Prop (Verein)

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Prop e.V.
Zweck: Suchthilfe
Vorsitz: Falko Krankenhagen
Gründungsdatum: 12. November 1970
Sitz: München
Website: www.prop-ev.de

Prop e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der in den Schwerpunkten Prävention, Jugendhilfe und Suchttherapie arbeitet und korporatives Mitglied der Arbeiterwohlfahrt ist.

Über Prop[Bearbeiten]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name Prop ist eine Abkürzung des englischen Wortes „Proposal“, was so viel wie „Vorschlag“ bedeutet. Den Klienten werden Vorschläge für ihren Weg aus der Sucht gemacht. Das Logo des Vereins symbolisiert zwei Hände.

Zahlen und Fakten[Bearbeiten]

Rund 250 Mitarbeiter arbeiten in 22 Einrichtungen verteilt auf 43 Standorte in Bayern. Der Verein beschäftigt sich mit allen Bereichen der Suchtprävention und der -therapie. Die Finanzierung erfolgt durch den Bezirk, die Deutsche Rentenversicherung, die Regierung von Oberbayern, die Landeshauptstadt München, die Landratsämter und die Krankenkassen. Für Projekte, die nicht finanziert werden, akquiriert der Verein Spenden und Bußgelder.

Historie[Bearbeiten]

Am 12. November 1970 haben einige engagierte Bürger, unter ihnen Luise Jost, den gemeinnützigen Verein „Prop Alternative e. V.“ gegründet. 1972 eröffnet das Therapiezentrum Aiglsdorf – in enger Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut – als erste wissenschaftlich begleitete Einrichtung zur stationären Drogenentwöhnung Europas. In diesem Jahr erhielt Prop auch die Theodor-Heuss-Medaille von Frau Dr. Hildegard Hamm-Brücher.

Es folgen Beratungsstellen in Freising und Erding und das Therapiezentrum Baumgarten. Im Jahr 1986 führt Prop die Adaptionsphase ein. Bei Übernahme der Geschäftsführung von Franz Wimmer 1993 ändert sich der Name des Vereins in "Prop e. V.". Ebenfalls 1993 eröffnet der Drogennotdienst L43 mit Notschlafstelle, Kontaktladen und 24-Stunden-Beratung. Im Januar 1994 wird Prop korporatives Mitglied der Arbeiterwohlfahrt.

Prop gründet 1994 die Substitutionsambulanz in Kooperation mit dem Bezirkskrankenhaus Haar als erste bayerische Substitutionseinrichtung mit integrierter psychosozialer Betreuung. Im selben Jahr wird TiP – Therapie im Pfaffenwinkel integriert, ein Therapiemodell das inzwischen auf alle Bundesländer übertragen wurde.

Eine Clearingstelle als Einrichtung der Jugendhilfe und die Abv – Arbeitsberatung und -vermittlung werden 1995 gegründet, sowie eine weitere Beratungs- und Behandlungsstelle in Pfaffenhofen/Ilm geöffnet. Als erste Einrichtung seiner Art in Süddeutschland eröffnet 1995 das Adaptionsphasenhaus Laim mit selbst verwalteten Wohngemeinschaften.

Die externe Suchtberatung in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim wird 1997 eingeführt. Zu Anfang noch als Pilotprojekt angedacht, etabliert und erweitert sich das Angebot auf die Standorte Aichach, Kempten, Stadelheim, Neuburg/Donau und Neuburg-Herrenwörth. Seit 2002 führt Prop die FreD-Kurse (Frühintervention für Erstauffällige Drogenkonsumenten) eigenständig weiter, die zuvor vom Verein als Partner in einem Bundesmodellprojekt mit entwickelt wurden.

Prop erhält 2002 den Inge-Gabert-Preis der Arbeiterwohlfahrt.

Weitere Einrichtungen wie das Sozialtherapeutische Zentrum und die Therapeutische Wohngemeinschaft in Pfaffenhofen/Ilm, sowie die KoB- Kontakt und Begegnungsstätte in Freising werden eröffnet. Im Jahr 2007 werden die beiden Einrichtungen Baumgarten und Aiglsdorf, nach dessen Erneuerung in einem 40-Betten-Haus zusammengelegt. Im Jahr 2011 übernimmt Andreas Czerny die Geschäftsführung des Prop e. V. Es folgen die Eröffnung einer Außenstelle der Beratungsstelle Freising in Moosburg, einer therapeutischen Wohngemeinschaft in Nandlstadt und einer Kontakt- und Begegnungsstätte in Freising.

Im November 2016 unterzeichnet Prop die Charta der Vielfalt. 2017 eröffnet eine neue Therapeutische Wohngemeinschaft in Taufkirchen/Vils und die KoB – Kontakt- und Begegnungsstätte in Pfaffenhofen. Gesamt-Prop ist seit dem 7. November 2017 an allen Standorten nach DIN ISO 9001:2015 und deQus zertifiziert.

Im Jahr 2019 übernahm Marco Stürmer ab 1. Oktober die Geschäftsführung von Prop.

Leitgedanke[Bearbeiten]

Der Mensch steht im Zentrum des Handelns. Grundsatz ist die Achtung der Würde des Menschen, unabhängig von nationaler Herkunft, kulturellem und religiösem Hintergrund und sozialer Lebenssituation. Orientierung des Handelns an umfassender und langfristiger Verbesserung der Lebensqualität für die Klienten. Nachgewiesene Fachkompetenz ist Grundlage der Qualität der Arbeit.

Aufgaben[Bearbeiten]

  • Unterstützung suchtkranker und -gefährdeter Menschen in ihrem Bestreben nach einer langfristigen und sicheren Wiedereingliederung in Familie, Gesellschaft und Beruf. Ziel ist ein eigenverantwortliches Leben ohne Sucht.
  • Im Rahmen niedrigschwelliger, akzeptierender Projekte respektvolle Begegnung gegenüber den drogenkonsumierenden Menschen. Verbesserung der aktuellen Lebenssituation und unabhängig von der Ausstiegsbereitschaft, Ermöglichung eines Lebens in Würde.
  • Im Bereich der Prävention, Stärkung der Lebenskompetenz und des Selbstwertgefühl gefährdeter Menschen durch kreative Konzepte.
  • Durch innovative, wirkungsvolle Projekte, die sich an konkreten Zielen orientieren, kontinuierlicher Beitrag zur Verbesserung des Hilfesystems.

Konzepte[Bearbeiten]

Der Verein bietet zur Umsetzung dieser Aufgaben ein breites Spektrum moderner Konzepte in den Bereichen:

  • Suchtprävention
  • ambulante Kinder- und Jugendhilfe, Prop ist als Maßnahmenträger Partner der Jugendämter
  • niedrigschwellige, akzeptierende Suchtarbeit und Überlebenshilfen
  • Begleitung und Betreuung
  • Beratung und Krisenintervention
  • ambulante und stationäre Suchttherapie
  • Sozialtherapie für chronisch Kranke
  • Nachsorge und Wiedereingliederung

Literatur[Bearbeiten]

  • Luise Jost: Heroin – Hilfe ist möglich. Psychiatrie-Verlag, Bonn 1985, ISBN 3-88414-058-2.

Weblinks[Bearbeiten]

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