Softwarearchäologie

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Softwarearchäologie ist eine Methode, einen übernommenen Quellcode zu entschlüsseln.

Die Wartung von Software wurde in den letzten Jahren gern spöttisch als Softwarearchäologie bezeichnet. Dabei bezog man sich gar nicht auf die Wartung, sondern darauf, einen schlechten/ verunreinigten Code zu korrigieren/ bereinigen, indem man den Entwurf verbessert, Code-Wiederholungen entfernt, Entwurfsmuster einführt, den Code dokumentiert und versucht, die Software damit robuster zu machen.

Zum ersten Mal wird der Begriff Softwarearchäologie 1999 im Science Fiction Roman „Eine Tiefe am Himmel“ (Originaltitel „A Deepness in the Sky“) von Vernor Vinge erwähnt. Der amerikanische Informatiker Grady Booch greift ihn später wieder auf und definiert ihn sinngemäß wie folgt:

„Die Rückgewinnung wesentlicher Details eines existierenden Systems, die nötig sind, um über ein System zu reflektieren, es zu reparieren, anzupassen, zu verändern, zu ernten, das System selbst oder Teile daraus zu nutzen.“

Softwarearchäologie bedeutet also, Zugriff auf aktuelle bzw. nicht mehr verfügbare Informationen zu erhalten. Sie umfasst gleichermaßen die Beherrschung der Komplexität von Anwendungssystemen sowie die Ableitung von Software-Artefakten. Der Archäologie-Prozess bereitet die Wiederverwendung von Systemkomponenten vor und realisiert zusätzliche Schnittstellen.

Vor allem bei fehlenden Ansprechpartnern ist die Softwarearchäologie eine wichtige Erhebungsmethode, um etwas über die Anforderungen des alten Systems zu erfahren und im Neuen zu berücksichtigen.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Hruschka: Business Analysis und Requirements Engineering: Produkte und Prozesse nachhaltig verbessern. Carl Hanser Verlag, München 2014, ISBN 978-3-4464-3862-0, S. 41
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