Poesiebriefkasten

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In München hängt ein Postkasten nur für Gedichte, der Poesiebriefkasten. An diesen können Hobbypoeten ihre eigenen Werke oder die ihrer Lieblingsautoren hinschicken. Die Künstlerin Katharina Schweissgut und die Münchner Bürgerinitiative „Mehr Platz zum Leben" betreiben gemeinsam diese erste Sammelstelle für poetische Post im deutschsprachigen Raum.

Der Poesiebriefkasten hängt am Hans-Mielich-Platz in München

Entstehung[Bearbeiten]

Die Künstlerin Katharina Schweissgut hatte die Idee zu diesem poetischen Briefkasten. Sie gestaltete ihn aus einem gebrauchten Postkasten, den sie rot lackierte und mit dem Schriftzug Poesie und einer weißen Brieftaube bemalte. Am 16. September 2013 montierte sie den Kasten gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Mehr Platz zum Leben“ und dem Hausbesitzer Burkhard Waldmann an dessen Hausfassade im Stadtteil Giesing. Melly Kieweg von der Bürgerinitiative organisierte eine offizielle Postanschrift: Poesiebriefkasten, Hans-Mielich-Platz 2, 81543 München. Das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Bezirksausschuss 18, Untergiesing-Harlaching, unterstützt die Aktion.

Ziele[Bearbeiten]

Die Initiatoren wollen mit diesem Kunstprojekt die Menschen ermutigen, ihre lyrischen Fähigkeiten zu entfalten. Als ersten Schritt sollen sie ihre Gedichte, möglichst handgeschrieben, einsenden. Aktionen, wie Lesungen und Ausstellungen, tragen die gesammelten Gedichte dann an die Öffentlichkeit. Die poetischen Briefe werden am 24. Juli 2015 im Rahmen eines Poesie-Festivals auf dem Münchner Hans-Mielich-Platz von Schweissgut zu einer Kunstinstallation verarbeitet.

Resonanz[Bearbeiten]

Im ersten halben Jahr der Aktion gingen bereits über 300 Gedichte ein. Auch der Dramatiker Franz Xaver Kroetz hat eines mit dem Titel „Böser Himmel“ eingeschickt. Der Posesiebriefkasten wird bereits als Sehenswürdigkeit für Touristen empfohlen,[1] auch Goetheinstitute im Ausland weisen darauf hin[2] und der Landesverband Bayerischer Philatelisten ermutigt seine Mitglieder, Poetisches zu verfassen und an den Briefkasten zu schicken.[3]

Ausstellungen[Bearbeiten]

Vom 21. März bis 2. April 2014 haben die Betreiber die bis dahin eingesandten Gedichte in einer öffentlichen Ausstellung in Giesing gezeigt. Seit April 2014 ziehen die Gedichte in einer Wanderausstellung durch verschiedene Münchner Lokalitäten: von einem Gasthaus in die evangelische Philippuskirche und dann in ein Senioren-Servicezentrum.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Poesie-Briefkasten. reisefuehrer-deutschland.de, abgerufen am 9. September 2014.
  2. Angela Gruber: Jedes Gedicht ist ein Individuum. Goethe Institut China, August 2014, abgerufen am 9. September 2014.
  3. Hans Bergoldt: [http://www.lvb-philavereine.de/html/heft_1_319_maerz_2014.html#PoesieBriefkasten Region München Ein privater Briefkasten auf öffentlichem Gelände – genehmigt und bedient von der Deutschen Post.] Landesverband Bayerischer Philatelisten, März 2014, abgerufen am 9. September 2014.
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48.11637611.570703Koordinaten: 48° 6′ 59″ N, 11° 34′ 15″ O