Rudolf Peter

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Der Stolperstein für Rudolf Peter in der Gielower Straße in Berlin-Britz

Rudolf Peter (* 2. Oktober 1889 in Podersam; † 2. März 1945 in Brandenburg-Görden) war ein deutscher Buchbinder, Gewerkschafter und Widerstandskämpfer.

Leben[Bearbeiten]

Rudolf Peter war im Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter gewerkschaftlich organisiert.[1] Er lebte ab 1944 in Berlin und arbeitete beim Deutschen Verlag, dem „arisierten“ ehemaligen Ullstein Verlag. Dort gehörte er neben dem Packer August Mikutta zu einer „illegalen“ Gewerkschaftsgruppe der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation um den Buchbindemeister Wilhelm Selke. Die Gruppe sammelte Geld für den Aufbau der Widerstandsorganisation, sabotierte die Produktion von Nazi-Schriften und verbreitete illegale Schriften, u.a. vom Nationalkomitee Freies Deutschland. So wurden Flugblätter wie „An die Arbeiterinnen und Arbeiter in Berlin“ und „Zehn Fragen an den gesunden Menschenverstand“ in die Bücher des Verlages geschmuggelt. Peter war an der Kontaktaufnahme des sozialdemokratischen Gewerkschaftssekretärs August Imhof mit dem Widerstand beteiligt.[2]

Durch Verrat flog die Widerstandsorganisation auf. Selke wurde am 10. August und Peter am 28. August 1944 verhaftet. Vom Volksgerichtshof wurde Selke am 18. Januar 1945 wegen Hochverrat zum Tode verurteilt, Peter erhielt vier Jahre und Mikutta drei Jahre Zuchthaus. Zur Strafverbüßung wurde Peter am 2. Februar 1945 von Potsdam ins Zuchthaus Brandenburg transportiert. Dort wurde Selke am 26. Februar 1945 hingerichtet, Peter kam wenige Tage später am 2. März nach Folter zu Tode.[1]

Ehrungen[Bearbeiten]

Vor dem Haus Gielower Straße 32c in Berlin-Neukölln wurde ein Stolperstein verlegt[3], gestiftet von den Gewerkschaften ver.di Berlin-Brandenburg und der IG Metall Berlin.[4][5] Peter wird auch in der Ausstellung Widerstand in Neukölln 1933–1945 im Rathaus Neukölln als Widerstandskämpfer gewürdigt.[6]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Rudolf Peter Biographischer Eintrag auf der Webseite des Karl-Richter-Vereins
  2. Stolperstein für Rudolf Peter Biographische Notiz mit Foto auf der Webseite der dju in ver.di Berlin-Brandenburg
  3. Bärbel Schindler-Saefkow, Annette Neumann: 2000 Stolpersteine bereits in Berlin Unser Blatt, Zeitschrift der Berliner VVN-BdA, Januar 2009
  4. Mit Stolpersteinen erinnern Gewerkschaften in Berlin-Neukölln an Kollegen aus dem antifaschistischen Widerstand ver.di-Zeitschrift Sprachrohr 05/2008
  5. Biographien harren der genaueren Erforschung ver.di-Zeitschrift Sprachrohr 04/2012
  6. Widerstand in Neukölln 1933–1945 Multimedia-Gedenkort im Rathaus Neukölln

Weblinks[Bearbeiten]

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