Paul Rudolf Kraemer

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Katharina und Paul R. Kraemer

Paul Rudolf Kraemer (*13. Mai 1916 in Köln, † 10. Mai 2007 in Frechen) und Katharina Kraemer geb. Hogut (*14. August 1920 in Köln † 4. April 2006 in Frechen) waren ein deutsches Unternehmerehepaar und Gründer der gemeinnützigen Gold-Kraemer-Stiftung zur Unterstützung von geistig und körperlich behinderten sowie alten, armen und kranken Menschen. Seit 1941 bauten sie die Kraemer-Gruppe mit derzeit 36 Juweliergeschäften in Deutschland und den Niederlanden auf.

Leben[Bearbeiten]

Paul R. Kraemer wurde am 13. Mai 1916 in Köln als jüngster Sohn von vier Kindern des Schneidermeisters Philipp Kraemer geboren. Nach dem Schulabschluss machte er eine Lehre als Goldschmied. Bereits mit 22 Jahren erlangte er als damals jüngster Goldschmied Deutschlands den Meisterbrief. 1941 eröffnete er in seiner Heimatstadt eine „Werkstatt für Goldschmiedekunst“. Zwei Jahre später, 1943, heiratete er Katharina Hogut. Die Tochter eines Postangestellten konnte als gelernte Stenotypistin das aufstrebende Unternehmen weiterführen, während ihr Mann Kriegsdienst leistete und dabei in Gefangenschaft geriet. 1953 bekamen Paul R. und Katharina Kraemer einen Sohn, Rolf. Der Junge war mehrfach geistig und körperlich behindert und starb trotz aufopferungsvoller Pflege bereits im Alter von 13 Jahren. Das Ehepaar hatte keine weiteren Kinder bekommen und entschied deshalb, einen erheblichen Teil seines Vermögens in eine Stiftung zur Unterstützung und Förderung von geistig behinderten Kindern und Jugendlichen einzubringen, die im Jahr 1972 gegründet wurde. Ende der 1950er Jahre bezog die Familie ein großzügiges Anwesen in Frechen-Buschbell. Paul R. und Katharina Kraemer engagierten sich insbesondere in ihrem Heimatort für Menschen mit Behinderung; Paul R. Kraemer wurde dafür im Jahr 1981 zum Ehrenbürger der Stadt Frechen ernannt. In den folgenden Jahrzehnten gingen der Ausbau der Unternehmensgruppe und der Gold-Kraemer-Stiftung stets Hand in Hand. Seit 1981 fungierte Paul R. Kraemer auch als Honorar-Konsul, seit 1984 als Honorar-Generalkonsul der Republik Malta in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Am 4. April 2006 verstarb Katharina Kraemer nach kurzer, schwerer Krankheit. Paul R. Kraemer zog sich daraufhin ganz aus der Öffentlichkeit zurück und starb ein Jahr später am 10. Mai 2007. Mit dem Tod der Eheleute wurde das gesamte Vermögen auf die Gold-Kraemer-Stiftung übertragen, die das unternehmerische und karitative Engagement von Paul R. und Katharina Kraemer seitdem in deren Sinn fortsetzt.

Unternehmerische Tätigkeit[Bearbeiten]

Eine Gold-Kraemer-Filiale in Bonn

Die im Jahr 1941 gegründete „Werkstatt für Goldschmiedekunst“ in Köln entwickelte sich trotz der entbehrungsreichen Kriegsjahre gut; 1948 beschäftigte das Unternehmen bereits 14 Goldschmiede und zwei Uhrmacher. 1951 wurde das erste Juweliergeschäft unter dem Namen „Gold Kraemer“ auf der Kölner Schildergasse eröffnet, 1952 folgte die zweite Filiale in Bonn. Heute gehören 36 Niederlassungen in Deutschland und den Niederlanden zur Kraemer-Gruppe. Neben der Expansion in der Juwelierbranche investierte das Ehepaar Kraemer in zahlreiche Immobilien. Mit dem Tod des Ehepaars ist ihr gesamtes Vermögen der Gold-Kraemer-Stiftung zugefallen.

