Recycling von Tintenpatronen

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Im Gegensatz zum Recycling von Tonerkartuschen (siehe Rebuilttoner) ist es bei der Wiederaufbereitung von Tinten- oder Druckerpatronen nicht möglich verschlissene oder beschädigte Komponenten austauschen. Tintenpatronen beinhalten in der Regel keine beweglichen Teile, alle Komponenten sind fest miteinander verbunden. Der Nachbau von Tintenpatronen ist ähnlich wie bei Tonerkartuschen durch restriktive Patentregelungen ausgeschlossen.


Inhaltsverzeichnis

Schritt 1 – Leermodul[Bearbeiten]

Daher ist ein unbeschädigtes und funktionstüchtiges Leermodul die wichtigste Grundlage bei der Wiederaufbereitung, das heißt der Wiederbefüllung von Tintenpatronen. Es gibt Unternehmen die sich auf die Sammlung (siehe z.B. leergedruckt) oder den Ankauf (siehe z.B. GeldfürMüll) spezialisiert haben und die benötigten Leermodule der Recyclingindustrie zur Verfügung stellen.


Schritt 2 – Reinigung[Bearbeiten]

Als erstes muss die gebrauchte Tintenpatrone entleert und gereinigt werden. Resttinte die sich noch im Schwamm oder Tank befindet muss entfernt werden, ein „auffüllen“ ist nicht ratsam da es verschiedenste Tintenmischungen gibt die sich teilweise nicht vertragen. Die Entleerung erfolgt per Zentrifuge in der die Resttinte entweder zur Düse oder zum Deckel hin ausgeschleudert wird. Teilweise kommt auch eine spezielle Spülflüssigkeit zum lösen von eingetrockneter Tinte im Schwamm zum Einsatz. Zur äußerlichen Reinigung der Düsenplatte gibt es verschiedene Verfahren, die gängigsten sind die Reinigung per Ultraschall oder per Wasserdampf.


Schritt 3 – Befüllung[Bearbeiten]

Bei der Befüllung von Tintenpatronen gibt es ebenfalls verschiedene Methoden:

Tankpatronen: Bei Tankpatronen, das heißt bei Patronen bei denen sich die Tinten in einem Tank oder Behälter befindet erfolgt die Befüllung meist über die Düsenplatte, also im umgekehrten Weg zum verdrucken der Tinte. Eine Befüllung von Tankpatronen per Spitze ist nicht empfehlenswert: Tankpatronen sind ein abgeschlossenes System bei dem der richtige Innendruck dafür sorgt das Tinte nur beim drucken freigegeben wird. Wird dieser Innendruck durch eine Öffnung (die durch die Befüllung per Spritze verursacht wurde) gestört kann das dazu führen das die Tinte ungehindert in den Drucker läuft.

Schwammpatronen: Bei Schwammpatronen, das heißt bei Patronen bei denen sich die Tinte in einem vollgesaugten Schwamm befindet ist die Problematik eine andere: Dort ist zwar die Befüllung per Spritze kein Problem, dafür aber die Luft die bei der Befüllung per Spitze im Schwamm zurückbleibt. Der Transport der Tinte im Schwamm funktioniert in diesem Patronen per Kapillareffekt (siehe Kapillarität), überflüssige Luft im Schwamm kann dazu führen das der Transport unterbrochen wird und die Patronen nur noch streifig oder gar nicht mehr druckt. Daher werden Schwammpatronen üblicherweise im Vakuum befüllt um Lufteinschlüsse zu vermeiden.


Schritt 4 – Test und Endreinigung[Bearbeiten]

Selbst bei optimalen Voraussetzungen gibt es keine 100%ige Funktionsgarantie der befüllten Patronen. Daher ist nach der Befüllung ein Funktionstest zur Qualitätssicherung notwendig. Dazu wird üblicherweise eine Testseite mit einem DIN Testvordruck oder ein vergleichbarer Testvordruck mit verschiedenen Kontrasten und Farbabstufungen verwendet. Erst nachdem die befüllte Patrone diesen Testdruck ohne Beanstandungen geschafft hat findet die Endreinigung zur Entfernung von äußerlichen Tintenrückständen statt.


Schritt 5- Versiegeln[Bearbeiten]

Um das eintrocknen der befüllten Tintenpatronen zu verhindern und die Transportfähigkeit zu gewährleisten ist es nötig die Düsenplatten zu versiegeln. Dabei kommt entweder ein Klebeband (Tape) oder eine Transportsicherung (Carrier) zum Einsatz. Bei Schwarzpatronen ist dies meist problemlos möglich, bei Tri-Color-Farbpatronen besteht die Gefahr von Mischfarben. Bei TriColor Patronen liegen die Düsen der drei Grundfarben (Rot-Gelb-Blau) sehr nahe auf der Düsenplatte aneinander. Wenn nun Tinte auf der Düsenplatte „ansteht“ kann es vorkommen das bei unzureichender Versiegelung verschiedenfarbige Tinten ineinanderlaufen. Dann kommt erneut der Kapillareffekt ins Spiel, nur in die andere Richtung. Die Falschfarbe wird in den Schwamm gezogen und es kommt zu einer Mischfarbe.

Trotz aller technischen und baulichen Schwierigkeiten beim Recycling von Tintenpatronen macht die Wiederaufbereitung Sinn: Die Befüllung einer Tintenpatrone verlängert deren Lebenszyklus um einen Durchlauf. Das heißt, es landet eine Tintenpatrone weniger im Abfall. Und bei über 55 Millionen verkauften Tintenpatronen pro Jahr allein in Deutschland kommt ein großer Abfallhaufen zusammen.

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