Stickoxidbelastung in Deutschland

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Dieser Artikel stellt eine Bewertung Stickoxidbelastung in Deutschland dar. Im Mittelpunkt steht die Bewertung der Umweltzone in Hinblick auf die NOx-Belastung.


Aktuelle NOx-Belastung in Deutschland[Bearbeiten]

Im Jahr 2006 gab es in Deutschland 420 Messstationen von denen 376 (89,5%) keine Überschreitungen der im Jahr 2005 im Luftreinhalteplan gesetzlich festgelegten Grenzwertes von 200µg/m³ detektierten. Von den übrigen 44 Messstationen haben 33 eine Überschreitung des Grenzwertes in 1-18 Fällen festgestellt und liegen somit immer noch unter der ab 2010 gesetzlich festgelegten maximalen Anzahl von 18 Überschreitungen. Nur 11 Stationen (2,6%) konnten eine Grenzwertüberschreitung in mehr als 18 Fällen dokumentieren. Allgemein ist festzustellen, dass es sich bei der Stickoxidbelastung um ein lokal begrenztes Problem handelt. Wie später noch klar zu erkennen ist tritt die Belastung hauptsächlich in Großstädten und dort speziell an Hauptverkehrsstraßen auf.

Groß-Mehßow Luftbild .jpg

Datei:Luft2.jpg

Spezifische Belastung verschiedener Großstädte[Bearbeiten]

a. Definition Stickoxide und Grenzwerte

Definition Die Summe von Stickstoffoxid NO und Stickstoffdioxid NO2 ermittelt durch die Addition und den Bezug auf 1 Mrd. Teile wird als Stickstoffoxide NOx bezeichnet und in der Einheit µg/m³ angegeben.

Gesetzlich festgelegte Grenzwerte

Die Alarmschwelle für gefährliche Stickoxidkonzentrationen liegt bei 400 µg/m³ im Fall von drei aufeinanderfolgenden Stunden. Seit 2005 gilt ein Grenzwert von 250 µg/m³ und ab dem 01.01.2010 werden 200 µg/m³ der Grenzwert für den Schutz der Menschlichen Gesundheit sein.

Ebenfalls ab dem 01.01.2010 wird es einen Jahresmittelwert von 40µg/m³ geben, der nicht überschritten werden darf.

b. München

In München ergab sich 2006 ein Durchschnitt der maximalen Tageswerte von 175,6 µg/m³ bei einem Höchstwert von 237 µg/m³ und 18 Überschreitungen des 200 µg/m³ - Tagesgrenzwertes. Bereits an den Tageswerten ist zu erkennen, dass in München eine zu große Belastung an Stickoxiden herrscht. Der deutlich zu hohe Jahresmittelwert von 56,6 µg/m³ unterstreicht das zusätzlich. Hier werden dringend Maßnahmen benötigt.

c. Frankfurt am Main

In Frankfurt am Main bietet sich ein wesentlich besseres Bild. Dort gab es einen Durchschnitt der maximalen Tageswerte von 175,6 µg/m³ bei einem Höchstwert von 185,4 µg/m³, also keine Überschreitung des Grenzwertes. Auch der Jahresmittelwert liegt mit 42 µg/m³ nur knapp über der ab 2010 geltenden Regelung. Damit kann Frankfurt als relativ niedrig belastet angesehen werden.

d. Berlin

In Berlin liegen sowohl der Durchschnitt der maximalen Tageswerte mit 169,4 µg/m³, als auch der Jahresmittelwert mit 34,1 µg/m³ unter den Grenzwerten. Die meisten Gebiete in Berlin sind gering belastet. Jediglich eine Messstation zeigt überdurchschnittlich hohe Messwerte mit einem Tagesmaximalwert von 331µg/m³ und einem Jahresmittelwert von 70µg/m³ an. Das zeigt, dass es einige Problemgebiete in der Stadt gibt, Berlin aber durch die Großflächigkeit im Mittel wieder unter die Grenzwerte fällt. Dies ist besonders gut an der folgenden Graphik zu erkennen. Gelb bis Rot markierte Strassen, hier vor allem Hauptstrassen, sind hochbelastet, der Rest der Stadt zeigt unkritische Messwerte.

Luft3.jpg

Entwicklung der Stickoxidemissionen[Bearbeiten]

Generell ist zu sagen, dass seit Jahren die Stickoxidbelastungen sinken. Allerdings kann man erkennen das Städte eher gleich bleibend mit Stickstoffdioxid belastet sind. Hier besteht Handlungsbedarf.

Datei:Luft4.jpg

Am Beispiel der Großstadt Berlin gibt die folgende Graphik eine Übersicht über die Entwicklung und die prognostizierten Trends der Stickstoffoxidentwicklung und ihrer Quellen innerhalb des Stadtgebietes. Wie zu erkennen ist sinkt der Stickstoffoxidausstoß stetig seit 1989, besonders stark hierbei bei den Genehmigungsbedürftigen Anlagen. Weiterhin kann man erkennen, dass die Trends ein weiteres Absinken prognostizieren.

