Myheimat

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myheimat
myheimat.de
Beschreibung Regionalnachrichten erstellt durch Leserreporter
Sprachen Deutsch
Eigentümer gogol medien GmbH & Co. KG
Erschienen 1994

myheimat ist ein deutschlandweites Online-Portal mit Lokalnachrichten, die von Laien (Leserreportern) erstellt werden.

Konzept[Bearbeiten]

Etwa 32.000 Bürgerreporter berichten regelmäßig über das Geschehen in ihrer direkten Umgebung. Zurzeit gibt es in Deutschland ca. 150 aktive myheimat-Regionen, die monatlich ca. 10.000 neue Beiträge und ca. 100.000 neue Fotos und Schnappschüsse veröffentlichen. Insgesamt wurden 178.167 Beiträge auf myheimat veröffentlicht, die mit mehr als einer halben Million Kommentare versehen (552.929) wurden (Stand: Dezember 2009). Myheimat beruft sich auf die Idee des Graswurzel-Journalismus und bezeichnet sich als Deutschlands größtes Bürgerreporterportal.[1]

Regionalzeitungsverlage können diese Nachrichten gegen eine Lizenzgebühr zur Generierung mikroregionaler Inhalte einsetzen, indem sie myheimat-Beiträge mit Autorenkennzeichnung in ihren Tageszeitungen, Stadtmagazinen oder Anzeigenblättern zur Stärkung der Kernkompetenz „Lokales“ abdrucken.

Betreiber[Bearbeiten]

Betreiber von myheimat ist die gogol medien GmbH & Co. KG aus Augsburg, die gleichzeitig auch Anbieter der gogol Publishing-Technologie ist, einer Software, die es erlaubt Zeitungen und Magazine als Software as a Service (SaaS) browserbasiert zu produzieren. Seit 2008 ist The MediaLab der WAZ-Mediengruppe und die Verlagsgesellschaft Madsack an myheimat beteiligt.

Name[Bearbeiten]

Das Wort myheimat ist ein Wortspiel, das sich lautmalerisch an dem schwäbischen „Mei Heimat“ für „Meine Heimat“ ausrichtet und gleichzeitig ironisch auf die zahlreichen, aus der Internetwelt bekannten Wortschöpfungen mit „my“ (myRTL) hinweisen will. Die Verbindung des urdeutschen Wortes „Heimat“ mit dem englischen „my“ sollte so auch den Spannungsbogen zwischen moderner Technik und traditioneller Verwurzelung provokant verkörpern, angelehnt an den Spruch der bayerischen Regierung „Laptop und Lederhose“. Der Name wird allerdings immer wieder von Sprachschützern kritisiert, da er in ihren Augen eine nicht hinzunehmende Verschandelung des Wortes „Heimat“ darstellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Myheimat entstand 1994 in der Kleinstadt Gersthofen bei Augsburg in Bayern in Form eines lokalen Stadtmagazins mit dem Namen „Front“, welches nach dem Abitur des Jahrgangs 1994 des ansässigen Paul-Klee-Gymnasiums von Martin Huber gemeinsam mit anderen Mitabiturienten gegründet wurde. Grundidee war eine wirtschaftlich rentable Bürgerplattform für die Bewohner der Stadt zu betreiben. Begünstigt von den damaligen rasanten Innovationen und Umwälzungen in der Drucktechnik und Internettechnologie konnte es als typisches „Garagenunternehmen“ mit wenigen Mitarbeitern ein Redaktionssystem entwickeln, welches in einem bruchfreien Workflow alle Arbeitsschritte vom Erstellen eines Beitrags bis zur Drucklegung zusammenfasste und somit die Produktionskosten für ein einzelnes Magazin stark senkte. Aufgrund der Skalierbarkeit dieses Ansatzes war es möglich, sehr schnell weitere Stadtmagazine in Bayrisch-Schwaben zu verlegen und es erfolgte 2003 die Umwandlung der „gogol-Verlag Martin Huber GbR“ in die gogol medien GmbH & Co. KG mit 5 Gesellschaftern und circa 20 Mitarbeitern. Das Unternehmen verlegte zu diesem Zeitpunkt 20 Stadtmagazine mit einer Auflage von ca. 150.000 Exemplaren.

