Reinhard Nietzki

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Reinhard Nietzki

Reinhard Nietzki (* 1. Februar 1904 in Langheim, Ostpreußen; † 10. Juli 1965 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Wehrmachtsoffizier.

Leben[Bearbeiten]

Nietzki besuchte das humanistische Gymnasium in Bartenstein und studierte Rechtswissenschaft an der Albertus-Universität Königsberg. Als vierter seiner Familie wurde er im Sommersemester 1922 Mitglied des Corps Masovia.[1] Sein Vater Ernst Nietzki († 1930) war Superintendent in Bartenstein.

Nachdem er 1927 in Königsberg das Erste und 1930 am Kammergericht das Zweite Juristische Staatsexamen abgelegt hatte, war er 1931 als Landesassessor und 1933 als Landesverwaltungsrat in der Provinzialverwaltung Ostpreußen tätig. 1935 wurde er Landesrat.[2][3]

1939 zur Wehrmacht eingezogen, wurde er Dritter Generalstabsoffizier der ostpreußischen 206. Infanterie-Division. Während der Operation Bagration am 1. Juli 1944 bei Witebsk verwundet, geriet Nietzki für elfeinhalb Jahre in sowjetische Kriegsgefangenschaft.Er kam in 20 Lager und fünf Hospitäler. Am 12. April 1949 zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, wurde er nach Workuta am Eismeer verbracht. Zwischen 1938 und 1960 wurden in dem berüchtigten Zentralgulag etwa zwei Millionen Häftlinge und Deportierte bei der Kohleförderung und beim Bau der Petschora-Eisenbahn eingesetzt. Nietzki überlebte. Heimkehrer berichteten 1954, dass es ihm „gesundheitlich befriedigend “ ginge und seine „Haltung ausgezeichnet“ sei.[4] Zu 100 % kriegsbeschädigt, wurde er schließlich aus dem Hospital Stalingrad entlassen. In Konrad Adenauers Heimkehr der Zehntausend kam er mit dem letzten „Amnestiertentransport“ am 9. Januar 1956 nach Deutschland.

Mit seiner Frau Ursula geb. Feist, die er 1933 in Königsberg geheiratet hatte, lebte er in Freiburg im Breisgau. Er beteiligte sich an der Dokumentation des Schicksals der deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion.[5]

Nietzki starb mit 61 Jahren in einem Sanatorium. Bei der Beerdigung am 23. Juli 1965 in Freiburg hielt der damalige Bundesanwalt Max Kohlhaas die Grabrede.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1996, 98, 1073.
  2. Christian Rohrer: Nationalsozialistische Macht in Ostpreuen, Martin Meidenbauer Verlag, 2006, ISBN 978-3899750546, S. 591 Online
  3. Jahrbuch der Albertus-Universität zu Königsberg/Pr, Band 28, S. 39 Online
  4. Semesterbericht des Corps Palaiomarchia-Masovia, WS 1953/54
  5. Kurt W. Böhme: Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. 1976, ISBN 3-7694-0004-6
  6. Johannes Kaibel: Reinhard Nietzki. Zeitung der Altmärker-Masuren 37/38, Kiel 1965/66, S. 670–672

Weblinks[Bearbeiten]

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