Werkstattbetrieb eingeführt.

Der Besuch ist kostenlos, Material wie auch Kurse werden verrechnet. Damit wird garantiert, dass der Besuch nicht im Zusammenhang mit dem Einkommen der Eltern steht.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1999 schrieb Martin Flüeler das erste Konzept für ein Tüftellabor. Zwei Jahre später war ein Raum gefunden und die Idee nahm konkrete Formen an. Im Jahr 2003 fand die Idee eine Gönnerin, die das Betriebskapital für rund 10 Jahre stiftete – die Stiftung TüLab Oerlikon war geboren. Die Stifterin deklarierte das eingebrachte Kapital als Verbrauchskapital.

In den zehn Jahren der Existenz des Tüftellabors sind über tausend verschiedene Kinder (Tüftlis) in der Werkstatt ihren eigenen Ideen nachgegangen. Mit durchschnittlich viertausend Tüftelstunden pro Jahr zeigte sich, dass ein Bedarf für ein Tüftellabor besteht und das vorhandene Konzept kindergerecht ist. Die ganzheitliche Sicht von Technik, Naturwissenschaft, Kunst und Handwerk hat zahlreiche positive Reaktionen von Jugendlichen und Eltern ausgelöst. Dies hat auch dazu geführt, dass in Buchs SG (2006) und in Zug (2010) weitere Tüftellabore entstanden sind und dass ein weiteres in Luzern (Frühling 2014) und in Liestal (2014) seine Türen öffnen wird.

Von der Stiftung zum Verein[Bearbeiten]

Dank der grosszügigen Spende am Anfang der Geschichte des TüLab Oerlikon mussten die Betreibenden während langer Zeit keine konkreten Schritte im Fundraising machen. Die komfortable finanzielle Situation führte dazu, dass das Schwergewicht auf die Erfahrungen in der Arbeit mit den Kindern ausgerichtet wurde, und die nachhaltige Finanzierung vernachlässigt wurde. Die Öffentlichkeitsarbeit wurde vernachlässigt (sinkende Tüftelstunden-Zahlen) und die Vernetzung mit ähnlichen Projekten auf dem Platz Zürich wurde kaum voran getrieben.

Im Jahr 2011 hat sich Martin Flüeler, der das Projekt über weite Strecken bestimmt hat, von seinem Kind – dem TüLab – gelöst. Ebenso sind die langjährigen Stiftungsräte zurückgetreten. Dies ermöglichte neue Ideen und die Einleitung eines Change-Prozesses. Der neue Stiftungsrat hat die verbleibenden Mittel eingesetzt für Umzug der Werkstatt in einen günstigeren Raum, gleichzeitige Verkleinerung des Teams. Ziel: Kosten auf eine vertretbare Grösse senken. Umzug erfolgte Ende 2012, Neueröffnung April 2013 in Zürich Seebach. Aufbau einer Schweizerischen Tüftellabor-Dachorganisation[5].

Ziel: Koordination und Wissensmanagement für die bestehenden Tüftellabore, Initiierung neuer Tüftellabore, Projekte mit nationalen Partnern. Gründung erfolgte im Februar 2013, Verein tüfteln.ch. Weiterführung der Werkstatt in Zürich und Übergabe der Leitung an einen Verein. Ziel: Die Werkstatt in Zürich wird strategisch geführt von einem neuen Vorstand vor Ort (siehe Beilagen Zusammensetzung Vorstand, Statuten). Die TüLab-Stiftung übergab so alle Geschäfte und Gelder an die beiden neuen Vereine tüfteln.ch und Tüftellabor Zürich und wurde per 1. August 2013 aufgelöst.

Das Tüftellabor am Standort Zürich Seebach[Bearbeiten]

Das TüLab baut den Betrieb am neuen Standort Zürich-Seebach weiter aus, inklusive lokaler und stadtweiter und nationaler Vernetzung. Es wird in seiner Form angepasst, aber als offene Universalwerkstatt mit einer ganzheitlichen Sicht von Technik und Gestaltung erhalten.

Das TüLab erweitert sein Profil bezüglich möglicher Dienstleistungen, insbesondere in Zusammenarbeit mit Schulen (Projektwochen, Einzelförderung für Schüler/innen). Ein spezieller Fokus liegt auf dem Einbezug von Mädchen. Das TüLab Zürich positioniert und vernetzt sich als Partner im MINT-Netzwerk im Bereich der informellen Bildung.

Das TüLab Zürich hat eine Strategie, die eine langfristig sichere Finanzierung gewährleistet. Dies bedingt Massnahmen sowohl auf der Kostenseite als auch im Fundraising.

Liste von ähnlichen Einrichtungen[Bearbeiten]

Im deutschsprachigen Raum gibt es derzeit (September 2014) die folgenden Tüftellabore:

  • Seit 2001: Das erste Tüftellabor „TüLab“ in Zürich.
  • Seit 2006: Das „Brütwerk“ in Buchs SG.
  • Seit 2010: Das „Tüftellabor Einstein“ in Zug.
  • Seit 2014: Das „Tüftelwerk“ in Luzern.
  • Seit 2014: Das „Tüftellabor der Schule für Offenes Lernen“ in Liestal.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

http://www.tülab.ch

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Website des „Brütwerk“ in Buchs SG
  2. Website des „Tüftellabor Einstein“ in Zug
  3. Website des „Tüftelwerk“ in Luzern
  4. Website des „Tüftellabor der Schule für Offenes Lernen“ in Liestal
  5. Website der Tüftellabor-Dachorganisation „Tüfteln.ch“
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