Real Equity

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Real Equity (deutsch: realwertbelegtes Eigenkapital) ist eine Form des Beteiligungskapitals, bei dem die vom Kapitalanleger eingegangene Beteiligung ausschließlich ohne Fremdmittel getätigt wird, und der Anleger analog seiner Kapitaleinlage eine Absicherung erhält. Unter dem Begriff „Real Equity“ sollen Kapitalanlagen sowohl an geregelten Märkten (Börsen), wie auch an nicht geregelten Märkten klassifiziert werden. Der Verzicht auf Fremdkapital soll dabei die Handlungsfreiheit erhöhen, und das Risiko der Anleger erheblich vermindern.[1][2][3]


Begriffsherkunft und Bedeutung[Bearbeiten]

Der Begriff „Real Equity“ wurde maßgeblich geprägt [1] vom deutschen Rechtswissenschaftler und Kapitalmarktexperten Karl Georg Loritz, der drei wesentliche Kriterien für „Real Equity“ definierte [4]:


(1) Die Anleger haben als Einzelinvestoren, als Miteigentümer oder als Gesellschafter unmittelbar oder mittelbar (z.B. über einen Treuhänder) in rechtlich abgesicherter, also ihnen rechtlich und tatsächlich nicht aus der Hand zu schlagender Weise, die Eigentümerpositionen. D. h. sie müssen ihre Dispositionsbefugnis über die Zielinvestments, gerade auch im Worst Case behalten, u.a. wenn Erträge aus den Zielinvestments ausbleiben. Das ist in der Regel nur bei eigenkapitalfinanzierten Investments der Fall.

(2) Die Anleger müssen auch im Worst Case das Krisenszenario selbst gestalten und insbesondere Art und Zeit und bei beweglichen Wirtschaftsgütern den Ort der Verwertung der Zielinvestments selbst bestimmen können. Das impliziert, dass z. B. bei Immobilien Aufteilungen nach dem Wohnungseigentumsgesetz, grundlegende Umgestaltungen, Neuvermietungen und Weiteres mehr in der Hand der Eigentümer liegen und möglich sind.

(3) Auch im Worst Case muss den Anlegern ein nachfolgend noch festzulegender Teil ihres eingesetzten Kapitals nach Verwertung der Zielinvestments verbleiben.


Definition und Herleitung[Bearbeiten]

Sinnvollerweise muss man die bisherigen Erkenntnisse zur Anlegersicherheit in einem einfachen, für weite Anlegerkreise eingängigen Begriff zusammenfassen. Er muss gewissermaßen als Synonym für die Sicherheit einer Kapitalanlage aus Anlegersicht stehen. Zu diesem Zweck soll nach Karl Georg Loritz der Begriff „Real Equity” gewählt werden. Wie viele einfache Begriffe, so ist auch er nicht absolut präzise, sondern kann zunächst einmal als Typusbegriff verstanden werden. Ein Typusbegriff bedeutet, dass er eine Vielzahl tatsächlicher und rechtlicher Erscheinungsformen umfasst und noch nicht so weit konkretisiert ist, dass schon eine präzise Definition möglich wäre.

„Real” im Zusammenhang mit Equity wiederum bedeutet nach Loritz‘ Verständnis, dass die Kapitalanlage eigenkapitalfinanziert ist und damit vor allem auch im Worst Case nicht nur rechtlich, sondern auch tatsächlich („real”) die Anleger die Möglichkeit haben, die Dispositionsbefugnis eines Eigentümers über die mit seinem Kapital erworbenen Zielinvestments bzw. wenn diese noch nicht getätigt sind, über das Kapital als solches auszuüben. Davon zu unterscheiden und nachfolgend zu untersuchen ist die Frage, bei welchen Investments außerhalb von Immobilien von "Real Equity"-Beteiligungen gesprochen werden kann. Es stellt sich die Frage, die aber letztlich anhand einer Abwägung aus dem Blickwinkel der Anleger zu entscheiden ist und nicht einer vorgegebenen wissenschaftlich erforschbaren Erkenntnis entspringt, ab welchem Prozentsatz der Anleger seine Kapitalanlage nicht mehr als sicher empfinden wird und deshalb die Bezeichnung, er habe eine "Real Equity"-Beteiligung, nicht mehr gerechtfertigt ist. Es geht hier in einem zweiten Schritt um die aufgeworfene Frage, in welcher Höhe Sicherheit bestehen muss, damit ein Anleger sein Investment noch als sichere Anlage empfinden wird.[4][5]

Quellen[Bearbeiten]

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