Nischenseite

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Eine Nischenseite ist ein Begriff aus dem Online- bzw. Affiliate-Marketing. Diese Webseiten widmen sich einer Rubrik, zu der es in Suchmaschinen kaum Konkurrenz gibt. Mittels Suchmaschinenoptimierung wird der Versuch unternommen, die Seite auf den vordersten Plätzen von Google zu platzieren. In Folge wird die Seite mittels Affiliate-Links und/oder Werbe-Einblendungen monetarisiert. Häufig handelt es sich um sogenannte Fake-Testseiten. Diese gaukeln Produkttests nur vor, um eine sogenannte Provision für den Kauf jener Produkte zu erzielen. Darüber hinaus gibt es auch seriöse Webseiten in der Branche, deren Betreiber durch die Einbindung von Affiliate-Links und Werbung Einnahmen erzielen.

Historische Entwicklung[Bearbeiten]

Aufgrund der großen Affiliate-Anbieter wie Amazon, die leicht zugängliche Informationen über große Mengen ähnlicher Produkte von mehreren Anbietern bereitstellen, konnten in den vergangenen Jahren kleinere Preisvergleichsseiten Technologien einsetzen, die vorher nur für große Preisvergleichsseiten zur Verfügung standen.[1]

Diese Technologie umfasst Software und Plugins zur Standardisierung der typischen Prozesse mit Preis- und Produktvergleich. Ohne viel Ressourcen wurde es für Amateure möglich, scheinbar professionelle Websites zu erstellen. Besonders beliebt ist das Content-Management-System Wordpress und die dafür zur Verfügung stehenden Plugins. Diese Plugins automatisieren viele Prozesse, die bis vor wenigen Jahren komplexe Programmierkenntnisse erfordert hätten. Aus diesem Grund machen viele Nischenseiten einen professionellen Eindruck. Diese kleinen Websites verlassen sich oft auf Google für ihre Besucher, die mit Affiliate-Netzwerken wie Amazon monetarisiert werden.

Fake-Testseiten[Bearbeiten]

Eine klare Abgrenzung zwischen seriösen und irreführenden Angeboten wird durch die mangelnde öffentliche Wahrnehmung erschwert. Auch Google scheint bisher keine Schritte gegen die Flut an Fake-Testseiten zu unternehmen.

Fake-Testseiten imitieren große Verbraucherportale wie Stiftung Warentest in Aufmachung, Struktur und Produktdarstellung, ohne jedoch tatsächlich die dargestellten Produkte ausführlich getestet zu haben. Häufig handelt es sich um eine simple Zusammenstellung von frei verfügbaren Informationen.

Die Kritik richtet sich gegen die Täuschung des Verbrauchers, da durch die dargestellten Bewertungen den Eindruck eines transparenten, durchdachten Produkt-Tests entstehen kann.

Die niedrige Inhaltsqualität von typischen Fake-Testseiten, die oft an Spam und Betrug angrenzen, ist ein wachsendes Problem aus der Sicht des Verbraucherschutzes und Qualität von Suchmaschinen. Durch das Ausspielen des Algorithmus des Suchmaschinenriesen Google ist es möglich, diese Seiten prominent in den Suchergebnissen zu platzieren.

Bis vor kurzem war das Phänomen der gefälschten Test- oder Vergleichswebseiten nicht im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Eine Analyse von testbericht.de im Januar 2017 hat ergeben, dass 34,6% des deutschen Suchverkehrs im Zusammenhang mit Produkttests auf der ersten Seite von Google zu gefälschten Testseiten führt.

Nach einem Bericht über eine Fake-Testseite auf welt.de,[2] und ersten Abmahnungen des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale Ende 2016, begannen Beobachter wachsende Panik in der Branche zu bemerken. Website-Eigentümer änderten ihre Inhalt oder löschten sie.Amazon, als Anbieter des größten Affiliate-Netzwerkes auf dem deutschen Affiliate-Markt, äußerte sich trotz Nachfrage nicht zu der Thematik.

Trügerische Vergleichsseiten vermitteln den Eindruck, ein Produkt sorgfältig zu testen. In Wirklichkeit sind die Tests nur eine Zusammenstellung von frei verfügbaren Informationen, die oft dazu führen, dass die teuersten Produkte empfohlen werden. Dies wiederum erhöht die Provision der Website-Besitzer für die empfohlenen Produkte.

Beobachter des Marktes gehen nicht davon aus, dass die Abmahnungen einen nennenswerten Effekt hatten. Einzig der Begriff "Test" verschwand von vielen Webseiten und wurde durch "Vergleich" ersetzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stephanie Clifford, Claire Cain Miller: Online Shoppers Are Rooting for the Little Guy. In: The New York Times. 15. Januar 2012, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 3. Februar 2017]).
  2. Verbraucherschutz: Hüten Sie sich vor diesen Warentest-Fake-Seiten - WELT. Abgerufen am 3. Februar 2017.
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