Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 76

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Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 76
Aktiv 1914–1919
Land Stadtwappen Freie und Hansestadt Hamburg
Streitkräfte Deutsches Heer
Teilstreitkraft Heer
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterie-Regiment
Grobgliederung siehe Gliederung
Stärke 3.118 (Verpflegungsstärke)

3.000 (Gefechtsstärke)

Unterstellung siehe Unterstellungen
Leitung
Kommandeure Siehe Kommandeure

Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 76, Bruderregiment des aktiven Hamburger Infanterie-Regiments Nr. 76, wurde mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs gebildet. Es kämpfte nur an der Westfront und bestand seine Feuertaufe in der Schlacht von Noyon.

Organisation[Bearbeiten]

Unterstellungen[Bearbeiten]

Kriegsgliederung

Mobilisierung[Bearbeiten]

ab 5. September 1916[Bearbeiten]

Das Regiment gehörte zu Beginn des Ersten Weltkrieges zur 1. Armee. Im Oktober 1915 Armee-Reserve der 6. Armee (Kronprinzen Rupprecht) bevor es zur Sommeschlacht wieder in die 1. Armee zurückkehrte.

Gliederung[Bearbeiten]

  • I., II. und III. Bataillon die auf dem Felde rotierend eingeteilt werden in
    • Ruhe-Bataillon (R-Bataillon)
    • Bereitschafts-Bataillon (B-Bataillon)
    • Kampf-Bataillon (K-Bataillon)
  • temporär existiert ein IV. (Halb)Bataillon
  • temporär wird ein Taktisches Bataillon (T-Bataillon) aus je einer Kompanie jedes Bataillons gebildet

Unterstellte Truppenteile[Bearbeiten]

  • 26. Okt. 1914 - die F. M. G. A. 8b Köln (Festungs. - Masch. - Gew. - Abtlg.) wird dem Regiment zugeteilt
  • 29. Jul. 1915 - die 4./Pi.18 (4. Kompanie des "Samländischen (Festungs-) Pionier-Bataillons Nr.18") wird dem Regiment zugeteilt
  • 8. Mai 1915 - wird ein zusätzliches Taktisches Bataillon (T-Bataillon) gebildet
    • 4. Kompanie (I. Bataillon)
    • 9. Kompanie (II. Bataillon)
    • 11. Kompanie (III. Bataillon)
  • 14. Aug. 1915
    • Feld-Maschinen-Gewehr Zug 217 (FMG Zug 217) wird dem Regiment zugeteilt und der M.G.K. unterstellt
    • aus dem zugewiesenen Ersatz wird eine Minier-Kompanie gebildet
      • 1 Offizier
      • 143 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 26. Aug. 1915 - die Minenwerfer-Abteilung 26 wird dem Regiment unterstellt
  • 29. Sept. 1915 - die 1. Kav.-M.-G.-Abtlg. wird dem Regiment zugeteilt und der M.G.K. unterstellt
  • 12. Dez. 1915 - die 2./Pi.19 (2. Kompanie des "2. Elsässischen (Festungs-) Pionier-Bataillons Nr.19") wird dem Regiment zugeteilt
  • 27. Jan. 1916 - 6 Lichtsignaltrupps werden gebildet
  • 18. März 1916 - das T-Bataillon wird wieder aufgelöst
  • 20. April 1916 - eine Bau-Kompanie wird gebildet
  • 1. November 1916 - Jedes Bataillon erhält eine eigene M.-G.-K.
  • 13. Oktober 1917 - Die drei Minenwerfer-Züge der Bataillone werden zu einer M.-W.-Kompanie vereinigt
  • Januar 1918 - es wird eine Sturmabteilung gegründet
  • 8. März 1918 - Regiment wird durch das I. Bataillon des 8. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 70 temporär verstärkt
  • 19. August 1918 - das II. Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 444 wird unterstellt und scheidet bereits am Tag darauf wieder aus dem Verband
  • 5. September 1918 - aus dem aufgelösten Infanterie-Regiment Nr. 265 erhält das Regiment das I. Batl. als Ersatz
  • gleichentags wird eine etatmäßige Minen-Werfer-Kompanie (M.-W.-K) gebildet aus
    • den drei Minen-Werfer-Zügen des Regiments
    • der M.-W.-Abteilung des zugeteilten 265er-Bataillons
    • der dem Regiment zugeteilten M.-W.-K. 217

