Rüstung General Johann Graf von Sporcks

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General Johann Graf Sporck in Rüstung, Portrait von 1669

Die Rüstung General Johann Graf von Sporcks ist eine deutsche Reiterrüstung, die etwa um 1657 für Graf Johann von Sporck (* 6. Januar 1600 auf dem Sporckhof in Westerloh im Fürstbistum Paderborn; † 6. August 1679 auf Schloss Hermannstädtel, Böhmen), einen bayerischen und später kaiserlichen General der Kavallerie gefertigt wurde.

Die Rüstung wurde zur damaligen Zeit bereits „kugelfest“ gearbeitet was das immense Gewicht von 36 kg erklärt. Diese Rüstungen wurden entweder aus besonders starkem Stahl gefertigt oder aber auch doppelwandig konstruiert.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Rüstung besteht aus einem Visierhelm mit einem Ringkragen, Brust- und Rückenpanzer, Armzeug und knielangen Tassetten.

Der Visierhelm ist entgegen Helmen dieser Zeit und dieser Art von Rüstungen mit einem schweren Visierhelm versehen. Die Helmkalotte ist fast kugelförmig und mit einem niedrigen Helmkamm versehen. Das Visier ist zweiteilig und im Vorderbereich schmal zusammenlaufend und nach oben gezogen gefertigt. Auf beiden Seiten des Visiers sind eine große Anzahl von Luftgeben angebracht und auf der rechten Helmseite ein Bolzen zum besseren Öffnen des Visiers mit behandschuhten Händen. Desweiteren ist ebenfalls auf der rechten Seite ein langer Metallsteg vorhanden, mit dem das Visier in geöffneten Zustand arretiert werden kann. Das Visier wird mit großen, flachen Bolzen am Helm gehalten.

Der Ringkragen besteht aus drei Geschüben, hergestellt aus breiten Eisenbändern, die beweglich miteinander verbunden sind. Das unterste Geschübebeband ist auffällig breit gefertigt.

Der Brust- und Rückenpanzer sind einfach und ohne Zierrat gearbeitet. In der Brustmitte befindet sich ein leichter Mittelgrat.

Die Armzeuge sind im Bereich der Achseln (Schulterpanzer) neunfach geschoben. Die Geschübe sind mit vergoldeten Nieten beweglich miteinander verbunden. Die Oberarmröhren sind unterhalb des Schulterpanzers achtfach geschoben und durch ein Drehgelenk mit den Ellbogenpanzern verbunden. Die Elbogenpanzer sind über und unter dem Ellbogenpanzer je vierfach geschoben und mit Ellbogenkacheln versehen. Die Unterarmröhren sind zweiteilig und können nach dem Anlegen verriegelt werden. Die Panzerhandschuhe sind als Fecht-Panzerhandschuhe gearbeitet, mit einer Stulpe versehen und vom Handgelenk bis an die Fingerspitzen geschoben.

Die Tassetten sind am unteren Ende des Brustpanzers angehängt und reichen bis über die Knie. Sie sind je dreiundvierzigmal geschoben. Die Geschübe sind ebenfalls wieder durch vergoldete Nieten beweglich miteinander verbunden. Auf allen Geschüben sind in der Breite diese Nieten angebracht.

Die gesamte Rüstung ist kaum dekoriert. Das einzig Schmückende sind der vergoldete Helmkamm, die Nieten und die Vergoldung am vorderen Visier, dem Ringkragen, den Achseln, den Ellbogenpanzern, den Handschuhen und den Tassetten. Ebenso sind Nietenkreise auf den Vorderpflügen der Achseln angebracht, sowie die vergoldeten und mit Nieten besetzte Außenränder fast aller Rüstungsbestandteile. Die Nieten bieten mit ihrer Vergoldung einen auffälligen und schmückenden Kontrast zum tiefschwarz der Rüstung.

Die Rüstung wird heute im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien, dem Nachfolger des Königlich Kaiserischen Hof-Waffen-Museums, Wien aufbewahrt.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. K. K. Hof-Waffen-Museum (Hrsg.): Das K. K. Hof-Waffen-Museum. Wien 1875, OCLC 123474043, S. 56 (63 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
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