Munich Composites

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Die Munich Composites GmbH ist ein Unternehmen zur Auftragsfertigung von Bauteilen aus Composite-Materialien wie carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) und glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) mit Sitz in Ottobrunn bei München (Deutschland). Das Unternehmen produziert geflochtene (Hohl-)Bauteilen mit ihrem selbst entwickelten patentierten „BRAIDform“-Fertigungsprozess.

Munich Composites GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 2011
Sitz 85521 Ottobrunn, Deutschland
Leitung Olaf Rüger, Felix Fröhlich
Branche CFK, GFK, Faserverbundwerkstoff
Website www.munich-composites.de
Stand: Januar 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Entstanden ist das Hightech-Start-Up als Spin-Off am Lehrstuhl für Carbon Composites (LCC) der Technische Universität München, möglich gemacht durch das Gründerstipendium EXist. Hier haben die Lehrstuhlmitarbeiter Olaf Rüger, Felix Fröhlich und der Leiter des Lehrstuhls, Klaus Drechsler, die Firma 2011 gegründet, um die Fertigung von hohlen Composite-Bauteilen für die Industrie zu ermöglichen. Ende 2012 hat die Firma ihre eigenen Hallen auf dem Ludwig-Bölkow-Campus in Ottobrunn bei München bezogen.[1] Im Jahr 2013 investierten Business Angels und ein Venture-Capital-Unternehmen, um die Basis für weiteres Wachstum zu legen. Im Laufe der Firmengeschichte wurden Projekte für deutsche Automobilhersteller durchgeführt sowie Bauteile für verschiedene Industrien wie Gesundheit, Sportartikel und Lifestyle produziert.

Technologie[Bearbeiten]

Für das Umflechten wird zuerst ein Elastomer Kern hergestellt, dieser wird umflochten, wobei die Faserablage direkt auf dem Kern stattfindet. Dabei fährt ein Roboter genau die Kontur des späteren Bauteils nach. Die Fasern werden somit genau auf der Kontur des Bauteils abgelegt. Eine ungewünschte Faltenbildung, welche für drastische Verschlechterung der strukturellen Eigenschaften des Bauteils führen würde, wird dadurch verhindert. Die Führung des Kerns während des Flechtvorgangs erfolgt vollautomatisch und wird von drei Robotern durch die Flechtmaschine übernommen.

Anders als bei bisher üblichen Sand-, Wachs- oder Schaum-Kerntypen wird ein wiederverwendbarer, aufblasbarer Elastomerkern verwendet. Nachteile wie zeit-, kosten- und energieintensives Herauslösen der Kerne werden somit vermieden. Konkret können bis zu 40 % Gewichtseinsparung und 30 % Kosteneinsparung erreicht werden. Zusätzlich werden durch Nachkompaktierung deutlich höhere Faservolumengehalte erreicht.

Durch die vollständige Automatisierung der Faserablage werden menschliche Fehlerquellen ausgeschlossen und es kann garantiert werden, dass jedes Bauteil die gleich hohe Qualität aufweist. Nach dem Umflechten des Elastomerkerns kann in der Preform, falls erforderlich, ein Binder aktiviert werden. Der Kern wird daraufhin herausgezogen und kann direkt wieder zum Umflechten eingesetzt werden.

Produkte[Bearbeiten]

Munich Composites fertigt komplexe CFK-Hohlbauteile für verschiedenste Anwendungsbereiche mit Hilfe der Umflechttechnologie. Das Unternehmen produziert in Klein-, Mittel- und Großserien und hat Referenzen in folgenden Industrien:

  • Automobilindustrie (z. B. Antriebswellen, Domstreben, A-, B-Säulen, Windläufe, etc.)
  • Gesundheitstechnik
  • Lifestyle
  • Luft- und Raumfahrt Industrie
  • Sportartikelindustrie (z. B. Fahrradlenker, Fahrradsattel, Fahrradrahmen)

Innovation/Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Munich Composites GmbH hat 2012 den JEC-Award im Bereich Sports & Leisure gewonnen für ihren BRAID-Fahrradrahmen.[2] Im Jahr 2014 wurde die Munich Composites GmbH mit dem Innovationspreis Bayern im Bereich Start-Up ausgezeichnet.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Munich Composites: Erstes Unternehmen siedelt sich auf dem neuen Campus bei EADS an. Ludwig Bölkow Campus, 23. Oktober 2012, abgerufen am 1. Februar 2015.
  2. JEC Innovation Awards Program 2012 - 13 companies rewarded for their composite innovations. JEC Group, 16. Februar 2012, abgerufen am 1. Februar 2015 (englisch).
  3. Innovationspreises Bayern - Preisträger 2014. Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, 2014, abgerufen am 1. Februar 2015.
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