Abtretungen[Bearbeiten]

  • 14. Mai 1915 - 2. und 6. Kompanie sowie ein Major scheiden aus dem Regiment zur Bildung neuer Truppenteile als Heeresreserve aus. Die 13. und 14. Kompanie treten als 2. bzw. 6. an deren Stelle.
  • 5. September 1916 - 8. Kompanie scheidet zur Gründung eines neuen Regimentes aus
  • 5. Oktober 1916 - zusammen mit dem I. Bataillon wird das Regiment Ritter - benannt nach dessen Kommandeur, dem Major Holger Ritter, vom Schleswig-Holsteinischen 163er-Regiment - gebildet
  • 6. Oktober 1916 - 5. Kompanie tritt temporär unter den Befehl des Lübecker Regiments
  • 7. April 1918 - die ersten 6. Kompanien treten unter den Befehl Regiments Lüttich[2] (7. I.-D.) und wird am 13. als Brigade-Reserve aus der Division herausgezogen
  • 10. April 1918 - das III. Bataillon tritt unter den Befehl des Lübecker Regiments (17. R.-D.) und nach der Eroberung Wytschaetes am 12. wieder zurück

Bewaffnung und Ausrüstung[Bearbeiten]

Hauptbewaffnung[Bearbeiten]

  • ab Januar 1915 wurden die Soldaten des Regiments mit Handgranaten ausgerüstet
  • 23. Juli 1915 - das bisher nur zugeteilte F. M. G. A. 8b wird etatmäßige Maschinen-Gewehr-Kompanie (M.G.K.) des Regiments
  • ab August 1915 setzt das Regiment Minenwerfer (M.W.) ein.

Uniform[Bearbeiten]

Das Regiment trug die preußische Uniform mit den der Hansestadt Hamburg zugestandenen Änderungen. So wurde am Helm und an der Mütze neben der schwarz-weiß-roten Reichskokarde die hanseatische Kokarde (rotes Hanseatenkreuz auf weißem Grund) getragen.

  • ab Juli 1916 trägt der Regimentsangehörige Stahlhelm
  • ab 3. Juli 1918 musste jeder, da der Feind ein neues Gas verwandte, eine Dose Chlorkalk bei sich tragen

Fahne[Bearbeiten]

Nach Ende des Krieges wurden die Fahnen ins Zeughaus nach Berlin überführt.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Am 4. August 1914 trat das Offizierskorps beim Bezirks-Kommando I. Hamburg erstmals zusammen. Ab dem 5. trafen die Mannschaften ein und am 8. war die Mobilmachung abgeschlossen. Nach einem gemeinsamen Feldgottesdienst auf dem Sportplatz der Hamburger Turnerschaft an der Großen Allee in St. Georg, der mit dem niederländischen Dankgebet Herr mach uns frei endete, rückte in den frühen Morgenstunden des 10. Augusts das Regiment ab.

