Schneeweiss (Unternehmen)

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Schneeweiss AG Interior
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1. August 2010
Sitz Schmieheim
Leitung Jürgen Dreher (Vorstandsvorsitzender), Alexander Allgaier (Vorstand)
Umsatz ca. 50,5 Mio. Euro
Branche Möbel, Innenausbau
Website www.schneeweiss.ag
Stand: 31. Dezember 2013 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2013

Die Schneeweiss AG Interior ist ein mittelständischer Unternehmensverbund mit Sitz zu Schloss Schmieheim, Baden-Württemberg. Zur Schneeweiss AG gehören die Firmen Hiller Objektmöbel, Braun Lockenhaus (Österreich), Atelier Schneeweiss, Rosconi, Widra Logistik und Hiller France. Die seit 2010 bestehende Aktiengesellschaft ist nicht börsennotiert.[1]

Die Schneeweiss AG ist ein Komplettanbieter im Bereich Interior mit einer Fertigungstiefe von 76 Prozent (Stand: 2013). Die Dienstleistungen reichen von der Produktidee und -entwicklung über Laden- und Messebau, die Produktion von Sonder- und Serienmöbeln bis hin zu Auslieferung und Montage der Produkte sowie der Erstellung von Marketingkonzepten.

Die Jahresproduktion der Schneeweiss AG liegt in Deutschland bei 280.000 Stühlen und 40.000 Tischen, in Österreich bei 60.000 Stühlen und 8.000 Tischen. Damit zählt sie zu den drei größten Herstellern von Objektmöbeln in Europa mit rund 250 Mitarbeitern (Stand: 01. Mai 2014). Im Jahr 2013 erzielt die Schneeweiss AG einen Umsatz von 50,5 Mio. Euro, der Exportanteil liegt bei 36,5 %.

Geschichte[Bearbeiten]

1936: Erich und Herbert Hiller gründen im badischen Kippenheim einen handwerklichen Betrieb zur Herstellung von Holzdrehwaren und Wollbesen für den Haushalt.

ab 1948: Fertigung von abwaschbaren Brauereitischen und passenden Bauernstühlen aus Buchenholz und Kunstharzlack.

1957: Hiller setzt komplett auf die Möbelfertigung.

1961: Die eigene Schlosserei legt den Grundstein für die Produktion von Stahlrohrstühlen.

60er Jahre: Erich Hiller entwickelt den ersten Klapptisch und macht die Stapelfähigkeit von Holzstühlen salonfähig.

1975: Rolf Hiller übernimmt die elterliche Firma. In der Folge entwickelt das Unternehmen mit dem Klapptischbeschlag „DeltaStat“, der bis heute als „Tisch 105“ im Einsatz ist, und dem verwindungsfähigen Schichtholzrahmen „GenioFlex“, der Bodenunebenheiten ausgleicht und Kräfteeinwirkungen auf das Gestell reduziert, zwei wesentliche technische Alleinstellungsmerkmale.

1986: Das Büro- und Verwaltungsgebäude brennt nieder. Rolf Hiller nutzt die Katastrophe, um neu anzufangen und die Verwaltung komplett auf EDV umzustellen.

1994: Als einzigartige Investition in der Branche gilt die Installation einer Lack-in-Lack-Anlage. Sie recycelt den reichlich anfallenden und normalerweise zu entsorgenden Lack-Sprüh-Nebel für die Wiederverwendung.

2002: Hiller investiert in Stoffcutter. Diese schneiden die für die Polster verwendeten Stoffbahnen so effektiv, dass kaum Abfall anfällt.

2002: Rolf Hiller verkauft 60 Prozent der Firmenanteile und zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück, stellt aber zusammen mit den Geschäftsführern der Schweizer Investorengruppe Madison Private Equity Holding SA (Schweiz) die Weichen des Unternehmens. Als Geschäftsführer wird Jürgen Dreher eingesetzt.

2005: Hiller übernimmt den auf das Gründungsjahr 1921 zurückgehenden österreichischen Objektmöbelhersteller Braun Lockenhaus.

2006: Nach vierjähriger Zugehörigkeit zur Madison Private Equity Holding übernehmen Geschäftsführer Jürgen Dreher und Prokurist Alexander Allgaier durch ein Management-Buy-Out 62 Prozent der Unternehmensanteile. Die Hiller-Gruppe wird wieder zum inhabergeführten Unternehmen. Die Familie Hiller bleibt mit ihren bestehenden Anteilen in Höhe von 38 Prozent unverändert Gesellschafter der Hiller Holding GmbH. Die Geschäftsführung wird von Jürgen Dreher und Alexander Allgaier ausgeübt.[2]

2007: Mit der Markteinführung des ersten elektronischen Platznummerierungssystems „itech“ zeigt sich die Hiller-Gruppe als innovatives Unternehmen. Das System ermöglicht eine schnelle Nummerierung aller Sitzplätze und Stuhlreihen sowie eine Fluchtweganzeige. Auch eine individuelle Begrüßung der Gäste ist möglich. „itech“ erhielt den iF award 2007 und wurde für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2008 nominiert.

2008: Im Sommer 2008 integriert Hiller seine Entwicklungsabteilung in das als Tochtergesellschaft geführte Design- und Entwicklungsbüro Atelier Schneeweiss mit Sitz im Schloss zu Schmieheim. Jürgen Dreher übernimmt die Geschäftsführung der Atelier Schneeweiss GmbH, die sich im Lauf der Jahre auf Laden- und Messebau spezialisiert hat. Ebenso befindet sich die AG-interne Werbeagentur unter dem Dach dieser Unternehmensmarke.

