Rolf Lang

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Rolf Lang (* 17. Januar 1948 in Gera) ist ein Uhrmachermeister mit Lehrbefugnis. Lang war Chefrestaurator des Mathematisch-Physikalischen Salons in Dresden und Chefkonstrukteur der Uhrenmarke Tutima in Glashütte in Sachsen.

Leben[Bearbeiten]

Rolf Lang wurde als Sohn des selbstständigen Uhrmachermeisters Heinz Lang und der Bankkauffrau Johanna Lang 1948 in der Sowjetischen Besatzungszone geboren. Gemeinsam mit seinen drei Geschwistern wuchs er in Gera in der Tradition dreier Generationen von Uhrmachern auf. Aufgrund eines Beschlusses des VIII. Parteitags der SED konnte Lang diese Familientradition aber nicht weiterführen.

Er besuchte von 1954 bis 1964 die Polytechnische Oberschule in Münchenbernsdorf und absolvierte in den folgenden drei Jahren im väterlichen Betrieb eine Berufsausbildung zum Uhrmacher. Anschließend besuchte er die Volkshochschule in Gera und schloss diese 1970 mit der Allgemeinen Hochschulreife ab. Lang arbeitete parallel zu seinem Abitur von 1968 bis 1969 als Feinmechaniker beim VEB Carl Zeiss Jena, war seit 1969 als Uhrmacher im elterlichen Betrieb tätig und leistete von 1969 bis 1971 seinen Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee. Von 1971 bis 1976 arbeitete Rolf Lang beim VEB Haus der Dienstleistung in Jena als Uhrmacher und konnte aufgrund seiner Lehrbefugnis als Uhrmachermeister auch als Lehrausbilder tätig sein. Von dort wechselte er zum VEB Haus der Dienstleistung nach Dresden, wo er bis 1979 als Werkstattmeister der Uhrenreparaturwerkstatt fungierte. Abermals parallel absolvierte Rolf Lang von 1975 bis 1980 ein Fernstudium an der Fachhochschule für Finanzwirtschaft Gotha, dem von 1981 bis 1985 ein Diplomstudium für Restauratoren am Deutschen Museum in Berlin folgte. Nachdem er seine Zulassung als Restaurator erreicht hatte, beschäftigte sich Rolf Lang vorzugsweise mit der Restaurierung historischer Sekundenpendeluhren sowie Marinechronometern und anderen Präzisionsuhren.

Daneben arbeitete Lang – erneut teils zeitlich parallel – von 1979 bis 1989 als Uhrenrestaurator am Staatlichen Mathematisch-Physikalischen Salon in Dresden. Dort erhielt er nicht nur Einblicke in eine der weltbedeutendsten Sammlungen von Uhren und feinmechanischen Instrumenten, sondern konnte aufgrund seiner Tätigkeit auch umfassende Einsichten in die Technik der Uhr selbst und zugleich in die entsprechenden Handwerkstechniken erwerben. Im Jahr 1981 gründete Rolf Lang den Arbeitskreis „Uhrenrestauratoren“ in Dresden, übernahm dessen Leitung und wurde 1987 zum Chefrestaurator am Mathematisch-Physikalischen Salon in Dresden berufen.

Lang ist seit 1988 Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie. In Dresden gründete er 1989 seine eigene Restaurierungswerkstatt, zu deren Programm auch die Neuentwicklung von Uhren zählt. Ein Jahr später richtete das Unternehmen eine Niederlassung in Glashütte ein. Dort war Lang 1994 auch Mitbegründer der Firma A. Lange & Söhne Glashütte. Neben der Uhrenentwicklung war Lang dort ab 1999 in der Lehrausbildung und in den Jahren 2001 bis 2002 im Rahmen eines Sonderprojektes als Chefentwickler einer Uhr mit 38 Indikationen tätig.

Von 2003 bis 2007 wirkte Lang als Betriebsleiter und Chefentwickler des Schweizer Uhrenunternehmens Moser & Chie in Schaffhausen, anschließend kehrte er als Betriebsleiter und Chefentwickler der Tutima-Niederlassung nach Glashütte dorthin zurück. Dort konstruierte er unter anderem eine Minutenrepetitionsuhr.

Rolf Lang gründete 2004 den „Interessenkreis der Sächsischen Uhrmacherkunst“ mit und ist seitdem dessen Vorsitzender. Ziele des Kreises sind die Auseinandersetzung mit der Theorie der Uhrmacherei sowie die Bewahrung und Weitergabe der Tradition dieses Handwerks. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Lehreinrichtung Glashütte, in der Langs Vater im Jahr 1952 als einer der letzten Schüler seinen Abschluss machte.

Rolf Lang ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sein Sohn Marco Lang ist ebenfalls als Uhrmacher tätig.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Brückner: Uhren als Kapitalanlage: Status, Luxus, lukrative Investition. 2. Aufl., FinanzBuch Verlag, München 2012.
  • Stern, Nr. 56/2003, Gruner & Jahr, 2003, S. 66 f.

Weblinks[Bearbeiten]

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