Offizier Mann Pferde MG Σ
Gefechtsstärke 64 2.936 3.000
Verpflegungsstärke 80 3.038 3.118

Kommandeure[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Beginn der Berufung
Oberstleutnant Ernst von Heynitz 4. August 1914
Oberstleutnant Krieger (in Vertretung) 17. September 1914
Major Riechelot (in Vertretung) 5. Oktober 1914[3]
Oberstleutnant Ernst von Heynitz 20. Dezember 1914
Major Grützmacher 24. November 1916[4]
Major Holger Ritter (in Vertretung) 16. März 1917[5]
Major Otto Dziobek (in Vertretung) 14. April 1917[6]
Major von Grawert 18. April 1917
Major Ritter (in Vertretung) 27. September 1917[7]
Major Lawrenz (in Vertretung) 1. August 1918[7]
Major Otto Dziobek (Führung) 18. Oktober 1918[8]

Sonstige Offiziere[Bearbeiten]

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

1914[Bearbeiten]

Nach der Mobilmachung wurde das Regiment zuerst beim Grenzschutz in Nord-Schleswig eingesetzt bevor es nach Belgien versetzt wurde. Auf dem Weg in das Feld geriet es in die "Verwicklungen" in und um Löwen.

In der Schlacht von Noyon erhielt das Regiment seine Feuertaufe. Oberstleutnant von Heynitz wurde hierbei am 17. September schwer verwundet. Mit hohen Verlusten gelingt es aber dem Reserve-Korps sich gegenüber einer 2½-fachen Übermacht siegreich zu behaupten. Es folgten die ersten Stellungskämpfe vor Orval.

Nach Kämpfen in Saint Aurin und zwischen Beuvraigne und Laucourt endete das Jahr für die Reserve der 76er bei Thiescourt.

1915[Bearbeiten]

Im Februar kehrte das Regiment zurück nach Beuvraigne. Aus dem 400 Mann starken im März eintreffenden Ersatz wird Kompanie 13. und 14., das IV. (Halb-)Bataillon des Regiments, gebildet.

Im August wird mit dem Bau einer Feldbahn zwischen Amy und Margny begonnen.

Ende Oktober wird das Regiment Armee-Reserve in Douai, bevor es im Dezember wird es zum Souchezbach an die Gießlerhöhe versetzt. Es ist ein Ausläufer der Vimyhöhen, der, wie die Lorettohöhe, dem Feind einen strategischen Vorteil bot.

1916[Bearbeiten]

Übersicht von Loos bis Thelus
Sommeschlacht

Bei der Erstürmung der Höhe, 21. Februar - zeitgleich mit dem Beginn der Schlacht von Verdun -, war das Regiment nur passive Reserve.

Am 21. März besucht Bürgermeister Carl August Schröder das Regiment.

Nach der Erstürmung der Vimy-Höhe, Operation Schleswig-Holstein (21. Mai 1916), wurde das Schleswig-Holsteinische Infanterie-Regiment Nr. 163 aus dem Verband der 17. Reserve-Division gezogen. Das R.-I.-R. 76 löste es auf den Höhen von Givenchy ab. Die Vimy-Höhen wurden erst 1917 in der Frühjahrsschlacht von Arras wieder verloren. Am 18. Juni wurde das Regiment hier Augenzeuge als der Adler von Lille bei Sallaumines abstürzte.

Im Juli wird das Regiment nach Loos versetzt bevor es zu seinem ersten Einsatz in der Schlacht an der Somme, 24. Juli - 10. August, zum Foureaux-Wald beim Windmühlenhügel nahe Pozières versetzt wird.

Von der Somme-Schlacht kommend Hohenzollernwerk Auchy-chez-La-Bassee am Hohenzollernwerk. Hier übernimmt Oberst v. Heynitz die Führung der neuaufgestellten seinen Namen tragende Brigade aus der R76 und des I.-R. 162.

Mit dem 4. Oktober trifft das Regiment zu seinem zweiten Einsatz an der Somme bei Sailly ein. Vier Tage später ist der Verlust der 5. und 6. Kompanie zu verzeichnen. Am 12. Oktober verlässt das Regiment das Schlachtfeld, erhält am 14. in Bertry den Dank vom Kommandierenden General, Max von Boehn, und wird dort am 15. vom bayerischen Kronprinzen, sein Regiment löste zuvor das Regiment ab, besichtigt.