Nutzten anfänglich lediglich klassische Einrichtungen wie Vereine und kommunale Institutionen die Plattform in Form von Pressemitteilungen, die sie nach Freischaltung durch einen Mitarbeiter in einem Online-Redaktionssystem eintragen konnten, wurde das System ein Jahr später im Rahmen des Web 2.0-Booms generell für die Öffentlichkeit freigeschaltet. Debatten um User Generated Content (UGC) und der vor allem der in den USA wiederentdeckte Trend des Citizen Journalism und das verstärkte Aufkommen von sozialen Netzwerken sorgten für eine schnelle Annahme unter den Bürgern, die nun durch einen einfachen Blogeintrag auf einer Webseite in einem Stadtmagazin ihrer eigenen Stadt erscheinen konnten.

2005 wurden die einzelnen Webseiten der Städte unter dem Portal www.myheimat.de zusammengefasst und auch als reines Onlineangebot deutschlandweit für Orte zur Verfügung gestellt, die keine Bürgerplattform in Form einer Printpublikation zur Verfügung hatten.

2008 stieg The MediaLab der WAZ-Mediengruppe und Verlagsgesellschaft Madsack als Investor bei myheimat ein, die in der Idee ein zukunftsfähiges Modell für die rasante Entwicklung der Medienlandschaft sahen. Zahlreiche Publikationen aus dem Hause Madsack nutzen seitdem myheimat-Inhalte in ihren Zeitungen oder benutzen die Publishing-Technologie von gogol medien zur Produktion ihrer Magazine. Dies sind unter anderem:

  • Die Stadtmagazine der MH Bayern (gersthofer, friedberger, neusässer, günzburger, meitinger, wertinger, dillinger, königsbrunner, donauwörther, landsberger, pfaffenhofener, krumbacher, fürstenfeldbrucker, nördlinger, schrobenhausener, germeringer, aichacher, eichenauer, schwabmünchner, oberhauser)
  • Die Heimatzeitungen der Hannoversche Allgemeine Zeitung und der Neue Presse (Deister Anzeiger Springe, Deister Anzeiger Bad Münder, Nordhannoversche Zeitung, Anzeiger Burgdorf & Uetze, Anzeiger Lehrte & Sehnde, Leine-Zeitung Garbsen, Leine-Zeitung Neustadt, Leine-Zeitung Seelze, Leine-Nachrichten, Calenberger Zeitung )
  • Die Wochenblätter Hallo Sonntag Hannover, Hallo Wochenblatt Hannover, Hallo Wochenblatt Gehrden/Ronneberg
  • Die Anzeigenblätter für Burgdorf, Garbsen, Laatzen, Lehrte, Seelze, Uetze und Wennigsen
  • Die Oberhessische Presse und deren Wochenblätter WIN und Extra
  • Die Peiner Allgemeine Zeitung
  • Die Waldeckische Landezeitung und die Frankenberger Zeitung
  • Der Äppler in Offenbach
  • Das Naumburger Tagblatt und die Osterländer Volkszeitung

Insgesamt werden Beiträge von myheimat in 23 Tageszeitungen und Anzeigenblättern abgedruckt sowie in 31 eigenständigen Stadtmagazinen mit einer aktuellen Gesamtauflage von über 1,3 Millionen Exemplaren (Stand: Dezember 2009).

Literatur[Bearbeiten]

  • onlinejournalismus.de über myheimat.de
  • Bürgermedien. Die Laien kommen. Themenheft Der Journalist, 8/2005 (der Hauptartikel online bei onlinejournalismus.de)
  • Wer macht die Medien? Online-Journalismus zwischen Bürgerbeteiligung und Professionalisierung, München 2008 Download (PDF)
  • Jana Burmeister: Partizipative Medien im Internet. Vergleich der Redaktionssysteme von kollaborativen publizistischen Formaten, igel Verlag, 2008, ISBN 978-3-86815-050-6 (Diplomarbeit über die Erstellung alternativer redaktioneller Inhalte im Internet)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Quelle: Teachernews

Websites[Bearbeiten]

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Social Networks[Bearbeiten]

Netzwerke[Bearbeiten]

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Blogs[Bearbeiten]

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