Datei:Luft5.jpg

Innerhalb Deutschlands zeigt sich eine ähnliche Entwicklung wie im Falle des ausgewählten Beispiels Berlin. Die Stickstoffoxidemissionen der Industrie sank im Zeitraum 1994 bis 2000 um ca. 50%, und in den Jahren 2000 bis 2005 um weitere 25%. Die vom Verkehr emittierte Menge an Stickstoffoxiden sank im Zeitraum 1994 – 2000 um 35%, und in den Jahren 2000 – 2005 umweitere 29%.

Zusammenfassend kann man somit sagen das die Ausstoßmengen an NOx stetig sinken und wohl auch weiterhin sinken werden.

Emissionsquellen[Bearbeiten]

Die nachstehende Grafik zeigt die Aufsplittung der Stickstoffemissionen nach Ihren Quellen in Berlin im Jahr 2002. Auffällig ist hierbei das der Verkehr [Kfz + sonstiger Verkehr] einen sehr großen Anteil mit 53% an der Gesamtemission trägt. Dieser hohe Anteil ist zurückzuführen auf die große Anzahl der Fahrzeuge die in Berlin betrieben werden Als Hauptverursacher sind hierbei die dieselbetriebenen Privat- und Firmenfahrzeuge sowie die im Lieferverkehr eingesetzten dieselbetriebenen LKWs zu nennen. Die Industrie [genehmigungsbedürftige Anlagen + Kleingewerbe] verursacht nur ca. 30% der innerstädtisch emittierten Stickstoffoxide, allerdings ist dieser geringe Anteil mit der geringen Industriedichte im Stadtgebiet zu erklären. Die restlichen Emissionen entstehen in Berlin durch Hausbrand und durch nicht näher spezifizierte sonstige Quellen.

Zusätzlich zu den in Berlin emittierten Stickstoffoxidmengen belasten die Stadt weitere 10%, bezogen auf die in Berlin verursachten Emissionen, die durch Import aus dem Umland in die Stadt transportiert werden

Alternative Reduktionsmaßnahmen[Bearbeiten]

Neben den bereits eingeleiteten Tätigkeiten zur Reduzierung der NOx Emissionen, wie die Einführung von KAT und Filtersystemen für den Verkehr sowie für industrielle Anlagen, können weitere sinnvolle Maßnahmen zu einer Verbesserung der Umweltbelastung durch NOx getroffen werden. Hierbei zählt zum Beispiel die Sperrung hochbelasteter Strassen im Innenstadtbereich.

Gründe hierfür sind, wie bereits teilweise erwähnt die hohe Belastung der Innenstadt durch Bündelung des Verkehrs auf Hauptstrassen zum Schutz der Anwohner und der hohe Anteil des LKW Verkehrs, hierbei hauptsächlich Ver- und Entsorgungsverkehr, in der Berliner Innenstadt.

Jedoch muss man in Hinblich auf die Ver- und Entsorgung der Innenstadt mit Waren einsehen das eine Vollsperrung für den LKW Verkehr nicht sinnvoll ist da die Innenstadt ohne Ver- und Entsorgung nicht überlebensfähig ist. Zusätzlich gestaltet sich eine Vollsperrung ganzer Strassen und oder Straßenzüge als schwierig und kostenintensiv. Ein ebenso nicht außer Acht zu lassende Punkt ist das eine Verlagerung auf emissionsärmere Verkehrsmittel in Berlin überhaupt nicht möglich ist und somit der Verkehr bei Vollsperrung über Nebenstrassen mit erheblichen Stauaufkommen abfließen würde. Somit würde die Belastung an diesen Punkten enorm ansteigen.

Zusammenfassend kann man sagen das eine generelle Vollsperrung von Strassen in der Innenstadt nicht sinnvoll und unökonomisch wäre, eine Alternative wären zum Beispiel temporäre Fahrverbote für dieselgetriebene Fahrzeuge.

Fazit[Bearbeiten]

Achtung!
Die Neutralität dieses Artikels oder Abschnitts ist umstritten. Eine Begründung steht auf der Diskussionsseite.

Insgesamt ist festzustellen das die Belastung durch Stickstoffoxide in Deutschland rückgängig ist. Nur in Großstädten, wie am Beispiel Berlin gezeigt, gibt es lokal hohe Belastungen die teilweise die festgesetzten Grenzwerte überschreiten. Um diese lokal erhöhten Stickstoffemissionen einzudämmen fehlt es momentan an kurzfristig wirksamen und verhältnismäßigen Maßnahmen. Vorgehensweisen wie zum Beispiel Sperrungen hochbelasteter Strassen sind untauglich da sie nur zu einer räumlichen Verlagerung der Probleme führen.

Die seit geraumer Zeit eingeführten Maßnahmen zur Reduktion des Schadstoffausstoßes bei Fahrzeugen und die eingesetzten verkehrsplanerischen Möglichkeiten sind wirksam und ausbaufähig.

Da alles in allem die lokale Belastung der Hauptverkehrsstrassen speziell in der Innenstadt, also im Falle Berlins innerhalb des S-Bahn Ringes, in den nächsten Jahren weiterhin kritisch sein wird sind weitere regulierende Maßnahmen notwendig.

Eine sinnvolle und vertretbare Lösung stellt hierfür die Umweltzone dar!

Literatur[Bearbeiten]

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung — Luftreinhalte- und Aktionsplan Berlin 2005 - 2010 — August 2005

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