Nach dem zweiten Einsatz nimmt es am 19. Oktober an der Parade in Honnecourt vor Kaiser Wilhelm II. teil. Dieser besichtigt das Regiment am darauffolgenden Tag in Meulebeeke.

Wenige Tage später wurde das Regiment nach Flandern in den Ort Poelcapelle verlegt, hier sollte später die Frontlinie der Dritten Ypernschlacht verlaufen.

1917[Bearbeiten]

Siegfriedstellung

Hier bleibt das Regiment, mit einer Ruhepause vom 22. Januar bis 22. Februar, bis Ende März. Zurück an der Front wird es vor Tilloy eingesetzt. Am Ostermontag, Beginn der Frühjahrsschlacht bei Arras, verliert es hier sein II. Bataillon sowie die 2. und 4. Kompanie und wird nach Monchy zurückgedrängt. Obwohl sie bereits an der Somme eingesetzt wurden, stieß das Regiment hier erstmals auf Tanks. Am zweiten Tage der Schlacht mussten die Reste des Regiments abgelöst werden.

Nach einer verkürzten Ruhe-Pause kommt das Regiment in die Siegfriedstellung vor Havrincourt. Bis Mitte Mai verbleibt hier, wo im Jahr darauf, bei der Schlacht von Havrincourt, die Stellung durchbrochen werden sollte, das Regiment bevor es an eine andere Stelle im Artois verlegt wird. Hamburgs Bürgermeister, Werner von Melle, besucht hier am 13. September das Regiment. Mitte November werden die R76er durch die aktiven 76er abgelöst.

Es geht zurück nach Flandern. Becelaere[9] ist der neue Einsatzort. Das Regiment wird mit der Handhabung des 08/15 vertraut gemacht. Das Regiment schickt eine Deputation an den ehemaligen kommandierenden General des Korps, Max von Boehn, anlässlich dessen 50jähringen Dienstjubiläums am 1. Dezember 1917.

Am 28. Dezember wird es zur Ruhe und Ausbildung nach Kortryk versetzt.

1918[Bearbeiten]

Eroberung Wytschaetes

Ende Januar war es zurück an die Front auf den Anhöhen Hollebekes. Am 14. Februar wird allgemeine Urlaubssperre verhängt, wobei die Urlauber bis 27. d. M.s zurückgekehrt sein müssen.

Am 10. April griff die 4. Armee südlich Yperns an. Im Rahmen der seit März andauernden Deutschen Frühjahrsoffensive sollte die 17. R.-D. zusammen mit der 7. I.-D. als Vorbereitung der Erstürmung des Kemmelberges als Teil der Vierten Flandernschlacht Meesen und Wytschaete erobern. Der Major von Grawert wird am 18. April zum Oberstleutnant befördert. Bei Naedelstede wird das Regiment am 23. Aprilabgelöst.

718 Gefangenen, 1 38 cm-Geschütz, 2 Langrohr-Geschütze, 2 7,5 cm-Geschütze, 21 Maschinen-Gewehre, 1 Minenwerfer und zahlreiches Gerät sowie Munition standen ein Verlust von 45 Offizieren sowie 643 Unteroffizieren und Mannschaften gegenüber.

Nach einem Monat der Ruhe als Grenzschutz bei Maldeghem an der holländischen Grenze, geht es nach Saint-Maur-des-Fossés vor dem König-David-Wald.

Rückzugskämpfe[Bearbeiten]

Ab August bricht die Front zusammen und das Regiment wird wiederholt zurückverlegt: am 10. nach Canny-sur-Matz, am 19. nach Fresnières, am 28. nach Cugny und am 30. nach Fresnoy. Zwei Tage später wird es von Max von Boehn inspiziert.

Am 18. September wird die Division Heeresgruppenreserve der Armeeabteilung Combres, am 30. September der Gruppe Maas-Nord und am 4. Oktober der 4. Armee. Am 9. Oktober wird es, zur HGr v. Boehn zurückkehrend, nach Landrecies östlich von Le Cateau-Cambrésis verladen.