2009: Die Hiller-Gruppe übernimmt die Aktivitäten der seit 1873 bestehenden Edelstahlmanufaktur Rosconi im hessischen Weilburg, für die am 1. Oktober 2007 ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde.

2009: Die Hiller-Gruppe und die Logistikgruppe Wildt, Ettenheim, gründen mit jeweils 50-prozentigem Anteil die Spedition Widra Logistik GmbH mit Sitz in Ettenheim.

2010: Aus der Hiller-Gruppe wird die Schneeweiss AG Interior. Den Vorstand bilden Alexander Allgaier und Jürgen Dreher. Im Herbst 2011 übernehmen sie alle Unternehmensanteile; Jürgen Dreher wird als Vorstandsvorsitzender Mehrheitsgesellschafter.

2013: Die Schneeweiss AG erweitert das Sortiment der Marken Rosconi (Deutschland) und Braun Lockenhaus (Österreich) um Lounge- und Lobbymöbel-Kollektionen genannt „DIE SCHOENHEIT“. Möbel von internationalen Designern und Architekten wie Michael Morten Neumayr, Lars Contzen, Adolf Krischanitz oder Karl Schwanzer gehören zu der Kollektionssammlung.

2014: Der Unternehmenssitz der Rosconi GmbH wird vom hessischen Weilburg ins badische Kippenheim verlagert.

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Zum Kundenkreis der Schneeweiss AG gehören u. a. Industrieunternehmen, Pflege- und Seniorenheime, Schulen, soziale Einrichtungen, Kirchen, Kongresszentren, Vollzugsanstalten, Sportarenen, Messen und Flughäfen. Rosconi stattet Publikumsbereiche wie Stadt- und Messehallen, Theater, Bahnhöfe oder Flughäfen aus. Mit dem Atelier Schneeweiss ist die Aktiengesellschaft im Bereich Laden- und Messebau für nationale und internationale Kunden tätig. Die Werbeagentur des Atelier Schneeweiss steht auch externen Kunden offen.

Schwerpunkte[Bearbeiten]

Traditionelles Handwerk am Standort Deutschland bzw. Österreich nimmt innerhalb der Schneeweiss AG einen hohen Stellenwert ein. Das Unternehmen fördert deshalb Berufe, die für die Herstellung von Designmöbeln unersetzlich sind. Die Ausbildung zum Polsterer, Tischler, Konstruktions-, Verfahrens- und Holzmechaniker sowie Metalltechniker legt den Grundstein dafür, dass wertvolle Kompetenzen in den Unternehmen erhalten bleiben.[3]

Patente[Bearbeiten]

GenioFlex (1984): Der GenioFlex-Rahmen sorgt für eine Entlastung der Verbindungsstellen des Stollenrahmens und für einen selbsttätigen Ausgleich von Bodenunebenheiten, was eine extrem hohe Lebensdauer ermöglicht. Damit ausgestattet avanciert der in den 1980er Jahren entwickelte Objektstuhl „Elena“ weltweit zu einem Klassiker; das millionste Exemplar verkauft Hiller im Januar 2008.[4]

itech (2007): itech ist ein elektronisches System zur automatischen Reihen- und Platzkennzeichnung bei flexiblen Bestuhlungsplänen. Ein in die Rückenlehne des Stuhls eingelassenes dimmbares Leucht-Display zeigt die Sitznummer, eine persönliche Begrüßung, das Firmenlogo und vieles andere mehr. "itech" erhielt den iF award 2007 und wurde für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2008 nominiert.

Ausgewählte Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten]

  • 2005: iF design award und Innovationspreis Architektur & Office für den klappbaren Stehtisch stand up von Hiller Objektmöbel/Braun Lockenhaus. Design: Molldesign
  • 2007: iF product design award für das patentierte "itech" System zur automatischen Reihen- und Platzkennzeichnung bei flexiblen Bestuhlungsplänen. Design: Atelier Schneeweiss
  • 2008/2009: Good Design Award des Chicago Athenaeum für den Barhocker von Rosconi. Design: Michael Morten Neumayr
  • 2010/2011: Nominierung zum Designpreis der Bundesrepublik Deutschland für Stresemann Co 05 Barhocker von Rosconi. Design: Michael Morten Neumayr
  • 2010: Red Dot Design Award: Produktdesign für die Edelstahlprodukte crew 01, crew 05, crew 07 und crew 21 von Rosconi. Design: Ingenhoven Architekten
  • 2011: Nominierung zum Designpreis der Bundesrepublik Deutschland für crew 01, crew 05, crew 07 und crew 21.
  • 2014: iF communication design award und Nominierung zum Designpreis der Bundesrepublik Deutschland für Magalog Die Schönheit. Design: Atelier Schneeweiss

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hiller Unternehmensgruppe wird AG Badische Zeitung, 24. August 2013, abgerufen am 13. Mai 2014.
  2. Die Hiller-Gruppe wird zum inhabergeführten Unternehmen "Möbelmarkt" am 30. November 2006, abgerufen am 15.05.2014
  3. Bei Hiller wird noch viel von Hand gearbeitet. Badische Zeitung, 10. August 2013, abgerufen am 29. April 2014.
  4. Vom Wollbesen zu Stresemann Badische Zeitung, 12. November 2011, abgerufen am 13. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

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