Segelwerkstatt Stade

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Segelwerkstatt Stade GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1. Januar 1985
Sitz Stade
Mitarbeiter 10
Branche Segelmacherei
Website www.segelwerkstatt-stade.de
Stand: März 2014 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2014

Die Segelwerkstatt Stade GmbH wurde am 1. Januar 1985 von Britta und Jens Nickel gegründet. Der Firmensitz befindet sich seit der Gründung im niedersächsischen Stade.

Gründung und erste Erfolge[Bearbeiten]

Zum Zeitpunkt der Firmengründung war Britta Nickel die erste und für lange Zeit die einzige Segelmachermeisterin in Deutschland. In den ersten Jahren konzentrierte sich die Produktion auf Fahrtensegel, doch schnell zeigte sich das Können und die innovative Kraft der beiden Firmengründer, so dass zusätzlich sowohl die Regattaszene als auch ganz besondere Schiffe ausgerüstet wurden. Bereits nach wenigen Jahren war der Handwerksbetrieb zu einer der größten deutschen Segelmachereien herangewachsen. Größen der Seglerwelt wie der bekannte Eismeersegler Arved Fuchs nutzen seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Segel für Expeditionen.

Segelfertigung[Bearbeiten]

Bereits 1987 wurde auf die computergestützte Segelberechnung umgestellt und schon zwei Jahre später die erste CAD-Maschine für den genauen Segelzuschnitt in die Fertigung integriert.

Einen Meilenstein in der internationalen Fertigung von Segeln stellte 1994 die Einführung fotozellengesteuerter Nähstraßen dar. Durch den Hersteller, die Schweizer Firma Jentschmann, wurde die weltweit erste Maschine dieses Typs in der Segelwerkstatt Stade erfolgreich installiert. Sie wird noch heute in der Produktion eingesetzt.

Um in allen Fertigungsbereichen einen gleichbleibenden, hohen Standard zu halten wird in der Segelwerkstatt Stade seit 1995 ausschließlich Segeltuch des deutschen Segeltuchhersteller Dimension Polyant verarbeitet.

Technologie und Entwicklung[Bearbeiten]

Weit mehr als alle anderen Segelmachereien investierte die Segelwerkstatt Stade in Forschung und Entwicklung. So wurde 1997 zusammen mit dem Oberhausener Betrieb Müller&Hans ein dreijähriges Forschungsprojekt gestartet. Umfangreich gefördert wurde diese Maßnahme vom Land Niedersachsen und der EU. Ziel war es, die Auftriebs- und Widerstandsschwerpunkte an den Segeln zu bestimmen. In den vielen Jahrhunderten der Segelherstellung war dies nicht möglich gewesen. Alle Kraftbestimmungen erfolgten ausschließlich empirisch, also auf Grundlage von Erfahrungen. Im Zuge der Forschungsarbeit konnte nicht nur die Basis für die Berechnung der Drücke im Segel gebildet werden, sondern auch der Nachweis angetreten werden, dass sich der Widerstands- und der Auftriebsschwerpunkt unterschiedlich verhalten und in keiner Weise mit dem Flächenschwerpunkt übereinstimmen. Die Ergebnisse fanden im In- und Ausland einen großen Widerhall und begründeten die weitere Erfolgsstory der Segelwerkstatt Stade. Unter anderem gingen aus diesem Forschungsprojekt die bis heute verwendeten KONVEXMAIN und KONVEXMAIN Furling Segeldesigns hervor. Ebenfalls mit der Fa. Müller&Hans wurde das treckersystem zur Marktreife entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein vorbalanciertes Vorsegel mit deutlichen Vorteilen bei der Bedienung. Wichtigste Merkmale des treckersystem sind der geringe Kraftaufwand für die Crew, kein Vorsegelwechsel mehr und die Yachten segeln mit weniger „Lage“ (also aufrechter).

2011 erfolgte die gemeinsame Entwicklung des „NeXtSail Systems“ gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut Goslar. Hierbei wurden in der Segelfertigung bahnbrechende Techniken zur Kraftmessung in den Segeln eingeführt. Mit Lichtleitern auf Basis der Faser-Bragg-Gitter-Technologie wird an den unterschiedlichsten Stellen im Segel eine exakte Lastermittlung sichergestellt. Die Forschungsergebnisse haben heute weitreichende Auswirkungen bei der Segeltuchauswahl und auf die Bestimmung der Kraftlinien in einem Segel. Prof. Dr. Schade und sein Team vom Fraunhofer Institut setzen diese Technik heute ebenso bei Windkraftanlagen wie in der Endoskopie ein.

Die Ergebnisse dieser großen Erfolge in der Forschung und der Entwicklung wurden bei der Segelwerkstatt Stade immer sofort in das Tagesgeschäft umgesetzt. So wurde der wirtschaftliche Erfolg der Firma gefestigt und selbst in der für die Wassersportwirtschaft schwierigen Zeit von 2008 bis 2012 konnte die Segelwerkstatt Stade wachsen. Dabei wurden so interessante Projekte umgesetzt wie die Fertigung zweier Segelsätze für „Volvo 60“ (u. a. der Illbruck) und des Trimaran „Orma 60“. Nicht zuletzt durch die ständige Präsenz der Segelwerkstatt Stade-Mitarbeiter beim Regatta- und Tourensegeln wurden immer wieder auch kleine praktische Entwicklungen in die Segelfertigung eingebracht. So segelten Jens Nickel und Mitarbeiter der Segelwerkstatt Stade auf Regatten wie dem Whitbread round the World Race (heute Volvo Ocean Race), dem New York – Bermuda Race sowie unzähligen nationalen und internationalen Regatten bis hin zu Weltmeisterschaften. Auf firmeneigenen Yachten (zz. eine Grand Soleil 40 Race) wurden immer alle Entwicklungen, z.T. auf extremen Langfahrten bis zu den Lofoten oder im Nordatlantik, getestet.

Weblinks[Bearbeiten]

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