Nach dem zwischenzeitlichen Zurückweichen auf die Hermannstellung enden die Gefechtshandlungen des Regiments am 25. Oktober 1918. Das Regiment beklagt einen Verlust von 2.353 Toten.

Das Regiment zieht in den folgenden Tagen nach Hautmont, Givet und macht dann bis zum 4. November Rast in La Louvière. Dann soll es in Manage verladen werden, was sich aufgrund bahntechnischer Probleme aber um 24. Stunden verschiebt. Das Regiment wird geteilt: Der Regiments-Stab mit den drei Maschinengewehrkompanien fährt nach Rämingen und marschiert bis zum 11. November nach Diedendorf. Die drei Transportzüge der Bataillone werden hingegen auf offener Strecke vor Löwen angehalten und fahren kurz darauf zurück nach Manage. In Godarville werden sie dem 21. Reserve-Division unterstellt.

Ende des Regiments[Bearbeiten]

Gemäß dem Waffenstillstand von Compiègne war Elsaß-Lothringen binnen 15 Tagen nach Abschluss des Abkommens zu räumen und die linksrheinischen Gebiete binnen weiterer 15 Tage zu entmilitarisieren.

Rückzug des Stabes samt Maschinengewehrkompanien[Bearbeiten]
Hannoverscher Bahnhof

Das Regiment sicherte am 12. November Wintersberg, am 13. Littenheim am 14. Lampertheim bevor es am 16. in Schiltigheim das Landsturmbataillon Wasserburg ablöste. Vom 19. bis 20. wurde das Regiment in die Kaiser Wilhelm-Kaserne nach Mutzig bei Straßburg verlegt. Am Morgen des 21. verließ das Regiment dem Brigadekommandeur Oberst Hans von Werder Straßburg und somit Frankreich über eine den Rhein überspannende Pontonbrücke in Richtung Kehl. Am 22. beginnt die Heimfahrt und kurz nach Mitternacht des 25. Novembers 1918 trifft das Regiment auf den Hannoverschen Bahnhof ein, wo es von Senat und Mitgliedern des Arbeiter- und Soldatenrats begrüßt wird.

Rückmarsch der Bataillone[Bearbeiten]

Gegen Mittag des 11. Novembers wurde der Waffenstillstand verkündet und danach Richtung Obaix abgerückt. Am 13. wurde es der 18. Reserve-Division unterstellt und ein Soldatenrat gebildet. Die Division marschierte als letzte in der Rückmarschkolonne. Die Maas wird am 20. überschritten. Am 24. erreichen sie bei Michelshütte im Hohen Venn die deutsche Grenze und biwakierten am Abend des 30. in Rodenkirchen. Am Folgetag überquerte es am späten Vormittag die Rheinbrücke nach Köln-Deutz womit um 12 Uhr das linksrheinische Gebiet von deutschen Truppen geräumt war. Die Bataillone werden am 13. Dezember, bis auf Gefechts- und große Bagage, in Wennemen verladen und erreichen am 14. Dezember ebenfalls den Hannoverschen Bahnhof. Von hier ziehen sie zum Rathausmarkt wo sie vom Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrates in der Stadt begrüßt werden.

Auflösung[Bearbeiten]

Hachmannplatz

Vom 15. bis 17. Dezember 1918 erfolgt die Demobilisierung.

Am 18. Dezember war offizieller Dankes- und Ehrentag. Am Vormittag trat das Regiment in der Öffentlichkeit auf dem Hachmannsplatz an. Der Senat gab dem Regiment in den Räumen des Neuen Schlachthofs ein Essen wofür die Hapag die Bedienung stellte. Am Abend traf es letztmals in den Räumen des Conventgartens zusammen. Nach dessen Beendigung hörte das 76er Reserve-Regiment auf zu existieren.