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Nach dem frühen Tod ihres Sohnes gründeten Paul R. und Katharina Kraemer im Jahr 1972 die Gold-Kraemer-Stiftung. Sie ist heute eine der größten karitativen Stiftungen privater Initiative in Deutschland. Ziel der Stiftung ist es, geistig behinderten sowie armen, alten und kranken Menschen zu helfen. Mit ihren Projekten will die Stiftung dazu beitragen, Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft zu integrieren. Die Stiftung mit ihren Tochtergesellschaften beschäftigt heute über 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Unternehmensgruppe und verschiedenen gemeinnützigen Einrichtungen. Paul R. Kraemer baute zudem im Jahre 1981 die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Ortsvereinigung Köln und Umgebung e. V. auf. Er war Mitbegründer und Ehrenvorsitzender der Stiftung Lebenshilfe NRW e. V., eine Stiftung für elternlose, geistig behinderte Menschen. Diese Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, für die Bedürfnisse und Interessen von Menschen mit Behinderung, z. B. durch Finanzierung eines Urlaubes, einzutreten. Zudem unterstützte das Ehepaar zahlreiche Organisationen finanziell. Dafür erhielt es viele Auszeichnungen.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Für sein soziales und gesellschaftliches Engagement wurde Paul R. Kraemer unter anderem mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Für sein über 25jähriges Engagement für die Republik Malta und die Förderung der deutsch-maltesischen Beziehungen als Honorar-Konsul bzw. Honorar-Generalkonsul für Nordrhein-Westfalen und Hessen fand er besondere Anerkennung in Form der Medaille „Ghall-Quadi tar Republika“, der höchsten Auszeichnung des Landes, sowie des maltesischen Verdienstordens (M.O.M). Er war Kommendator der von ihm gegründeten Erbkommende Rheinland des Militärischen und Hospitalischen Ordens des Heiligen Lazarus von Jerusalem, Großkreuzträger des Lazarus-Ordens, Ehrenvorsitzender des Lazarus Hilfswerkes, Träger der goldenen Nadel des Lazarus-Hilfswerkes, Träger der Verdienstmedaille des Malteser Hilfsdienstes, Träger der Goldmedaille der Lebenshilfe sowie Träger des päpstlichen St. Silvester-Ordens. 1976 erhielt er den Ehrenring der Stadt Frechen, 1981 wurden ihm darüber hinaus die Ehrenbürgerrechte verliehen. Katharina Kraemer war Großkreuzdame des Lazarus-Ordens und wurde unter anderem mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Viele der vom Ehepaar Kraemer initiierten Einrichtungen tragen ihren Namen, so etwa die Paul-Kraemer-Schule, einer Schule für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf im Bereich der geistigen Entwicklung, oder der heilpädagogische Kindergarten „Käthe Kraemer“ in Frechen-Buschbell.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Familie Kraemer

Das Familienwappen der Eheleute Kraemer dient nicht nur als Logo der Gold-Kraemer-Stiftung, sondern wurde auch zum Markenzeichen der Gold Kraemer Juweliergeschäfte. Ergänzt wird das Logo der Stiftung durch das Motto: "Stärker als Schicksal ist ertragen". Das Firmenwappen enthält die lateinische Fassung: "Pati Potius Fati". Der Tscheche Adolf F. J. Karlovsky hat das Wappen im Jahr 1977 entworfen. Es ist registriert im Staatsarchiv von Solothurn. Das Familienwappen als Erkennungszeichen der Gold-Kraemer-Stiftung zeigt die Insignien des Lazarus-Ordens. Ein gerades Schild ist auf dem Hintergrund des grünen, achtspitzigen Kreuzes des Militärischen und Hospitalistischen Ordens des Heiligen Lazarus von Jerusalem abgebildet. Die Farbe Grün ist charakteristisch für den Lazarus-Orden und steht für dessen karitatives Engagement. Das achtspitzige Kreuz symbolisiert die acht Seligkeiten. In beiden Logos, dem der Stiftung und dem der Juweliergruppe, sind im oberen Teil des Wappenschildes der grüne Kollar (Ordensband) eines Großritters und ein grünes Balkenkreuz zu finden. Als Großkreuzritter bzw. Großkreuzdame durften Paul R. und Katharina Kraemer die Insignien eines Kreuzritters in ihrem Wappen führen. Als Wappentier ist ein rot bewehrter und rotzüngiger goldener Greif im Schild abgebildet, der auf einem goldenen Dreiberg sitzt. In seinen Fängen hält er eine mit Edelsteinen verzierte goldene Krone. Auf dem schwarz-goldenen Stechhelm mit schwarz-goldenen Decken sitzt der Greif nochmals wie im Schild. Der goldene Greif geht auf das bereits im Jahre 1665 nachweisbare Wappen des Geschlechtes Kramer in Regensburg zurück. Der goldene Dreiberg ist das astrologisch-alchimistische Zeichen für Sonne und Gold. Die Motive symbolisieren das Gold- und Schmuckwarenunternehmen des Wappenstifters. Die Krone kommt oft als heraldische Figur in verschiedenen Goldschmiedezunftwappen vor und ist dem Stadtwappen von Köln, Sitz der Kraemer-Gruppe, entnommen. Die Tinkturen entsprechen den Wappenfarben der Stadt Frechen, wo die Eheleute Kraemer gewohnt haben und sich heute der Sitz der Stiftung befindet.

Weblinks[Bearbeiten]


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