Die Bagage erreichte Hamburg am 22. Dezember. Diese wurde am 24. im Artillerie-Depot Bahrenfeld abgegeben. Vom Regiment war ein Demobilmachungskommando für die verbleibenden Auflösungsarbeiten gegründet worden.

Sonstiges[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

  • Verein ehemaliger Angehöriger Reserve 76 e.V.

Denkmale[Bearbeiten]

Denkmal des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 76 in Hamburg

Am Dammtordamm wurde 1936 das sogenannte Kriegerdenkmal nach dem Entwurf von Richard Kuöhl errichtet. Das Kriegerdenkmal gedenkt zum einen der Gefallenen des Aktiven und Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 76 des Ersten Weltkrieges. Es ist mit der viel kritisierten Inschrift „Deutschland muss leben und wenn wir sterben müssen“ aus dem Gedicht „Soldatenabschied“ von Heinrich Lersch versehen. Dieses Zitat und der Umgang damit ist in Hamburg viele Jahre Thema hitziger und kontrovers geführter Auseinandersetzungen gewesen. Der Hamburger Senat beschloss Anfang der 1980er Jahre, neben das denkmalgeschützte Ehrenmal einen als „Mahnmal gegen den Krieg“ konzipierten Gegenentwurf von Alfred Hrdlicka zu stellen. Dies wurde ab 1983 in Teilen realisiert. Entstanden sind der "Hamburger Feuersturm" (1985) und die "Fluchtgruppe Cap Arcona" (1986).

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Dziobek: Geschichte des Infanterie-Regiments Lübeck (3. hanseatisches) Nr. 162. erste Auflage. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. D. 1922. (Offizier-Verein ehem. 162er)
  • Hugo Gropp: Hanseaten im Kampf. Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 76. Erlebnisse bei dem Res.-Inf.-Rgt. 76 im Weltkriege 1914/18. zusammengestellt im Auftrage des "Vereins ehemal. Angehöriger Reserve 76 e.V." Druck Klindworth & Neuenhaus, Hamburg 1932.
  • Holger Ritter: Geschichte des Schleswig-Holsteinischen Infanterie-Regiments Nr. 163. Leuchtfeuer Verlag, Hamburg 1926. (Band 184 des preuß. Anteils der Erinnerungsblätter)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hugo Gropp: Hanseaten im Kampf. Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 76. Erlebnisse bei dem Res.-Inf.-Rgt. 76 im Weltkrieges 1914/18, zusammengestellt im Auftrage des "Vereins ehemal. Angehöriger Reserve 76 e.V." Druck Klindworth & Neuenhaus; Hamburg 1932, 377 Seiten
  2. Die Bezeichnung Lüttich ist wahrscheinlich der Name des Regimentsführers. In der damaligen Literatur wurden die Regimenter oft mit dem Namen ihres Führers bezeichnet, so z. B. das Regiment Rettberg (Nr. 162), das Regiment Sick (Nr. 163) oder auch das Regiment Grawert (R. 76). Welche Nummer das Regiment Lüttich trug, konnte noch nicht ausfindig gemacht werden.
  3. wird im Januar 1915 Kommandeur des Infanterie-Regiments „Herzog von Holstein“ (Holsteinisches) Nr. 85
  4. Oberst v. Heynitz wurde am Tag zuvor zum Kommandeur der 85. Reserve-Infanterie-Brigade ernannt
  5. Der Kommandierende Grützmacher ist zu einem Lehrgang in die Gas-Schule abkommandiert
  6. übernimmt die Führung für den in der Nacht verschiedenen Regimentskommandeur
  7. 7,0 7,1 für den auf vier Wochen beurlaubten Regimentskommandeur
  8. Oberstleutnant von Grawert wurde am Vortag schwer verwundet und starb auf dem Rücktransport
  9. spätere Bezeichnung: Beselare
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